Babynamen der Woche 34/2015

Annika Chiara * Livia * Annika Emilia * Nicolas Elias Luis * Lotta Annelie * Lina Mathilda Anouk * Lucas Clemens * Quirin Alexander Lois * Ida Leana * Minato * Merle Greta * Phileas Oskar * Anil * Hannah Misera * Lasse Henning * Saphira-Leonora * Fritzi Lotta * Linus Lenard * Janis Adrian * Edwin * Tim Benett * Sam Martin * Leon Marek * Tiva Loona * Fibi Maria * John Julien * Thelda Johanna * Emmylou * Theon

Zwillinge der Woche

Helene Sophia & Benjamin Caspar
Jonathan Joachim & Caroline Freva

Und außerdem …

18 Gedanken zu “Babynamen der Woche 34/2015”

  1. Lina Mathilda Anouk – Anouk finde ich super, Mathilda ist auch schön, der mutmaßliche Rufname Lina kommt mir dagegen etwas blass vor. Alles zusammen aber leicht überladen.
    Lucas Clemens – Mir gefällt, dass beide mit c geschrieben werden.
    Minato – Da muss ich leider an den Let’s-Dance-Tänzer Massimo Sinato denken 😉
    Phileas Oskar – Phileas gefällt mir sehr, schon wegen Jules Verne.
    Hannah Misera – Was für eine Misere, dieses Kind?! Hannah, das war miserabel! – Nicht schön. Sicher, dass Misera nicht der Nachname ist (kenne ich so)?
    Saphira-Leonora – Bindestrich raus!
    Fritzi Lotta – Finde ich in der Kombi zu kindlich. Beiden hätte ein reifer wirkender Zweitname gutgetan.
    Edwin – Mag ich sehr!
    Sam Martin – Martin ist gut, aber der Sprachmix …
    Fibi Maria – Phoebe!
    Thelda Johanna – Thelda will ich englisch sprechen wie Thelma, aber dazu Johanna …? Hm. Hier gab’s neulich mal Theda, den fand ich viel besser.

  2. Annika Chiara–nordisch + italienisch. Finde ich nicht passend, drückt aber den globalisierten Zustand unserer Welt ganz emblematisch aus.

    Livia–klassisch, dabei unverbraucht, wunderschön.

    Annika Emilia–diese Kombi finde ich dann doch ganz gut, wobei ich im Deutschen Anna oder Anne aber viel schöner finde als Annika.

    Nicolas Elias Luis–Im Deutschen bevorzuge ich eindeutig Nikolaus oder Niklas, aus kulturpflegerischen Gründen. Dabei wirkt Nicolas im Deutschen zumindest nicht ganz fremd, und ist natürlich an und für sich ein schöner Name. Elias finde ich toll und Luis okay. Mich stört an der Kombi, dass jeder Name mit S aufhört–da gibt es dann schon einen gewissen Zischeffekt.

    Lucas Clemens–
    Beides herrliche Namen, wobei ich selbst Clemens den Vorzug gegeben hätte. Klanglich passen sie okay zusammen, wobei “cas” auf “Cl” ein klein wenig zu schroff für mich wäre–geht aber. Letztendlich eine schöne Kombi.

    Quirin Alexander Lois–

    Da kann ich die amerikanische Prägung nicht abschütteln. Quiring klingt für mich wie englisch “queer,” und Lois ist in den USA unter älteren Damen als Frauenname verbreitet (kenne sogar sehr viele Frauen namens Lois). Wenn man den Namen rein mit deutschem Bewußtsein liest, mag er ja ganz schön sein.

    Merle Greta–

    Bei Merle lese ich sofort das englische Wort “merle,” also, Amsel. Und ich denke an den Countrysänger Merle Haggard, der in den USA als großer Patriarch des Country-Genres angesehen wird, zusammen mit George Jones. Deutsch gesprochen klingt Mer-le dann natürlich doch wie ein Mädchenname. Klanglich angenehm, für mich trotzdem seltsam.

    Lasse Henning–konsequent nordisch und klanglich schön. Würde ich bei uns in Hessen nicht vergeben–paßt irgendwie nicht in die Kulturlandschaft, hier. Im Norden wirkt es dann gleich viel passender.

