Bella liebt Edward … und nicht nur sie!

Ein bisschen gedauert hat es. Aber dann war es unübersehbar: 2010 stiegen die Namen Edward und Bella auf Platz 320 und 351 in die deutschen Top 500 ein. Vier Jahre nachdem die Übersetzung des ersten Bandes von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga, „Bis(s) zum Morgengrauen“, Teenager ebenso wie ihre Mütter verzückt hatte. Vorausgegangen war im Jahr 2009 eine wahre Vampir-Offensive: Gleich zwei „Twilight“-Filme kamen in die deutschen Kinos, und der letzte Band der Liebesgeschichte um den Edel-Vampir Edward und das etwas verhuschte, aber äußerst attraktive Menschenmädchen Bella ließ die Kassen klingeln.

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Bela, Mina und Lilith – Gruselnamen mal anders

„In echt heiße ich Carolin. Aber mein Vampirname ist Avariella.“ Uiuiui. Wo bin ich hier hingeraten?!

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Es ist Halloween. Kleine Geister ziehen süßhungrig durch die Nacht, und ich find’s gut. So wollte ich diese Woche einmal über Namen schreiben, mit denen ich klassischen Grusel assoziiere, über „Twilight“ übrigens (noch!) nicht. Und bei der Recherche dann das … Man hätte es sich ja denken können. Trotzdem bin ich verblüfft: Es gibt tatsächlich viele, sehr viele Online-Orte, an denen junge Menschen nach „guten Vampirnamen“ suchen. Für Rollenspiele, aber auch „weil ich ein Buch schreibe“. Ah ja.

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Namen ohne Verfallsdatum

Verfallsdatum © shootingankauf - Fotolia.comEmmas sind 94 oder 4, aber wohl kaum 44. Jordan-Joelles sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ziemlich minderjährig, ebenso wie Milas und Finns. Was tun, wenn man nicht möchte, dass dem gewählten Namen automatisch ein bestimmtes Alter zugeordnet wird? Wenn man sich den Emilisten (lieben alte Namen) nicht zugehörig fühlt – und den Kevinisten oder Chantalisten (mögen’s neu und nicht deutsch) schon mal gar nicht? Ich sehe da drei Möglichkeiten:

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Tante Irmgard und die Avantgarde

In der letzten Woche schrieb ich an dieser Stelle über den Namen Thusnelda und kam dadurch auf eine neue Fragestellung, die da lautet: Wann gilt ein einer früheren Epoche zugeordneter Name als altbacken – und wann als Avantgarde? Eine Spurensuche im Reich der Retro-Fans …

Als ich zur Schule ging, in den 80ern, wurden Mitschüler namens Hans, Helga oder Herbert eher bedauert. Dagegen würden Kinder mit diesen Namen heute, ein Vierteljahrhundert später, zumindest in den angesagten Eltern-Vierteln deutscher Großstädte nicht sonderlich auffallen. Schließlich sind alte Namen dort – gerade unter später gebärenden Akademikern – längst wieder an der Tagesordnung, und es kann ja nicht jeder Friedrich oder Theodor heißen. Doch waren Eltern, die ihren Sohn in den 70ern Hans nannten, deshalb Trendsetter? Doch wohl eher: ihrer Zeit hinterher.

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Was ist eigentlich mit Thusnelda?

Eigentlich hat sie das Zeug zur Neuentdeckung: nicht so herb wie Hildegard, Heidrun oder Gertrud, nicht so religiös geprägt wie Christel. Dieselbe Endung wie der neue alte Modename Mathilda, markanter und einprägsamer als die üblichen Zweisilber. Ein Name mit Charakter, bei dem bei Bedarf auch die niedlichen Kurzformen Nell oder Nelli denkbar wären. Eigentlich.

Tatsächlich ist es aber so: Nahezu jeder Deutschsprachige dürfte den Namen Thusnelda kennen, doch niemand vergibt ihn (mehr). In der bis 1890 zurückreichenden Datenbank von beliebte-Vornamen.de findet sich sogar nur eine einzige Thusnelda, Jahrgang 1918. Auch wenn die Sammlung nicht vollständig ist – derzeit wird etwa jeder vierte Name erfasst – und vermutlich doch die eine oder andere alte Dame oder Vorfahrin Thusnelda heißt: ein vernichtendes Urteil. Und schuld ist natürlich die Tussi.

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