Von 13. Januar 2010 1 Kommentar Weiterlesen →

Namenforschung als Hauptfach

Onomastik klinge unanständig, meint Spiegel-Online Autor Steffen Winter. Für seine ungeübten Ohren höre sich das an wie unanständige Leibesübungen.

Tatsächlich ist Onomastik das Fachwort für Namenkunde. Seit 1990 konnte man dieses Fach an der Universität Leipzig als Nebenfach belegen, was vor allem für Germanisten und Historiker in Frage kam. Seit neuestem bietet die philologischen Fakultät dort Namenkunde sogar als Master-Studiengang an. Die Studenten werden von Professor Peter Ernst betreut, der zur Zeit noch das Fach Deutsche Philologie in Wien lehrt.

Das Studium berührt die Gebiete Geschichte, Sprachwisenschaft und Kulturgeschichte. Wer sich für das Onomastik-Studium einschreiben will, muss einen Bachelorabschluss in einem passenden Fach vorweisen und eine gesonderte Eignugsfeststellungsprüfung bestehen.

Beeindruckende 1600 Anfragen für Namensgutachten bekommt die ebenfalls an der Leipziger Uni angesiedelte Namenberatungsstelle pro Monat. Offenbar zu viele, denn auf ein Gutachten muss man laut Spiegel Online bis zu einem Jahr warten.

Thema: Wissenschaft

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und Betreiber der Website beliebte-Vornamen.de .

1 Kommentar zu "Namenforschung als Hauptfach"

  1. Claudia Rothe sagt:

    Die langen Wartezeiten für Namengutachten der Namenberatungsstelle der Universität Leipzig sind auf Grund der hohen Medienpräsenz in TV etc eine logische Folgeerscheinung; die ‚wenigen‘ Mitarbeiter kommen so natürlich kaum hinterher. Jedoch gibt es unter den Namenforschern, die ihren Abschluss in Onomastik an der Leipziger Uni gemacht haben auch solche, die selbstständig Namen erklären und nicht in den Büros der Fakultät für Slawistik sitzen, aber gleichermaßen gut ausgebildet sind.

    Daher hier einmal Werbung in eigener Sache! Als Mitglied der Gesellschaft für Namenforschung und als Doktorandin am Institut für Namenkunde biete ich ebenfalls Namengutachten an. Das Orchideenfach Onomastik sollte nicht wegen inneruniversitären Diskrepanzen, was die Nachfolge der Professur angeht usw., aussterben und die Absolventen dieser Studienrichtung haben die Möglichkeit der Namenforschung in der Öffentlichkeit neue Impulse zu verleihen.

    Auf der Seite http://www.namenschenken.de kann man vollwertige und qualitative Gutachten im gebundenen Buch erwerben, mit exklusiven Gestaltungsmöglichkeiten.

    Grüße von NamenSchenken
    Claudia Rothe

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