Babynamen der Woche 51/2018

Noelia * Leni Maria * Paula Katrin * Thorin Sjard * Marie-Anaïs * Sotiris * Mia Vivienne * Nico Joel Norbert * Lugman * Alissa Kaythlin * Julene * Leandro Gerardo * Lusia * Imea * Theodor Johann Michael * Olivia June * Alma Izabella * Luis Odin * Lillyan * Vin Jason * Kayden * Minel * Lindijan * Leon Raphael * Nova * Nora Karolina * Isabell Eva * Mana * Leonard Ivan * Elian Erwin * Greta Frieda * Pria Sanjana * Guliano * Ella Freda

Babynamen der Weihnachtswoche

42 Gedanken zu “Babynamen der Woche 51/2018”

  1. Mana. „Jana Gana Mana“, die Nationalhymne Indiens, gedichtet und komponiert von Rabindranath Tagore. Auch im besonders nervtötenden und politisch-korrekten Polynesien hat Mana eine religiöse Bedeutung. Mit kochendem Zorn vor ein oder zwei Jahren gehört: Hawaiianische Ureinwohner, aufgehetzt von den Linksliberalen, versuchen den Bau einer Erweiterung des Mauna-Kea-Observatoriums zu verhindert, weil auf dem Berg irgendwelche Götter hausen sollen. Noch schlimmer sind die ultra-politisch-korrekten Maori auf Neuseeland. Da müßten wieder richtige Kolonialherren ins Land.

    Pria Sanjana klingt auch irgendwie hindi.

    Minel. In der alten Sowjetunion gab es den Mädchennamen Ninel, also Lenin rückwärts gelesen. Kannte im Studium eine russische Wissenschaftlerin namens Ninel, die heute so um die 65 sein dürfte.

    Karl-Friedrich-Boerner der Woche: Theodor Johann Michael

    Lugman kann ich überhaupt nicht zuordnen…

    Ella Freda ist natürlich Elfriede.

    Guliano. Unter Mussolini wäre die Eltern für so einen Quatsch mindestens nach Süditalien deportiert worden. 😀

    Luis Odin. Klingt wie die Strafe Gottes für die Gedichte von Jorge Luis Borges (meines Lieblingsdichters) zur altnordische Geschichte und Mythologie.

    Vin Jason. Na, der Wein und das Goldene Vlies. Das ist doch mal was. 😀

    Imea = Ikea. Imja ist übrigens russisch für „Vorname“.

    Und noch einige andere Bälle auf den Elfmeterpunkt. Schade, daß Cecilia nicht mehr zutritt.

  2. Wahlpflicht:
    Paula Katrin
    Theodor Johann Michael

    Isabell Eva – Isabel mag ich auch, aber lieber mit einem ‘l’. Hier würde es besser klingen, wenn Eva vorne steht, also Eva Isabel.

    Wild geschüttelt:
    Raphael Johann
    Michael Theodor
    Karolina Maria
    _____

    * Noelia – Für ein Kind, das kurz vor Weihnachten geboren wurde finde ich den Namen ganz hübsch. Noelia ist zwar ungewöhnlich, aber doch machbar.

    * Leni Maria – hätte mir als Lena Maria um vieles besser gefallen.

    * Paula Katrin – der Name Paula ist auf jeden Fall in Ordnung. Ich kenne eine nette 14jährige Paula. Katrin könnte die Mutter oder Patentante sein.

    * Lusia – Schreibfehler von Lucia oder Luisa?

    * Theodor Johann Michael – Theo und Theodor tauchen hier immer häufiger auf. Von den vielen Retronamen gefällt mir Theodor aber noch ganz gut.
    Michael finde ich auch sehr schön, könnte ein junger Opa oder der Patenonkel sein. Michael ist heute viel seltener als früher, war aber nie ganz ‘weg’.

    * Leon Raphael – hier mag ich Raphael lieber. Raphael ist eher selten, aber es gibt diesen Namen gelegentlich in Ostwestfalen, im Alter von etwa 50 Jahren und jünger.

    * Greta Frieda – klingt in der Kombi wie eine Aufzählung. Für Geschwister würde ich Greta und Frieda gut finden. Sonst würde ich Greta Friederike besser finden.

    • Mareike, Du bist wie immer duldsamer und freundlicher als ich. 🙂 Hast aber halt auch einen anderen konfessionellen und regionalen Hintergrund.

      Bei Theodor Johann Michael stört mich halt, daß der Namen nach „Wir machen jetzt einen auf fein“ klingt. Hab mich so gefreut, daß Johann wieder modern wird – der Name meines verehrten Großonkels, nach dem ich Jan nachbenannt wurde. Aber sobald irgendwas modern wird, wird es eben auch immer irgendwie verdächtig. Man macht nicht das, was alle machen. 😉 Ich habe auch keine alltagstaugliche Lösung für dieses Problem.

      Bin mal in eine interessante Konversation zu diesem Thema auf einer Studentenparty gekommen, weil sich der andere auch seine Zigaretten mit Streichhölzern angezündet hatte und nicht mit den damals allgenwärtigen Zippo-Feuerzeugen.

      Und der eher katholische Theodor und der evangelische Johann knallen wirklich zusammen. Der Erzengel Michael ist freilich immerhin mal der Schutzheilige Deutschlands – aber eben gleichzeitig ist es eben auch ein ganz typischer Modename meiner Generation.

      Und in der rechtsintellektuellen Szene gibt es den verborgenen Hintersinn der rumänischen Erzengel-Michael-Legion (später „Eiserne Garde“) von Corneliu Codreanu. Aber das ist praktisch schon Esoterik. Ein Freund von mir hatte sich mal ein T-Shirt mit dem Portrait Codreanus zugelegt. Ein anderer Freund meinte: „Damit kannste auf ’ne Antifa-Veranstatung gehen – und keiner merkt’s!“ (Ich selbst habe nie bedruckte T-Shirts getragen. 🙂 )

  3. Wahlpflicht:
    Theodor Johann Michael *
    Ella Freda * weil ich Freda cool finde.

    Kunstnamen?
    Noelia *
    Lusia * Luisa oder Lucia?
    Minel * Michael oder Manuel für Faule?
    Imea * ich kenne nun Timea. Aber Imea?
    Mana * klingt wie das Manna-Brot
    Elian *

  4. Wahlpflicht-Spiel:
    Leon Raphael
    Nora Karolina

    Nicht wirklich meine Wahl , aber nach meinem Empfinden schöne Kombinationen

    Junge oder Mädchen? (Kenne die Namen nicht):

    Vermute Mädchen:

    Pria Sanjana
    Imea

    Vermute Junge:
    Sotiris
    Lindijan
    Lugman

    Weiß nicht :
    Mana
    Minel

    Auch noch nie gehört :
    Thorin

    Fehlerteufel oder tatsächlich so gewählte Schreibweise:

    Lusia
    Guliano (so dann auch gesprochen?)

    Ungewöhnliche Schreibweisen:

    Kaythlin
    Lillyan

    Izabella (wird aber in manchen Sprachen so geschrieben).

    Viele Grüße und schönes Wochenende

    • Bei den mir bislang unbekannten Namen habe ich noch

      Kayden (Junge?) und

      Julene (Aussprache?)

      vergessen.

