Namensgebung

Mats ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Einen Boom des Vornamens Mats hatte ich vor zwei Jahren vorausgesagt und vermutet, dass der Name bald zu den Top 20 der beliebtesten Jungennamen gehört. Mit dieser Prognose lag ich daneben, aber immerhin für Platz 25 reichte es im Fußballweltmeister-Jahr 2014; 2015 büßte der Name Mats wieder ein paar Plätze ein. Ist Mats Hummels gar nicht so beliebt wie ich dachte?

Vielleicht habe ich auch nur den Einfluß der Fußballstars auf die Namensfindung überschätzt. Beim Vornamen Arjen bin ich aber davon überzeugt, dass dieser Name nur durch den niederländischen Profifußballer Arjen Robben bei uns so beliebt ist. Arjen Robben spielt seit August 2009 für den FC Bayern München und seit 2009 gehört Arjen zu den 500 beliebtesten Jungennamen in Deutschland.

Arjen Häufigkeitsstatistik

Häufigkeitsstatistik des Vornamens Arjen

Thema: Namensgebung

Gute Frage 6: Ist Justus Anwalts Liebling?

Justus. Das ist mal ein respektabler Name. (Ganz anders als sein englischer Vetter Justin.) So haben wohl auch die Eltern des kleinen Justus gedacht, von dem ich diese Woche gehört habe, wobei ich erst mal schmunzeln musste: Justus‘ Papa ist nämlich Rechtsanwalt. Justus bedeutet ja „der Gerechte“, und Jus (ohne -tus) ist auch eine Bezeichnung für das Studium der Rechtswissenschaft.

Mir hat auch schon früher einmal ein Juristenpärchen verraten, dass Justus der Namensfavorit sei (es wurde dann aber eine Anna). Alles bloß Zufall? Natürlich kann es sich bei Justus-Eltern auch um Fans des ???-Schlaumeiers Justus Jonas handeln. Jedenfalls weiß ich von einem weiteren Justus im Grundschulalter, dessen Eltern beide Mediziner sind, und von noch einem, wo Mama auf Lehramt studiert hat und Papa BWL. Der Sohnemann des Richter-Anwältin-Paars, das mir hier am Ort noch einfällt, heißt auch nicht etwa Justus, sondern Bennet.

Gerechtigkeitsgttin © helmutvogler - fotolia.com

Foto © helmutvogler – fotolia.com

Was für Justusse (oder ist der korrekte Plural Justi?!) kennen Sie? Und ganz kühn: Sind Namen auf -us wie Julius, Titus, Pius, Cornelius (Justus prunkt ja sogar mit Doppel-us) heute womöglich ein Code für etwas, das man mal „aus gutem Hause“ nannte – oder jedenfalls für „Meine Mama/mein Papa hat das große Latinum“?

Der erstgenannte Anwaltssohn Justus hat übrigens gerade ein Brüderchen bekommen: Nathan. Auch wenn es nicht die Bedeutung des Namens ist, drängt es sich doch allen auf, die sich noch an ihre Schullektüre erinnern: „der Weise“.

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Wie Lotti zu drei Vornamen kam

Dies ist die Geschichte von Lotti aus Berlin, die in diesem Jahr zur Schule kommt. Lotti heißt eigentlich Charlotte. Dazu hat sie noch zwei weitere Vornamen, obwohl ihr Papa – sein Name ist Eckart – das eigentlich nie wollte. Schuld daran ist der 1. April (kein Witz!).

Als Lehrer findet Eckart es schon irritierend, wenn ein Kind mit zwei Vornamen im Klassenbuch steht: „Wie soll man es denn nun nennen?! Oft ist der erste Name relativ normal und der zweite viel einprägsamer.“ Schüler, die mit drei oder mehr Namen registriert sind, seien nicht selten Anwärter auf den Posten des Klassenclowns. Außerdem: „Können die Eltern sich nicht entscheiden, welcher Name alberner ist, Jacqueline, Denise oder Endorphina? Mehr als zwei Namen: Das geht gar nicht!“

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Gute Frage 5: Geht Juliane nur im Juli?

Ich war ja bass erstaunt, als ich neulich in einem Online-Disput las, den schönen Namen Juliane könnten eigentlich nur im Juli geborene Mädchen tragen. Ach was?! Mit Platz 301 ist Juliane derzeit nicht eben häufig, Juliana trotz der modischen a-Endung noch etwas seltener (Platz 327). Dafür geht aber der Klassiker Julia (Platz 36) schon seit über vierzig Jahren so richtig ab. Immerhin auf Platz 145: Julie, den ich immer Juli-e sprechen will, obwohl die meisten Eltern wohl „Schüli“ sagen. Aus Schweden hat sich Julina still und leise in die Charts gemogelt (Platz 346), gefällt mir persönlich besser als die modische Jo(e)lina (Platz 109).

Bei den Jungen gibt es Julian, Julianes männliches Pendant, auf Platz 20 sowie Julius auf Platz 57. Auch Julien (Platz 169) muss hier erwähnt werden; bei ihm bin ich mir ja nicht sicher, ob er häufiger französisch oder doch als englischer „Dschulien“ gemeint ist. Der langen Rede kurzer Sinn: Bei dieser Vielzahl von Kindern dürfte es sich kaum um lauter Juli-Geborene handeln. Tatsächlich ist es historisch gesehen sogar genau andersherum: Der Monat Juli wurde nach Gaius Julius Cäsar benannt und nicht etwa Cäsar nach dem Monat. Julius ist ein altrömischer Geschlechtername – eine etwas schnöde Namensbedeutung. Trotzdem mag es eine Häufung von Juli-Namen im gleichnamigen Monat geben, manchen Eltern könnte der Gleichklang gefallen. Meine Freundin Julia hat allerdings im Februar Geburtstag. Wie sieht es in Ihrem Bekanntenkreis aus?