    John Julien–hier stellen sich gleich mehrere Aussprachefragen. John finde ich deutsch gesprochen als niederdeutschen Traditionsnamen schön. Wie spricht man Julien? Französisch? Englisch machte da keinen Sinn, denn im Englischen wird der Name praktisch immer Julian geschrieben, wie im Deutschen auch.

    Edwin–meine Vorliebe für diesen Namen habe ich, glaube ich, schon öfters bekundet. Mein Großonkel, den ich gut kannte, hieß Edwin Rudolph, natürlich Englisch gesprochen, da er Amerikaner war. Fand diesen Namen immer besonders edel und schön. Mein Großvater hieß Edward, und er und mein Großonkel waren jeweils der beste Freund des anderen–Edward und Edwin, die zwei Eds. Im Deutschen läßt sich Edwin leichter integrieren, aussprachemäßig, als Edward.

    Leon Marek–die polnische Version von Mark finde ich schön, würde sie aber nur bei polnischem Hintergrund vergeben. Ansonsten wäre Leon Markus ganz schön.

    • Der Lois hat mich auch verwirrt, da ich diese Schreibweise bisher auch nur als Frauennamen kannte.
      Es kann natürlich auch sein, dass sich hier irgendwo auf dem Weg der Namensverbreitung (Eltern, Standesamt, Zeitungsredaktion,…) schlicht ein Schreib-/Tippfehler eingeschlichen hat. 🙂
      Ich hoffe es im Stillen…
      (A propos: Angesichts des süddeutsch wirkenden ersten Vornamens könnte Lois auch kein Louis ohne u, sondern ein Alois sein, dem halt das A verlorengegangen ist.)

  3. Eine Anekdote zum Namen Merle. Ich habe diesen Vornamen zum erstenmal vor anderthalb Jahrzehnten gehört – da hatte ich auf einmal eine Arbeitskollegin, die hieß so. Ich mußte mir bei der Vorstellung das Lachen verbeißen und dachte: „Ach Du Schreck, was ist das denn für ein kurioser Name?! Merle, was soll das? Märchen auf schwäbisch, oder was?!“

    Mittlerweile höre ich Merle hingegen fast schon als gut norddeutsch. Wie wandelbar ist doch des Menschen Wahrnehmung.

    Daß das hingegen auf US-englisch tatsächlich als Männername durchgeht und daß es „Amsel“ bedeutet, war mir bis vorhin ganz unbekannt.

    Lasse.

    Ich würde Norddeutschland aber auch nicht mit Skandinavien verwechseln… Ich hatte als Schüler in den 80ern einen Mitschüler namens Lars, der gerne mal als „Lasse“ veralbert wurde – eben wegen des damals notorischen Pornofilmers dieses Namens. Nach Norddeutschland gehört der Name jedenfalls nicht… Und Mankells-Lindgren–Fans gibt’s auch anderswo in Deutschland. 😉 Siehe aber bitte oben: Wahrnehmungen wandeln sich.

    Julien ist für mich auch ohne John ein kleines Aussprache-Rätsel – und zwar schon wegen des denkbar kosmopolitischen Autoren Julien Green. /ZhüliEn/ oder /DzhUlijen/? Ich bin mir wirklich nicht sicher, obwohl ich den Schriftsteller immer vorsichtshalber französisch ausgesprochen habe. Man kann aber wohl nach Lage der Dinge davon ausgehen, daß sich das die Eltern das als /DzhUlijen/ gedacht haben.

  4. Mich erstaunt/erschreckt diesmal vor allem Theon.
    Offensichtlich sind die Eltern Fans von Game of Thrones, und der Name an sich ist objektiv auch schön.
    Aber Theon Greyjoy ist nun wirklich alles andere als ein Sympathieträger. Es gibt wenig Charaktere, denen man im Laufe der Bücher/Serie mehr die Pest an den Hals wünscht als ihm. Somit würde ich mein Kind wirklich nicht so nennen, schon gar nicht ohne zweiten Vornamen.
    (Allerdings könnten die Eltern das natürlich auch zum Thema machen, und ihre nächsten Kinder entsprechend noch Cersei, Joffrey und Ramsay nennen. Dann hat man auch kein so schlechtes Gewissen beim Ausschimpfen…)

