Die beliebtesten Babynamen in Brasilien (2018)

Rio de Janeiro © lazyllama – Fotolia.com
Rio de Janeiro © lazyllama – Fotolia.com

Der Vorname ist in Brasilien viel wichtiger als der Familienname, weil die Nachnamen dort sehr häufig vorkommen und somit nicht so richtig zur Identifikation geeignet sind. Folglich sprechen sich die Menschen lieber mit dem (individuelleren) Vornamen an. Auch wenn darum viele Eltern nach einem originellen Vornamen streben – eine Hitliste der beliebtesten Vornamen aus Brasilien gibt es trotzdem:

Mädchen Jungen
  1. Alice
  2. Helena
  3. Valentia
  4. Laura
  5. Sophia
  6. Lorena
  7. Isabella
  8. Manuela
  9. Emanuelly
  10. Isadora
  11. Manuella
  12. Heloísa
  13. Mariana
  14. Lívia
  15. Sofia
  16. Cecília
  17. Júlia
  18. Beatriz
  19. Yasmin
  20. Isabela
  21. Melissa
  22. Heloisa
  23. Isabelly
  24. Lara
  1. Miguel
  2. Arthur
  3. Heitor
  4. Davi
  5. Bernardo
  6. Gabriel
  7. Lorenzo
  8. Samuel
  9. Lucas
  10. Guilherme
  11. Pedro
  12. Gustavo
  13. Matheus
  14. Enzo
  15. Daniel
  16. Rafael
  17. Théo
  18. Henrique
  19. Isaac
  20. Benjamin
  21. Joaquim
  22. Nicolas
  23. Felipe
  24. Pietro

Quelle: Registro Civil, Geburtsjahrgang 2018

Und außerdem …

13 Gedanken zu “Die beliebtesten Babynamen in Brasilien (2018)”

  1. Schade, dass Maria und die portugiesische Form von Joseph (wie immer die auch lauten mag) nicht prominenter vorkommen, und auch Joao, die portugiesische Form von Johannes, verdient, kulturhistorisch und theologisch gesehen, größere Beliebtheit.

    Allgemein gefallen mir die Jungennamen besser als die Mädchennamen. Miguel, Bernardo, Guilherme, Pedro, Gustavo, Pietro, Henrique, Joaquim, Felipe, Nicolas, Daniel–die finde ich besonders gut.

    Enzo und Lorenzo sind doch eher italienisch als portugiesisch, oder? Und die Form Matheus überrascht mich. Lucas ist natürlich ein guter Name, aber irgendwie eben auch ein internationaler Modename, was mich etwas nervt. So verhält es sich auch mit Gabriel und Samuel–eigentlich natürlich sehr gute biblische Namen, aber eben heutzutage auch Teil des globalen Einheitsbreis.

    Bei den Mädchennamen wundern mich die Formen Isabelly und Emanuelly. Seltsam.

    Und Sophia mit PH? Das ist doch nicht die traditionelle portugiesische Schreibweise, würde ich annehmen.

    Empfinde die Namen als eher uninspiriert. Melissa ist wahrscheinlich von den USA herübergeschwappt–dort ist der Name längst kein Modename mehr. Laura ist zwar an und für sich wunderschön, aber irgendwie auch so ein globales Phänomen; wirkt irgendwie nicht “verwurzelt,” und “verwurzelt” ist für mich ja ein großes Stichwort.

    Nun, Alice und Helena haben sicher was Klassisches an sich, im lusophonen Kontext.

    Isabella statt Isabel–finde ich auch überraschend.

    Heloisa–nun gut, nicht schlecht. Beatriz–da kann ich voll dahinter stehen.

    Insgesamt nicht so inspirierend.

  2. Ich wundere mich auch, dass Helena so weit oben steht. Ich hätte eher Elena erwartet.

    Aus der Kindergartenzeit meiner Kinder kannte ich eine deutsch-brasilianische Familie. Der Sohn hieß ganz traditionell Pedro, so wie der Vater, die beiden Töchter hatten internationale Namen, nicht typisch portugiesisch. Es fiel der Satz, in Brasilien kann man heißen wie man will. Dadurch entstehen vielleicht kuriose Namen wie Isabelly und Emanuelly.