  5. Zu Marthe:

    Noelia und Elian kanne ich niemanden per, aber habe die Namen schon hin und wieder gehört / gelesen.

    Elian ist laut Namensbuch von Elias abgeleitet.

    Noelia ist, denke ich, eine weibliche Form von Noel. Ich kenne persönlich eine Noela und eine Noellie (beide afrikanischer Herkunft).

  6. Marie-Anais–
    Anais ist ja ein Modename in Frankreich, genau wie Anael. Das ist, glaube ich, eine Regionalform des Namens Anne, der jetzt als frisch und neu empfunden wird und die hochfranzösische Form Anne abgelöst hat, was die Beliebtheit angeht. Grundsätzlich finde ich diese Regionalformen schön, würde sie aber nur bei entsprechendem regionalen Hintergrund vergeben, wie hier in Deutschland auch Heike, Elke, Jan, Talea und dergleichen. Marie-Anais als Kombi hört sich wunderschön an–eine stark umgewandelte Annemarie.

    Kayden kenne ich aus den USA vor allem als Cayden. Der Name kam schon öfters vor–war Teil der Braeden, Jayden, Hayden-Mode. Finde den Namen im Englischen okay, obwohl er natürlich kein Traditionsname ist. Für eine deutsche Familie finde ich den Namen allein schon wegen der deutschakzentigen Aussprache nicht so toll. Es handelt sich vermutlich um ein nichtamerikanisches Kind, denn in den USA wird eigentlich immer noch ein Zweitname vergeben.

    Theodor Johann Michael–
    Das ist mal eine edle, stimmige, total klassische Kombi. Was ich schade finde–man kann sich heute trauen, nichtgermanische traditionelle Namen zu vergeben, aber germanische verlangen nach wie vor viel Mut (wobei ich jetzt hier nicht von skandinavischen sondern altdeutschen Namen spreche). Theodor finde ich als Vollnamen viel besser, weil Theo allein nur “Gott” bedeutet. Johann ist ja der abendländische Traditionsname schlechthin, und Michael ist durch den Schutzheiligen Deutschlands für Deutschland ein besonders wichtiger Traditionsname (daher auch der “deutsche Michel”). Diese Kombi ist also kulturgeschichtlich und theologisch sehr reichhaltig.

    Mia Vivienne–
    Seit mir bewusst ist, dass Mia ganz echt eine alte deutsche, regional verbreitete Rufform von Maria ist (auch Hermann Hesses Frau Maria wurde Mia gerufen), stehe ich dem Namen positiver gegenüber als vorher. Allerdings würde ich den Namen Maria vergeben und dann Mia als Rufform verwenden–so wie das eben traditionell gemacht wird. Auch Mia Farrow heißt mit offiziellem Namen Maria. Wie dem auch sei–ich empfinde Mia nun doch als positiver als früher. Vivienne passt klanglich und ist an und für sich auch ein schöner Name. Die französische Form finde ich im Deutschen besser als die englische (bei Vivian–Vivienn gesprochen–passt das Schriftbild im Deutschen einfach nicht zur Lautung). Französisch wirkt im Deutschen auch meist klassischer als das Englische, das oft gleich nach neuer Popkultur klingt.

    Leni Maria-
    Wenn es schon Leni statt Lena oder Helene sein muss, dann zumindest mit so einem stattlich-klassischem Zweitnamen wie Maria, der das Ganze aus dem Süßkindlichen etwas heraushebt. Wobei ich sagen muss, dass ich Leni, Emmi und Annie jetzt nicht wirklich schlimm finde–die gehen schon noch. Aber besser finde ich doch die “erwachseneren” Vollformen. Klanglich ist Leni Maria noch schöner, eigentlich, als Lena Maria. Am besten: Helene Maria.

    • Ich glaube, der Grund, warum die germanischen alten Namen selten vergeben werden im Gegensatz zu den nichtgermanischen, liegt zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass z.B. Gertrud, Waltraud oder Mechthild klanglich auch ganz normale deutsche Wörter sein könnten; sie heben sich aus dem Sprachfluss gar nicht heraus. Sie enthalten wie andere deutsche Wörter gerne Konsonantencluster, wohingegen junge Eltern eher vokalreiche Namen als wohlklingend empfinden. Gerade Mädchennamen haben für viele Leute auf einen Vokal auszulauten, auf keinen Fall auf einen Plosiv.

    • Komisch, ich wußte irgendwie, daß auch Mark von Michael zum Erzengel und zum deutschen Michel durchschalten würde! 😀

      Meines Wissens ist der „deutsche Michel“ eine ganz merkwürdige „Kreuzassoziation“. Einerseits der Heilige Michael als Schutzheiliger unseres Vaterlandes. Andererseits und eine Nummer kleiner aber vor allem auch Hans Michael Elias von Obentraut, ein zupackender evangelische Reitergeneral im Dreißigjährigen Krieg, von dem sich der Begriff „der deutsche Michel“ ableiten soll. Das ist aber nicht gesichert. Hatte als junger Mann die Ehre, eine kurze Weile in der Obentrautstraße in Seelze bei Hannover zu wohnen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Michael_Elias_von_Obentraut

      Eine Statue des Erzengels Michael hingegen stand auf dem Dach der Königlich Preußischen Hauptkadettenanstalt in Berlin-Licherfelde, der Nachwuchsschmiede der preußischen Armee. Vgl. Ernst von Salomons Buch „Die Kadetten“.

      Daß „deutscher Michel“ dann irgendwann zu einem karikaturenhaften Spießer geworden ist, scheint mir einerseits der typische Selbsthaß, den große Völker oft haben (so ja auch die USA und Rußland), andererseits linksliberaler Hochmut und Verachtung des eigenen Vaterlandes. Beides ist schwer voneinander abzugrenzen. „Michelhaftigkeit“ als Schimpfwort habe ich aber auch oft genug unter Rechten gehört – eben für das Wahlvieh der Altparteien, gerade das der Grünen.

      Und was Verena über die neudeutsche Abneigung gegenüber Konsonantenzustößen gerade bei Mädchennamen sagt, ist sicher auch richtig. Aber gerade diese ruppigen Konsonantenansammlungen gehören nun einmal zu unserer geliebten deutschen Sprache! Herbstfrucht, Wollstrumpf.

      Wenn mich an meinen eigenen Vornamen überhaupt etwas stört, dann daß sie zuviele Vokale und zu wenige Konsonanten haben.

      Bei Anaïs komme ich weiterhin nicht von Anaïs Nin los.

      Es verbleibt wie immer hart aber herzlich

      Jan Klaas Wilhelm Bähre

    • @Verena: Du hast sicher recht mit Deiner Analyse der heutigen Sprachpsyche.

      @Jan: Interessante Infos zum deutschen Michel! Kannte bisher nur den Schutzheiligen.

      Es freut mich immer, dass Du für eine Würdigung der deutschen Sprache eintrittst.

