Babynamen-Füllhorn: Fakten & Fazit

Füllhorn

In den Geburtsjahrgängen 2020 und 2021 wurden in Deutschland ungefähr 1,5 Millionen Babys geboren. Von etwas mehr als 650.000 dieser Babys habe ich die Vornamen erhoben und in meiner Datenbank gespeichert. Genaugenommen sind es nur die ersten Vornamen – alle folgenden Aussagen beziehen sich also nur auf die Erstnamen. Jemand hatte sich gewünscht, dass ich mein Füllhorn ausschütte und diese Vornamen mit euch teile. Das habe ich in den letzten Tagen gemacht und fast alle Vornamen veröffentlicht, die ich aus den Geburtsjahrgängen 2020 und 2021 mindestens sechs Mal in meiner Sammlung habe. Hier die Links zu den jeweiligen Namenslisten:

Anfangsbuchstabe ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Nur fast alle? Ja, ein paar Namen mit Sonderzeichen als Anfangsbuchstaben fehlten noch – hier sind sie:

Mädchennamen

Élise * Élodie * Émilie * Änne * Ömür * Öykü * Şirin

Jungennamen

Ádám * Ákos * Álvaro * Áron * Çinar * Çinar * Émile * Étienne * Ömer * Ömür * Özgür

Zum Schluss noch ein paar Fakten: Insgesamt habe ich für diese beiden Jahrgänge 35.883 verschiedene Vornamen in meiner Datenbank. 20.742 davon sind Unikate, die nur ein einziges Mal vertreten sind. In dieser Füllhorn-Serie habe ich 6.446 Vornamen gepostet, die also mindestens sechs Mal vorkommen.


7 Gedanken zu „Babynamen-Füllhorn: Fakten & Fazit“

  1. Zuerstmal zu den Sonderzeichen: Bei den Umlauten ist praktisch alles beim alten geblieben, der Zuwachs ist vor allem bei den anderen Namen mit Akzenten zu sehen, was sicher viel mit einer verbesserten Datenerfassung und -übertragung zu tun hat.

    Élodie * ist jetzt dabei, ich hatte sie früher Mal vermisst (https://blog.beliebte-vornamen.de/2012/09/2011er-vornamen-mit-quwx/#comment-10575)
    Şirin * Schöner Name, ich denke an die mutige iranische Anwältin Schirin Ebadi
    Özgür * „Frei“ auf türkisch. Frei ist übrigens ein echter deutscher Name, der Architekt Frei Otto trug ihn, und ein Kind aus Freiberg/Sachsen: https://blog.beliebte-vornamen.de/2012/02/7-namen-7-fakten-frei/

    Vermisst:

    Vielleicht ein polnischer Łukasz, ein Ödön, eine Özlem oder ein Želko

    Nicht vermisst:

    Ägidius * Zu speziell
    Ämilian * Hyperkorrekte Schreibweise
    Änis * Hat seine Fussballkarriere beendet
    Örtel * Das ist so veraltet, und auch die dazugehörenden Langformen (Ortwin & Co.) gibt es nicht mehr
    Üffes * Ein Witzname

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    • Ich gehöre zu den Leuten, für die im deutschen Kontext Cäsar richtiger wirkt als Caesar. In der Wikipedia habe ich aber schon mitbekommen, dass der Trend zu „Originalschreibweisen“ geht (Aber dann doch nicht soweit, dass Ivlivs geschrieben wird, weil U und J gab es ja noch nicht).

  2. Noch mal vielen Dank an Knud für die Ausschüttung des großen Füllhorns. Die Namensvielfalt ist enorm gewachsen, sowohl was die Kreativität bei (vermutet) deutschen Eltern angeht als auch was Neuzugänge bei nicht-deutschen Namen betrifft. Neben den erwarteten Zugängen aus dem Arabischen und Eritreischen fallen mir zwei weitere Sprachen besonders auf: Ungarisch und Rumänisch. Von dort sind viele junge Familien dazugekommen, ein Trend, den ich in meiner privaten Umgebung noch nicht so beobachtet hatte.

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  3. Hallo Knud, herzlichen Dank für die Fakten.

    Also, mit rund 43 % aller Geburten ist das nicht mehr nur eine „Stichprobe“, sondern (gefühlt) fast schon eine Vollauswertung!

    Erschlagen hat mich die hohe Anzahl der Unikate, die mehr als die Hälfte aller erfassten Vornamens-Varianten und gut 3 % der erfassten Kinder ausmachen. Dagegen sind die mind. 6x und damit in den Füllhörnern vertretenen Vornamen ja richtig wenig!

    Mir ist schon klar, dass auch die meisten Unikate vermutlich irgendwo noch Doppelgänger haben dürften, sei es im nicht erfassten Rest-Jahrgang oder in anderen Generationen (oder in anderen Ländern).

    Darf ich neugierdehalber noch fragen, was sich in den Unikaten so hauptsächlich tummelt? Unter welcher Kategorie könnte man das meiste verbuchen? (Keine Auswertung, nur rein subjektives Empfinden.)
    – Besonders viele Namen aus anderen Kulturkreisen?
    – Namen, die früher sehr häufig vorkamen, aber deren Zeit momentan noch nicht wieder reif ist (wie z.B. die schon vermissten Jürgen und Günter)?
    – Sehr alte Namen, die schon immer selten waren (wie z.B. Hildegund oder Irmentrud)?
    – Bindestrich-Namen, deren Einzelbestandteile zwar in den Füllhörnern auftauchen, die Kombi aber einzigartig ist? (Oder wurden die Bindestrichs nur mit dem ersten Teil ausgewertet?)
    – Extrem kreative Eltern? (Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass z.B. Rosenrot noch Zulauf bekommt. Der Name wurde ja prominent platziert. Oder gibt es etwa schon eine zweite oder dritte davon?)
    – (Hab ich eine Kategorie vergessen?)

    Auf jeden Fall nochmals herzlichen Dank!

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    • Namen aus anderen Kulturkreisen und Sprachen sowie kreative Neuerfindungen dürften den größten Teil der einmaligen Vornamen ausmachen. Wobei ich meistens nicht erkenne, zu welcher dieser beiden Kategorien die jeweiligen Namen gehören. Das für alle Namen herauszufinden schaffe ich in diesem Leben nicht mehr 😉

      Eine Kategorie fehlt noch: Originelle Rechtschreibung von etablierten Vornamen.

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