Gute Frage 1: Heißen Arzttöchter Amelie?

Gute Frage

Natürlich weiß ich, dass in der Welt der Namen der Geschmack regiert und es somit keine vernünftige Erklärung dafür geben kann, weshalb – zum Beispiel – Geschwister Paul und Pauline oder Anton und Antonia heißen (am Wochenende in Familienanzeigen gelesen). Auch dass man darauf wetten könnte, dass die Schwester eines Mädchens, das mit Zweitnamen Marie heißt, ihrerseits eine Sophie angehängt bekommt (eben erst wieder gehört), wundert mich nicht mehr. Andere Dinge frage ich mich da schon eher. Etwa die Sache mit Amelie: Sobald im Netz jemand erwägt, seine Tochter so zu nennen, kommt früher oder später der Hinweis, Amelie sei kein Name, sondern eine Krankheit.

Weiterlesen

Mein seltener Name und ich: Magne

Und wieder habe ich einen Namen aufgetan, bei dem ich zunächst ins Schwimmen gerate: männlich oder weiblich? Merke: Magne ist männlich, eine Variante von Magnus („Der Große“). Die weibliche Form wäre Magna. Der 1998 in Sachsen geborene Magne kennt die Unsicherheit, die sein Name auslöst, natürlich längst, von Arztbesuchen oder von an Frau Magne XY adressierter Sparkassenpost. „In der Schule kam es auch ein-, zweimal vor, dass ein neuer Lehrer gefragt hat: ‚Wo ist denn die Magne?‘.“

Weiterlesen

Mein seltener Name und ich: Berlind

Mein seltener Name und ich

„Wir haben noch keinen Namen, und ich bin schon vier Tage über ET“ – solchen Hilferufen begegne ich in den Weiten des Netzes immer mal wieder. Allzu sehr vor Kreativität überschlagen muss man sich dann allerdings nicht. In gefühlt 98 Prozent der Fälle verkünden die glücklichen Eltern schließlich doch einen Namen, an dem sie schon länger herumüberlegt haben. In letzter Minute etwas komplett Neues in sein Herz zu schließen wäre wohl auch etwas viel verlangt.

Ob es wohl früher mehr Eltern gab, die ohne fixen Favoriten in die Geburt gegangen sind? Bei den Eltern meiner heutigen Interviewpartnerin war es jedenfalls so. Sie kam 1977 in Nordhessen als Hausgeburt zur Welt. „Meine Mutter hatte zu Beginn der Wehen noch keinen Mädchennamen. Wäre ich ein Junge geworden, hätte ich Vasco geheißen. Sie blätterte also in den Wehen liegend im Namensbuch und ist nicht weiter als bis zum B gekommen, weil ich es dann wohl eilig hatte.“ And the winner was – Berlind.

Weiterlesen

Mein seltener Name und ich: Birka

Mein seltener Name und ich

Mit der Bedeutung von Namen habe ich es nicht so. Vor allem, wenn sie sich nicht intuitiv erschließt, sondern man beim ersten Hören an etwas anderes denkt. Bei Birka ist das so. Meine Assoziationen sind:

  • schlanke Laubbäume mit weißschwarzen Stämmen, Maigrün, Frühling
  • Birk, der beste Freund von Lindgrens „Ronja Räubertochter“

Tatsächlich handelt es sich bei dem Namen Birk, der in Skandinavien seit Beginn des 20. Jahrhunderts gebräuchlich ist (laut Vornamen-Duden), seinen Wurzeln nach wohl eher um eine alemannische Kurzform von Burkhard. In den 60er Jahren soll der Name über Skandinavien erneut nach Deutschland gelangt sein, also lange vor dem Erscheinen der „Räubertochter“ 1981. Birk wird allerdings auch mit dem isländischen und schwedischen Mädchennamen Björk in Verbindung gebracht und bedeutet dort und auch als Vokabel im Dänischen eben doch „Birke“. Birka und Birke sind die weiblichen Formen des Namens. Für Jungen gibt es auch noch Birko.

Weiterlesen

Die Macht ist mit Hans-Ole

So, jetzt habe ich endlich Star Wars VII gesehen. Ohne zu viel zu verraten kann ich sagen: Ich war verblüfft, als ich den eigentlichen Namen des Darth-Vader-Verschnitts Kylo Ren erfahren habe … Star Wars ist nicht jedermanns Sache, klar. Dieser Tage scheint die Welt regelrecht in Fans, Hasser und Gleichgültige zu zerfallen. So oder so denke ich, dass die Weltraum-Saga das Zeug dazu hat, Trends und Assoziationen zu prägen. Die Geschwisternamen Luke und Leia tauchen immer mal wieder zusammen auf, ebenso Anakin.

Wie steht es also mit Kylo (sprich Kailo): Hat er das Potenzial zum Hit? Klanglich ganz sicher, ähnelt er doch dem Aufsteiger Milo/Milow (2014 noch auf Platz 500, 2015 auf Platz 115), sofern dieser englisch gesprochen wird. Mailo geschrieben, verpasste der Name die aktuellen Top-200 nur knapp. Ein Y macht sich bekanntlich auch immer gut. Allerdings ist der Leumund von Kylo Ren so rabenschwarz wie seine Maske, und seine Zündschnur könnte kaum kürzer sein. Nennt man so sein Kind? Laufen nicht alle Pädagogen schreiend weg, wenn Klein-Kylo eingeschult wird?

Weiterlesen