  7. Mir gefallen – heute ohne viele Kommentare dazu, weswegen (meistens ist es ein für mich hübscher Klang + nicht altmodisch + selten, was mir gut gefällt):

    * Noelia 
    * Marie-Anaïs
    * Mia Vivienne
    * Nico Joel (Norbert)
    * Alissa Kaythlin (aber nur als Alissa/Alyssa Caitlin!)
    * Leandro (Gerardo)
    * Olivia June
    * Alma Izabella (nur als Isabella)
    * Luis (Odin)
    * Lillyan (nur als Lillian, lieber Liliana)
    * Leon Raphael
    * Nora Karolina
    * Isabell (Eva): (Eva Isabell klänge runder)
    * Leonard (Ivan)

    Interessant, vielleicht mit Gewöhnung schön:

    * Julene
    * Imea
    * Nova

    Nicht meins:

    * Leni Maria: zu spitznamig/religiös
    * Paula Katrin: Paula nervt mich seit der Kuh-Werbung als Name … Katrin ist ok
    * Thorin Sjard: klingt nach w + m – welches Geschlecht hat das Kind? Der Klang gefällt mir nicht.  
    * Sotiris: klingt nach Krankheit 🙁
    * Lugman: klingt nach Comic-Superheld …
    * Lusia: sieht nach Fehler aus
    * Theodor Johann Michael: zu altmodisch
    * Vin Jason: zu Englisch – bzw. Vin = “Was ist das?!” Französisch hoffentlich nicht!
    * Kayden: zu englisch
    * Minel: klingt nach Katername
    * Lindijan: klingt nach skandinavischem Nachnamen
    * Mana: erinnert an “mahnen”, lieber Dana/Jana oder Mara
    * Elian Erwin: zu weich/altmodisch
    * Greta Frieda: zu altmodisch/hart
    * Pria Sanjana: zu fremdländisch
    * Guliano: zu anfällig für Aussprache- und Schreibprobleme
    * Ella Freda: Ella finde ich noch ok., aber etwas langweilig, Freda ist mir zu hart

  8. Schöne Kombinationen:
    Leni Maria (auch wenn ich Leni als zu kindlich empfinde)
    Paula Katrin (beides nicht zu häufig im Moment, finde ich gut)
    Nora Karolina (Nora ist toll, Karoline fände ich noch schöner als Karolina)
    Isabell Eva (würde ich aber vertauschen: Eva Isabell)
    Leon Raphael (sehr stimmig, auch wenn ich Leon nicht mehr hören kann und bei Raphael leider an einen schlecht erzogenen, nervigen Jungen denken muss)

    Schöne Einzelnamen:
    Ella
    Marie
    Alma
    Pria
    Theodor
    Imea (kannte ich noch nicht, klingt gut)
    Mia (wenn auch zu ausgelutscht)

    Schlimm finde ich Greta. Dieser Name hat mich schon als Kind an Fischgräten denken lassen. Greta klingt in meinen Ohren nach einer richtig missmutigen, fiesen und hässlichen Frau. Pardon an alle, die diesen Namen (aus mir unerfindlichen Gründen) toll finden…Ich warte schon auf den Moment, in dem die erste Bekannte oder gar Freundin ihre Tochter so nennt und ich gute Miene zu diesem unappetitlichen Namen machen muss. Auweia. Aber gut, immerhin klingt der Name erwachsen und nicht nach Kleinkind, wie z.b. manch andere Modenamen (Nele etc.).
    Nicht alles, was grade in Mode ist, ist schön.
    Frieda finde ich in Ordnung. Kann man vergeben, auch wenn ich den Hype um diesen Namen nicht verstehe.

    • Na, aber Greta, das ist doch vor allem die Garbo, oder? Und die war ohne Zweifel nicht häßlich… Der Name ist eher ein ziemlich hoher Anspruch an ein Mädchen. Zu „Fischgräte“ hätte ich niemals gekoppelt, aber solche Assoziationen sind immer persönlich.

      Die Tochter eines Schulkameraden von mir heißt so, sie dürfte heute so ca. fünfzehn sein. Als ich damals einem befreundeten US-Amerikaner (das war der wagnerianische Slawistik-Professor aus Indiana…) per Mail von dem erfreulichen Ereignis ihrer Geburt berichtet hatte, war der über den Namen ganz begeistert; das konnte ich nun freilich auch nicht nachvollziehen.

      Grete hingegen ist natürlich das Gretchen in Goethes „Faust“. Bernd Rabehl hat sich oft über den Vornamen der schauderhaften Gretchen Dutschke-Klotz (also der Frau von Rudi Dutschke) lustig gemacht: „Uah, ein Gretchen im doppelten Sinne!“ Richtig, Rabehl und Gretchen Dutschke konnten einander nicht ausstehen. 😀 Er ein blitzgescheiter Intellektueller, sie ein amerikanisch-christliches Puttchen. Ich hatte mal die große Ehre, Bernd Rabehl persönlich kennenzulernen. Meines Erachtens der klügste und witzigste Kopf unter den Leitfiguren des SDS, also der „68er“. Nicht so schrill-beflissen und heiligmäßig wie Dutschke und nicht so dogmatisch wie Krahl.

      Als rechte Studenten sind wir mal von einer ziemlich trampelig aussehenden Kneipen-Serviererin arg muffelig behandelt worden. Da war sofort der Spitzname zur Hand – nämlich Grete. (Immerhin, wir sind aus der Kneipe nicht rausgeflogen, was es auch ab und zu mal gegeben hat.) Wir hatten uns halt einen Jux daraus gemacht, für unsere Feinde möglichst treffende – und damit möglichst vernichtende – Spitznamen zu erfinden. So wie Herbert Wehner.

      Grata hingegen ist eine Kartoffelsorte, wie ich mir als Niedersachse vielleicht anzumerken erlauben darf.

    • Für mich ist es auch immer die Fischgräte…
      Obwohl ich harte Namen lieber als Lalelu mag, ist diese Assoziation zu stark in meinem Kopf verankert, als dass ich dem Namen etwas positives abgewinnen kann.

  9. Noelia – ist mir bisher als Noélia in Frankreich einmal begegnet. Dort ist der Name auch nicht häufig, bekannter ist Noëlle. Noelia ist ein Beispiel für die in Frankreich aufgekommende Vorliebe für Endungen auf -a. Nach Deutschland passt der Name auch.

    Leni Maria – bietet für mich einen zu auffälligen Kontrast zwischen neu und alt, also verniedlichende Kurzform versus Tradition. Die Verbindung der Namen durch die Nasallaute und das i macht die Kombi klanglich verträglich.

    Paula Kathrin – klingt blass in meinen Ohren; das liegt vielleicht an der Wiederholung der a-Laute oder eher dem kurzen i. So spreche ich in der Regel Kathrin aus. Kathrins gab es recht viele in meiner Generation. Kathrin ist (vielleicht aus diesem Grunde) etwas langweilig für mich; Paula mag ich.

    Marie-Anaïs – Diese Kombi finde ich sehr schön. Sowohl Marie als auch Anaïs sind mir in Frankreich häufig begegnet. Häufig auch Marie-Anne. Marie-Anaïs finde ich viel schöner, klangvoller durch die Wiederholung des i und peppiger durch das s.. Anaïs ist eine provenzalische bwz. katalanische Form von Anna.

    Nico Joel Norbert – Nico Joel finde ich ganz gut. Das c ist die harte Note, die der sonstigen Weichmode einen kleinen Ausgleich verpasst. Norbert passt nicht recht in die Kombi: zuviel o und -bert… Nee.

    Julene – eine Freundin schwankte beim Vornamen ihrer Tochter besonders zwischen Jule und Lene. Auf Julene kam sie nicht. Die Kleine heißt nun Jule.