  5. Quirin Alexander Lois – Quirin Alexander klingt für meine Ohren ziemlich solide, aber Lois war auch mir bis dato nur als Frauenname bekannt.
    Minato – nie gehört, nie gesehen. Könnte vom Klang her japanisch sein, weiß jemand mehr?
    Anil – laut kurzer Googlesuche indisch oder evtl. türkisch. Klingt ungewohnt, aber nicht schlecht und ist ja auch nicht kompliziert in der Schreibweise.
    Hannah Misera – das war wohl kein Wunschkind ^^? Hannah, was für eine Misere… Hannah mag ich trotz der Häufigkeit sehr gern, aber der Zweitname ist in diesen Breiten doch ein wenig unglücklich gewählt
    Saphira-Leonora – bitte ohne Bindestrich
    Fritzi Lotta – Fritzi kann ich als amtlichen Namen einfach nicht ernst nehmen, für meine Ohren klingt er nach Spitzname. Die Tochter unserer Nachbarn wird Fritzi gerufen, heißt aber eigentlich Friederike.
    Tiva Loona – kann ich so auf die Schnelle nicht zuordnen. Könnte finnisch, niederländisch oder etwas ganz anderes sein. Klanglich gefällt er mir gut.
    Linus Lenard – mir gefällt die Schreibweise Lennart deutlich besser.
    Fibi Maria – wer oder was ist Fibi? Ist das ein eigenständiger Name oder eine Abkürzung, und wenn ja, wovon?
    Theon – nie gehört, nie gesehen. Klanglich nicht schlecht (mir fehlt allerdings auch Monis Game-of-Thrones-Assoziation)

  6. Misera: Da fehlt doch wieder mal ne Silbe, oder? Das katholische Gebet heißt jedenfalls Miserere… (Das deutsche „Misere“ kommt mit Sicherheit nicht direkt aus dem Lateinischen, sondern vom frz. „misère“.) Tja, und ob daß ein segenverheißender Name ist, kann man sich in der Tat fragen.

    Anil klingt wie in der Badischen Anilin- und Sodafabrik (vulgo BASF) zusammengekocht. Könnte/dürfte aber wohl aus irgendeiner Migri-Sprache stammen.

    Fritzi war mir bis dato wirklich nur wegen der zeitgenössischen Schauspielerin Fritzi Haberland geläufig, keine Ahnung freilich, ob das bei der eine Kurzform oder der Papiernamen ist.

    Emmylou – E. Harris ist (war?) zwar eine der wenigen zivilisierten und auch für Abendländer hörbaren US-amerikanischen „Country“-Sängerinnen – in Deutschland sieht der Name trotzdem plemmplemm aus.

    Tim Benett und seine Brüder Tom Becket und Ed Benesch. 😉

  7. “Fibi” ist die englische Aussprache des griechisch-stämmigen Vornamens Phoebe u. bedeutet sehr Positives: hell, rein, die Leuchtende. Geschrieben sehr schön, aber bei d e r Aussprache – nein, danke.

  8. Livia – dabei denke ich immer an die bose Oma der Sopranos. Klingt abgesehen davon aber ganz gut.

    Lois ist hierzulande (USA) ein in die Jahre gekommener Frauenname. Vielleicht eine Kurzform von Alois. Für einen Jungen wäre das hier undenkbar!

    Gelungene Kombis sind für mich Lasse Henning, Tim Bennet und Leon Marek. Und rund und edel klingen auch Helene Sophia und Benjamin Caspar als Zwillingskombi.

    Bei Fibi sträuben sich meine Haare – das ist Phoebe mit englischer Aussprache, eingedeutscht?! Katastrophig. Das fände auch ein jeder Amerikaner katastrophig. Hier gibt es ja auch viele Leute mit ausländischem Hintergrund, wenn da der Justus eben nicht wie Justice ausgesprochen werden will, muss man es eben immer dazu sagen. Ist dann meistens auch kein Problem, und bei einigen Namen muss es eh immer sein. Zum Beispiel Helena. (HE-lenna? he-LAY-na? he-LIE-na?)

    Lieblingseinzelnamen heute: Quirin, Ida, Linus, Edwin und Caspar.

