Wissenschaft

Vornamenwahl – Die Motive der Deutschen

Es wird viel darüber spekuliert, ob die Vornamenwahl vom Bildungsniveau und Alter der Eltern abhängt. Meine These ist, dass das Alter der Eltern bei der Vornamenwahl eine größere Rolle spielt als das Bildungsniveau. Leider gibt es dazu für Deutschland keine fundierten Aussagen. Das wäre mal ein Thema für eine großangelegte Studie, finde ich.

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Von 13. August 2013 5 Kommentare Weiterlesen →

Wettbewerb für den perfekten Vornamen

Soll das Kind nach Opa Gustav heißen oder nach Fußballstar Ronaldo? Eine neue Namenvorschlagsmaschine im Netz verwendet Algorithmen, die auch Internet-Kaufhäuser verwenden.

Ob Junge oder Mädchen – wie schwer es sein kann, einen passenden Vornamen für das eigene Kind zu finden, erlebte der Kasseler Informatiker Folke Mitzlaff, als vor einem Jahr die Geburt seiner jüngsten Tochter anstand. „Anders als früher beziehen Eltern heute eine Vielzahl von Faktoren in die Entscheidung mit ein“, sagt Mitzlaff: „Folgen wir dem Trend oder missachten wir ihn bewusst? Gleichzeitig sind Rollenmodelle, Vorbilder oder auch abschreckende Beispiele durch die globale Vernetzung viel präsenter als noch vor zwei Generationen.“

Der Informatiker Mitzlaff wendete Methoden der Wissensverarbeitung auf das Problem an. Dabei entstand Anfang 2012 die Vornamensuchmaschine Nameling, die werdenden Eltern Empfehlungen unterbreitet. Die Suchmaschine wurde nun erweitert und greift auf ein Verfahren zurück, wie es auch erfolgreiche Internet-Kaufhäuser anwenden: Statt „Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, kauften auch…“ heißt es bei Nameling „Eltern, denen Gustav gefällt, gefällt auch ….“

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Diana oder die Jana?

Frauen mit den Vornamen Jana und Diana sind leidgeprüft, denn norddeutsch „Diana“ und süddeutsch „die Jana“ klingen fast gleich. Dass es in Süddeutschland üblich ist, vor Vornamen den bestimmten Artikel zu setzen und dass das in Norddeutschland unüblich ist, hatten wir hier schon vor einigen Jahren diskutiert: Gehört vor einen Vornamen ein Artikel oder nicht?

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Peinlichkeit bei der Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig

Übrigens, die Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig hat ihre Internetpräsenz überarbeitet. Die ist jetzt viel übersichtlicher und schöner als vorher. Auch wer gerade keine Beratung benötigt, findet dort etwas Lesenswertes: Unter „Schon gewusst?“ präsentiert die Namenberatungsstelle einen Überblick über die Geschichte der Namen.

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Y-Name? Ab ins Gefängnis!

Dass je nach Bildungsniveau und gesellschaftlichem Status der Eltern unterschiedliche Vornamen bevorzugt werden, ist bekannt. Ein verlässliches Verzeichnis darüber, welcher Vorname welchem Bildungsgrad zuzuordnen ist, haben wir in Deutschland aber nicht. Zwar wurden in einigen Studien einzelne Vornamen untersucht mit dem Effekt, dass die Träger dieser Namen jetzt mit den ensprechenden Vorurteilen konfrontiert werden. Daraus lässt sich jedoch kein System ableiten, um Vornamen in Status-Schubladen einzuordnen.

Die Schweden haben es besser! Dort orientiert man sich bei seinen Vorurteilen am Y-Namen-Syndrom. Männliche Vornamen, die mit einem Y enden, werden mit geringer Bildung und niedrigem gesellschaftlichen Status in Verbindung gebracht. Und das nicht ohne Grund, wie Erik Segerborg und Mikael Söderström von der Stockholm School Of Economics nachgewiesen haben: The Y-name Syndrome: Prisons and Prejudice (pdf).

Von Lieblingsbuchstaben und der Liebe

Neulich, beim Zeitungslesen, sprangen sie mich an: drei nette Rentnerpaare aus Stapelfeld bei Hamburg, die jetzt gemeinsam ihre dreifache Goldene Hochzeit feiern. Oder besser: die Vornamen sprangen mich an. Karin und Dieter. Karla und Kurt. Helene und Horst. Gleich zwei von drei Paarkombinationen also mit einer prägnanten Alliteration, die man schöner kaum erfinden könnte.

Einige Zeitungsseiten weiter begegneten mir dann in den Familienanzeigen die „grünen“ Hochzeitspaare Melanie und Marcel, Melanie und Mike sowie Wiebke und Wolf. Gleiche Initialen, wohin das Auge blickt. Frei nach Pat und Patachon, Fix und Foxi, Donald und Daisy, Bernhard und Bianca. Oder man denke an Helmut und Hannelore (Kohl und Schmidt), Heino und Hannelore, Marianne und Michael, Charles und Camilla. Alles bloß selektive Wahrnehmung? Sollte man meinen. Doch – Überraschung – die Wissenschaft sagt nein.

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Wie zuverlässig ist die Vornamenstatistik?

Seitens der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wird Kritik an meiner Methode zur Auswertung der beliebtesten Vornamen geäußert. Die Gründe sind allerdings nicht stichhaltig.

Für die Ranglisten der häufigsten Vornamen interessieren sich viele Menschen, entsprechend hoch sind die Aufrufzahlen von beliebte-Vornamen.de, entsprechend zahlreich die Medienberichte. Aber sind diese Auswertungen überhaupt zuverlässig?

Neue Methoden zur Namensfindung: „Nameling“ ist da

Viele Leser wissen, wie schwierig die Suche nach dem perfekten Vornamen für das eigene Kind ist. Der Sprössling wird sein ganzes Leben damit auskommen müssen, weswegen zurecht Zeit und Mühe investiert werden, um einen passenden Namen zu finden. Passend – und unpassend – kann dabei viel bedeuten: In Zeiten, wo ein Uwe Kinder namens Wilson Gonzales und Jimi Blue hat, merkt man, wie die Globalisierung ihre Spuren in der Namensgebung hinterlässt. Die Erschütterung über solche Stilbrüche, die sich vielerorts beobachten lässt, führt zu der Frage, wie man denn eigentlich Namen finden kann, die kulturell und vom Milieu her zueinander passen.