    Leandro Gerardo – schöne italiensiche Kombi mit vielen bunten Vokalen. Minimaler Haken ist die gleiche Silbenanzahl. Dennoch top.

    Lusia – eine Alternative zu Luisa oder vielleicht wollten die Eltern eine andere bzw. deutsche Aussprache des Namens Lucia erschaffen. Der Name wirft auf jeden Fall Fragen auf. Bei fremden Namen läuft die Assoziationsmaschine oft schnell an – ich denke auch an Loser; das möchte ich jedoch vermeiden. Klanglich komme ich nun auch auf Lisa.

    Theodor Johann Michael – Theodor Johann hätte mir gereicht. Dennoch finde ich die Kombi ganz gut; v.a. eben Theodor Johann. Die ungleiche Silbenanzahl ist hier besonders gut gewählt, da die Verbindung durch das o reicht. Die Namen finde ich vom Klang her sehr gut kombiniert, auch so mag ich die EN.

    Olivia June – gefällt mir.

    Lindijan – ist das die neue männliche Form von Linda?

    Leon Raphael – Verbindung durch das e, das l und die beiden Hiate; und dann ein wenig Peps durch das R und ph Raphaels. Das passt klanglich gut. Schöne Kombi! Raphael mag ich sehr.

    Nora Karolina – Nora Karo- ist mir durch die spiegelverkehrten Vokale und noch einen gemeinsamen Konsonanten zu doppelt gemoppelt, aber dann kommt ja noch -lina. Das gleicht das Ganze ein bißchen aus. Karolina finde ich schön.

    Die Kombis Greta Frieda und Ella Freda finde ich durch die gleiche Silbenanzahl und die gleiche Ändung auf -a nicht so gelungen. Für Schwestern passt das aus meiner Sicht besser.

    Guliano – schreibt sich der Name nicht Giuliano?

    Meine Favoriten heute: Marie-Anaïs und Olivia June.
    Und Leon Raphael, Leandro Gerardo, Theodor Johann (Michael)

  10. Noelia ist zwar wieder einmal ein besonders konsonantenarmer Name, wirkt aber auf mich sympathischer als Noël und passt zum Geburtsdatum, auch wenn es nicht genau auf Weihnachten fiel.

    Thorin Sjard: Thorin heißt einer der Zwerge aus dem “Hobbit”. Sjard ist mir zu skandinavisch. Die Konsonantenverbindung ‘sj’ entspricht ähnlich wie ‘kj’ (Kjell) und ‘tj’ (Tjard) im Schwedischen einem Laut, den das Deutsche nicht kennt. Annäherungsweise wäre es der sch-Laut im Deutschen, aber zu “Schard” kommen mir nur unschmeichelhafte Assoziationen.

    Guliano: Eine offensichtlich falsche Schreibweise wie diese finde ich schon irgendwie traurig. Werden die Eltern beim Standesamt auf so etwas eigentlich noch hingewiesen? Wenn sie es einfach nicht besser wussten und keinen triftigen Grund für diese abweichende Schreibweise haben, fände ich es doch sinnvoll, ihnen die richtige Schreibweise zumindest nahezulegen.

    • Guliano ist nicht falsch geschrieben, sondern die Eltern haben sich schlicht und einfach eine Aussprache gewünscht, die genauso ist wie sie geschrieben wird. In romanischen Sprachen wird das G vor dunklen Vokalen (o, u) genauso wie das deutsche G ausgesprochen, aber vor hellen Vokalen (e, i) wird es wie in Jenny/Germany oder Géologique gesprochen. In Französisch und Italienisch muss man dann Schreibregeln beachten und notfalls Buchstaben einfügen, wenn ein dunkler Vokal folgt, es aber wie Jenny/Géo ausgesprochen werden soll, so muss es dann heißen “nous corrigeons (und eben nicht corrigons)” und “Giovanni” (damit es Dschowani ausgesprochen wird, denn Govanni würde Gowani ausgesprochen werden). Giuliano wird folglich Dschuljano ausgesprochen und Guliano als Guljano. Guliano ist halt ein anderer Name als Giuliano.

      Ich denke, viele Leute und besonders Grundschulkinder werden nicht wissen wie man Giuliano schreiben und korrekt ausprechen würde, zumal es immer mit Juliano, dem deutschen G, der französischen Aussprache oder halt der italienischen Aussprache oder der englischen Schreibweise kollidiert (wie Julia/Giulia). Was bringt dann soein Name, wenn ihn die Hälfte eh falsch verwendet?

      Bei Guliano gibt es das Problem nicht, dennoch finde ich, dass das kein schöner Name ist. Mit Guliano, Nico und Leandro kommt es zur übertriebenen Steigerung des Maskulinisierung der Namen, welches durch ein -o signalisiert (typisch in Lateinamerika) wird. Die Silbe “-an” (egal ob Wortende, Wortanfang oder Wortmitte) ist bereits eine viel zu häufiger, schrecklich langweiliger und einfallsloser Namensbestandteil, der garantiert nicht für einen einzigartigen Namen spricht. Das Gleiche gilt für -ian. Mit -iano wird da noch eine Schippe der Namensstandardisierung draufgelegt und mehr als die Hälfte des Namens taucht schon in vielen anderen Namen auf. Individuell ist das nicht.

    • Wir wissen ja nicht, wie die Eltern den Namen aussprechen. Es könnte auch sein, dass Guliano aus einer exotischen, nichtromanischen Sprache kommt und nur zufällig diese typische Endung aufweist. Plausibel finde ich das aber nicht, da Giuliano bzw. Giulio gängige Namen sind, die auf lat. Iulius/Iulianus zurückgehen, wohingegen Guliano mit einem stimmhaften velaren Plosiv im Anlaut viel außergewöhnlicher wäre.

      Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Eltern einen Giuliano in der gängigen Aussprache wollten, aber die Sache mit g und c vor dunklen und hellen Vokalen nicht wussten. So kenne ich auch einen Isen, der eigentlich Ethan heißen müsste; die Eltern wussten nicht, wie man den Namen üblicherweise schreibt.

    • Was Verena sagt, paßt sehr gut sehr zu meiner hier schon mindestens einmal artikulierten „Üffes-Witz-Umkehr-These“:

      Früher hat sich die Unterschicht ihre Träume aus Groschenromanen zusammengebastelt. Sie wußte also, wie ein Name geschrieben wird, oft aber nicht, wie er gesprochen wird. (Da wurde dann ein Yves eben mal als „Üffes“ ausgesprochen.) Heute glotzt sie Fernsehen und weiß, wie ein Name gesprochen wird, nicht aber, wie er geschrieben wird.

      Trotz der interessanten Darlegungen Xylophons und trotz der Tatsache, daß es auch in Italien neben dem RAI-Italienischen eine große Zahl von Dialekten gibt: Ich bin mir nahezu sicher, daß Guliano einfach ein Lapsus ist, der von pflichtvergessenen, feigen oder gar landesverräterischeren Standesbeamten durchgewinkt wurde. Man liest doch hier jede Woche ähnliches.

      Und gerade wer die sprachliche Sensibilität hat, zwischen dialektalen Unterschieden zu differenzieren, dem ist auch klar, daß derlei in Deutschland sofort wie ein peinlicher Unterschichtenfehler klingt, und wird es daher in dieser Form nicht tun.