  9. Gleich zwei Annikas in der heutigen Auswahl, wie kommt’s, wird der Name gerade super-populär?

    Nicolas Elias Luis * L-lastig im Abgang, da kann man schon ins Lallen kommen
    Lucas Clemens * Schon vergessen, wo die Familienbibel liegt? Lukas schreibt sich mit K! Wenn schon Angleichung, dann beim Klemens.
    Minato * Erstmal nur als Ortsname präsent, eine Suche ergab eine Manga/Anime-Figur
    Linus Lenard * Zu ähnlich. Lenard mit einem L und D am Ende ist auch sehr ungewöhlich, ist einer französische Aussprache beabsichtigt?
    Fibi Maria * Ich habe mal geschrieben: “Wenn ich eine Fibi haben wollte, würde ich sie auch so schreiben”, dazu stehe ich immer noch. Wer mich kennt weiß aber auch, dass ich meine Tochter nicht so nennen würde.
    Theon * Game of Thrones …

  10. Hier gibt es ja auch viele Leute mit ausländischem Hintergrund, wenn da der Justus eben nicht wie Justice ausgesprochen werden will, muss man es eben immer dazu sagen. Ist dann meistens auch kein Problem, und bei einigen Namen muss es eh immer sein. Zum Beispiel Helena.

    Hö? „Muß immer sein“? Ich würde nie auf den Gedanken kommen, Justus oder Helena als Baumarktkinder-Namen, also englisch oder gar US-englisch, auszusprechen – und würde das übrigens auch nicht machen, wenn mir die Eltern erzählen würden, ihr Blag „werde so“ ausgesprochen. Es ist eben nicht so, daß sich in Fragen der Manieren jeder alles „selbst aussuchen“ kann.

    • Vivica schreibt weiter oben zu Lois “hierzulande (USA)”, ich denke mal, das gilt auch hier 🙂 So ist ihre Aussage zu Justus und Helena weniger verwirrend.

  11. Natürlich war mein Kommentar auf die USA bezogen, in Deutschland ist die Aussprache von Justus meiner Erinnerung nach ja kaum kontrovers.

    Ist aber schon irgendwie ein bisschen lustig. Hätte ich als in Amerika lebende Deutsche gern einen Sohn namens Ludwig, müsste ich entweder die Aussprache jedesmal erklären oder ihn falsch schreiben (Loodvic zum Beispiel 😀 ) oder mich eben mit Lahdwwig oder ähnlichem abfinden. Zum Glück stellen sich die Amerikaner bei ausländischen Vornamen meistens nicht so schlecht an und geben sich mit der richtigen Aussprache Mühe. Aber vielleicht lohnen sich zu Globalisierungszeiten einfach auch Namen, die man überall praktisch gleich ausspricht, wie Tom oder Emma.

    Da fällt mir übrigens ein, dass urdeutsche Namen bei Amerikanern gerade lustigerweise zum Minitrend werden, aber eben meist amerikanisch-englisch ausgesprochen. Anneliese wird zur Ännalies, Ottilie zur Ottili, Wilhelmina zur Willemina, Wolfgang zum Wulfgäng. Diese Namen sind gerade bei Hipster-Amerikanern mit deutschen Wurzeln beliebt, und klingen hier überraschend erfrischend und modern.

    • Vivica, Annemarie,

      dann hatte ich das gestern falsch verstanden, also aufgrund eines Mißverständnisses losgepoltert. Tut mir leid! 🙁

      Über den Namen Helena/Helene (mitsamt Derviaten, also Lena, Leni, Lenchen, Eleni etc.) ließe sich wirklich ein ganzer Essay schreiben – von der schönen Helena in den Mauern von Troja bis zu Helene Fischer. 😉 Es scheint mir zum Beispiel interessant, daß letztere – oder ihr Stab – das russische Jelena zur solideren und deutscheren Helene germanisiert hat und eben nicht zur „internationaleren“, jedenfalls neutraleren Helena… Wobei man sich wiederum fragen kann, ob Helene nicht eine 19.-Jahrhundert-Adaption des französischen Hélène ist…

      Und solange hier niemand verlangt, Helene als /I-Läi-Ni/, oder so, auszusprechen, seien den US-amerikanischen Hipstern ihre Wulfgängs von Herzen gegönnt. 🙂 (Das Phänomen ist in der Tat interessant.)

  12. am besten gefallen mir:

    Thelda Johanna
    Lina Mathilda Anouk
    Ida Leana
    Livia
    Annika Emilia

    Nicolas Elias Luis
    Lucas Clemens
    Edwin
    Leon Marek

    und beide zwillingspaare:

    Helene Sophia & Benjamin Caspar
    Jonathan Joachim & Caroline Freva

Schreibe einen Kommentar zu Annemarie Antworten abbrechen