Wissenschaft

KlausWerner ist sein Name

Rolf Apitzsch durfte den Namen vorschlagen und hat sich für „KlausWerner“ entschieden – zu Ehren des Astronomieprofessors Klaus Werner von der Universität Tübingen. Allerdings handelt es sich bei KlausWerner nicht um einen Neugeborenen, sondern um einen 1 bis 2 km großen Asteroiden. Rolf Apitzsch hat als Entdecker des neuen Asteroiden das Vorschlagsrecht der Namensgebung und diesem Vorschlag wurde nun zugestimmt.

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Kampftiernamen

Colosseum © TimeHacker - Fotolia.comWir befinden uns in spätantiker und frühmittelalterlicher Zeit. In Süd- und Westeuropa haben sich in allen kulturellen Bereichen die römischen und christlichen Traditionen gegen die germanischen Traditionen durchgesetzt … In allen Bereichen? Nein! In der Namensgebung hat sich das System der germanischen Gesellschaften etabliert.

Charakteristisch für die alten Germanen waren gewaltorientierte Namen und Tiernamen – bevorzugt Kapmftiernamen. Was es damit auf sich hat habe ich im Beitrag Namengebung zwischen Spätantike und Mittelalter zusammengetragen.

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Fräulein Susanne, seien Sie ein Mann!

Die Namen der Figuren in Filmen werden oft mit weniger Bedacht ausgewählt, als man vermutet – Stammleser von „Beliebte Vornamen” wissen das schon aus dem Beitrag Drehbuchautoren bevorzugen moderne Vornamen. Doch manchmal steckt auch mehr dahinter, wie Caroline Braun während der Ausarbeitung ihrer Bachelorarbeit „Fräulein Susanne, seien Sie ein Mann!“ herausgefunden hat. Konkret hat sie die filmische Darstellung deutscher Geschlechterrollen am Beispiel zweier Fassungen des Films „Viktor und Viktoria“ aus den Jahren 1933 und 1957 untersucht.

Bei den beiden weiblichen Hauptcharakteren wurde der Vorname geändert: Erika 1933 und Susanne 1957. Der Name einer Figur dient oft zur Charakterisierung oder zur ersten Identifikation mit dem Zuschauer. Deshalb stellt sich die Frage, warum die weibliche Hauptperson umgetauft wurde: Analyse der Geschlechterrollen in „Viktor und Viktoria“

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Dieser Kevin ist kein Kevin

Die Berliner Morgenpost hat die Oldenburger Pädagogikprofessorin Astrid Kaiser interviewt. Die Wissenschaftlerin ist mit ihren Studien über namensbezogene Vorurteile der Lehrer berühmt geworden.

Eltern, die einen individuellen Vornamen suchen, absurde Kombinationen aber vermeiden wollen, rät Sie:

Ich würde mich da an die Vornamenslisten ab Platz 200 halten. Da findet man Vornamen, die normal klingen, aber nicht so häufig sind.

Angesagt seien im Moment synthetische Namen, das heißt, Namen, die die Eltern selbst entwickeln oder verändern, beispielsweise Namen wie Jandrick oder Maliva.

Umfrage zur Wahrnehmung von Vornamen

Mit der Studie „Ein Vorname sagt mehr als 1000 Worte – Zur sozialen Wahrnehmung von Vornamen“ haben Prof. Dr. Udo Rudolph von der TU Chemnitz und Dr. Robert Böhm von der Uni Erfurt schon 2007 für Aufsehen gesorgt.

Jetzt beschäftigen sich die Wissenschaftler in einer neuen Studie wieder mit der Wahrnehmung von Vornamen und bitten alle „beliebte-Vornamen“-Leser darum, 30 verschiedene Vornamen zu bewerten und deren typische Namensträger/innen einzuschätzen. Alle Teilnehmer erhalten, sofern gewünscht, eine kurze Zusammenfassung der Fragestellungen und Ergebnisse; außerdem werden 15 Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 10 Euro verlost.

Der Vorname hat einen Einfluss auf die Klickrate beim Online-Dating

Die Psychologin und Beziehungsforscherin Wiebke Neberich findet es erstaunlich, dass der Name Einfluss auf unser Leben nehmen kann: „Es ist nicht die Person, sondern lediglich der Name, dem man ein positives oder negatives Bild zuordnet. Die Folgen dieser Eigenschaftszuschreibung wirken sich jedoch auf die Person aus und können zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden.“

Um solche Stigmatisierungen aufzudecken, hat Sie an einer wissenschaftlichen Studie mitgewirkt. Darin wurde anhand der Daten der Online-Dating-Plattform eDarling untersucht, welche Rolle die Vornamen bei der Partnersuche im Internet spielen. „Wir haben die Klickraten von ausgewählten Namen verglichen, um die Attraktivität der Namen im Online-Dating Kontext herauszustellen“, so Wiebke Neberich.

Nazis und nordische Vornamen

Mal davon abgesehen, dass Frieda gar kein nordischer Name ist, der Verfasser dieses Kommentars liegt auch sonst daneben:

Frieda, Freia, Frikka, alles wunderbar nordische, arische Namen. Die Nazis hätten ihre Freude gehabt.

Der Irrtum ist weit verbreitet, dass nordische Vornamen unter den Nazis gern gesehen waren. Der Hauptgrundsatz zur Vornamenvergabe lautete „Kinder deutscher Volksgenossen sollen in erster Linie gute deutsche Vornamen erhalten“. Nordische Vornamen gehörten nicht dazu, wie Standesamtsdirektor Wlochatz 1942 erläuterte:

Welche darunter zu verstehen sind, lehrt das vorliegende Verzeichnis. Vornamen, die ausgesprochenes Eigentum der nordgermanischen Völker – der Dänen, Schweden, Norweger usw. – sind, können nicht zu den deutschen Vornamen gezählt werden; sie sind nicht erwünschter als andere ausländische Vornamen. Anders verhält es sich mit den Namen, die im niederdeutschen Sprachgebiet, bei den Friesen, Jüten, Dithmarschen usw. in Brauch sind. Ist doch das Niederdeutsche mit seinen vielen Mundarten ebenso „deutsche Sprache“ wie das „Hochdeutsche“.
Quelle: Wlochatz, Auswahl gebräuchlicher Vornamen (10. Auflage von 1942)

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Von Frikadellen und Buletten

Die Vornamenvorlieben sind ja regional durchaus unterschiedlich, wie die Länderstatistiken zeigen. Besonders deutliche regionale Unterschiede weist aber die Alltagssprache auf. Prof. Dr. Stephan Elspaß, Universität Augsburg, und Prof. Dr. Robert Möller, Université de Liège, untersuchen das in ihrem Projekt „Atlas zur deutschen Alltagssprache“.

Hier zum Beispiel eine Karte, die zeigt,wo ein gebratener Fleischkloß „Frikadelle“, „Bulette“ oder „Fleischküchle“ genannt wird:

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