      Mein Gott, was soll aus Deutschland werden? 🙁

      „Es kommt der Tag der Rache,
      Fürwahr, er kommt einmal.
      […]
      Einst werden wir die richten,
      Die unser Volk bestohl’n.
      Und dann die Straßen lichten,
      Die Lumpen uns dann hol’n.“

    • Die Namen in dieser Liste habe ich auf Babygalerien von Geburtskliniken entdeckt. Es ist gar nicht sicher, dass die zuständige Standesbeamtin Guliano durchgewinkt hat.

    • Der Name Giuliano kommt hier gelegentlich vor und die meisten Menschen sind durchaus ib der Lage, diesen Namen korrekt zu schreiben und annähernd richtig auszusprechen. Die Argumentation von Xylophon kann ich nicht nachvollziehen.
      Gibt es denn Eures Wissens Guliano als Namen oder ist es, wahrscheinlich, dass es ein Giuliano werden sollte?

      Mir ist mal eine Guilia begegnet,. Angeblich war die ” ungewöhnliche Schreibweise” bewusst gewählt, gesprochen werden sollte es aber Dschulia. Entspricht auch keinen mir bekannten Rechtschreib-/Rechtlautungsregeln.
      Ich kann so etwas nicht nachvollziehen, anders als z. B. Schreibweisen wie Ksenija oder Caterina, die hier aks ungewöhnlich oder “falsch” empfunden werden, aber einem sprachlichen Hintergrund zugeordnet werden können.
      Ich frage mich bei solchen Fällen auch immer, zum einen, warum Eltern einen Namen auswählen, von dem sie nicht wissen, wie er geschrieben (oder gesprochen) wird bzw. gar absichtlich eine falsche Schreibweise oder Aussprache wählen, zum anderen ob bzw. warum offensichtlich falsch geschriebene Namen im Standesamt akzeptiert werden, ohne das zu korrigieren oder zumindest auf die korrekte Schreibweise hinzuweisen.

    • Zu Verena und Jan: ihr könnt euch sicher sein, dass die Eltern bei einer so wichtigen Entscheidung wie der Namensauswahl eines Kindes, sich vorher informieren bzw. den korrekten Namen schon kennen =)
      Ich halte es für am Wahrscheinlichsten, dass Gulians Eltern Italiener sind und eine seltene Version des Namens Giuliano mit einer anderen Aussprache, nämlich Guliano wollten um was Besonderes als Giuliano zu haben. Für die italienischen Eltern war das Dsch-Sound bekannt und häufig und deshalb wollten sie mal Abwechslung mit dem normalen G.
      Aus deutscher Perspektive ist das natürlich umgekehrt: Hier ist das Dsch-Sound selten; aber für die italienischen Eltern ist es nicht.
      Ich denke nicht, dass es deutsche Eltern sind, denn deutsche Eltern würden ihr Kind wahrscheinlich nicht Guliano nennen, wegen Gullideckel und Gülle (der Spitzname wird ja wahrscheinlich Gulli sein). Für italienische Eltern sind Gullideckel und Gülle aber keine First-Assoziationen, und deshalb ist es ein gebenswerter Name.

      Und wenn es wirklich so wäre, dass die Eltern nicht wussten wie man Giuliano schreibt, warum haben sie dann ausgerechnet Guliano genommen und nicht Dschuliano oder Juliano? Dschuliano wäre ja erstmal die RTL 2 Variante und Juliano eine Alternativvariante. Wenn sie schlau genug sind, dass es mit einem G anfängt, werden sie auch schlau genug sein eine für sie korrekte Schreibweise zu wählen.

      Zu Ethan/Isen: Für mich ist Isen keine falsche Schreibweise von Ethan, sondern eine eingedeutschte Schreibweise von Ethan, mit der die Eltern einer falschen Aussprache zuvorkommen wollten. Ich würde Ethan nämlich entweder Etän oder Etan aussprechen. Da es mehrere Namen mit TH gibt, wie Matthias, Thorben, Elisabeth, würde ich da nichtmal an einen rein englischen Namen denken, sondern das es Ethan so wie Jonathan mit der deutschen “T”-Aussprache gibt. Zumal mich Ethan am meisten an Étienne erinnert, und deshalb Etän.
      Die Eltern haben wahrscheinlich gewusst das Ethan häufig gar nicht als Isen ausgesprochen wird, und haben sich dann gedacht “Nehmen wir doch einfach Isen!”.
      Verena, haben dir die Eltern das so direkt und genauso gesagt, dass sie nicht wussten wie man den Namen schreibt oder vermutest du das nur? Ich finde, entweder sind die Eltern sehr schlau oder sehr dumm.
      Allerdings finde ich, dass man Namen im Original schreiben sollte und Isen ist wirklich sehr ungewöhnlich (und auch kein schöner Name, zumal Isen dann auch die deutsche Betonung hat und letztlich nicht 1:1 wie das englische Ethan ausgesprochen wird, wobei ich auch Ethan nicht schön finde); das führt sonst nur das abweichende Schreibweisen mit der Originalschreibweise konkurrieren und am Ende sinkt die Gesamtwahrscheinlichkeit, dass es richtig geschrieben wird.

      Zu Chiocciola: Naja, können die meisten Menschen wirklich Giuliano korrekt schreiben? Ich denke es hält sich die Waage. Ich persönlich hätte ihn Juliano schreiben. Gibt ja auch Juliette. Bei solchen Namen konkurrieren halt die portugiesische, spanische, italienische und englische Schreibweise miteinander. Ich wollte nicht sagen, dass die Mehrheit den Namen falsch schreibt/spricht, sondern das der Anteil derjenigen, der ihn falsch schreibt/spricht hoch genug ist, sodass man nicht vorraussetzen kann, das es richtig geschrieben wird. Englisch und Französisch sind die häufigsten Fremdsprachen, das beeinflusst das natürlich. Ich schätze mal, da du entweder Chiocciola heißt oder den Namen magst, das du in einem Umfeld bist, dass sich überproportional gut mit Italien auskennt, dementsprechend wird dein Umfeld auch Gioliano überproportional oft richtig zu schreiben/aussprechen wissen.

      Zu Guilia: Das ist wirklich ein Namens faux-pas.
      Wenn ich Lehrer von Guilia wäre, dann würde ich die Aussprache Dschulia verweigern, denn darauf hat sie nun wirklich kein Recht: es ist ganz klar eine “Gilia/Gilja”. Alternativ würde ich den Namen nach französischen Muster aussprechen “Gjulia” (auch wenn es dafür eigentlich ein -uis oder -uit geben müsste). Also Gilia und Gjulia: ja. Dschulia: nein. Da haben die Eltern wirklich Mist gebaut, wenn sie eine Dschulia wollten.

      Zu Ksenija: Ksenija ist das direkte Umschreiben aus dem Russischen in die lateinische Buchstabenschrift; im Russischen gibt es kein X sondern ein KS und JA ist ein eigener Buchstabe.
      Der Vorteil von Ksenija gegenüber Guilia ist ja ganz klar, das Ksenija genauso geschrieben wie gesprochen wird und somit ein Recht auf diese Aussprache hat, während Guilia davon nur träumen kann.
      Da die meisten Xenias einen Russischen Hintergrund haben, finde ich sogar das Ksenija genauso üblich wie Xenia ist. Wobei ich Xenia favorisieren würde, weil das X ein cooler Buchstabe ist 😉

    • Verena & Xylophon,

      ich sähe keinen ganz grundsätzlichen Widerspruch zwischen unsere jeweiligen Theoremen. Aber man sieht dieses Erzwingen-Wollen von ausländischen Aussprachen durch holprige Falsch-Schreibungen hier in den BdW praktisch jede Woche. Diese Woche ja zum Beispiel auch bei Lillyan.

