Wissenschaft
Kampftiernamen
Wir befinden uns in spätantiker und frühmittelalterlicher Zeit. In Süd- und Westeuropa haben sich in allen kulturellen Bereichen die römischen und christlichen Traditionen gegen die germanischen Traditionen durchgesetzt … In allen Bereichen? Nein! In der Namensgebung hat sich das System der germanischen Gesellschaften etabliert.
Charakteristisch für die alten Germanen waren gewaltorientierte Namen und Tiernamen – bevorzugt Kapmftiernamen. Was es damit auf sich hat habe ich im Beitrag Namengebung zwischen Spätantike und Mittelalter zusammengetragen.
Fräulein Susanne, seien Sie ein Mann!
Die Namen der Figuren in Filmen werden oft mit weniger Bedacht ausgewählt, als man vermutet – Stammleser von „Beliebte Vornamen” wissen das schon aus dem Beitrag Drehbuchautoren bevorzugen moderne Vornamen. Doch manchmal steckt auch mehr dahinter, wie Caroline Braun während der Ausarbeitung ihrer Bachelorarbeit „Fräulein Susanne, seien Sie ein Mann!“ herausgefunden hat. Konkret hat sie die filmische Darstellung deutscher Geschlechterrollen am Beispiel zweier Fassungen des Films „Viktor und Viktoria“ aus den Jahren 1933 und 1957 untersucht.
Bei den beiden weiblichen Hauptcharakteren wurde der Vorname geändert: Erika 1933 und Susanne 1957. Der Name einer Figur dient oft zur Charakterisierung oder zur ersten Identifikation mit dem Zuschauer. Deshalb stellt sich die Frage, warum die weibliche Hauptperson umgetauft wurde: Analyse der Geschlechterrollen in „Viktor und Viktoria“
Dieser Kevin ist kein Kevin
Die Berliner Morgenpost hat die Oldenburger Pädagogikprofessorin Astrid Kaiser interviewt. Die Wissenschaftlerin ist mit ihren Studien über namensbezogene Vorurteile der Lehrer berühmt geworden.
Eltern, die einen individuellen Vornamen suchen, absurde Kombinationen aber vermeiden wollen, rät Sie:
Ich würde mich da an die Vornamenslisten ab Platz 200 halten. Da findet man Vornamen, die normal klingen, aber nicht so häufig sind.
Angesagt seien im Moment synthetische Namen, das heißt, Namen, die die Eltern selbst entwickeln oder verändern, beispielsweise Namen wie Jandrick oder Maliva.
- Berliner Morgenpost: Lieber Luca als Kevin
- Die 500 beliebtesten Vornamen des Jahres 2010
Umfrage zur Wahrnehmung von Vornamen
Mit der Studie „Ein Vorname sagt mehr als 1000 Worte – Zur sozialen Wahrnehmung von Vornamen“ haben Prof. Dr. Udo Rudolph von der TU Chemnitz und Dr. Robert Böhm von der Uni Erfurt schon 2007 für Aufsehen gesorgt.
Jetzt beschäftigen sich die Wissenschaftler in einer neuen Studie wieder mit der Wahrnehmung von Vornamen und bitten alle „beliebte-Vornamen“-Leser darum, 30 verschiedene Vornamen zu bewerten und deren typische Namensträger/innen einzuschätzen. Alle Teilnehmer erhalten, sofern gewünscht, eine kurze Zusammenfassung der Fragestellungen und Ergebnisse; außerdem werden 15 Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 10 Euro verlost.
Der Vorname hat einen Einfluss auf die Klickrate beim Online-Dating
Die Psychologin und Beziehungsforscherin Wiebke Neberich findet es erstaunlich, dass der Name Einfluss auf unser Leben nehmen kann: „Es ist nicht die Person, sondern lediglich der Name, dem man ein positives oder negatives Bild zuordnet. Die Folgen dieser Eigenschaftszuschreibung wirken sich jedoch auf die Person aus und können zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden.“
Um solche Stigmatisierungen aufzudecken, hat Sie an einer wissenschaftlichen Studie mitgewirkt. Darin wurde anhand der Daten der Online-Dating-Plattform eDarling untersucht, welche Rolle die Vornamen bei der Partnersuche im Internet spielen. „Wir haben die Klickraten von ausgewählten Namen verglichen, um die Attraktivität der Namen im Online-Dating Kontext herauszustellen“, so Wiebke Neberich. Diesen Beitrag weiterlesen »