Babynamen der Woche 49/2018

Jackson-Lennard Jürgen * Fietje * Alend * Isalie * Jack Daniel * Amily Sophia * Thilo * Quentin Lian * Palina Joleen * Lauris * Sulea * Sanna * Amalia Ivy * Taavi * Kurt Ansgar * Paul Pascal * Elma * Roni * Liya * Gustav Leopold * Maja Pauline * Tjomme * Daria Armina * Sora * Neyla * Lavina * Galina * Jaxon Nathaniel * Elaina-Sandra * Ylvi Helena

Babynamen der Woche 201849

Und außerdem …

56 Gedanken zu “Babynamen der Woche 49/2018”

  1. Heute werden es Mädchen:

    Maja Pauline
    Ylvi Helena – Rufname: Helena

    Ylvi klingt schon sehr süß und nach Kleinkind. Ich denke sofort an Wickis kleine Freundin. Klanglich mag ich Ylvi/Ylvie.

    Wild geschüttelt:
    Daniel Paul
    Helena Ylvie

    und schöne Einzelnamen:
    Sophia
    Amalia
    Ansgar
    Lennard
    Leopold
    ____

    Jackson-Lennard Jürgen – Michael-Jackson-Fans? Und dann noch was nordisches mit Bindestrich. Und Opa Jürgen wird auch geehrt. Hoffentlich freut er sich auch.

  2. Ohje … Diesmal … Hört meine positive Phase des Namen-Mögens auf …

    * Jackson-Lennard Jürgen: passt gar nicht zusammen. Von den Namen mag ich nur ansatzweise Lennard.

    * Fietje: ich stehe einfach nicht auf diese friesischen Namen. Das wäre für mich ein Name für einen Kater oder ein Frettchen…

    * Alend: Weil das Kind so viel Elend verursacht? Diese Assoziation finde ich furchtbar…

    * Isalie: den Namen finde ich in Ordnung, höchstens ein bisschen zu niedlich. Ein bisschen stört mich die Gleichheit am Anfang und Ende durchs /i/.

    * Jack Daniel: ob wohl der Whiskey auch während der Schwangerschaft floss? Wenn die Kinder/Jugendlichen vom Jack Daniel’s erfahren, ist Mobbing bestimmt vorprogrammiert …

    * Amily Sophia: Amily sieht so einfach falsch aus und wird unnötig verkompliziert … Insgesamt (als Amelie Sophia!) aber eine hübsche Kombi.

    * Thilo: ok, nicht mehr und nicht weniger.

    * Quentin Lian: Quentin finde ich mal was anderes, mit Lian kann ich nichts anfangen. Es stört mich, dass beide mit n enden.

    * Palina Joleen: Palina lässt mich irgendwie an “pale” – blass – denken. Gefällt mir vom Klang her nicht. Joleen – “Jolien” oder etwa “Jolehn” ausgesprochen? Von diesen Namen gefällt mir nur Jolina. Ich schwanke, ob mir die Wiederholung von “lin/leen” gefällt oder nicht.

    * Lauris: klingt mir etwas zu feminin, aber ok 

    * Sulea: suhlt sich gern im Schlamm? … Solea hätte mir gut gefallen, hier die Assoziation zur Sonne!

    * Sanna: als Spitzname für Susanna, gern.

    * Amalia Ivy: Die Kombination gefällt mir gut, wobei ich Ivy persönlich nicht so ganz mag, das Schriftbild wirkt merkwürdig.

    * Taavi: finnisch? Wirkt fremd, etwas zu niedlich, aber vielleicht nach Gewöhnungsphase spannend.

    * Kurt Ansgar: für mich beides aus der Rubrik “zu altmodisch”, Kurt gefällt mir vom Klang nicht, Ansgar ist so selten, dass er immerhin wieder interessant ist.

    * Paul Pascal: Alliterationen gefallen mir höchst selten, hier auch nicht. Paul = zu altmodisch, Pascal hat heute so einen schlechten Ruf, für mich ein normaler Name, gefällt mir besser als Paul.

    * Elma: Mädchen oder Junge mit vergessenem r? Es klingt für beide Geschlechter irgendwie falsch.

    * Roni: Soll das ein Mädchen sein (Spitzname von Veronika oder Ersatz für Romy?) oder ein Junge (missglückter Ronny?) … Finde ich schon nicht vergebbar.

    * Liya: Warum nicht Lia???

    * Gustav Leopold: = zu altmodisch. Statt Leopold gefiele mir Leonard so viel besser …

    * Maja Pauline: das ist doch mal ein normaler Name, der gut zusammen klingt!

    * Tjomme: = zu friesisch

    * Daria Armina: in Ordnung, ich schwanke noch, ob ich die Namen zu ähnlich finde (ar-i-a) oder das Ganze melodisch.

    * Sora: Kompromiss zwischen Sara und Nora? Oder statt Zora? Irgendwie klingt es nach “nicht Fisch und nicht Fleisch” … 

    * Neyla: den Klang mag ich, die Schreibweise wirkt aber fremdländisch. Neila oder Naila hätte aber auch komisch ausgesehen (letztere an “nails” erinnert), insofern ok.

    * Lavina: klingt für mich falsch – ich kenne und mag Livana oder Lavinia. Vielleicht Gewöhnungssache.

    * Galina: Heute viele “_a_-ina”-Namen – Absicht? Galina ist vertrauter als Palina, kannte mal eine, und der Name hat eine hübsche Bedeutung, die ich allerdings vergessen habe. Wirkt weicher als Palina durch den stimmlosen statt stimmhaften Plosiv.

    * Jaxon Nathaniel: Jaxon sieht falsch aus, klingt nach Technikmarke. Ach, gibt es nicht auch Malzubehör dieser Firma, Ölkreide und so? Nathaniel finde ich als Zweitnamen ok, als Erstname wäre er mir zu gewaltig.

    * Elaina-Sandra: ohne Bindestrich ok, wobei ich nicht weiß, wie Elaina ausgesprochen werden soll (I-ley-na?). Dann müsste Sandra konsequenterweise auch “ßändra” gesprochen werden. Sonst wirkt es gerade als Doppelname richtig merkwürdig …

    * Ylvi Helena: Bei Ylvi fehlt mir das e hinten. Helena Ylvie fände ich klanglich schöner, aber ich mag immerhin beide Namen.

    • Jack Daniel: ob wohl der Whiskey auch während der Schwangerschaft floss?

      :mrgreen:

      Saugute, witzige Bemerkung! 😀 Ich denke mal, für den Namen Jack Daniel werden sich hier nur wenige Fürsprecher finden. Single Malte wäre eine Alternative oder vielleicht Bailey für ein Mädchen.

      Na, der Whisky wird den Kleinen nicht umgebracht haben, eher schon der Name. Eine Anekdote: Ich kannte eine Frau, die sich geweigert hat, während ihrer Schwangerschaft bei einem Geschäftsessen Hirschbraten zu essen – weil der ja in Rotwein mariniert wird. Zwar dürfe in dem Braten jedes einzelne Ethanol-Molekül verdampft sein, aber man kann ja nicht vorsichtig genug sein, wenn es um die lieben Kleinen geht. Es bleibt mir weiterhin rätselhaft, wie man je auf den Gedanken kommen konnte, mit diesem Volk hier einen Angriffskrieg führen zu wollen. :-/

      Galina ist für mich wirklich eindeutig russisch – noch viel deutlicher als Marina.

