NICHT die beliebtesten Vornamen des Jahres 2011

Um das mal klarzustellen: Das was einige Medien in diesen Tagen per Video oder Text als “beliebteste Vornamen des Jahres 2011” präsentieren, ist die Halbjahresauswertung vom 31. Juli 2011. Ich werde zwar in den Meldungen zitiert, diese Veröffentlichungen sind aber nicht mit mir abgestimmt. Die endgültige Babynamenstatistik werde ich voraussichtlich am 29. Dezember veröffentlichen.

Ekel und Abscheu gegen Welt Online und RTL Online, die (neben anderen) derart unseriös berichten!

Jeder Zweite hat einen Top 61-Vornamen

„Der Name Leon gefällt mir am besten, ich will aber nicht, dass gleich drei Kinder angelaufen kommen, wenn ich meinen Sohn rufe.“ So oder ähnlich habe ich es schon oft gehört, wenn es um die Namenssuche geht. Dabei ist es gar nicht so schlimm. Tatsächlich müßte man schon in eine Gruppe von 300 Kleinkindern rufen, damit drei Jungen namens Leon kommen. Rein von der Häufigkeitsverteilung betrachtet natürlich. Und vorausgesetzt, die Jungs kommen tatsächlich, wenn man sie ruft.

Eine spannende Frage in dem Zusammenhang: Ab welchem Platz in der Vornamensstatistik ist ein Name ein häufiger Name? Mein Vorschlag: ab Platz 61. Betrachtet man den Geburtsjahrgang 2010, trägt die Hälfte der Kinder einen Vornamen aus den Top 61 der Listen der beliebtesten Vornamen – bei den Mädchen genauso wie bei den Jungen. Mit anderen Worten: 50 Prozent der im Jahr 2010 geborenen Kinder teilen sich 122 unterschiedliche Vornamen.

Anteile an den Jungennamen (z. B. Top 500=86%, Top 100=62%)

Vornamen um 1890

Aus dem Jahr 1900 stammt die Vornamenstatistik, die ein österreichischer Literaturwissenschaftler erstellt hat. Er hat die Schülerlisten von Wiener Volksschulen ausgewertet, die Geburtsjahre der Kinder liegen zwischen 1887 und 1892. (Quelle: Dr. Robert Franz Arnold, Die Deutschen Vornamen, Wien 1901)

Die detaillierte Namensauswertung und die Schlussfolgerungen des Forschers habe ich im Statistik-Bereich von beliebte-Vornamen.de veröffentlicht: Vornamen Wiener Schüler im Jahre 1900

Von meinen eigenen Auswertungen ist die Vornamenrangliste der 1890er Jahre (aus einer Stichprobe aus den Geburtsjahren 1890 bis 1899 aus ganz Deutschland) am besten zum Vergleich geeignet. Die Namen, die in beiden Top 20-Listen auftauchen, sind fett markiert:

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Österreichs Lieblingsnamen 2010

© Stefan Habersack - Fotolia.com78.742 Babys wurden 2010 in Österreich geboren. Für die Vornamenstatistik hat Statistik Austria aber nur die Vornamen der 32.650 Mädchen und 34.208 Jungen mit österreichischer Staatsangehörigkeit ausgewertet (66.858 Neugeborene).

Lukas ist in Österreich seit 1996 ununterbrochen der am häufigsten vergebene Jungenname. Bei den Mädchen gibt es etwas Abwechslung, so ist Anna nach 2002 und 2004 im Jahre 2010 mal wieder auf den Spitzenplatz zurückgekehrt.

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Top-Namen aus England und Island

Wenn man von der deutschen Nordseeküste aus mit dem Schiff gaaanz weit raus aufs Meer fährt, dann kommt man nach Helgoland. Babynamenmäßig ist es dort nicht so spannend, denn auf Helgoland leben nur wenige Menschen, die noch weniger Babys bekommen. Hinter Helgoland kommen aber wohl noch weitere, größere Inseln, auf denen viele Kinder geboren werden. Und die Menschen dort waren fleißig und haben Hitlisten der beliebtesten Vornamen erstellt. Hier die Top 10 der 2010 in England und Wales am häufigsten vergebenen Vornamen:

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Volleyballer haben ganz normale Vornamen

Die Deutsche Volleyball-Liga (DVL) hat einen Blick in das Verzeichnis der 1073 Spieler und Spielerinnen der Saison 2010/2011 geworfen und herausgefunden, dass Julia und Lisa die beliebtesten Vornamen der Bundesliga-Volleyballerinnen sind. Jeweils 14 Spielerinnen hören auf diesen Namen. Auf Rang drei folgt Katharina (10), auf Rang vier Sandra (9). Bei den Männern führt Sebastian die Hitliste der Vornamen mit großem Vorsprung an. 22 Spieler tragen diesen Namen. Platz zwei und drei teilen sich Christian und Alexander (je 13).

Das Durchschnittsalter der Frauen beträgt 24 Jahre. Somit sind die Volleyballerinnen ungefähr 1987 zur Welt gekommen und tatsächlich waren Julia und Katharina damals die am häufigsten vergebenen Mädchennamen. Auch Sandra war vor 24 Jahren ein sehr verbreiteter Mädchenname; Lisa dagegen war 1987 erst auf dem Sprung in die Spitzengruppe der beliebtesten Vornamen.

Die männlichen Volleyballer sind durchschnittlich 26 Jahre alt. Alle drei Volleyballer-Topnamen Sebastian, Christian und Alexander befinden sich auch in der passenden 1985er Vornamenstatistik ganz vorne.