      Wir werden es nicht klären können, ich würde aber vermuten, daß das nicht so sehr Blödheit oder schlichtes Nicht-Wissen ist, sondern eine Mischung aus mehrerem:

      1. Die gequälte Suche nach „Individualität“ und „Kreativität“, gerade bei Frauen, die bekanntlich die Vornamen aussuchen.

      2. Der verlorengehende Bezug zur Schriftlichkeit im Abendland durch die TV-Glotz-Kultur in der Unterschicht und der unteren Mittelschicht. Die gewollte Zerstörung des Bildungssystems der BRD, um möglichst vielen Schülern ein möglichst gutes Abi nachschmeißen zu können. Damit die rotgrünen Kultusministerinnen sich dann öffentlich über „die tollen Leistungen unser niedersächsischen Schülerinnen und Schüler“ freuen können. *kotz* Im weiteren Sinne die allgemeine kulturelle Aushöhlung des Abendlandes. Es ist genau dieses Phänomen, das kluge Köpfe nach kulturell-religiösen Alternativen suchen läßt.

      Gestern einen grandiosen und hinreißenden Blog-Kommentar zu diesem Themenkomplex gelesen:

      https://psaligraphie.wordpress.com/2018/12/13/mich-geht-die-zeit-nichts-an-der-mensch-die-welt/comment-page-1/#comment-17

      Daraus: „dass ich mir seit jeher alles selbst beibringen musste, da man aus deutschen Schulen dümmer hinaus kommt, als man hinein geht, was ich meiner Deutschlehrerin mit fünfzehn Jahren sagte (auch sagte ich ihr, dass ich selbst mit zehn schon mehr Bücher gelesen hätte, als sie in ihrem jämmerlichen Dasein je wird)“

      Kurzum: Es ist wohl nicht so sehr Gedankenlosigkeit, die zu solchen Kreationen führt (das wäre im Zeitalter des Hubschrauber-Elterntums auch wenig plausibel), sondern eine in meinen Augen bedauerliche Verschiebung der Prioritäten und der Herangehensweisen.

      Mit Ksenija ist das so eine Sache. Im Russischen gibt es halt keinen Buchstaben für den deutschen „Doppelkonsonanten“ x. Man muß also ks schreiben. Umgekehrt gibt es durchaus einen Buchstaben für „ja“ (я), den es wiederum im Deutschen nicht gibt…

    • @Xylophon: “ihr könnt euch sicher sein, dass die Eltern bei einer so wichtigen Entscheidung wie der Namensauswahl eines Kindes, sich vorher informieren bzw. den korrekten Namen schon kennen” – hm, da wäre ich nach meinen mehrjährigen Beobachtungen nicht mehr so optimistisch … Konkret ist mir in einem Forum schon eine kleine Gulia Rose begegnet, die laut Aussage der Mutter von ihr “Tschulia” gesprochen wird.

      “Wenn ich Lehrer von Guilia wäre, dann würde ich die Aussprache Dschulia verweigern, denn darauf hat sie nun wirklich kein Recht” – DAS wiederum würde ich nicht, auch wenn ich mich im Jahresrückblick gerade über eine Chethrin mokiere – ich würde sie als ihre Lehrerin nicht “Schettrin” o.ä. rufen, sobald sie oder ihre Eltern einmal “Kässrin” gesagt hätten. Was kann das Kind für den Fehler seiner Eltern? Ich gebe aber zu, dass so was kniffelig ist. Ich würde einen Jungen z.B. nicht “Üffes” rufen, nur weil seine Eltern das tun.

    • zu Guliano
      Vielleicht ist es einfach ein Tippfehler. Der Name stammt ja aus einer Baby-Gallerie. Da hat jemand was verkehrt gemacht.

      Und wenn nicht, es gibt immer wieder Namen, die nicht ganz richtig geschrieben werden. Je häufiger eine falsche Schreibweise vorkommen, desto eher wird sie als richtig empfunden.

      Beispiele:
      Jacqueline / Jaqueline – Die Variante mit dem fehlenden ‘c’ kommt häufiger vor und wird oft nicht als Fehler wahrgenommen. Allerdings ist Jacqueline ein “geht gar nicht”-Name geworden, wegen der Veralberung von “Schackeline”.

      Emily / Emely, Emelie – Emely ist mittlerweile so häufig und wird nicht mehr als falsch empfunden.

      Es gibt sicher noch mehr Beispiele.

    • „Für italienische Eltern sind Gullideckel und Gülle aber keine First-Assoziationen,“

      Und ich würde wiederum vor „Über-Assoziationen“ warnen.

      Gül ist auf türkisch „Rose“ und eben auch ein Vorname – gibt mehrere Abwandlungen dazu: Gülay, Ayşegül.

      Und „Güle güle“ heißt auf türkisch sowas wie „tschüß“. Weiß nicht, ob und wie das etymologisch zusammenhängt.

      Kein normaler Mensch koppelt von da zu Gülle oder Gulli!

      Ayşegül finde ich besonders hübsch. Aischa, die junge Lieblingsfrau des Propheten in türkischer Schreibung, und die Rose. (Ich weiß aber nicht, wie der Name im heutigen Türkeitürkischen klingt. Und im Deutschen gibt es halt die Schwierigkeiten mit dem atatürkischen ş.)

      Borges dichtet im „Weiteren Gedicht von den Gaben“:

      „für das Mysterium der Rose,
      die Farbe spendet und sie nicht sieht,“

      Leute, habt keine Angst! Das Schlimmste am Internet ist diese Dauer-Angstmacherei. Das sagt Euch jemand, der mal wegen Angstzuständen in psychiatrischer Behandlung war.

      Aber Guliano sieht einfach scheiße aus – und peng.

      Es grüßt Euch aus dem güllereichen Niedersachsen

      Jan

    • Nochmal zu Giuliano : Ich meinte, dass die meisten Menschen in der Lage sind, einen Namen wie Giuliano korrekt zu schreiben und halbwegs richtig auszusprechen, wenn sie es einmal richtig gesehen und gehört haben.
      Die Giulianos in meinem Umfeld haben keinen offensichtlichen italienischen Hintergrund (Beim einen auf jeden Fall deutscher Familienname und in Deutschland gebräuchliche Vornamen der Eltern, beim anderen bin ich jetzt nicht sicher).
      Dass der Guliano auf der Liste von italienischen Eltern stammt, glaube ich eher nicht, ich halte einen Schreibfehler auf der Babygalerieliste für am wahrscheinlichsten.

      Beispiele für eingebürgerte falsche Schreibweisen wie Jaqueline und Emelie:

      Phillipp, Phillip

      Katarina

      Sybille

      Die fallen mir gerade dazu ein.