Und dann gibt es noch die Tochter meines ehemaligen Kommilitonen E., die den niedlichen Zweitnamen Juli trägt. Sie kam im April zur Welt, wurde aber – und das ist hier tatsächlich des Rätsels Lösung – im Juli gezeugt.

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Ein Eisbären-Mädchen namens Lili

In Bremerhaven, im „Zoo am Meer“, ist im Dezember ein Eisbären-Mädchen geboren. Über 3.600 Namensvorschläge wurden eingereicht – zum Beispiel Zoame, Schieter, Saily, HanseBeat und Sneedeern. Die Jury entschied sich für Lili. Dieser Name hat einen engen Bezug zur Stadt Bremerhaven wegen des Liedes „Lili Marleen“, mit dem die in Bremerhaven geborene Sängerin Lale Andersen weltberühmt geworden ist. Lale ist aber nicht ihr richtiger Vorname, ihre Eltern haben sie Liese-Lotte Helene Berta genannt.

 

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Leon Noel Leon

Liebe werdende Jungseltern,

was haben wir gelacht, als der erste Junge Leon Noel genannt wurde, was für ein tolles Palindrom! Von vorn oder von hinten gelesen, ganz egal, alles dasselbe. Mittlerweile kommt diese Kombination aus Erst- und Zweitname aber so häufig vor, dass alle Bonuspunkte für originelle Namensgebung vergeben sind und dieser Name nur noch albern ist. Wenn ihr es trotzdem nicht lassen könnt: Noel Leon ist genauso lustig aber viel seltener!

Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Vorname ein ernsthafte Sache ist und nicht lustig sein soll.

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Einwanderer bringen neue Namen mit

Zu meiner großen Überraschung erläutere ich mal wieder etwas in zahlreichen Online-Medien (zum Beispiel hier oder hier). Dahinter steckt eine Agenturmeldung der dpa über neue Namen, die Einwanderer mitbringen:

In England habe es der Prophetenname Mohammed gar an die Spitze der Namencharts geschafft, erläutert der Freizeit-Namensforscher Knud Bielefeld. Er sei bei Eltern, deren Familien aus Indien und Pakistan stammen, überaus beliebt. In der Bundesrepublik allerdings rangiere Mohammed unter ferner liefen. Hier lebten vor allem türkischstämmige Muslime, erklärt Bielefeld. Bei ihnen spiele der Name keine so große Rolle.

Mich hat gar keiner gefragt, aber weil das Zitat korrekt von meiner Website übernommen wurde ist alles in Ordnung. Für alle, die es genauer wissen wollen, hier die Details: Der Vorname Mohammed in Deutschland

(To do für mich: Die Untersuchung mit neueren Zahlen aktualisieren!)

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Gute Frage 4: Kann man Lana vergeben?

Ausgerechnet mein Mann, seines Zeichens Fußballfan, hat mich auf Lanesra aufmerksam gemacht. Die Geschichte ging Anfang des Jahres durch die Medien, aber an mir vorbei und geht so: Im fernen Australien erwartete einst ein Paar ein Kind. „Lass sie uns doch Lanesra nennen“, schlug der werdende Vater vor. Seine Frau fand den „einzigartigen und romantischen“ Namen toll – und vermutlich auch die Tatsache, dass ihr Mann endlich mal einen brauchbaren Vorschlag gemacht hatte. Klein-Lanesra zählte schon zwei Jahre, als Papi endlich beichtete: Es handle sich in Wirklichkeit um den Namen seiner heißgeliebten Kickertruppe FC Arsenal, rückwärts gelesen.

Ob sich die Story tatsächlich so zugetragen hat? Egal. Spätestens im frühen Schulalter wäre sie aufgeflogen. Dann nämlich, wenn Kinder es klasse finden, Namen von rechts nach links zu lesen, und sich darüber kaputtlachen können, dass ihr Kumpel „Mit“ heißt und Papa „Nafets“. Die Frage ist, sollte man diese Phase gleich mit einplanen? Besonders ein Name drängt sich mir dabei auf: Lana.

Lana findet sich immer wieder in Lieblingsnamenlisten und wird durchaus auch vergeben (Platz 133), quasi im Gefolge von Lina (7), Lena (9), Lara (22) und Luna (65). Allerdings nicht ohne Gegenwind: So wie Hermine die ewige Hexe ist und Amelie eine wandelnde Horrordiagnose, so kann Lana eine gewisse Schlüpfrigkeit kaum abschütteln. Jedenfalls taucht der Einwand regelmäßig auf: „Ja, aber wenn man das rückwärts liest …“ Ich selbst weise Lana-Fans mitunter darauf hin, weil ich finde, dass man den Punkt bedenken sollte. Aber ob er wirklich störend ist?

Grundschüler wissen mit der Vokabel nichts anzufangen. Erwachsene, die den Verdrehspielchen lauschen, allerdings schon. Mich würde es befremden, wenn ein Kind im Spiel nichtsahnend „Anal“ gerufen werden würde. Zudem wären Hänseleien wenige Jahre später viel wahrscheinlicher als etwa bei Hermine oder Amelie. Ich habe schon von Eltern gehört, die deshalb auf Lanah oder Larna ausgewichen sind. Es gäbe auch Milana (Platz 189) oder Alana. Oder Lanesra, natürlich. Wie würden Sie das Problem lösen? Oder ist es gar keins?

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