
Es gibt Vornamen, die geraten aus der Mode. Und es gibt Vornamen, die so gründlich in Vergessenheit geraten, dass Behörden irgendwann bezweifeln, ob sie überhaupt jemals Vornamen waren. Zu dieser exklusiven Kategorie gehört et omnes sancti (aus dem Lateinischen übersetzt: „und alle Heiligen“).
Vollständig verschwunden
In den vergangenen Jahrhunderten wurde dieser Name tatsächlich vergeben, zumindest in bestimmten Bevölkerungsgruppen. Irgendwann verschwand er jedoch von der Bildfläche, so dass deutsche Standesämter seine Existenz als Vorname für beendet erklärten. Die Begründung: Wer lange genug nicht mehr benutzt wird, verliert seinen Vornamenstatus.
Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Eltern machten sich vor ungefähr zwanzig Jahren auf die Suche nach einem lebenden Namensträger und wurden tatsächlich fündig. Dieser eine Nachweis genügte, um ihrem Kind et omnes sancti als Folgenamen eintragen zu lassen. Seitdem gilt der Name wieder als zulässig. Wer seinem Kind diesen Namen geben möchte, darf das tun. Katholisch sollte man aber wohl sein, denke ich.
Nicht im Namenstagskalender
Inzwischen wurde et omnes sancti schon mehrfach vergeben. In einem Fall hatten die Eltern sogar einen ganz praktischen Grund: Der ohnehin vorhandene biblische Vorname ihres Sohnes tauchte nicht im katholischen Namenstagskalender auf. Die Lösung? Einfach noch schnell sämtliche Heiligen dazunehmen. Mit et omnes sancti hat der Mann nun trotzdem einen Namenstag – natürlich an Allerheiligen.
Das kommt dir bekannt vor? Das kann sein, denn ich hatte vor langer Zeit schon mal darüber geschrieben.