  3. Der Burner der Woche ist wirklich Jack Daniel(s). 😀 Skol, Kampei, sa sdarovie, nastrovie, leChaim und Prost.

    Fiete scheint schon nicht mehr albern genug – es muß auch das nochmals in einen Pseudo-Diminutiv gezogen werden: Fietje. *kotz*

    Bei Tjomme kriege ich schon wieder die schwedische Ikea-Friesen-Krätze, eine scheußliche qualvolle Krankheit.

    Elma ist in diversen Turksprachen „Apfel“.

    Sora. Kann sein, daß das auf japanisch eine Lesung für Himmel ist, bin mir nicht sicher. Normale Kun-Lesung ist aber „Ama“, übliche On-Lesung „Ten“. Man wartet aber sozusagen auf das -ya.

    Neyla. Nylons. Neyla trägt des nachts (baLeyla) Nylons. Das ist wirklich ein Nutten-Name.

    Gustav Leopold. Typisch mittelschichtige Fehlkonstruktion. Der evangelische Gustav und der katholische Leopold passen nicht zueinander.

    Bei Quentin komme ich nicht von dem Johnny-Cash-Song los: „St. Quentin, I hate every inch of you. […] St. Quentin, may you rot and burn in hell!“ (Es geht um das Gefängnis St. Quentin.)

    Einem Thilo habe ich mal die Frau ausgespannt. Seither kann ich den Namen kaum noch ernstnehmen. Aber das ist eine persönliche Geschichte. 😀

    Jaxon. „Stonewall“ Jackson oder Andrew Jackson? Beide sind für die US-amerikanische Geschichte sehr wichtig. Einer der größten Generale der US-amerikanischen Militärgeschichte (natürlich ein Konföderierter) und ein paar Jahrzehnte zuvor „Old Hickory“, der Begründer der „Jacksonian Democracy“. In meiner Generation gab es dann einen ziemlich unappetitlichen Populär-Künstler namens Michael Jackson. Mit x geschrieben haben die sich freilich alle nicht.

    Stonewall hieß mit Klarnamen Thomas Jonathan Jackson. Über die typisch angelsächsische Macke, Politikern und hohen Offizieren Spitznamen zu geben, könnte man sich auch mal Gedanken machen.

    Nathaniel = Hawthorne.

    Wirklich charmante Unterschichten- oder Oberschichten-Namen sind heuer nicht dabei.

    Mit herrlich-herzlichen Grüßen

    Johnny

  4. Wahlpflicht:
    Fietje und Isalie//
    Maja Pauline und Gustav Leopold

    Galina hab ich noch nie gehört. Damit werde ich nicht warm. Erinnert mich an Gallina- Huhn auf spanisch…

  5. Fietje ist schön.Taavi ist die finnische Form von David auch toll. Lauris ist auch schön noch besser gefällt mir die finnische Form Lauri. Gustav ist auch toll.Der Name Tjomme ist auch niedlich und im Norden oft vertreten.

  6. Wahlpflicht: Bei den Jungen ganz eindeutig Kurt Ansgar. Die Namen habe ich in anderer Zusammenstellung nämlich selber vergeben.
    Bei den Mädchen schon schwerer, am ehesten Daria Armina.

  7. Mir gefällt Daria, Galina (schöne Bedeutung), Sophia…mit Armina habe ich ein Problem, für mich ein spanisches Hohlmaß, dann lieber Amina.
    Vieles ist mir zu verspielt oder gefällt mir garnicht, schade.

  8. Kurt Ansgar. Ansgar halte ich im evangelischen Norden und Osten für vollkommen unmöglich, der Name paßt nicht in die Landschaft – das mag im katholischen Süden und Westen anders sein. Allerdings hatte ich einen Mitschüler namens Ansgar. Das war dann freilich auch ein Mutant, den keiner ernstgenommen hat.

    Mit Kurt ist es zumindest in Hannover noch komplizierter. Kurt Schumacher ist hier sozusagen sakrosankt. Hier wurde im späten April 1945 von Kurt Schumacher die Keimzelle der Nachkriegs-SPD gegründet – als in Berlin noch um den Bunker gekämpft wurde. Ich selbst habe in Zeiten der politischen Ratlosigkeit mehrmals das Grab Kurt Schumachers auf dem Ricklinger Friedhof besucht, um dort in Ruhe nachzudenken, zu meditieren und auf eine göttliche Eingebung zu warten. (Das Nachdenken und das Meditieren ist mir gelungen, die erhoffte Eingebung hingegen ward mir nicht zuteil.)*

    Andererseits wird Kurt im scheußlichen hannöverschen Prollo-Dialekt als „Kurcht“ ausgesprochen. „Kurcht, die Garchtentür knarcht.“

    Zumindest in meiner Stadt würde ich von beiden Namen absehen. Die Lage mag sich wie gesagt in anderen Regionen unseres Vaterlandes anders darstellen.

    Aber auch allgemeiner und überregionaler meine ich, daß weder Kurt noch Ansgar eine Wiederbelebung verdient haben. Beide Vornamen klingen einfach zu bescheuert.

    *) Wenn ich über wichtige Fragen nachzudenken habe, besuche ich oft Friedhöfe. Das verbindet mit den ehrwürdigen Ahnen und (man verzeihe mir die platte Formulierung) es erdet. Eine Exfreundin von mir hat im Studium vor wichtigen Prüfungen oft auf dem Kölner Melatenfriedhof Ruhe gesucht. Ein mental völlig anders gestrickter Studienfreund hat sich oft zum Nachdenken und Lesen auf dem Stöckener Friedhof hier zurückgezogen. Ich mache das auch. Ich besuche eigentlich einmal pro Woche den kleinen Herrenhäuser Friedhof hier, um mit Alltagsproblemchen etwas ins Reine zu kommen.

    • Ich finde Kurt gut! Warum assoziiert keiner damit den schönsten und charismatischsten Musiker der 90er, KURT COBAIN?

    • Düna, weil das ein typischer Frauen-Star war, den Männer nicht ausstehen können? 😀 So wie David Bowie oder im Fußball Michael Ballack.

      Anläßlich irgendeiner Fußball-WM oder EM vor so zehn Jahren hatte hier mal die Evangelische Landeskirche schmierige Besinnungs-Plakate aufgehängt: „Sind Fußballer unsere Götter?“ Auf eines davon war dann mit einem Edding in typischer Frauenhandschrift draufgekrickelt: „Jaaa! Ballack!!!“

      Wer es als Mann hingegen schafft, gleichzeitig Frauen und Männer für sich einzunehmen, dem gehört die Welt: Kaiser Wilhelm, Adolf Hitler, John Wayne, Humphrey Bogart, Zinédine Zidane.