  11. Lindijan habe ich in einem Züricher Namensverzeichnis entdeckt, stammt der Namen aus Schweiz?
    Lugman, meine erster Gedanke, das würde ich nicht vergeben, negative Assoziationen . Aber vermutlich aus einem anderen Kulturkreis (Parkistan).
    Thorin ist für mich ein Zwergenname, das täte ich einem Kind nicht an.

    • Lugman hat mit einiger Sicherheit einen Hintergrund irgendwo in der islamischen Welt… Muß endlich Arabisch lernen, bin aber im Moment zu faul. Weiß nicht einmal, ob das aus dem Arabischen kommt, aber diese Endung auf -man hört man dort öfter.

      Eine kurze Google-Recherche führt zu keinen klaren Ergebnissen.

      In Bosnien gibt es den Berg Igman. Das erste Buch Kubitscheks heißt „Raki am Igman“, es geht um seine Erfahrungen aus dem Bosnien-Einsatz der Bundeswehr. Ich finde das Buch nicht so toll, weil stilistisch doch zu arg an Ernst Jünger angelehnt ist.

      Uthman, der dritte Rechtgeleitete Kalif der Sunna.

      Aber das ist jetzt alles Spekulation und das übliche Jan-Gelaber. 🙂

  12. Jan, heute enttäuschst du mich:

    “Lugman kann ich überhaupt nicht zuordnen”

    Denn:

    “Luqman, oder Lôkman, auch Lokman der Weise, war eine sagenumwobene Gestalt des arabischen Heidentums. I. Koran trägt die 31. Sure Luqmans Namen.” Q:Wiki.

    Müsstest du als islamophiler eigentlich wissen. 😉

    Ich weiß es daher, da ich beruflich sehr viel mit Migranten, auch muslimischen zu tun hatte ( und die Islamophilie nicht nachempfinden kann, am Rande bemerkt).

    Pria (eig.Priya) ist Hindi.

    Schöne Feiertage euch allen!

    • Ach, ich bin gar nicht sooo islamophil!

      Es kommt halt immer ein bißchen darauf an, in welche Frau man sich gerade verknallt hat. Es fiele mir jetzt kaum ein, den Koran zu studieren…

      Nur: Ich achte den Islam und seine kulturellen Leistungen zumindest bis etwa 1400. Es ist eine ernstzunehmende Religion.

      Die stumpfsinnige „Islamkritik“ der Rechten, war ein Hauptgrund, mich von der Neuen Rechten zu lösen. Der Betreiber der wichtigsten islamkritischen Website in Deutschland ist Sportlehrer aus Bergisch-Gladbach, das muß man sich mal vorstellen. Das waren dann eben irgendwann keine Herren unter sich mehr. Solche Leute hätte man sofort gnadenlos ausgrenzen müssen, es sind Parias, Unberührbare. Und das hat die Neue Rechte nicht gemacht, und das macht auch die AfD nicht.

      Ich meine, die meisten Religionen halbwegs ernstnehmen zu können. Die überzeugten Atheisten und die lässigen Agnostiker sowieso. Was ist halt nur hasse, ist der schmierig-linksliberale Landeskirchen-Protestantismus der Bedford-Strohmänner und Käsefrauen. Gut, das amerikanische Fernsehpredigertum der Evangelikalen ist auch lächerlich. Aber das gibt es in Europa ja kaum. Und es gibt eben auch achtbare und sehr kluge Evangelikale. Sehen wir ja hier.

      Daß ich hingegen den Katholizismus in hoher Achtung halte, habe ich in diesem Blog wohl schonmal deutlich werden lassen.

      Am Hinduismus hingegen (bzw. an den Hinduismen) gefällt mir besonders das aristokratische Kastensystem. Und die Möglichkeit, weibliche Gottheiten zu verehren. Buddhismen hingegen mag ich nicht so sehr, sie sind mir oft zu unterschichtig…

      Am Islamismus stören mich vor allem die extrem häßlichen Schuhe der Männer. Krieg jedesmal das Kotzen, wenn ich das sehe. Das Kopftuch der Frauen hingegen nicht, wenn es mit Stil getragen wird. Bevor das mit diesen idiotischen ausgestopften Hinterköpfen losgegangen ist, konnte man hier in Deutschland in der Öffentlichkeit kaum hübschere Mädchen sehen als die Islamistinnen. Auch die Polygamie finde ich gut.

      Ruhm der Großen Kali!
      Ritterschaft! St. Andreas! St. Georg!
      Und Er, der Einer ist, wird milde zu richten wissen.

      😉

  13. Lindijan würde ich spontan dem Balkan zuordnen, genauer gesagt dem albanischsprachigen Raum. Daher passt auch der Verweis auf Zürich gut, der halbe Balkan lebt (gefühlt) in der Schweiz.
    @Jan : Habe jetzt erst gesehen, dass deine Bildungslücke bzw. Lugman doch nicht so gravierend ist.
    Die Endung -man finden z.B. wir auch bei Salman (arabische Form von Salomon), aktuelles Beispiel MBS, dem supermodernen Reformator Saudi-Barbariens…

    • Jäp, ich hatte eine tschechischstämmige Bekannte, in der Schweiz lebend, die sich wahnsinnig über die vielen Albaner in der Schweiz aufgeregt hat.

      Eine Exkollegin, eine wunderschöne Frau, ihrerseits ein libanesisch-italienisch-norwegisches Mischgezücht, war mit einem Kosovo-Albaner verheiraten – mit dem sie gerade in Scheidung lebte. Ein kluge, aber recht recht direkte deutsche Klassenschwester meinte zu ihr: „Boah, da haste Dir aber auch gleich das Krasseste ausgesucht!“ 😀 Ich mußte widersprechen: Wer mal mit Nordkaukasiern zu tun hatte, und das als neurotischer und sensibler Gelehrter, weiß, was wirklich krasse Burschen sind.

      Genau, Salman oder Sulaiman. Gräzisiert halt Salomon. Hebräisch Schlomoh. Ein Vorbild an Weisheit und Gerechtigkeit. Finde den Namen daher in allen Varianten sehr schön. Im Islam gilt er als Prophet.

      Bei MBS ist Salman ja „nur“ der Vatersname… Muhammad bin Salman ist der Sohn von König Salman ibn Abd al-Aziz. Der seinerseits war seinerseits einer Söhne des großen Abd a-Aziz ibn Saud.

      Rahman fiele mir noch als Vorname ein – „der Erbarmende, der Gnädige“. Das Wort taucht in der Bismillah, dem ersten Satz des Koran, auf.

      Ja, Adelheid, ich bin ein eitler Gelehrter und hatte mich ein bißchen über Dein Gefrotzel geärgert. 🙂 Ist aber absolut interessant, was Du zu schreiben hast.

      Saudi-Barbarien. 🙂 Ich bin im großen Regionalkonflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien eindeutig auf der Seite des Iran. Zumal der Iran den Syrern unter Präsident al-Assad sehr geholfen hat, mit dem steinzeitlichen IS, der auch von Saudi-Arabien unterstützt wurde, fertig zu werden. Aber irgendwie bewundert man die Saudis auch: schöne Pferde und Falken, sehr würdige Kleidung. Daß die Saudis ihre Frauen verschleiern, finde ich nicht gut, angesichts der Schönheit arabischer Frauen aber doch verständlich. Bei niedersächsischen Trampeln lohnte sich da die Mühe auch nicht. Auch gefällt mir die Scharia zumindest partiell. Finde es nicht so gut, untreue Frauen oder Schwule öffentlich zu bestrafen. Halte es aber für hervorragend, Schwerverbrecher öffentlich zu köpfen und Dieben die Hand abzuhacken. Dann wird eben nicht gemordet und geklaut.

