Oma kann sich nur darüber wundern

Als meine Eltern ihr Enkelkind das erste Mal zum Kinderturnen begleiteten, waren sie doch einigermaßen verwundert. Und zwar über die Namen: Paula, Ida, Greta, Frieda, Emma – die volle Bandbreite der neuen alten Namen brach mit Wucht über sie herein. „So hätten wir früher nie heißen wollen“, meint meine Mutter, die 1944 auf den Namen Karin (damals Platz 2) getauft wurde. Zwar habe es auch zu ihrer Zeit vereinzelt Kinder mit solchen Namen gegeben, diese seien aber bedauert worden.

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Aus der Leserpost: Johann Ludwig & Friedrich Theodor

Ein beliebte-Vornamen.de-Leser hat mir geschrieben und möchte gern seine Gedanken zur Namensfindung teilen:

Bald wird unser Kleiner geboren, sein Name soll Johann Ludwig „Maria“ sein. Der Rufname wird also „Johann Ludwig“ sein (wir achten auf die korrekte Aussprache mit langem u und g am Ende), während Maria lediglich auf den offiziellen Dokumenten vermerkt wird.

Für unseren großen Sohn konnten wir eine Namensergänzung erreichen. Fortan wird er in offiziellen Dokumenten Friedrich Theodor „Alexander“ heißen. Dies haben wir gemacht, um eine gleiche „Struktur“ für beide zu erreichen. Der Zusatz Alexander ist neu und mit den anderen Namen gleichgestellt, er kann sich also auch „Friedrich Alexander“ oder nur „Alex“ nennen.

Plädoyer für Mitwisser

„Habt Ihr schon einen Namen?“ Hier geben sich werdende Eltern gern geheimnisvoll. Manche kontern mit „Projektnamen“, Klaus-Bärbel oder Schakkeline. Dabei sprechen gute Gründe dafür, die Auswahl des richtigen Namens nicht komplett mit sich selbst und dem Partner auszumachen: Namenssuche: Reden Sie darüber – aber nicht mit jedem

Schwangere verrät den Babynamen © Scott Griessel - Fotolia.com
Foto © Scott Griessel – Fotolia.com

Lotti süß, Otti doof?

Kürzlich las ich in einem Forum von einer Frau, die mit dem Gedanken spielte, ihre noch im Bauch befindliche Tochter nach ihrer geliebten Oma zu benennen: Ottilia – „aber was, wenn sie dann überall nur Otti heißt?!“

Der Vorname Ottlia mit Bedeutung und OnogrammMeine spontane Reaktion: Na und? Wenn diverse Trägerinnen des beliebten Retro-Namens Charlotte (aktuell Platz 25) liebevoll Lotti gerufen werden, was macht Otti dann so abwegig? Otti Fischer (übergewichtiger Schauspieler)? Ottifanten (aus der Mode gekommene Rüsseltiere)? Spielt das vorangestellte L wirklich so eine große Rolle (immerhin sind L-Namen wie Lina, Lena, Lilli, Lara ja sehr angesagt)? Ich kann das nicht so recht glauben.

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Was Kindern gefällt

Kinder lieben Diminutive, Verniedlichungen. Jedenfalls Mädchen im Kindergartenalter. Meine Tochter nennt ihre Freundinnen Sarah, Maja, Paula und Ida folglich Sari, Maji, Pauli und Idachen. Was lieb und süß klingt, schmeckt dem Mädchenohr offenbar genauso gut wie das Mädchenauge wohlgefällig auf rosaroten, glitzernden und großäugigen Figuren à la Lillifee und Hello Kitty ruht.

Kinder lieben Bekanntes. Meine Tochter verkündete mit knapp 4, dass sie einmal eine Tochter namens Sarah haben wolle (siehe oben). Neue Stofftiere oder Puppen nennt sie zur Zeit gern und immer wieder – Namensdopplungen hin oder her – Lotta, Lotte und Greta, nach weiteren Mädchen aus ihrem Umfeld. Aktuelle Namensmoden spielen für sie trotzdem keine Rolle: Eine Puppe mit langem Blondhaar heißt Ilona. Wie die langhaarige Ilona aus der Igelgruppe, deren Name in ihrem Geburtsjahrgang (2006) nicht mal in die Top 500 kam.

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