Aus der Leserpost: Djastin und Manique

Die meisten „Beliebte Vornamen“-Leser schreiben einen Kommentar ins Blog, wenn ihnen ein Vorname auffällt. Einige melden sich deswegen aber auch per E-Mail bei mir. Das liest sich dann z. B. so:

Mein Kollege erläuterte mir eben, dass der Name eines Kunden kein Schreibfehler, sondern tatsächlich so korrekt war: Djastin!!!
Der arme Junge heißt tatsächlich so. In dieser Schreibweise. Ist das nicht traurig? Da fragt man sich doch, was das Kind seinen Eltern getan hat, dass sie sich so rächen …

Eine andere Leserin kennt einen Jungen namens Manique:

Jetzt habe ich mal in einem französischen Wörterbuch nachgesehen: Manique ist tatsächlich ein französisches Wort – es bedeutet allerdings „Topflappen“.

Und dann ist da noch der kleine Maxim Sequoia. Unter dem Namen Sequioa kenne ich vor allem den in Kalifornien beheimateten Küstenmammutbaum, aber kann ein Junge so heißen? Kann er; und das finde ich gar nicht mehr so abwegig, seitdem ich weiß, dass seine Mutter Dendrologin, also Baumkundlerin ist.

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

5 Kommentare zu "Aus der Leserpost: Djastin und Manique"

  1. Anonymous sagt:

    Djastin finde ich persönlich besser als einen lat. Justin im deutschen Sprachraum englisch auszusprechen.
    Der kommt sogar öfter vor, ich kenne auch einen Djastin aus Schwerin.

    Ist halt eine neue Eindeutschung. An Maik und Madleen/Madlen haben wir uns schließlich auch gewöhnt. (Gerade in Norddeutschland is Mike nämlich weiblich ;o)

    Wenke

    • Rebecca Sophie sagt:

      Maik ist aber meines Wissens gar nicht mit Mike als Kurzform von Michael verwant, sondern die weibliche Form von Maike.
      Und ich weiß noch nicht so genau was ich schlimmer finde.

  2. Su sagt:

    Sequoia finde ich vor diesem Hintergrund nicht schlimm, zumal der Junge ja einen ganz normalen ersten Vornamen hat. Einen Jungen nach einem starken Baum zu nennen finde ich sogar sehr schön. Einen „Topflappen“ oder ein „Würstchen“ (Tjorven) kann jedoch keiner wirklich wollen, oder? Nur weil was gut in unseren Ohren klingt, kann man doch nicht einfach irgendeinen Namen vergeben. Müsste man da nicht als Standesamt strenger sein oder die Eltern zumindest auf die Bedeutung hinweisen?

    Im Musikschulkurs meiner Tochter gibt es einen Justin, dessen Eltern darauf bestehen, dass er genau so in deutsch ausgesprochen wird (also nicht „Dschastin“, wie hier üblich, sondern „Justin“). Das muss er nun ständig sagen, da die Musikschullehrerin viele Justins hat und die generell englisch ausspricht. Da tut mir der Kleine echt leid.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Müsste man da nicht als Standesamt strenger sein oder die Eltern zumindest auf die Bedeutung hinweisen?

      das gibt es dann aber bei vielen Namen, Mara bedeutet bitter (Naemi nennt sich im Buch Ruth so, um die Trauer übder den Verlust ihres Mannes auszudrücken). mia bedeutet auf italienisch mein, ela auf portugiesisch sie.
      Zumindest Mara würde ich aber aus diesem Grund nicht vergeben, wenn es der Namensursprung ist wäre mir das auch wichtig, ansonsten würde ich abet nicht auf jede Sprache Rücksicht nehmen.

  3. elbowin sagt:

    Sequoia hat Stil, mal ganz abgesehen davon, dass Sequoyah ein echter Personenname ist:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sequoyah

    OK, Jungennamen auf -a, aber ein Namensvorbild auf das man stolz sein kann.

    Djastin würde ich brutal-deutsch aussprechen, also nicht Dschastin sondern D-Jastin mit deutschem D und deutschem J 😉 Klingt dann ein bisschen russisch …

    Manique klingt immer nach manisch, und wer die Krankheit kennt, wird sich nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Da sind Topflappen harmlos.

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