      Ganz übel wird es bei Leuten, die von keinem der beiden Geschlechter gemocht werden. Musterbeispiel: Cristiano Ronaldo. Ein grandioser Sportler und recht kluger Kopf mit sehr sympathischem Benehmen, der aber bei Männern permanent den Eindruck erweckt, er sei ein „südländischer Frauenstar“, obwohl das nicht stimmt.

  9. * Jackson-Lennard Jürgen: Jürgen ist mutmaßlich eine Nachbenennung. Bei den ersten Namen hätte ich den Bindestrich weggelassen und/oder die Schreibweise Leonard gewählt, um im Englischen zu bleiben.

    * Fietje: Verniedlichung der Verniedlichung. Nicht so mein Fall.

    * Alend: Ist mir zu dicht an Elend.

    * Isalie: Isa(bella Rosa)lie munter zusammengekürzt?

    * Jack Daniel: Prost!

    * Amily Sophia: Das wird sie ständig buchstabieren müssen. Emily Sophia oder Amelia/Emilia Sophie hätte ich deutlich schöner gefunden.

    * Thilo: Ja, gerne. Danke!

    * Quentin Lian: Quentin ist okay, Lian wirkt unfertig.

    * Palina Joleen: Zuviel ‘lin’ für meinen Geschmack.

    * Lauris: Die einzige Lorenz/Laurenz/Lauritz-Variante bisher, mit der ich mich halbwegs anfreunden kann.

    * Sanna: Ich kaufe ein Su-.

    * Amalia Ivy: Für mich lieber Amelia, Amalia wirkt auf mich irgendwie altbackener.

    * Taavi: Mutmaßlich finnisch/baltisch? Junge oder Mädchen?

    * Kurt Ansgar: Nicht mein Fall, aber kann man mit leben.

    * Paul Pascal: Ebenfalls.

    * Elma: Finde ich nicht so schön.

    * Roni: Junge oder Mädchen? Falls es eine Ronny-Variante sein soll, wird er wohl immer falsch ausgesprochen werden…

    * Liya: Ist mir zu kurz.

    * Gustav Leopold: Bisschen wuchtig und nicht so mein Geschmack.

    * Maja Pauline: Keine Einwände.

    * Tjomme: Ich finde den Tjo-Anfang etwas anstrengend in der Aussprache. Aber grundsätzlich okay.

    * Daria Armina: Daria mag ich, Armina wirkt mir zu gebastelt. (Und insgesamt ein bisschen viel A…)

    * Sora: Kann man machen.

    * Neyla: Ich habe das Gefühl, diesen Namen aus irgendeinem Film oder Buch zu kennen, aber ich komme nicht drauf…

    * Lavina: Viel zu nah an Lawine.

    * Galina: Schön.

    * Jaxon Nathaniel: Dann lieber Jackson (s.o.). Grundsätzlich okay.

    * Elaina-Sandra: “Ehlaina” oder “Iläina”? Sandra darf gern wiederkommen.

    * Ylvi Helena: Theoretisch eine etwas wilde Mischung, aber irgendwie hübsch.

    Ich wähle diese Woche Daria und Thilo.

    • Hallo Moni,

      Neyla ist eine Figur aus der “Lindenstraße”. Eine syrische Flüchtlingsfrau, die
      mit Klausi Beimer verheiratet ist 😉

  10. Oh, Himmel, A….. und Zwirn:

    Jack Daniel setzt dem Fass heute wirklich die Krone auf :-))

    Ansonsten gefällt mir kaum etwas, am ehesten noch
    die Einzelnamen:

    Pauline
    Helena
    Daria

    Gustav Leopold scheint ja fast noch hübsch angesichts dieser Wucht
    von “außergewöhnlichen” Namen heute. Obwohl ich gar nicht auf diese
    “altmodischen” Namen stehe.

  11. Jack, Jackson, Jaxon … Zufall oder Trend? 🙂 Erinnert mich an den kleinen Jack, der vor gut zehn Jahren neben unserer Tochter im Brutkasten lag und bei dem die Mutter meinte, er sei ihr kleiner Pirat, “wie Jack the Ripper” 😉 Oder so.

    Einen Tjomme gibt es bei Kalle Blomquist (als Bösewicht). Der Name Palina dürfte durch Palina Rojinski bekannt geworden sein, finde ich ganz nett.

    Ich wähle aber doch klassisch
    Maja Pauline und
    Thilo (oder Gustav ohne Leopold)

    • Der Name Polina (Polya) ist im Russischen weit verbreitet. Das O wird wie ein A gesprochen, weil es unbetont ist. Palina Rojinski hat es wohl extra so transkribirieren lassen, damit es im Deutschen so klingt wie im russischen Original.

    • Ich warte weiterhin darauf, daß jemandem was Nettes zum Namen Jack Daniel einfällt. Das wäre wirklich mal ein Kunststück. 😀

      Jack the Ripper, natürlich. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Es ist kurios: Auch die schlimmsten Verbrecher werden irgendwann Teil der Lokalfolklore. Sie werden sozusagen possierlich. Jack the Ripper in London, Al Capone in Chicago, der Schinderhannes in Südwestdeutschland – und Fritz (!) Haarmann in Hannover. 😀

      Bei aller Scheußlichkeit seiner Verbrechen: Vor einigen Jahren haben hier mal die 96-Ultras regelmäßig eine riesengroße Fahne mit dem Portrait von Haarmann geschwenkt. Die linksliberalen Bonzen haben sich drüber aufgeregt – alle anderen haben gelacht. Ich auch. Irgendwann wird alles Gruselige skurril. (Das nicht zu sehen, ist ein Grundfehler der BRD-deutschen „Erinnerungskultur“.)

      Eine liebe Bekannte von mir ist im alten Südafrika aufgewachsen. Ein Vetter von ihr hat sie als Kind mit dem 20er-Jahre-Lied „Warte, warte noch ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch zu Dir“ geängstigt. Praktisch am anderen Ende der Welt!

      „In Hannover an der Leine,
      Rote Reihe Nummer acht,
      Wohnt der Massenmörder Haarmann,
      Der schon manchen umgebracht.
      […]
      Aus den Augen macht er Sülze,
      Aus dem Arsch, da mach er Speck.
      Aus den Därmen macht er Würste.
      Und den Rest, den schmeißt er weg.“

      Die Rote Reihe ist eine recht kleine Straße in der hiesigen Calenberger Neustadt. Da steht übrigens unter anderem auch die Neustädter Kirche, in der mal so nebenbei das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz bestattet ist. Ich besuche sein Grab ab und zu, wenn ich ein schwieriges aber wichtiges intellektuelles Problem zu lösen habe. Der göttliche Beistand bleibt mir aber auch da meistens versagt. 🙁

    • Was Nettes zu Jack Daniel
      Ich versuch es mal. Ich mag auf jeden Fall den Namen Daniel, der hat mir schon immer gefallen. Daniel war nur ein zeitlang extrem häufig. Jetzt ist er unter Kindern eher selten. Ich mag Daniel auch in englischer Aussprache, wenn die Herkunft stimmt.
      Jack ist doch der Rufname für einen John? Oder ist Jack inzwischen ein Eigenname geworden.
      Ich kann bei Jack nur von einem englischen Hintergrund ausgehen. Wenn ich dann nicht an den Whiskey denke, ist Jack Daniel gar nicht so schlimm.

