Wie Mirja in die Top 200 kam – und jetzt in den Dschungel

Wie Mirja in die Top 200 kam

Die 19. Staffel des RTL-Dschungelcamps ist gestartet. Und ja: Ich wurde schon wieder nicht eingeladen. Aber wenigstens kann ich euch mit dem versorgen, was mich wirklich interessiert – den Vornamen der Auserwählten.


Folgende Namen zogen in diesem Jahr ins australische Unterholz:

Ariel, Eva, Gil, Hardy, Hubert, Mirja, Nicole, Patrick, Samira, Simone, Stephen und Umut.

Eine bunte Mischung also – von biblisch bis international, von klassischem 70er-Jahre-Inventar bis modernem Migrationsnamen. Doch ein Name sticht aus namenkundlicher Sicht ganz besonders hervor: Mirja.

Mirja – ein Name mit Medien-Boost

Bei der Kandidatin handelt es sich um Mirja du Mont. Ihr Vorname ist alles andere als Zufall oder langjährige Tradition in deutschen Geburtsregistern, denn Mirja war in Deutschland lange Zeit extrem selten. So selten, dass er in den Vornamenstatistiken gar nicht auftauchte. Und dann passierte etwas Bemerkenswertes.

Im Geburtsjahrgang 1970 schoss Mirja plötzlich aus dem Nichts in die Top 200 der beliebtesten Mädchennamen. Ein solcher Sprung ist außergewöhnlich und kommt nur dann vor, wenn ein Name schlagartig große Aufmerksamkeit bekommt.

Der wahrscheinlichste Auslöser?
Die Heirat des schwedischen Models Mirja Larsson mit Gunter Sachs im Jahr 1969. Diese Verbindung war damals ein echtes Medienereignis – Glamour, Jetset, internationale Schlagzeilen. Und ganz offenbar dachten sich viele frischgebackene Eltern: Den Namen merken wir uns.

Ein klassisches Beispiel dafür, wie Prominenz Vornamenkarrieren beeinflusst.

Mirjas Generation

Dass der Name kein kurzfristiges Strohfeuer blieb, zeigen auch bekannte Namensträgerinnen aus den folgenden Jahren:

Mirja Boes (1971), Komikerin

Mirja Regensburg (1975), Schauspielerin

Mirja du Mont (1976), Model

Allesamt geboren in einer Phase, in der Mirja gerade frisch im kollektiven Namensgedächtnis angekommen war.

Der Dschungel als Namenslexikon

Auch wenn das Dschungelcamp selten für intellektuelle Höhenflüge bekannt ist – aus Vornamenssicht liefert es zuverlässig spannendes Material. Namen erzählen Geschichten über Moden, Medien und gesellschaftliche Einflüsse. Mirja ist dafür ein besonders schönes Beispiel: selten, plötzlich populär und klar zeitlich verortbar.

Ich bin gespannt, ob sich dieses Jahr noch weitere namenkundliche Aha-Momente zwischen Kakerlaken und Kokosnüssen ergeben.
Ich bleibe dran.

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