    • Lindijan – ja, könnte albanisch sein. Der Wortstamm “lind” bedeutet “Geburt”. Lindijan könnte dann “der Geborene” heißen (oder dir Geborene. Wenn och mich recht erinnere, kann die Endung jan auch weiblich sein.

  14. Noelia
    Klingt für mich wunderbar. In dem Fall stören mich die vielen Vokale nicht. Passt auch wunderbar zur Jahreszeit.

    * Leni Maria
    Eine Helena Maria oder Marlene Maria hätte mir besser gefallen.

    * Paula Katrin
    Etwas langweilig. Aber mit dem Namen kann man nichts falsch machen. Kommt bestimmt gut durch das Leben.

    * Thorin Sjard
    Thorin der Zwerg. Geht bestimmt auch. Mir gefällt es nicht so.

    * Marie-Anaïs
    Ich liebe Anais. Sehr schöner Name. Ich kenne auch ein kleines Mädchen damit. Positiv besetzt.

    * Sotiris
    Wahrscheinlich wirklich ein Grieche.

    * Mia Vivienne
    Kann man machen.

    * Nico Joel Norbert
    Bei mir ist Nico negativ besetzt. Nicolas gefällt mir einfach besser.
    Kenne tatsächlich einen Norbert mit Mitte zwanzig. Dementsprechend hab ich den Namen häufig gehört und mittlerweile hat er seinen “alten Touch” verloren.

    * Lugman
    Löst bei mir leider nur negative Assoziationen aus.

    * Alissa Kaythlin
    Alissa gefällt mir. Ich würde den ZN eher als Caitlin oder Katelyn schreiben.

    * Julene
    Wirkt für mich zu sehr gebastelt.
    Frage: auf welcher Silbe würdet ihr den Namen betonen?

    * Leandro Gerardo
    Konsequent. Ich mag Leandero aber einfach nicht.

    * Lusia
    Wird ewig erklären müssen, dass ihr Name keinen Buchstabenverdreher hat. Ansonsten finde ich ihn eigentlich ganz schön.

    * Imea
    Noch nie gehört…

    * Theodor Johann Michael
    Gefällt mir so so gut. Ich liebe Johann als Namen. Mein Opa hieß so. Läuft in unseren beiden Familien als Name durch. Auch als Johannes oder Hans. Der Name findet sich in unser beiden Stammbaum. Michael ist der ZN meines Papas. War auch nie wirklich weg.

    * Olivia June
    Ich stolpere zwischen beiden Namen. Olivia finde ich sehr schön. June spricht sich für mich im Anschluss einfach nicht rund.

    * Alma Izabella
    Alma gefällt mir. Obwohl er mich an Halma erinnert. Isabella gefiele mir als Schreibweise besser.

    * Luis Odin
    Gewöhnlicher EN. Etwas abgehobener ZN. Geht. Seine Freunde werden es später wohl eher cool finden.

    * Lillyan
    Lillian gefiele mir besser.

    * Vin Jason
    Ich kenne tatsächlich einen Vin, der wie Finn ausgesprochen wird. Spricht man den Namen wie bei Vin Diesel aus, dann holpert es für mich ordentlich zwischen EN und ZN.

    * Kayden
    Jayden, Aiden usw. gefallen mir einfach nicht.

    * Minel * Lindijan
    Kann beide nicht zuordnen.

    * Leon Raphael
    Leon für mich extrem nervig und negativ besetzt. Raphael gefällt mir einfach sehr.

    * Nova
    Bestimmt bekannt geworden durch die Moderatorin. Und sofort auch die Verbindung zu den Sternen da. Gefällt mir. Mutig auch nur einen EN zu vergeben.

    * Nora Karolina
    Geht auch.

    * Isabell Eva
    Hätte eine Eva Isabell daraus gemacht. Rufname dann Isabell.

    * Mana
    Erinnert mich an Manna. An Hände.
    Ähnlich zu Mara. Aber noch nie gehört vorher.

    * Leonard Ivan
    Interessant. Leonard gefällt mir schon. Leonhard wäre einen Tacken besser.

    * Elian Erwin
    Alliterationen bei Namen gefallen mir nicht. Mischung aus neu und alt. Werde ich so nicht warm damit.

    * Greta Frieda
    Wie andere schon sagten. Als Geschwisternamen perfekt.
    Die gleiche Silbenzahl macht es für mich nicht sehr spannend.

    * Pria Sanjana
    Bei Pria muss ich an die wunderschöne zeitweilige Freundin von Leonard aus Big Bang Theory denken. Daher gleich die Verbindung da, dass es ein indischer Vorname ist. Und das beide. Ich finde es hat was sehr prinzessiges.

    * Guliano
    Wird wahrscheinlich sein Leben lang für die richtige Aussprache und Schreibweise kämpfen müssen. Guliano bietet auch die Vorlage für Gulli. Ich hoffe seine Klassenkameraden kommen nicht darauf.

    * Ella Freda
    Moderne Form der Elfriede. Aber Ella lässt sich sehr gut machen.

    Wahlpflicht der Woche:
    Sehr viele schöne Jungennamen dabei. Ich nehme aber Theodor Johann Michael und bei den Mädchen tatsächlich Nova. Oder Marie-Anaïs.

  15. Mit Thorin ist das so eine Sache… In Deutschland ist der Name mit Sicherheit durch die Tolkien-Verfilmungen ab ca. 2000 popularisiert worden. Man hat hier ja auch schon einmal von einer kleinen Arwen gelesen.)

    Aber Tolkien hat sich die Zwergennamen ja aus der Lieder-Edda, nämlich der Völuspa, geklaut – also zuerst im „Hobbit“, als das ganze Konzept von Mittelerde noch nicht feststand. Durin, Kili, Fili, Oin, Gloin, Thorin Eichenschild, das sind alles Zwergennamen aus der Völuspa im isländischen Hochmittelalter. Als Tolkien dann seine Privatmythologie ausformuliert hatte, hat er sich etwas winden müssen, um das zu erklären. Die sprachlich beste deutsche Edda-Übersetzung, die von Felix Genzmer, läßt den „Zwergenkatolog“ der Völuspa leider unter den Tisch fallen.

    Tolkien-Namen wären auch nochmal ein Thema! Eine Bekannte von mir hatte sich im Internet den Nick Nimiel zugelegt. Grund: Niemiel ist bei Tolkien eine der wenigen brünetten Elbinnen! Und die Frau war auch eine damals wunderschöne Brünette mit zauberhaften Locken. Und Tolkien-Fan – hatte mich furchtbar und furchtbar unglücklich in sie verliebt. (Ich wünschte, ich hätte soviele Exfreundinnen wie unglückliche Verliebtheiten! 😀 ) Viele weibliche Tolkien-Fans aus Japan (die natürlich alle dunkelhaarig sind) haben sich auch Nimiel genannt.

    Ich riete hübschen, dunkelhaarigen jungen Frauen, sich arabische Nicks zuzulegen – aber dieser Vorschlag dürfte wohl kaum auf allgemeine Begeisterung stoßen. 😀

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