  3. „Es fiel der Satz, in Brasilien kann man heißen wie man will.“

    Das ist wohl allgemein in Lateinamerika so. Asfa-Wossen Asserate macht sich in seiner Manieren-Bibel darüber lustig, daß es dort anscheinend keinerlei Tabus gebe. Von Marx bis Hitler, von Lenin bis Mussolini. Es geht offenbar alles als Vorname durch. (Ja, hier und heute auch, aber in Lateinamerika schon länger…) Der venezoelanische Terrorist „Carlos“, geboren in den 1940ern, hieß mit Klarnamen Ilich Ramírez Sánchez, halt nach dem Vatersnamen von Lenin.

    Elena übrigens lese fast automatisch à la russe, also als /YELLena/. Ein Hoch den schönen Helenas dieser Welt. 🙂 Und davon wird es nicht nur in Ostwestfalen, sondern auch in Brasilien einige geben. 🙂

  4. Ich wollte gerade als kuriose Namensbeispiele aus Brasilien Bebel und Gal anführen, habe aber doch nochmal schnell Wikipedia befragt, ob das nicht doch Pseudonyme sind, und tatsächlich, Bebel Gilberto heißt eigentlich Isabel und Gal Costa eigentlich Maria da Graça. Beides sind Sängerinnen.
    An das Spiel damals 2014 kann ich mich auch noch gut erinnern, habe es mit einer größeren Gruppe geguckt und wir konnten unseren Augen nicht trauen. Das Spiel 2002 wollte ich damals mit meiner Schwester auch gucken und unsere Mutter wunderte sich, dass wir uns plötzlich für Fußball interessieren. Tja, am Ende konnten wir nicht jubeln.
    Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche!
    Irina Georgijewna 😉

  5. Schade?
    Auch wenn ich den Klang von Maria schön finde, finde ich es sehr begrüßenswert, dass sich lateinamerikanische Länder zunehmend davon emanzipieren, jedes Mädchen müsse nach der Jungfrau Maria benannt sein.

    Vor 10 Jahren hießen in meiner Schulklasse in Ecuador jedenfalls von 13 Mädchen 10 Maria. Davon zwar nur eine mit dem eigenständigen Rufnamen Maria, die anderen Maria Teresa, Maria Paula, Maria Gabriela usw., die dann umgangssprachlich als Teté, Pau und Gaby identifiziert wurden, von den Lehrern aber immer dem sperrigen Doppelnamen angesprochen wurden.
    Maria hatte da echt nicht die Form eines Namens im Sinne einer Bezeichnung, die einer Person zuordbar war, sondern glich eher der allgemeinen Ansprache, wie “Frau”…

    Zumal die aufrichtige Jungfrauenanbetung auch dort größtenteils einer agnostischen Kulturreligiösität weicht.

    • Marisol,

      Interessant, von Deinen persönlichen Erfahrungen in Lateinamerika zu hören.

      Man kann wohl von beiden Seiten vom Pferd fallen; auf der einen Seite liebe ich es, wenn aus Ehrfurcht vor der Mutter Gottes, sehr, sehr viele Mädchen Maria genannt werden, wie das zum Teil heute noch im Heimatland meiner Frau, Rumänien, der Fall ist, und in den 1940er Jahren noch im Heimatland meiner Mutter, den USA, der Fall war (meine Frau heißt Maria, meine Mutter Mary). Auf der anderen Seite ist es natürlich auch etwas schade, wenn Maria fast nur ein automatischer Namens-Vorschub ist und kaum mehr als Name wahrgenommen wird. Trotzdem muss ich ehrlich sagen, so aus meinem Herzen heraus: lieber zu viele Marias als zu wenige….

      Schade, dass auch in Lateinamerika der Agnostizismus und Relativismus um sich greift. In den USA kannte ich sehr viele Latinos. Viele waren evangelikal, viele seriöse Katholiken, und viele auch eher Kulturkatholiken, aber auf jeden Fall längst nicht so agnostisch wie die Europäer. Meine Heimatstadt in Illinois, Elgin, ist zweigeteilt–der Osten der Stadt, östlich des Fox River, ist 80% Latino, der Westen eher Anglo. Meine Familie ist im alten Kern im Osten verankert, und dort habe ich auch viel Zeit verbracht. Für mich bedeutete in den USA sein immer auch in einem stark lateinamerikanischen Umfeld zu sein, und ich liebte es immer, im Park und anderswo Kontakt mit den Latinos unserer Nachbarschaft zu haben. Habe Heimweh….

