Langweilig, langweiliger, Zweitnamenstatistik

Für das Jahr 2005 hatte ich zum ersten Mal eine Hitliste der beliebtesten zweiten Vornamen erstellt und damit das Genre Zweitnamenstatistik erfunden. Damals standen Sophie und Alexander auf den Spitzenplätzen und in diesem Jahr ist es genauso. Ehrlich gesagt, wenn die Hitlisten der beliebtesten ersten Vornamen auch so langweilig wären, hätte ich längst damit aufgehört, mich damit zu beschäftigen.

Aufsteiger-Zweitnamen

Aber ein bisschen Abwechslung gibt es ja doch bei den Zweitnamen. Ich habe die im Geburtsjahrgang 2021 am häufigsten vergebenen zweiten Vornamen zusammengestellt, die im Vorjahr nicht zu den Zweitnamen-Top 100 gehörten:

Mädchennamen Jungennamen
  1. Malin
  2. Leni
  3. Maja
  4. Malea
  5. Thea
  6. Aaliyah
  7. Aylin
  8. Fabienne
  9. Liv
  10. Anni
  1. Elian
  2. Milan
  3. Levin
  4. Andre
  5. Fiete
  6. Ragnar
  7. Adrian
  8. Konrad
  9. Marcel
  10. Tobias

Typische Zweitnamen

Dann habe ich mich gefragt, ob es eigentlich typische Zweitnamen gibt, also Vornamen, die als Zweitname sehr beliebt sind und als erster Vorname viel seltener vorkommen. Und siehe da, die gibt es! Das sind die beliebtesten zweiten Vornamen des Jahres 2021, die nicht zu den Top 100 der beliebtesten ersten Vornamen gehören:

Mädchennamen Jungennamen
  1. Rose
  2. Malou
  3. Marleen
  4. Lou
  5. Helene
  6. Jolie
  7. Elise
  8. Rosa
  9. Lucia
  10. Lynn
  1. Noel
  2. Josef
  3. Wilhelm
  4. Joel
  5. Friedrich
  6. Christian
  7. Georg
  8. Andreas
  9. Thomas
  10. Peter

20 Gedanken zu „Langweilig, langweiliger, Zweitnamenstatistik“

  1. Zweitnamen sind so eine Sache. Ich kenne 3 Varianten:
    – 0815: Sophie & Alexander
    – Beim Erstnamen haben wir es uns nicht getraut: Laurentia & Thaddäus
    – Wir wollten noch weiter chantallisieren: Joliin & Joell

    Antworten
    • Stimmt, die Variante hatte ich vergessen. Die kenne ich auch, Nachbenennung oder ein Name, er sich durch die Familie zieht, bspw. Jeder hat eine Variante von Johanna/Johannes.

    • – Oder man kann sich nicht entscheiden und nimmt alles, was gefällt.

      – Oder man kombiniert Bedeutungen für einen erweiterten Sinn:
      Paul Arthur (kleiner Bär)
      Yara Hermine (mutige Kämpferin)

      – Oder um Stilrichtungen zu unterstreichen bzw. abzuschwächen:
      Ingrid Margarethe vs. Ingrid Eleni
      Eva Maria vs. Eva Lovis

    • Oder um auf die Wurzeln des Kindes zu verweisen (ist bei mir und meinen Geschwistern so). Fiktive Beispiele: Luisa Elif, Henry Marcello, Johanna Fleur

    • Bei Variante 1 steckt vermutlich oft dahinter, dass die Eltern bewusst einen konventionellen, unverfänglichen Zweitnamen vergeben, auf den das Kind ausweichen kann, falls ihm der Erstname zu ausgefallen ist oder anderweitig missfällt. Genau so hat eine Freundin von mir ihre Namenswahl begründet. Die Zweitnamen der ersten beiden Kinder finden sich beide unter den Top 3 der Zweitnamen. Beim dritten Kind sind die Eltern von der Regel abgewichen.

  2. Die Aufsteiger finde ich spannend. Leni, Malea, Maja und Aaliyah ließt man ja auch häufiger als Erstname. Malin gelegentlich (vermutlich wird der Name deutsch ausgesprochen, was mir besser gefällt).