      Jack läßt sich nicht, wie Henry, einfach deutsch aussprechen. Jack + deutschen Nachnamen würde jedenfalls nicht passen. In dem Fall würde der Name auch gleich in der Schublade landen.

    • Mareike,

      meines Wissens ist Jack die Standard-Koseform für einen James, also einen Jakob. Andererseits wurde John F. Kennedy in der Tat von seinen Anhängern und seiner Sippschaft Jack genannt.

      Billy Bragg (nebst Shane MacGowan mein liebster englischer Pop-Künstler) singt in „The Great Leap Forward“ in seinem charakteristischen Cockney-Akzent von „Jack and Jacqueline“, also von John Fitzgerald und Jacky Kennedy.

      https://www.youtube.com/watch?v=kjLXyqD3lvI

      Shane MacGowan hingegen singt in „Thousands are sailing“:

      „Then we raised a glass to JFK
      And a dozen more besides.“

      Kennedy war ohne Zweifel einer der großen charismatischen Politiker des 20. Jahrhunderts. Klar, wer gleich zwei Spitznamen verpaßt bekommt – eben Jack und JFK –, der hat ohne Zweifel Charisma.

      Mag Mark hier Licht ins Dunkel bringen…

      I take pride in the words: „Isch bin einen Hanoverian“

      John

  12. Isalie – der Name ist mir zu süßlich. Ich muss aber sagen, dass ich die Namensbestandteile Isa- und -lie im Grunde mag.

    Jack Daniel – würde ich aufgrund DER Assoziation nicht vergeben, aber abgesehen davon mag ich sowohl die Kombi als auch beide Namen englisch ausgesprochen sehr – klingt einfach cool.

    Quentin Lian – finde ich ok. Bei Quentin denke ich immer gleich an Quentin Tarantino. Lian bzw. Lia als Kurzform von z.B. Julian bzw. Julia ist mir noch etwas befremdlich, aber kann man machen.

    Paul Pascal – gefällt mir von den Jungennamen aus dieser Auswahl am besten.

    Elma erinnert mich an Selma, Elmo oder auch Emma. Elma kannte ich noch nicht, gefällt mir ganz gut.

    Gustav Leopold und Maja Pauline finde ich vom Klang her gelungen.

    Galina – ist bei mir durch das lateinische Huhn besetzt – auch wenn ein l fehlt.

    Jaxon Nathaniel – würde ich hierzulande nicht vergeben. Jaxon ist nicht mein Fall, Nathaniel mag ich sehr.

    Am besten gefallen mir Paul Pascal und Elma oder Maja Pauline.

  13. Mein Favorit Palina und bei den Jungs Lauri(s) hätte das s weggelassen. Mal was neues . Paul der Name ist mir zu oft vertreten das man ihn nicht mehr hören kann. Pascal -ne.Fietje ist frech und niedlich. Gustav ist auch noch ganz nett.@Sandra Tjomme hab ich noch nie gehört.

  14. Wahlpflicht: Kurt Ansgar und Ilvy Helena

    Wild geschüttelt: Armin Kurt und Sophia Helena (oder Helena Sophia?)

    Noch wilder geschüttelt: Quintus Laurenz

    Im Einzelnen:

    Jackson-Lennard Jürgen: Welch abenteuerliche Kombination. Lennard gefällt mir ganz gut, rollt besser von der Zunge als Leonhard, wirkt aber informeller. Jürgen fand ich schon immer, ähnlich wie Jörg, einen komisch klingenden Namen.

    Fietje, Tjomme: zu friesisch/nordisch. Diese Namen nehmen zurzeit wirklich überhand.

    Isalie: Gefällt mir ganz gut, aber wie würdet ihr den Namen betonen?

    Jack Daniel ist hoffentlich keine Anspielung auf einen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Johannes Daniel wäre subtiler gewesen.

    Amily Sophia: lieber Amelie Sophia oder Amalia Sophie

    Quentin Lian: Quentin ist toll, noch besser gefällt mir das Original Quintus. Den Namen könnte man an ein Juli-Baby (Quintilis) vergeben. Lian wirkt daneben besonders substanzlos und klingt eher nach einem schrillen Geräusch als nach einem Namen.

    Palina Joleen: Palina assoziiere ich auch mit Blässe, aber nicht im negativen Sinne – ich ziehe sie Bräunungsstreifen oder Solariumsbräune allemal vor. Aber Blässe wird heute oft als Anzeichen von Krankheit oder Schwäche betrachtet. Joleen finde ich in allen Varianten schrecklich. Ich stelle mir eine überschminkte Mutter und jede Menge Plastikspielzeug in knalligem Pink vor.

    Lauris: Die Endung gefällt mir nicht so gut, aber besser Lauris als Joris. Noch viel besser gefiele mir jedoch Laurenz.

    Sulea: Mich würde die Bedeutung dahinter interessieren. Rein phonetisch finde ich den Namen nicht schlecht, er könnte aber eine stärkere Endung vertragen.

    Amalia Ivy: Amalia ist ganz hübsch, wenn auch ziemlich a-lastig. Er klingt mangels kerniger Konsonanten sehr lieblich, aber dennoch nicht verweichlicht. Ivy finde ich im angloamerikanischen Raum schön, wenn auch etwas kitschig. Efeu gefällt mir auch als Pflanze.

    Taavi ist der finnische David. Das Finnische kennt zwar ein d, es gilt aber als unfinnisch, weil er dort nicht recht ins phonologische System passt.

    Kurt Ansgar: Kurt ist ein harter, dunkler Name. Als EN wäre er mir zu kur(t)z, als Nachbenennung in Form eines ZN gefällt er mir. Bei Ansgar muss ich immer an eine Gans denken, aber der Name ist schon in Ordnung.

    Paul Pascal: Hier haben wir “klein” und “Ostern”. Die Empfängnis könnte tatsächlich an Ostern gewesen sein, und damals war Paul Pascal wirklich noch sehr, sehr klein.

    Roni klingt nach abgebrochenen Makkaroni, aber die Nudeln sind ja ohnehin schon sehr kurz.

    Liya: So wird Lia künstlich verlängert, klanglich bleibt es bei einem schrillen Geräusch.

    Gustav Leopold: Gustav assoziiere ich mit Skandinavien und Gusto. Leopold ist etwas wuchtig, aber auch gegensätzlich – der Anfang ist melodisch, das Ende hart und erinnert phonetisch und lautmalerisch an Poltern. Ich assoziiere den Namen mit Leopold Mozart.

    Maja Pauline: Mir gefiele Maia wie die Gestalt aus der römischen und griechischen Mythologie besser. Pauline ist schön. Schöne Kombination.

    Daria Armina: An dieser Kombination stören mich die aufeinanderprallenden a. Armin wäre mein Geschmack, Armina überzeugt mich nicht.

    Lavina: besser Lavinia wie die Gestalt aus der römischen Mythologie. Es soll zudem Fische geben, die so heißen. Der Name erinnert mich an Lawinen.

