Von 25. Januar 2010 6 Kommentare Weiterlesen →

Schlecht abgeschrieben, Mitteldeutsche Zeitung

In der Mitteldeutschen Zeitung war zu lesen, welches letztes Jahr die häufigsten Vornamen in Aschersleben waren: Marie, Sophie, Elias und Leon.

Der Verfasser des Beitrags mit Namen Detlef Valtink schreibt auch etwas zu diesen Namen, unter anderem:

Mit Marie, die französische Form von Maria, hat sich […] einer der zur Zeit beliebtesten Vornamen für Mädchen durchgesetzt. Schon in den 1890er Jahren war das so. Zwischen 1950 und 1960 wurde allerdings kaum ein Baby Marie genannt. Die Häufigkeit des Namens Marie ist sehr ähnlich mit dem Namen Sophie. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie besonders gern als zweiter Teil eines Doppelnamens genommen werden.
[…]
Zwischen 1930 und 1980 wurde allerdings kaum ein Baby Sophie genannt. Die Häufigkeit des Namens Sophie ist übrigens sehr ähnlich mit dem Namen Marie. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie besonders gern als zweiter Teil eines Doppelnamens genommen werden.
[…]
Dagegen ist der Jungenname Elias […] in Deutschland noch selten. Erst seit Mitte der 1980er Jahre taucht Elias überhaupt in den Namensstatistiken auf. Seit kurzem ist dieser Name allerdings ein Modename geworden und wird regelmäßig auf den vorderen Plätzen der Vornamenhitparaden geführt.

An sich ja ganz interessant, oder? Zum Vergleich hier die Texte, die ich im beliebte-Vornamen.de – Namenslexikon zu Sophie, Marie und Elias geschreiben habe:

Marie ist zur Zeit einer der beliebtesten Vornamen für Mädchen. Schon in den 1890er Jahren war das so. Zwischen 1950 und 1960 wurde allerdings kaum ein Baby Marie genannt. Die Häufigkeit des Namens Marie ist übrigens sehr ähnlich mit dem Namen Sophie. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie besonders gern als zweiter Teil eines Doppelnamens genommen werden.
[…]
Zwischen 1930 und 1980 wurde allerdings kaum ein Baby Sophie genannt. Die Häufigkeit des Namens Sophie ist übrigens sehr ähnlich mit dem Namen Marie. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie besonders gern als zweiter Teil eines Doppelnamens genommen werden.
[…]
Der Jungenname Elias ist in Deutschland noch selten. Erst seit Mitte der 1980er Jahre taucht Elias überhaupt in den Namensstatistiken auf. Seit kurzem ist dieser Name allerdings ein Modename geworden und wird regelmäßig auf den vorderen Plätzen der Vornamenhitparaden geführt.

Wie wärs mit einer Quellenangabe, Herr Valtink?

Thema: Allgemein

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und Betreiber der Website beliebte-Vornamen.de .

6 Kommentare zu "Schlecht abgeschrieben, Mitteldeutsche Zeitung"

  1. Cat sagt:

    Entzückend…

    Die Häufigkeit des Namens Marie ist also ähnlich mit der des Namens Sophie? Und beide werden besonders gern als zweiter Teil eines Doppelnamens verwendet? Innerhalb zweier voneinander unabhängiger Einträge im Namenslexikon kann diese Info natürlich jeweils drinstehen, aber zweimal in ein und demselben Zeitungsartikel???

    Das kann nicht abgeschrieben sein, da ist die Copy-Paste-Taste zum Einsatz gekommen, ohne dass das Ergebnis anschließend nochmal Korrektur gelesen wurde.

    Journalist bei der Mitteldeutschen wär ich auch gerne 😉

  2. Chris sagt:

    Was in den Redaktionen so aus Blogs zusammenkopiert wird… unglaublich. Dabei sollten es Journalisten eigentlich besser wissen.

  3. RatzenKatze sagt:

    Ganz schön dreist!!

  4. Matthias sagt:

    Und? Was wirds für Konsequenzen haben? Richtig. Gar keine. Es wird weiter fleissig kopiert und gleichzeitig weiter geschimpft, dass es Verlage ja ach so schwer haben. Kein Wunder, dass keiner mehr Zeitungen kauft, wenn’s alles auch kostenlos im Internet gibt. Die Zeitungen sind ja zu 90% nur noch ein billiger Abklatsch und ein Sammelsurium aus Agenturmeldungen und kopierten Texten. Die einzige echte Arbeit steckt wahrscheinlich im Lokalteil. Aber nur, weil’s da nicht viel aktuelles im Internet gibt, was sich ergooglen lassen könnte 😉

  5. Horst sagt:

    Da würde ich an deiner Stelle einfach ne Rechnung an die MZ schicken!

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