    • „Maria hatte da echt nicht die Form eines Namens im Sinne einer Bezeichnung, die einer Person zuordbar war, sondern glich eher der allgemeinen Ansprache, wie “Frau”…“

      Das ist wiederum ausgesprochen interessant! Kann es sein, daß es da in romanischen Sprachen sogar tiefenpsychologische Zusammenhänge gibt?

      Ma reina = Meine Königin (spanisch)
      La mia mamma = Meine Mutter (italienisch)

      Vielleicht hier wirklich das äußerst komplexe Verhältnis zwischen Vätern und Töchtern und zwischen Müttern und Söhnen eine Rolle…

      Ich habe vor ca. 20 Jahren mal eine sehr gute Doku über den Pazifischen Krieg (USA vs. Japan) gesehen. Ein japanischer Veteran, natürlich freundlich, kultiviert und korrekt gekleidet in einem sehr schönen japanischen Wohnzimmer*, meinte sinister lächelnd: „Ja, in der Stunde seines Todes denkt jeder Mann an seine Mutter. Die gefangenen Amerikaner haben auch immer ‚Mama! Mama!‘ gerufen, wenn wir sie erschossen haben.“ (Im Pazifischen Krieg wurden auf beiden Seiten keine Gefangenen gemacht.)

      Stauffenbergs letzte Worte vor dem Peloton in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 waren hingegen bekanntlich: „Es lebe das Heilige Deutschland!“ Offizier halt. Was für ein schöner Tod! 🙂

      Tom Cruise übrigens hat bei einer Ehrung in Berlin für seine Darstellung Stauffenbergs in „Valkyrie“ (2008) dieses stolzen Worte zum Abschluß seiner Dankesrede auf deutsch gerufen. (Ein Freund eines Freundes von mir war bei den Dreharbeiten und bei der Rede dabei.) Das sei Tom Cruise (von dem man ansonsten halten mag, was man will) niemals vergessen.

      Es lebe das Heilige Deutschland!

      *) Ein japanisches Wohnzimmer zeichnet sich dadurch aus, daß es leer ist. Abgesehen von einer riesigen Porzellan-Vase – die wiederum leer ist.

    • Mit vielen Marias habe ich auch meine Erfahrung. Meine beiden Omas hießen Maria und eine Uroma (die Mutter von meinem Opa Konrad). Und es gab noch mehr Marias. Es wimmelte nur so davon. Viele wurden allerdings Mia genannt. Jeder hatte eine Oma Mia oder Tante Mia in der Verwandtschaft. Zur Unterscheidung wurde der Nachname mit Genitiv-s vorangestellt, z. B. Hagenhoffs Mia.
      Der Grund für die vielen Marias war zum einen die katholisch geprägte Region in Ostwestfalen und die Sitte die Kinder nach jemandem aus der Familie zu benennen.

      Ab etwa Anfang den 50er Jahren gab es dann auch Marita, Marika, Marina … als Abwandlungen von Maria. Die wurden auch nicht mehr Mia gerufen, das galt als altmodisch.
      Ja, und in den 70er Jahren war Maria völlig out, kaum jemand wurde noch mit Rufnamen Maria genannt. Deshalb heiße ich auch Mareike, die holländische Form von Maria. Ich kann meine Eltern verstehen, dass sie Maria nicht mehr hören konnten.

      Die Kurzform Mia gefällt mir bis heute nicht, durch meine Erfahrung ist das für mich kein richtiger Name. Aber ich freue mich, wenn kleine Mädchen bewußt Marie genannt werden (als einzigen Rufnamen, nicht als Zweitnamen). Gelegentlich gibt es ja auch wieder kleine Marias, wie hier kürzlich Maria Christina.