    Galina: sehr russisch, schöner Klang und Bedeutung

    Jaxon Nathaniel: Ich dachte auch an Jaxon-Kreiden, mit denen habe ich auch immer gerne gemalt. N prallt auf N. Nathaniel gefällt mir nicht. Namen auf -el sind nicht mein Fall.

    Elaina-Sandra: Elaina als Variante zu Elaine ergibt für mich keinen Sinn.

    Ylvi Helena: schöne Einzelnamen, aber den Kontrast zwischen dem skandinavischen EN und dem griechischen ZN finde ich unpassend.

    • @ Verena

      Klug wie immer! 🙂

      Palina. Man man könnte vielleicht an das berühmte Gedicht Kaiser Hadrians denken:

      „animula vagula blandula
      hospes comesque corporis
      quo nunc abibis in loca
      pallidula rigida nubila
      nec ut soles dabis iocos“

      „Seelchen, Du schweifendes, zärtliches…“

      Sulea kann ich aus persönlichen Gründen nicht erstnehmen, weil ich in einer Stadt namens Sulingen aufgewachsen bin.

      Armina sitzt wirklich zwischen allen Stühlen. Einerseits Armin – mit allen Assoziationen, die es dazu im Deutschen gibt. Von Hermann dem Cherusker bis hinab zu Armin Müller-Stahl 😉 . Andererseits gibt es im Islam Amina, die Mutter des Propheten. Man sollte sich da schonmal entscheiden…

      Das mit dem d im Finnischen war mir neu, danke für den Hinweis! 🙂 (Im Spanischen werden w und k nicht für voll genommen.)

      Quentin leitet sich aber nicht direkt vom altrömischen „Zählvornamen“ ab (und natürlich auch hoffentlich nicht vom US-Knast), sondern vom hl. Quintinus, wörtlich „der kleine Quintus“.

      Pascal ist aber ein klassischer französischer Vor- und Nachname. Man denke an den ollen Blaise Pascal, diesen verdammten Jansenisten. 😉

      Wirklich, wem zu Jack Daniel was Nettes und gleichzeitig Kluges einfällt, kriegt von mir ’ne Flasche Whiskey spendiert. 😀 Der Name ist sowas von schrecklich! 😀

      Amalia. Als alter EAV-Fan und Habsburger-Freund komme ich bei dem Namen nicht von der Frau vom „Burli“ los.

      https://www.youtube.com/watch?v=cO2Flbz6ud0 (so ab Minute 3:20)

      (Jeder echte und geschichtsbewußte Hannoveraner ist Habsburger-Freund. Wir haben 1866 gemeinsam gegen die verdammten Preußen verloren, und die Habsburger haben danach unserem König und den Seinen großzügig Zuflucht geboten. Und ich persönlich bin im Durchschnitt immer mit Österreichern besser klargekommen als mit Reichsdeutschen – weil ich ihren Humor und ihren Stil mag.)

    • Roni klingt nach abgebrochenen Makkaroni, aber die Nudeln sind ja ohnehin schon sehr kurz.

      Nun, in der klassischen französischen Hochküche werden Makkaroni auch fast immer gebrochen verwendet. Rezepte mit dem Namen „Bagration“ enthalten immer gebrochene Makkaroni, das bekannteste dürfte die „Potage Bagration“ sein, eine gebundene Kalbssuppe mit gebrochenen Makkaroni als Einlage.

      Namenspatron dieser Speisen ist der georgischstämmmige Fürst Bagration, der 1812 in der Schlacht von Borodino gegen Napoleon gefallen ist.

      Nach Bagration wurde dann auch im Sommer 1944 in der Sowjetunion die „Operation Bagration“ benannt, in Deutschland auch bekannt als „Vernichtung der Heeresgruppe Mitte“. Die Schlacht hat Deutschland mehr Tote gekostet als Stalingrad anderthalb Jahre zuvor – es war die verlustreichste Schlacht der deutschen Militärgeschichte. Eigentlich wollte der Russe „nur“ Minsk nehmen, aber die Sache lief so gut, daß man am Ende vor Warschau und an den Grenzen Ostpreußens gestanden hat. Die Schlacht hat ganz entscheidend dazu beigetragen, das deutsche Militär doch noch zum Putschversuch vom Juli 44 zu motivieren.

      Nein, ich bin gerade weder betrunken noch bekifft. 😀 Finde es nur immer wieder interessant, wie man aus Vornamen Assoziationsketten basteln kann.

  15. Alend könnte norwegisch sein. Vor einigen Jahren bekam eine damalige norwegische Bekannte einen Sohn, der entweder so oder ganz ähnlich genannt wurde und sie sagte damals, das sei in ihrer Heimat ein geläufiger Name. Gesprochen wurde er ein wenig anders als geschrieben.
    Bei Daria Armina frage ich mich, ob ihre Eltern aus dem Iran sind. Dariusch ist ja ein persischer Jungenname, Armin ebenfalls (ja, sollte man nicht denken) und vielleicht sind das ja jeweils weibliche Formen davon.
    Lauris und ähnliche Namen erinnern mich immer an den zeitgenössischen Komponisten Morten Lauridsen, von dem ich gerade wieder was einstudiere, er ist in den USA geboren und Sohn dänischer Eltern. Schöne Stücke, teilweise etwas kitschig.

    • Daß es Armin im Persischen gibt, war mir komplett neu, danke für den Hinweis. Wirklich nicht Amin? Darius ist klar – die achämenidischen Großkönige dieses Namens. Dariusz gibt aber eben auch in Polen, wie Du ja weißt.

      Perser sind irgendwie das kurioseste Volk Eurasiens. Ich habe kürzlich mal einer iranisch grundierten Frau erzählt, daß ich ein paar zigeunerische Vorfahren habe. Antwort: Das sei ja nicht so schlimm, Zigeuner seien ja auch Arier. Sie müßten nur ein bißchen zivilisiert werden, und das habe bei mir ja schon so halbwegs geklappt. Und wenigstens sei ich kein Nazi. Solche Sprüchlein kriegt man echt nur von Persern zu hören! 😀

      In der islamischen Welt gelten Perser als Neurotiker und notorische Schismatiker (halt wegen der Schia), während die Perser auf die Araber und die Türken als Barbaren herabblicken. Ein persischer Nationalschriftsteller (ich komme gerade nicht auf den Namen) hat den Propheten als „heuschreckenfressenden Beduinen“ bezeichnet. Wohlgemerkt wird das bis heute in der Islamischen Republik Iran fröhlich gedruckt.

    • Ja, ganz sicher, mit einem “r” drin. Ich kenne einen jungen Namensträger, Vater von hier, Mutter von dort, sie wollte einen Namen aus ihrem Land und er hat was ausgesucht, das auch in Deutschland gut funktioniert.

