
Der Tod von Kevin Keegan hat viele Erinnerungen an einen der größten Fußballstars der 1970er-Jahre geweckt. Der Engländer spielte von 1977 bis 1980 beim Hamburger SV und war einer der bekanntesten Sportler seiner Zeit.
Doch wusstet ihr, dass der Stürmerstar Ende der 70er Jahre nicht nur gegnerische Abwehrreihen aushebelte, sondern auch als gezeichneter Comic-Held die Republik vor der Energiekrise bewahren sollte?
„Super Kevin“ löst die Energiekrise
Ende des Jahres 1979 veröffentlichte die Mineralölgesellschaft BP über mehrere Wochen hinweg eine Comicserie in zahlreichen Tageszeitungen. Die Hauptfigur: „Super Kevin“, dargestellt von Kevin Keegan.
Der Comic begann mit den Worten:
„Offenbar haben die Menschen Energie-Probleme. Das bedeutet Arbeit für unseren besten Mann, für Super Kevin!“
Die Wahl fiel nicht zufällig auf Keegan, denn BP war damals Hauptsponsor des Hamburger SV. Kevin Keegan erhielt für seinen Einsatz ein Honorar von mehr als 30.000 D-Mark – umgerechnet rund 15.300 Euro.

Hat Kevin Keegan den Vornamen populär gemacht?
Heute verbinden viele Menschen den Vornamen Kevin sofort mit Kevin Keegan. Tatsächlich dürfte der Fußballstar den Namen in Deutschland noch bekannter gemacht haben. Doch die Geschichte des Vornamens in Deutschland begann schon früher.
Als Kevin Keegan 1977 zum HSV wechselte, war Kevin bereits in den deutschen Vornamenhitlisten angekommen. Auslöser war nicht der Fußball, sondern das Fernsehen: In der 1974 erstmals ausgestrahlten beliebten Serie „Black Beauty“ trug eine Hauptfigur den Namen Kevin. Viele Eltern lernten den Namen dort erstmals kennen und übernahmen ihn für ihre Kinder.
Kevin Keegan traf also auf einen Trend, den er verstärkte, aber nicht ausgelöst hatte.
Der Höhepunkt: „Kevin allein zu Haus“
1991 erreichte der Name Platz eins der deutschen Jungennamenhitliste. Ausgerechnet in diesem Jahr kam auch der Film „Kevin allein zu Haus“ in die Kinos. Der freche, einfallsreiche Kevin McCallister machte den Namen noch präsenter – auch wenn die Popularität bereits zuvor ihren Gipfel erreicht hatte.
Vom Modenamen zum Vorurteil
Nur wenige Jahre später änderte sich die Wahrnehmung des Namens grundlegend. 2006 prägte eine viel zitierte Studie das geflügelte Wort „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“. Der provokante Titel prägte die öffentliche Diskussion nachhaltig und machte Kevin zum bekanntesten Beispiel dafür, wie Vorurteile gegenüber Vornamen entstehen können.
Dabei hatte der Name ursprünglich einen ganz anderen Weg genommen: von einer Fernsehserie über einen Fußball-Superstar bis hin zu einem der beliebtesten Jungennamen Deutschlands.