Ein Vorname reicht nicht. Doch was fügt man an?

Zweitname, ja oder nein – mit dieser Entscheidung fängt es an. Nicht wenige Eltern kommen zu dem Schluss: Ein Vorname reicht nicht. Name eins ist verhältnismäßig schnell gefunden, oft handelt es sich um den künftigen Rufnamen. Doch was fügt man an? Einfach irgendeinen anderen Favoriten, für den es nicht zum Rufnamen gereicht hat?

Natürlich kommt es in erster Linie auf Ihren Geschmack an: Sie können Namen zusammenpacken, wie Sie lustig sind. Selbst eigenwilligere Kombinationen tun, sofern im Alltag nur einer von beiden Namen genutzt wird, niemandem weh. Trotzdem folgen hier ein paar Anregungen, die ja vielleicht für den zündenden Einfall sorgen: Welcher Zweitname?

Seht fern! Oder lieber doch nicht?

Ich weiß, ich sollte es lieber lassen. Aber ich kann mich nicht bremsen. Die Schwangere, die in einem Forum nach amerikanischen Jungennamen mit J sucht, klingt so verzweifelt und hat schon so viele Vorschläge abgelehnt. Mein Ehrgeiz ist geweckt und ich nenne ein aus meiner Sicht weniger abgenudeltes Exemplar: „Wie wäre es mit Jeffrey?“ (Dabei denke ich, zugegeben, auch an Jeff Bridges, einen meiner Lieblings-Mimen.)

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Mein seltener Name und ich: Marbod

Wie alt ist jemand, der Marbod heißt? Woher stammt er? Hat er kreative Eltern, die ein Namensunikat zusammengebastelt haben? Und: Ist es überhaupt ein Er (immerhin gibt es ja den Frauennamen Margot)? Wenn ich Marbod nicht interviewt hätte, ich hätte keinen blassen Schimmer.

Der Name gehört zu jenen Raritäten, die zwar im Vornamens-Duden Eingang gefunden haben, die man aber nicht mal in den eigenwilligsten Neugeborenen-Galerien findet. Dabei klingt „alter deutscher männlicher Vorname“ absolut solide. Der Duden leitet den Namen von den althochdeutschen Begriffen für Pferd (marah) und Gebieter (bodo) ab. Auch von berühmt (mari) und Bote (boto) könnte Marbod stammen. Gebieter der Pferde oder berühmter Bote?! An Bodo musste ich tatsächlich denken. „Der Name ist bekannt durch den Markomannenkönig Marbod.“ Ah ja.

Mein seltener Name und ich

Marbods Eltern sind weder Geschichtslehrer noch Archäologen. Seinen Namen fanden sie einfach in einem Namensbuch. Martin, Marcel, Markus, Marc: Sie alle standen in Marbods Geburtsjahr 1986 in den Top-25. Schon komisch, dass die (zugegeben: unübliche) Endung -bod statt -tin, -cel oder -kus einen Eindruck von solcher Exotik hervorrufen kann. Marbod wuchs in Krefeld auf, er hat noch einen zweiten Vornamen: Frederick. Bei seinem Bruder ruderten die Eltern in puncto Seltenheit ein ganzes Stück zurück, die Wahl fiel auf Malte.

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Mein seltener Name und ich: Jasna

Wie sehr es bei Namen auf jeden einzelnen Buchstaben ankommt, fasziniert mich immer wieder. Ein Buchstabe kann aus einem Mädchen einen Jungen machen (von Mila zu Milan) – oder umgekehrt, siehe Julian und Juliana. Erinnert fast etwas an die Sache mit den X- und Y-Chromosomen. Ein (schicker?!) Buchstabe kann einen einfachen, klaren Namen wie Emilia in eine schreibtechnische Herausforderung verwandeln (Emylia, Emilya), und ein grundsolider, vielleicht etwas langweiliger Klassiker wie Michael wird nach der Subtraktion nur eines Buchstabens zur frechen Namensoption für Skandinavien- und Lindgren-Freunde: Michel.

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Alle lieben Milan – oder?

Es gibt eine merkwürdige Dynamik in Namensforen. Plötzlich ploppen Namen auf, die man in seinem Umfeld gar nicht so oft hört, und bekommen von allen Seiten lebhaften Zuspruch. Kann natürlich an einer natürlichen Fluktuation der Mitglieder liegen – frischgebackene Mütter bleiben aus, neue Schwangere stoßen dazu, nur die hartgesottenen Fans sind immer da. Vielleicht stecken aber auch allgemeine Trends dahinter? Jedenfalls ist das Internet-Grüppchen, über das ich schon früher investigativ (na ja) berichtet habe, für mein Empfinden in der letzten Zeit etwas von den „Ami-Namen“ abgekommen.

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