    • Ich kann die Beobachtungen von Marisol voll und ganz bestätigen. In meiner Klasse in Chile war das auch so. Maria stand im Pass, war aber stets stumm. Maria Paula gab es in meiner Klasse zweimal, außerdem noch Maria Elena und Maria Soledad. Unsere Lehrer beschränkten sich allerdings auf Paula, Pauly und Sole. Nur bei Maria Elena wurde die Maria nicht ganz vergessen, denn wir nannten sie Mae. Die häufigsten Namen in meiner Klasse waren mit Abstand Valentina (x4) und Javiera (x5). Ansonsten gab es noch einige wenige sehr außergewöhnliche Namen, darunter Moriel, Tiare (mit Betonung auf dem e) und Macarena (eigentlich sehr hübsch, wenn nicht jeder ständig anfangen würde zu singen und zu tanzen wenn der Name genannt wird).

    • Das wird jetzt wirklich äußerst spannend!

      Macarena ist ja sozusagen auch ein Marien-Derivat: Nuestra Señora de la Esperanza – Unsere Liebe Frau von der Hoffnung. Eben das Marienbild in Sevilla, die „Weinende Maria“, das m.E. schönste Marien-Bildnis überhaupt. Hinreißend! War mir neu, daß es das in Lateinamerika als Vornamen gibt.

      Klar, in Deutschland kennt man das zumindest in meiner Generation (und die ist nun nicht mehr die Jüngste) nur durch den Pop-Song von „Los del Río“. Kein Mensch schnallt die religiösen Bezüge.

      Würde eine Tochter sofort Macarena nennen, wenn mir denn noch auf meine fast schon alten Tage eine geschenkt würde. Auch im Islam ist ja Maria hoch geachtet.

      Ach, Andalusien. Seit Jahrhunderten schon „Innere Peripherie“, eine Hungerleider-Gegend. Aber um das Jahr 1000 herum unter den Mauren im Kalifat von Córdoba dem werdenden Abendland x-fach überlegen. Spanier können nicht leben, ohne an irgendwas zu glauben. Santa Fe – der Heilige Glaube. Wobei die romanischen Fides-Derivate ja eher Treue als Glauben im lutherischen Sinne bedeuten.

      Semper fideles!

      Janus

    • Ich bin 2001/2002 in Italien (Turin) zur Schule gegangen.
      Maria + weiterer Name war eher für die Elterngeneration typisch, sehr häufig waren da Maria Grazia, Maria Luisa, Maria Elena und Maria Pia (und Anna Maria). In meiner Generation war das schon weniger ausgeprägt. Bei mir an der Schule hießen viele Mädels Valentina, Valeria, Francesca, Cristina, Alessandra, Emanuela …
      Gibt es Maria del Mar eigentlich auch im Spanischen oder nur im Katalanischen?

  6. Ich habe mal eine junge Portugiesin namens Shauany kennengelernt und hatte mich über diesen Namen gewundert. Sie sagte, der Vornamenswahl seien in Portugal keine Grenzen gesetzt. In Brasilien ist das womöglich auch so. Jedenfalls musste ich beim Lesen von Emanuelly und Isabelly sofort an Shauany denken.

    Ich freue mich über Isaac bei den Jungennamen und über Lorena bei den Mädchennamen. Ebenfalls positiv fallen mir Valentia und Pedro auf.
    Die anderen sieht man ja öfters. 😉

  7. Nach dem ersten Stirnrunzeln über „Isabelly“ habe ich meine uralten und rudimentären Kenntnisse des brasilianischen Portugiesisch ausgegraben und komme auf folgende Theorie:

    Das auslautende E wird im brasilianischen Portugiesisch in der Regel wie I ausgesprochen. Eventuell ist hierin die Wurzel allen Übels zu finden. Die ursprünglich französische Fassung „Isabelle“ liest der geneigte Brasilianer wie „Isabelli“, und um das Ganze ein bisschen internationaler aussehen zu lassen, tauft er seine Tochter „Isabelly“.

    Vielleicht so, wie hierzulande Elyas, Caryna, Fynn und Finya zu ihren Namensvarianten kommen, denn Y ist für manche Leute halt etwas mehr „fancy“ als I…

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