    • Heute ist übrigens der 225. Jahres der Guillotinierung der Marie Jeanne, Gräfin von Dubarry, der letzten Mätresse Ludwigs XV. von Frankreich. Die Dubarry war irgendwie die perfekte Rokoko-Kombination von Nutte und Adliger. 😀 So ähnlich wie Katharina I. in Rußland.

      https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/graefin-dubarry-100.html

      Heine im gleichen Caput über die Dubarry (aus dem Gedächtnis):

      „Die Dubarry lebte lustig und fromm,
      Solange Ludwig regierte.
      (Der Fünfzehnte nämlich.) Sie war schon alt,
      Als man sie guillotinierte.“

      Nutte und Heilige, Ganove und Adliger, Asozialer und Ritter – das sind überhaupt keine grundsätzlichen Widersprüche. Ritter müssen sogar immer auch ein bißchen asozial sein: kompromißlos, verschwenderisch, stolz, gewaltbereit, verrückt, mutig, ehrenhaft, exzentrisch, altmodisch, auf die Umstände scheißend. Wie Don Quixote. Probleme gibt es immer nur mit der heute allmächtigen, anpasserischen Mittelschicht.

  16. Gustav Leopold und Maja Pauline finde ich beide spitze.

    Gustav ist ein Name, der für mich als Kind eine mythische Aura hatte; mein Vater liebte seinen schwäbischen Großvater namens Gustav und erzählte sehr oft von ihm. Dadurch ist mir der Name ans Herz gewachsen. Aber auch so finde ich ihn gut. Es ist ein älterer, etablierterer Skandinavienimport, der durch einen schwedischen König bekannt wurde. Dadurch ist der Name für mich doch irgendwie verwurzelter und “deutscher” als neuere Importe wie Thorsten oder gar Kjell. Mein in den 1890er Jahren geborener Urgroßvater dieses Namens erhielt aber diesen Namen durchaus als modisches Novum–seine ganzen Brüder hießen wie ihre Vorfahren auch alle Karl, Christoph, Johann, Ludwig, Friedrich, usw. Aber er, einer der Jüngeren, bekam den exotischen Gustav ab. Klanglich finde ich den Namen auch besonders schön; mag sowieso Namen mit U.

    Maja mag ich, und Pauline bildet irgendwie einen schöne klangliche Ergänzung dazu. Beide Namen sind zugleich gerade in Mode und sehr traditionell.

    • Natürlich ist Gustav über die Schiene „Gustav II. Adolf“ nach Deutschland gekommen, ganz recht. In jeder größeren protestantischen Stadt gibt es eine Gustav-Adolf-Straße. Der wilhelminische Personenkult um Gustav Adolf, den „Löwen aus Mitternacht“ ist im Zusammenhang mit dem zeitgleichen und extremeren Bismarck-Kult zu sehen. Halt in den 1890er Jahren. Bei Gustav Adolf waren das auch Nachwirkungen des Kulturkampfs gegen den Katholizismus.

      Ich wette einfach mal, daß Dein schwäbischer Urgroßvater Protestant, also wohl Pietist, war.

    • @Jan:

      Interessant, hätte jetzt gar nicht daran gedacht, dass der Name Gustav starke protestantische Konnotationen hat und somit auch durch den bismarckschen Kulturkampf einen Auftrieb bekam. Das könnte bei meinem Urgroßvater passen: wie Du richtig vermutest, kommt er aus einer frommen pietistischen schwäbischen Familie.

    • @ Mark

      Ha, freut mich, richtig geknobelt zu haben! Du kennst sie ja so gut wie ich, die typische Intellektuellen-Eitelkeit.

      Heute, in Zeiten allgemeiner Entkonfessionalisierung, Entchristlichung und Enthistorisierung ist der Zusammenhang „Gustav und Protestantismus“ im allgemeinen Bewußtsein wohl verloren gegangen. Früher war er offensichtlich: Gustav war auch ein protestantischer „Kampfname“.

      Umgekehrt werden ja heute auch früher als typisch katholisch empfundene Namen eben nicht mehr als katholisch empfunden: Maximilian, Johannes, Leo etc.

      Kennst Du das Gedicht „Das Leibregiment“ von Kurt ( 😉 ) Tucholsky? Da geht es um den König Gustav:

      https://www.youtube.com/watch?v=Aj46tdqEfKM

      Es gibt schönere Aufnahmen davon, unter anderem eine von den von mir sehr bewunderten Zwillingen Hein & Oss Kröher, das scheint es aber auf Youtube nicht zu geben. Oss ist kurz für Oskar.

      Ich finde übrigens, daß gerade die endlosen Assoziationsketten in alle möglichen Richtungen das Thema Vornamen so spannend machen. Knud mag das anders sehen. 🙂

      Boris etwa wurde in meiner Kindheit noch als russisch empfunden, obwohl der Name auch schon vergeben wurde. Dann kam Boris Becker – fast auf den Tag so alt wie ich. Und heute heißt einer der wenigen achtbaren Grünen Boris mit Vornamen. Seinerseits Schwabe.

  17. Jackson/Jaxon–der Name ist in den USA ganz groß in Mode (und die Schreibweise Jaxon ist auch nicht ungewöhnlich). Viele meiner amerikanischen Bekannten haben Söhne oder Neffen dieses Namens. Jack ist in den USA ja auch relativ modisch, und Jackson ist dann halt nochmal etwas moderner und frischer. In den letzten zwanzig Jahren werden ja überhaupt immer mehr Nachnamen zu Vornamen–das finden die Leute im Moment spannend und interessant. Auch meine in Texas lebenden Neffen heißen Jameson und ähnlich, eigentlich sind ihre Vornamen Nachnamen. Ich finde Nachnamen als Vornamen meistens nur dann gut, wenn der Nachname tatsächlich Teil der Familiengeschichte ist (z.B. Mädchenname der Mutter oder einer Großmutter). Sonst finde ich es schon recht willkürlich. Die Ausnahme für mich bildet Logan–diesen irischen Nachnamen mag ich irgendwie auch als Vornamen. Kannte viele Logans in den USA. Dafür habe ich gar keine Rechtfertigung–außer, dass dieser Nachname wenigstens nicht die Endung “son” enthält. Das finde ich nämlich schon ein bisschen willkürlich–Hallo, ich heiße Sohn von Jack, aber mein Vater heißt Bryan. Ein anderer Nachname, den ich (in den USA) als Vorname gut finde ist Armstrong (aber der Name ist überhaupt nicht in Mode, zur Zeit).

    Namen, die ich in der heutigen Auswahl sonst noch gut finde:
    Thilo und Tjomme. Mag friesische Namen sehr, und Tjomme hört sich interessant und charmant an. Würde ich hier in Schwaben aber nicht vergeben.

    Lavina–in den USA war Lavinia wegen der römischen mythologischen Figur im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein überaus beliebter Name. Lavina als Nebenform war auch nicht selten. In unserem letzten Wohnort in den USA, Fort Wayne, Indiana, parkten wir jeden Sonntag in der Lavina Street, um den Gottesdienst in der Emmanuel Lutheran Church dort zu besuchen. Viele Straßen in den USA tragen ja Frauenvornamen als Straßennamen: Mildred Avenue, Elizabeth Street, Cornelia Street, Ann Street, usw. Eben auch Lavina Street, und die gibt es nicht nur in Fort Wayne. Auf Englisch hört sich Lavina gut an; deutsch gesprochen finde ich dann doch Lavinia deutlich besser. Die Lawinenassoziation stört mich an Lavinia nicht; bei Lavina wird sie aber im Deutschen dann doch verstärkt.