    Aylin und Fabienne könnten die Mütter sein.

    Bleiben noch Thea (finde ich überraschend, für alle, denen Theresa zu brav ist?)

    Anni- würde ich anders als Annie deutsch aussprechen, vielleicht auch eine Nachbenennung nach der Oma/Uroma, wobei man Annegret, Annerose, Angelika etc. zu altmodisch fand. Anni als Zweitnamen finde ich etwas schwierig: Anni Elisabeth finde ich runder als Elisabeth Anni.

    Liv- ein perfekter Zweitname für einen langen Erstnamen.

    Vermutlich sind deshalb auch
    Rose, Lou und Lynn (finde ich alle sehr hübsch, Rose ist mein englischer Lieblingsname) als Zweitname so beliebt, weil sie den Erstnamen abrunden:

    Emma Lou, Emma Liv, Emma Rose, Emma Lynn würde sich alles gut anhören.

    Ach Malou (man denke an die kleine Rosenrot Malou), Marleen (Bsp.: Lily Marleen, der Klassiker schlechthin, Stella Marleen, Hanna Marleen).

    Elise und Helene sollen etwas Klassisches herholen.

    Jolie ist wie Sophie und Marie ein Zweitname den ich weder mag noch hören kann (Sophie und Marie als Erstname finde ich aber schön).

    Rosa- über Rosa als Zweitname habe ich ja in meinem Farbartikel ausführlich gesprochen. So wird vermieden, dass es sich wie ein Attribut anhört: Rosa Ella vs. Ella Rosa

    Lucia- hat eine schöne Bedeutung und einen runden Klang.

    Jungen:

    Auffällig, dass vier Namen auf n enden:

    Elian
    Milan
    Levin
    Adrian

    Die ersten zwei hört man ja auch als Erstnamen häufiger.

    Konrad, Fiete und Ragnar (absolut nicht mein Fall, egal wie oft ich in Foren lese, wie viel positives Feedback Ragnar-Mama für den Namen bekommt, vermutlich ist es immer die selbe Mutter) gehöre in die Kategorie: haben uns als Erstnamen nicht getraut.

    Marcel und Tobias könnten die Väter sein, André der Opa.

    Bei Noel und Joel bin ich überfragt, ich finde die Namen wie Jolie etwas prollig.

    Josef
    Wilhelm
    Friedrich
    Christian
    Georg
    Andreas
    Thomas
    Peter

    Das könnten alles die Opas oder Uropas sein.

    Antworten
    • Also

      Friedrich
      Christian
      Georg
      Andreas
      Thomas
      Peter

      könnten in meinem ‚Bekanntenkreis‘ noch als Nachbenennung der (späten) Papas durchgehen.
      Ich kenne die Namen alle von Leuten die so zwischen Anfang 30 bis Mitte 40 sind.

      Friedrich hieß mein erster Freund, Jahrgang 1982, passend dazu hatte er Schwestern mit Namen Elisabeth, Jhg 1983/84 und Caroline, Nesthäkchen, Jahrgang ca. Mitte der 90er. Und ja, mein so ziemlich erster Satz zu ihm, leicht angetrunken in irgendeinem Studentenclub, war: Was haben Deine Eltern geraucht, als sie Dich so genannt haben?! Wobei dieser ‚Anmach’spruch scheinbar gar nicht so schlecht war, immerhin waren wir danach knapp 2 Jahre ein Paar. *lach*
      Wobei er grundsätzlich immer Freddy gerufen wurde.

      Einzig Josef und Wilhelm würde ich auch eher in die (Ur-)Opa-Fraktion stecken.
      Und Andreas wäre bei mir sowohl Uropa (mein Großonkel hieß so) als auch Papa (Ein Studienkollege hieß ebenfalls Andreas).

      Joel und Noel fallen da irgendwie raus.
      Noel: passend besonders für ein (fast) Christkind
      Joel heißt ein Klassenkamerad meines Sohnes…da würde ich tatsächlich auch die Proll-Schublade öffnen. (Augen zuhalt-Smiley)

      Ebenso wäre Andre/è bei mir noch eher in der (späten) Papa-Generation.

