Was haben sich Klodelles Eltern nur dabei gedacht?

Eigentlich lautet einer meiner liebsten Ratschläge an Namenssuchende: Macht es Euch durch allzu viele Ausschlusskriterien nicht unnötig schwer. Es ist ja sehr löblich, wenn man seine Wahl gut durchdenkt. Aber es gibt solche Experten, bei denen vor lauter „Ja, aber …“ am Ende kaum ein Name bestehen kann. Oder bei denen nur blässliche Nummer-sicher-Lösungen durchkommen, gegen die niemand etwas haben kann, die bei den Eltern in spe aber auch nichts zum Klingen bringen und nur Kompromiss bleiben.

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Friends-Baby Matthew Chandler

Das erste Baby, das 2013 in der Schleswig-Holsteinischen Stadt Reinbek geboren wurde, heißt Jeremy Noel. Vornamenstechnisch finde ich Reinbeks zweites Baby des Jahres viel interessanter – der Junge heißt Matthew Chandler. Das lokale Anzeigenblatt “Markt” berichtet:

Auf den Doppelnamen kamen die Eltern durch ihre Lieblingsfernsehserie “Friends”, in der der Schauspieler Matthew Perry die Rolle des “Chandler” mimt.

Die Serie ist ja schon etwas älter, die Erstausstrahlung der letzten Folge liegt fast 9 Jahre zurück. Es ist aber gar nicht so ungewöhnlich, dass Eltern bei der Namensgebung auf nicht mehr ganz so aktuelle Vorbilder zurückgreifen. Auf die Idee, ein zukünftiges Kind nach einem Idol zu benennen, kommen Menschen oft schon im Teenageralter. Wenn sich dann nach einigen Jahren ein Baby ankündigt, ist der Star oder die Figur oft schon vergessen, der Lieblingsname aber noch präsent.

Es dauert darum meistens ein paar Jahre, bis sich die Vornamen aus populären Filmen und Büchern in den Vornamenhitlisten durchsetzen. Bei Teenagern besonders beliebt ist gerade die Twilight-Saga und daher stehen die Namen aus dieser Serie unter besonderer Beobachtung. Mein Tipp: In ca. 15 Jahren ist Edward in den Top 10!

Wenn Bettina zu Benita mutiert

Alles kommt wieder, darüber habe ich schon früher sinniert. Aber: Was zurückkehrt, kommt manchmal in anderem Gewand. So jedenfalls bei Geschwistern aus unserem Umfeld, Junge und Mädchen im Kindergartenalter. Er trägt zu einem Erstnamen, der seit seiner Geburt immer in den Top Ten war, den stummen Zweitnamen Johannes. Ihr Erstname hat es jüngst unter Deutschlands hundert beliebteste Mädchennamen geschafft und wird ebenfalls durch einen nicht mitgesprochenen Namen ergänzt: Benita.

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Was Mia, Nick und Andrea gemeinsam haben

Zum vierten Mal in Folge auf Platz 1 der Charts – herzlichen Glückwunsch, Mia! Was mir dazu jedoch einfällt, ist die gewisse sprachliche Tücke, die in diesem an sich sehr netten und harmlosen Namen steckt. Man spiele einfach mal ein paar Alltagssituationen durch (bitte laut lesen):

Mutter: „Wem gehört die Monster-Barbie?“
Kind: „Mia.“
Mutter (erschrocken): „Dir?!“

Oder auch:
Chef: „Wem kann ich für diesen grandiosen Einfall danken?“
Angestellte (in aller Bescheidenheit): „Mir.“
Chef: „Ah, Mia, na, das überrascht mich nicht.“

Heillose Verwirrung im Dativ.

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Vater und Sohn mit demselben Vornamen

Vater und Sohn © Gouraud Studio - Fotolia.com
Illustration © Gouraud Studio – Fotolia.com

Schon im frühen Mittelalter war es üblich, den Vornamen an seine Nachkommen zu vererben. Aufgekommen ist diese familiäre Nachbenennung im Adel und wurde nach und nach auch von anderen Schichten aufgegriffen. Am meisten verbreitet war es, dem ältesten Sohn den Vornamen des Vaters zu geben. Später wurde es populärer, die Kinder nach ihren Taufpaten zu benennen.

Heutzutage nennen nur noch sehr wenige Eltern ihren Erstgeborenen nach dem Vater, zumindest was den Rufnamen angeht. Als zweiten Vornamen entdeckt man noch ab und zu den Rufnamen des Vaters in den Geburtsanzeigen. Die Nachbenennung nach den Taufpaten ist noch etwas häufiger anzutreffen: In Süddeutschland häufiger als in Norddeutschland und in kleinen Städten häufiger als in großen Städten.

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