    Wie findet ihr (im Englischen) den Namen Laverne? Einer meiner Lieblingsnamen im Englischen. Es gibt in den USA auch Straßen, die Laverne Street oder Avenue heißen.

    Kurt finde ich toll, aber Ansgar klingt mir zu zischend und hart in Kombination mit Kurt. Für sich finde ich auch Ansgar gut. Ansgar Wilhelm und Kurt Wilhelm–das fände ich sehr schön.

    Taavi–für ein Kind mit finnischem Hintergrund sehr schön. Ansonsten finde ich, dass finnische Namen im Deutschen nicht besonders gut passen.

    Palina Joleen–
    Die Kombi klingt, trotzdem ist Palina aber doch recht befremdlich in einem deutschsprachigen Kontext. Wenn kein besonderer ausländischer Hintergrund vorliegt, dann doch viel lieber Paulina. Joleen ist so ein Neugebilde. Wenn der Name deutsch gesprochen wird, so wie geschrieben, dann finde ich ihn sogar etwas charmant; als Dscholeen finde ich ihn nervig. Muss bei diesem Namen an französisch “jolie” (“hübsch”) denken. Paulina Joleen fände ich ganz gut; noch besser, Paulina Johanna. Aber so klassisch wollten die Eltern von Palina Joleen es ja gerade nicht. Nun denn….

    • Ha! Ihr habt in Indiana gelebt? Ein uralter E-Mail-Freund von mir hat in Bloomington Slawistik gelehrt und war (glaube ich) auch ein gebürtiger „Hoosier“. Er ist dann mit Frau und Kind nach Europa emigriert (also so ähnlich wie Ihr), und zwar interessanterweise nach Slowenien. Sein Vorname war der des jetzigen US-Präsidenten. Und Melania T. kommt ja aus Slowenien. 😀

      Er kannte sich auch sehr gut in Deutschland aus, weil er mal über das Sorbische in der Oberlausitz gearbeitet hatte.

      Er hat mir oft mit dem Englischen geholfen und ich ihm mit dem Deutschen. Im Gegensatz zu mir war er begeisterter Wagnerianer. Leider haben wir uns aus den Augen verloren.

      Wie ich schon so oft gesagt habe: Mischgezüchte sind meistens interessant. Ich habe mich immer gerne mit Ausländerinnen eingelassen – weil’s halt weniger langweilig ist. Das Wort „multikulturell“ ist durch die Liberalen völlig diskreditiert – aber wenn man Multikulturalität mit Stil praktiziert, ist es großartig. Weißt Du ja.

    • Laverne wirkt auf mich französisch: la verne. Allerdings kenne ich Verne im Französischen nur als Nachnamen — kennt jemand die Bedeutung? Spontan gefällt mir der Name ganz gut, es gibt jedenfalls Schlimmeres.

      Was du über die Vergabe von Nachnamen als Vornamen schreibst, finde ich interessant, und ich teile deine Meinung diesbezüglich. Noch seltsamer finde ich es, wenn Mädchen Harper oder Taylor heißen. Ob dieser Trend irgendwann nach Deutschland schwappt? Die Nachnamen, die auf Berufsbezeichnungen zurückgehen, funktionieren im Deutschen nur für Jungen, wobei man zu Nachnamen wie Müller, Schuster und Bauer natürlich auch die weibliche Form bilden kann. Es wird wohl eher so sein, dass Nachnamen, die häufig in den USA als Vornamen vergeben werden, dann auch ab und zu in Deutschland aufgegriffen werden, wie hier schon Jaxon.

      Ich überlege gerade trotzdem, welche deutschen Nachnamen sich am ehesten als Vornamen eignen könnten (neben den offensichtlichen wie Friedrich, David, Martin, Wilhelm usw.). Mir fällt spontan Winter ein. Klanglich ginge der auf jeden Fall als Vorname durch, und in den USA wird ja auch Summer als Vorname vergeben (und da manifestiert sich wieder die allgemeine Vorliebe für die weicheren, leichteren Namen, sowohl im Klang als auch in der Bedeutung). Ansonsten fallen mir gerade nur Nachnamen ein, die auf Vornamen zurückgehen (Kuhn von Konrad, Laux von Lukas, …).

    • Laverne bleibt für mich immer mit Cher verbunden – Kaugummi kauend, hoch toupiert und auf High Heels stöckelnd. Sehr schön schräg.
      Leider habe ich keine Ahnung mehr, aus welcher Show diese Sketche stammen.

    • @Verena und Barbara:

      Danke für das Feedback zu Laverne. Der Name war in der Generation meiner Großeltern recht beliebt, viele Straßen heißen so, auch ein Vorort von Los Angeles, und dann gab es noch die in den USA beliebte Sitcom “Laverne and Shirley,” die ich als Kind immer schaute. Der Name leitet sich von “Verna” ab, der Göttin des Frühlings. Es ist die frz. Form dieses lateinischen Namens. Verna und Vernon waren in den USA auch beliebte Namen. Als ich noch dachte, ich heirate mal eine Amerikanerin und ziehe meine Kinder in den USA groß, da dachte ich mir, ich würde eine Tochter gerne Laverne nennen (andere Namen schwebte mir auch vor, aber eben auch Laverne).

      Verena, ich denke auch, deutsche Nachnamen werden eher nicht zu Vornamen werden, sondern amerikanische Nachnamen werden dann auch in Deutschland als Vornamen vergeben werden. Wagner, Weber, Müller und Schmidt–da müsste ganz große kulturelle Verschiebungen geben, bis die in Deutschland als Vornamen akzeptiert werden. Wie Du sagst, Nachnamen die auf Vornamen basieren, wie Reichardt und die von Dir aufgeführten, die hätten eher eine Chance, ein Modephänomen zu werden.

      @Jan: Indiana University-Bloomington–eine wirklich hervorragende Uni, die unter den großen staatlichen Unis der USA immer einen hohen Rang einnimmt. Es ist erstaunlich, dass ein nicht besonders wohlhabender und bedeutender Staat wie Indiana eine solche Uni aufweisen kann (und mit Purdue und Notre Dame noch zwei andere hochklassige Unis). Es hilft, dass Indiana schon viel früher als viele andere Mittelweststaaten besiedelt und industrialisiert wurde, da hatten die Institutionen Indianas einen Vorsprung vor denen weiter im Westen. Ich lehrte an einer Uni, die von deutschen Nonnen gegründet wurde, die vor dem bismarckschem Kulturkampf flohen–die Schwestern der ständigen Anbetung (Sisters of Perpetual Adoration). Es ist die University of Saint Francis-Fort Wayne. Überhaupt ist die USA voll von Institutionen und Unis, die von Glaubensflüchtlingen gegründet wurden.