      Ein Kommilitone in meinem Kartographiestudium hieß so (mit é), der ist Jahrgang 1982 und ein Kommilitone meines Exmannes (Ende 1970er), nur ‚e‘.
      Ach und ein Klassenkamerad von mir, das wäre so Mitte/Ende 1980er Jahrgang.

      Milan
      Adrian
      Konrad
      Marcel
      Tobias

      Kenne/Kannte ich alle Personen zwischen Kindergarten und jetzt als Arbeitskollegen. Wären alles Nachbenennungen von Papas. Wobei Adrian aktuell noch ein eher junger Papa wäre. (Der Kollege ist erst Mitte 20)
      Marcel wäre wieder doppelt, Papa und Opa. Einmal Jahrgang 1992 und irgendwann in den 1960er Jahren.
      Milan hieß ein Kind in meiner Kindergartengruppe. Hatte eher Osteuropäische Wurzeln, wenn ich mich so dunkel dran erinnere. (Nach dem Rotmilan [„Steige hoch, du roter Adler…“], dem Wappentier meines Heimatbundeslandes, wird es wohl nicht gewesen sein.)

      Anni (2017) ist die kleine Schwester von Leni und Leni ist eine Klassenkameradin meines Sohnes (2012). Beides die Rufnamen, ich wüsste nichtmal, ob die Mädchen überhaupt Zweitnamen haben.

      Elise wäre mein eigener Favorit als Rufname bei einem Mädchen gewesen. Eine (Ur?)Uroma hieß so.
      (Um es zu vervollstädigen: Es wäre eine Elise Wilhemine Johanna gewesen. Aber es wurde dann ab der 30. SSW ein Enno Uwe Sven.
      Und um das zu erklären, da wir ja hier unter versierten Namensexperten, mit den unterschiedlichsten Meinungen, sind: Sven und Johanna kommt jeweils von uns Eltern und dieser Brauch wiederum aus meiner Familie. Wilhelmine wollte mein Exmann unbedingt, und fällt dann wie Uwe in die Kategorie, als Erstname nicht getraut/gewollt.
      Wobei Uwe eine Nachbenennung/Ehrung meines Professors ist, quasi als mein ‚Zieh’Papa, ohne den ich wahrscheinlich nicht da wäre im (Berufs-)Leben, wo ich heute bin.
      Und manchmal hätte ich diese Namen gerne mal in den Babynamen der Woche gesehen, dafür ist es aber grundsätzlich bzw. ca. 10 Jahre zu spät. 😉 )

    • Zu Andreas: Mein Freund ist 1990 geboren und heißt so, ebenso kenne ich diverse Andreas‘ im Alter zwischen 20 und Anfang 30 – hier bei uns ist das ein sehr üblicher Name, zwar nicht mehr bei Kindern, aber schon noch bei jungen Erwachsenen.

  3. Ich mag Nachbenennungen als Zweitnamen sehr und würde auch gerne meinen Kindern mal die Vornamen meiner Eltern als Zweitnamen geben; ich finde, die Namen müssen bei Nachbenennungen nicht klanglich perfekt sein, aber müssen eben zum Erstnamen passen und sie dürfen nicht für mich „furchtbar“ klingen. ABER ich würde die Namen nicht umstellen, um eine rundere Kombination zu bekommen, sondern einen Namen einfügen (z. B. klingt Maja Valentina besser als Valentina Maja, ich würde aber in dem Fall, dass Maja eine Nachbenennung wäre, die Namen nicht tauschen, sondern stattdessen z. B. Valentina Maja Sophie vergeben; mit Valentina Maja könnte ich aber auch so leben, aber ist lediglich ein fiktives Beispiel).

    Meine beiden Namen passen auch nicht 100 % zusammen (mein 2. Name ist Rosa, was für mich mit Lena eher wie eine Aufzählung klingt); dennoch trage ich die Namen mit Stolz – Rosa ist nicht nur meine Lieblingsfarbe und ein besonderer Zweitname, sondern auch eine Nachbenennung nach der Großmutter meines Vaters, auch ansonsten mag ich den Namen, wie auch Lena.

