Wissenschaft

Von 4. Juni 2010 1 Kommentar Weiterlesen →

Niederländische Vornamendatenbank

© Stefan Habersack - Fotolia.comDas Meertens Instituut aus Amsterdam ist eine Forschungseinrichtung mit der Aufgabe, die Vielfalt der Sprache und Kultur in den Niederlanden zu erkunden. Als Ergebnis der namenkundlichen Studien ist eine großartige Datenbank mit Informationen zur Bedeutung, Popularität und regionaler Verbreitung der Vornamen in den Niederlanden entstanden:

Schade, dass es solche Daten für Deutschland nicht gibt.

Die Vornamengebung des Mansfelder Landes

Das Mansfelder Land und sein Umkreis ist eine ruhige noch heute vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Gegend im Süden Sachsen-Anhalts, die bis auf die Halden der ehemaligen Kupferschiefer-Bergwerke und Martin Luthers Geburtsort Eisleben nicht allzu viele Attraktionen vorzuweisen hat. Doch eigentlich ist es die Mitte der Nation, ein Spiegel deutscher Verhaltensmuster, von dem man nie etwas ahnte. Denn das Mansfelder Land hat ihn: den bundesdeutschen Durchschnitt in der Namenvergabe.

Von 15. Februar 2010 1 Kommentar Weiterlesen →

Psychologische Effekte von Vornamen

Was verrät unser Name über uns? Warum stören Jungen mit einem mädchenhaften Vornamen häufiger den Unterricht? Welche subtilen Botschaften, die mit einem Namen einhergehen, bleiben im Verborgenen? Was ist der prädestinierende Effekt von Vornamen? Welche Namensklischees gibt es bei Lehrern? Was bewirkt ein ethnisch auffälliger Vorname? Kann man das Alter anhand des Vornamens abschätzen? Warum wirken manche Namen attraktiver als andere? Warum ist der Vorname etwas Persönliches?

Diese Sternstunden der Sozioonomastik und noch vieles mehr hat Walter Schmidt für die Zeitschrift „Psychologie Heute“, Heft 3/2010 zusammengetragen.

Vielen Dank an die Namengutachterin Claudia Rothe dafür, dass ich das beeindruckende Fachwort Sozioonomastik in meinen Wortschatz aufnehmen konnte!

Thema: Wissenschaft
Von 13. Januar 2010 1 Kommentar Weiterlesen →

Namenforschung als Hauptfach

Onomastik klinge unanständig, meint Spiegel-Online Autor Steffen Winter. Für seine ungeübten Ohren höre sich das an wie unanständige Leibesübungen.

Tatsächlich ist Onomastik das Fachwort für Namenkunde. Seit 1990 konnte man dieses Fach an der Universität Leipzig als Nebenfach belegen, was vor allem für Germanisten und Historiker in Frage kam. Seit neuestem bietet die philologischen Fakultät dort Namenkunde sogar als Master-Studiengang an. Die Studenten werden von Professor Peter Ernst betreut, der zur Zeit noch das Fach Deutsche Philologie in Wien lehrt.

Das Studium berührt die Gebiete Geschichte, Sprachwisenschaft und Kulturgeschichte. Wer sich für das Onomastik-Studium einschreiben will, muss einen Bachelorabschluss in einem passenden Fach vorweisen und eine gesonderte Eignugsfeststellungsprüfung bestehen.

Beeindruckende 1600 Anfragen für Namensgutachten bekommt die ebenfalls an der Leipziger Uni angesiedelte Namenberatungsstelle pro Monat. Offenbar zu viele, denn auf ein Gutachten muss man laut Spiegel Online bis zu einem Jahr warten.

Thema: Wissenschaft
Von 16. Dezember 2009 Keine Kommentare Weiterlesen →

Vornamenforschung an der Uni Ulm

Ein Seniorenarbeitskreis an der Uni Ulm wertet Kirchenbücher aus und hat so die Personendaten von ca. 100.000 Personen zusammengetragen, die ab 1550 in der Region gelebt haben. Ein Ergebnis der Forschung ist eine Übersicht über die häufigsten Vornamen im Zeitraum von 1701 bis 1900.

Als häufigste Männer-Doppelnamen wurden Johannes-Georg, Johannes-Michael, Franz-Josef und Franz-Xaver ermittelt. Bei den Frauen-Doppelnamen kommen besonders oft Maria-Anna und Anna-Maria vor.

Die Daten wurden vom Senioren-Arbeitskreis Geschichte am Zentrum für allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm zur Verfügung gestellt.

Thema: Wissenschaft
Von 21. Oktober 2009 Keine Kommentare Weiterlesen →

Vorurteile gegen Vornamen irischer Einwanderer

Wahrscheinlich aus Angst vor Vorurteilen haben irische Einwanderer in England Ihren Kindern zum großen Teil anstelle der traditionellen irisch-katholischen Namen lieber englisch-protestantische Namen gegeben.

Englische Wissenschaftler haben die Vornamenhäufigkeit im Jahr 1881 unter den irischen Einwanderern der ersten und der zweiten Generation miteinander verglichen.

Sie haben beobachtet, dass die Zahl der irisch-katholischen Vornamen drastisch gefallen ist. Die englisch-protestantischen Namen sind dagegen häufiger geworden.

Von 29. September 2009 Weiterlesen →

Hochs und Tiefs 2010: Jetzt Wetterpatenschaft sichern

Auch für das nächste Jahr vergeben die Meteorologen der Freien Universität Berlin wieder Wetterpatenschaften. Die Hochdruckgebiete werden im Jahr 2010 männliche und die Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen tragen, die Preise bleiben unverändert bei 299 Euro für Hochs und bei 199 Euro für Tiefs.
Bereits seit 1954 taufen die Meteorologen der Berliner Wetterkarte am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Hoch- und Tiefdruckgebiete. Seit 2002 können die Bürger im Rahmen der „Aktion Wetterpate“ Namen für die die Druckgebiete wählen. Damit wird die studentische Wetterbeobachtung an der Station Berlin-Dahlem unterstützt. So konnte auch in diesem Jahr das Ziel erreicht werden, eine der weltweit längsten Klimareihen aufrecht zu erhalten.

Thema: Wissenschaft
Von 25. September 2009 4 Kommentare Weiterlesen →

Warum Lehrer Vorurteile gegen bestimmte Vornamen haben

Vor einigen Tagen ist eine wissenschaftliche Studie erschienen, nach der Namen wie Alexander, Sophie oder Marie in den Ohren von Lehrern leistungsstärker klingen als Chantal, Mandy oder Kevin: Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.

Vor allem Lehrer, Menschen, die Kevin heißen und Eltern von Menschen, die Kevin heißen, sind eher nicht so gut auf dieses Thema zu sprechen.
Nicht ganz unbegründet. So wird in Frage gestellt, ob tatsächlich nur die Ansichten von Lehrern in die Auswertung eingeflossen sind. Der Fragebogen konnte im Internet von jedem Nutzer aufgerufen werden und (böse böse böse) manipuliert werden.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Angaben stimmen, ist die befragte Gruppe nicht repräsentativ: Ein Blick in die Ausarbeitung verrät, dass vor allem verhältnismäßig junge Lehrer mit wenig Berufserfahrung teilgenommen haben. Zudem kommt die Mehrheit der Umfrageteilnehmer aus den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Frauenanteil von fast 90% ist allerdings ein Indiz dafür, dass tatsächlich vor allem Grundschullehrer(innen) ihre Meinung geäußert haben – es gibt kaum männliche Grundschullehrer.

Thema: Wissenschaft