    • danke für die Infos zu den Namen Laverne und Verna.
      wie sprecht ihr im Englischen Laverne aus? und wie spricht man es in Deutschland? es sieht irgendwie so französisch aus dass ich mir mit der Aussprache unsicher bin.
      Verna kann man in Deutschland nicht so gut vergeben, auch wenn es gut aussieht und an eine Göttin des Frühlings angelehnt ist. wenn sich eine Frau als Verna vorstellt hören die anderen Leute – Werner.

    • Winter als (männlichen) Vornamen gibt es bereits. Mein Mann hatte mal einen Brieffreund in Sambia, der so hieß.

  18. @ Verena, Barbara, Mark et alii

    Nachnamen i.S.v. Familiennamen sind ja historisch gesehen relativ neu. Sie sind im Grunde erst im Spätmittelalter entstanden. Und es dauert dann noch Jahrhundert, bis sie allgemein üblich werden. Daher liegt wohl ihre Bedeutung oft noch klarer zutage als die von Vornamen: Patronyme, Toponyme. Auch Berufsbezeichnungen sind sehr häufig: Müller, Meier, Schulz.

    Obwohl man auch da vor „falschen Freunden“ nicht sicher ist. Als kleiner, schmächtiger Junge habe ich immer gedacht, daß mein eigener Nachname von dem Tier Bär komme. Aber nein, es ist ein Toponym nach einem Flüßchen im Harz.

    Die Juden wurden gar erst im 19. Jahrhundert genötigt, sich Familiennamen zuzulegen. Und in der arabischen Welt ist es bis heute viel einfacher als im Westen, seinen Namen zu ändern. Oft reicht eine Zeitungsanzeige: „Ali Baba heißt jetzt Ali Mente“. (Der Witz ist leider nicht von mir, sondern aus der FAZ vor Jahr und Tag.) Eine Besonderheit der islamischen Namens-Sitten dürfte die Benennung des Vaters nach dem Sohn sein, eben diese Abu-Namen: Abu Bakr, der Schwiegervater des Propheten, seinerseits Vater der Aischa bint Abi Bakr, der Lieblingsfrau des Propheten.

    @ Mark

    Was Du über Indiana und Bloomington erzählst, ist hochinteressant. Das war mir in der Form neu. Ich wußte auch nicht, daß der Kulturkampf zu einer nennenswerten Auswanderung nach Amerika geführt hat. Daß nach der liberalen 48er-Revolution viele nationalliberale Deutsche in die USA gegangen/geflüchtet sind (in der Tat sehr oft nach Wisconsin), dürfte wohl bekannter sein. Eben mit Friedrich Hecker und Franz Sigel als Muster-Exemplare.

    „I fights mit Sigel“ war ein Marschlied der deutschstämmigen Nordstaatler im Amerikanischen Bürgerkrieg.

    Mein alter Kumpan hatte übrigens wie Du nicht nur einen Vornamen, der gut in beiden Sprachen funktioniert, sondern wie Du auch einen im Deutschen schwäbisch klingenden Nachnamen. Christ war er als Wagnerianer freilich nicht. 😉 Jedenfalls habe ich viel von ihm gelernt.

    Ich kann mich nur wiederholen: Multikulturalität auf hohem Niveau (und eben nicht nur als tumbes linksliberales Lippenbekenntnis) ist grandios. Auch daher habe ich mich neulich so sehr darüber geärgert, daß mir von irgendwelchen kerndeutschen Piesen und Verdachtschöpfern das ruppig-freundlich gemeinte Wort „Mischgezücht“ vorgeworfen wurde.

    Und Vorsicht, Ihr Linksliberalen: Es gibt (anders als in meiner Generation) auch wieder eine ganze Menge junger, rechter Frauen. Das ist ein verdammt schlechtes Zeichen für Euch.

  19. Wahlpflicht:
    Thilo
    Palina Joleen
    Lauris
    Maja Pauline

    Ansonsten fällt bei mir alles mehr oder weniger in den Bereich „ok“, abgesehen von Jackson-Lennard Jürgen und Jack Daniel.
    Amily Sophia verstehe ich nicht ganz. Wie spricht man in diesem Fall Amily aus? Einfach Amelie? Amilie? Oder Ami-lee?

  20. Sulea, wenn man das eingibt, kommt als erstes der Familienname Sulea, dann ein Gardine und dann ein Rennpferd… also ein bisserl schwierig.
    Alend, darüber habe ich nichts gefunden, was wesentlich wäre, Herunft, Bedeutung, aber es gibt aus den 40iger Jahren eine Film von Walt Disney, Alend, der herzlose Retter.
    Fietje ist für mich wie Kalle, Bosse, Lasse im Süden nicht ideal, mag sowieso keine Verniedlichung im Namen, das kommt ganz von allein.
    Statt Roni hätte ich Veronika oder Ronja gewählt.
    Quentin mag ich garnicht und Lian macht´s nicht besser.
    Jack, Jackson, Jaxon naja, klingt amerikanisch für mich ;).
    Ylvi, Ivy ganz niedlich, Liya und Isalie zu viel i und a.
    Amily und Amalia, der gleiche Namen in verschiedener Fassung 😉
    Ansgar ist für mich negativ besetzt, der Ansgar, den ich kenne, wird Ansi gerufen.
    Elma, da mag ich Alma lieber, aber vielleicht ist die Kleine nach Elmira benannt, das gefiele mir besser.
    Kurt passt zur Mode, kurze Namen, „altdeutsche“ Namen.
    Leopold gibt es in der letzten Zeit häufiger, gestern habe ich Zwillingspaare, drei Wochen alt kennengelernt: Gustav und Anton.
    Zur Taufe meine Enkelin Elisabeth waren Philemons Freunde da, Leo und die Zwillinge Moritz und Zacharias und die Tochter Patin Katharina.;)

  21. Wahlpflicht-Spiel:
    Ylvi Helena
    Paul Pascal
    (Beides nicht wirklich meine Wahl, aber alles andere gefällt mir noch weniger…)

    Junge oder Mädchen?
    Taavi
    Roni
    Lauris

    Wie spricht man das aus?
    Ivy: “Iwi”, “Ifi”, “Aiwi” oder noch anders?

    Isalie würde ich auf der 1. Silbe betonen und das ie als langes i sprechen ( wie bei Rosalie). Habe ich noch nie gehört, aber hat was Isabel gefällt mir aber viel besser.

    Sora: Witzig, ich habe letzte Woche eine Sora (ca. 40) kennengelernt. Vorher hatte ich den Namen noch nie gehört.

  22. Einen weiteren berühmten Kurt habe ich vergessen! 🙁 Man gestatte mir, das nachzutragen:

    Natürlich General Kurt von Schleicher – bis heute einer der großen Helden von uns deutschen Nationalbolschewisten und Querfront-Anhängern. Von Schleicher war Rechtsritter des preußischen Johanniter-Ordens und letzter Reichskanzler der Weimarer Republik. 1934 in der „Nacht der langen Messer“ von den Nazis erschossen – wie schändlicherweise auch seine Frau Elisabeth von Schleicher. (Wer absichtlich auf Frauen oder Kinder schießt, hat jede Ehre verloren.)

    Kurt ist echt ein komplizierter Vorname…

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