    Würde ich selbst aber keine Nachbenennung vergeben, würde ich en Detail auf die perfekte Kombination achten.

    Antworten
  4. # Ergänzung: Vergleich der beliebtesten #
    # Erstnamen und Zweitnamen 2021 #

    #### 1. Zweitnamen sind länger ####
    Top100 Namen mit mehr als 5 Buchstaben:
    Erstnamen, m: 37
    Zweitnamen, m: 50
    Erstnamen, f: 37
    Zweitnamen, f: 46

    Top100 Namen mit mehr als 8 Buchstaben:
    Erstnamen, m: 3
    Zweitnamen, m: 7
    Erstnamen, f: 6
    Zweitnamen, f: 10

    #### 2. Zweitnamen enden seltener auf -a ####
    Top100 Namen, die nicht auf -a enden
    Erstnamen, f: 28
    Zweitnamen, f: 47

    #### 3. Zweitnamen sind altmodischer #####
    Top100 Namen, die unter den Top100 Erstnamen der 60er waren
    Erstnamen, m: 10
    Zweitnamen, m: 24
    Erstnamen, f: 6
    Zweitnamen, f: 8

    #### 4. Die allerzweitnamigsten Zweitnamen #####
    Top100-Zweitnamen, die nicht unter den Top500-Erstnamen sind:
    f: Jolie, Margarete, Su, Christin, Nur, Jane, Theresia
    m: Werner, Andre

    Antworten
    • Nur ist wirklich ein beliebter Zweitname, als Erstname habe ich ihn noch nie gehört. Ich kenne drei Mädchen (darunter zwei Schwestern) und eine Frau mit diesem Zweitnamen. Die Bedeutung „Licht“ ist aber auch sehr schön.

    • Mhm, vlt ist Nur wegen des Adverbs ’nur‘ nicht so beliebt als Erstname? Oder wird Nur auch in nicht-deutschsprachigen Ländern nur selten als Erstname vergeben?

      Tatsächlich gibt es unter den Top100-Zweitnamen mit Su, Nur, Lou, Liv und Can auch einige sehr kurze Namen, die in den Top100-Erstnamen fehlen. Unter den Zweitnamen gibt es zwar mehr sehr lange Namen, die mittlere Buchstabenzahl unterscheidet sich aber gar nicht so stark:
      Erstnamen, f: 5,33
      Zweitnamen, f: 5,62
      Erstnamen, m: 5,27
      Zweitnamen, m: 5,69
      Und der Modalwert (dh die häufigste Namenslänge) ist in allen Gruppen 5.

      @Knud: Wäre auch mal cool, nicht nur die Ränge, sondern die absoluten Häufigkeiten zu kennen 😉

    • Ah cool, danke! Dachte wegen des Namens, das sei eine reine Jux-App, aber hab sie jetzt auch mal installiert. Nur hab ich wohl nicht die Zeit und Geduld, mir aufm Handy die Häufigkeiten von hunderten Namen einzeln rauszukopieren, nur um sie selbst statistisch verwursten zu können…

    • Ja, ich glaube, dass Nur wirklich der Zweitname schlechthin ist wie hier Marie und Sophie, auch passt er zu vielen Erstnamen. Manchmal wir er auch wie bei Annalena direkt an den Erstnamen gehangen.

  5. Sind bei den Zweitnamen wirklich nur die ZWEITEN oder alle folgenden Namen berücksichtigt? Wie gehst du mit Drittnamen um? Und wie viele Kinder haben mehr als zwei Namen bzw. sogar mehr als drei oder vier?

    Antworten
    • Ja, ich habe wirklich nur die zweiten Vornamen gezählt. Alle weiteren Namen ignoriere ich. Die erfasse ich gar nicht in meiner Datenbank.
      Weniger als fünf Prozent der Kinder haben mehr als zwei Vornamen. Der Rekord laut den mir vorliegenden Standesamts-Listen liegt bei sechs Vornamen.

    • Aaah ok. Ich denke, die Drittnamen werden eher mit den Zweitnamen übereinstimmen? Listen von Standesämtern, das wäre mein Traum:D

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