Namensgebung

Von 13. September 2010 1 Kommentar Weiterlesen →

Unglückliche Namenswahl: Swastika

Beruflich hatte ich neulich mit einer Inderin zu tun, die den Vornamen Swastika trägt. Ich habe gleich mal nachgeschlagen, was dieser Name bedeutet. Und siehe da, der Name hat eine sehr schöne Bedeutung, denn er leitet sich vom Sanskrit-Wort „svastika“ ab. Dieses setzt sich aus den Silben su- („gut“) und asti (Substantiv zum Verb as- „sein“) zusammen und bedeutet wörtlich „das (zum) Gutsein (gehörige)“, „das Heilbringende“ oder auch „Glücksbringer“.

Ein Vorname ist Swastika aber nur in zweiter Linie, vor allem steht dieser Begriff für ein Kreuzsymbol mit abgewinkelten oder gebogenen Armen. Es gibt auch ein deutsches Wort dafür: Hakenkreuz.

Diese Symbol ist zwar schon seit tausenden von Jahren in aller Welt bekannt, als Vorname ist Swastika zumindest in Deutschland keine glückliche Wahl.

Namentlich alles Eichhörnchen

Bjelka, Ikorni, Sincap, Kurre und Viviorka heißen die Kinder der ostfriesischen Familie Kröger.

Im Friesischen gibt es ja einen unerschöpflichen Vorrat an außergewöhnlichen Namen; für ihren ersten Sohn hat Familie Kröger mit Bjelka aber einen russischen Vornamen ausgewählt. Bjelka bedeutet „Eichhörnchen“.

Sohn Nummer zwei wurde Ikorni genannt – Ikorni ist das isländische Wort für „Eichhörnchen“.

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Wird Angel-Ann die neue Chantal?

„Der Lebensalltag der Eltern spiegelt sich im Namen ihrer Kinder wieder“, behauptet Peter Ernst, Professor für Onomastik an der Uni Leipig. Und weil sogenannte bildungsferne Eltern viel fernsehen, nennen sie ihre Kinder wie Filmstars. Gebildete Eltern wählen dagegen Vornamen von historischen Musikern und Dichtern, erläuterte der Namenforscher der Frankfurter Rundschau. Auf das Bildnungsniveau von Katrin vom edelight-Baby Blog soll bitte jeder selbst schließen ;-),  sie meint, dass die Fernsehserie Popstars eine riesige Inspirationsquelle für Vornamen ist. Und weil dort angeblich eine Mädchen namens Angel-Ann gewonnen hat, könnte dieser Name doch bald Chantal in der Vornamenhitliste überholen.

Nochmal zu Professor Ernst: Ich vermute mal, dass er der Frankfurter Rundschau nie wieder für ein Interview zur Verfügung stehen wird. Diese hat ihn tatsächlich als „Namensforscher“ bezeichnet. Und aus zahlreichen Zuschriften weiß ich, dass an der Uni Leipzig sehr viel Wert darauf gelegt wird, dass es „Namenforscher“, ohne Fugen-S, heißen muss.

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Linktipps: Ludger Elias Maria Kuranyi

Leider gibt es Menschen, die allein wegen ihrer sozial verdächtigen Vornamen geringere Aussichten auf einen guten Job haben. Machen wir uns nichts vor: Ein „Ludger Elias Maria Kuranyi“ wäre Stammspieler bei Jogi Löw.
(Aus einem satirischen Beitrag der Welt)


Ungewöhnliche Vornamen sind keineswegs ein aktuelles Phänomen: Ein am Freitag, dem 11. Februar 1977 in England geborenes Mädchen hat drei Vornamen bekommen: Friday February Eleven.
(Gefunden bei Nancy’s Baby Names)


Es gibt auch mal Eltern, die sich im Standesamt um den Namen ihres Baby streiten, weiß Roman Cebulok, Standesbeamter in Buchholz in der Nordheide.
(Ausführliches Interview über Vornamen in den Harburger Anzeigen und Nachrichten)


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Neun zeitlose Babynamen-Regeln

Ungeachtet irgendwelcher Namenmoden und Trends gibt es doch Anhaltspunkte bei der Babynamen-Suche, die zeitlos sind. Die folgende Checkliste zur Namensfindung habe ich bei Nameberry gefunden und auf deutsche Verhältnisse übertragen:

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Wie Marlon zu seinem Namen gekommen ist

Mit viel Humor erzählt Thomas Scholtyssek in Achterbahn zum ersten Milchzahn, wie er sich dem Abenteuer „Vater werden“ gestellt hat. Ein wichtiges Anliegen ist es dem Autor, den Lesern auch seine Erfahrungen mit dem „HELLP Syndrom“ (Schwangerschaftsvergiftung) weiterzugeben.

Hier eine Leseprobe, in der es um die Namenssuche geht:

Beim Thema Geschlecht waren wir uns einig, Hauptsache gesund, wobei Nicole eindeutig eher in Richtung weibliches Geschlecht tendierte, weil man Mädchen laut ihrer Aussage ja soooo schön anziehen kann und sie viel mehr Mädchen- als Jungennamen zur Auswahl hätte. Ich tendierte natürlich in Richtung männliches Geschlecht, weil man mit Jungen aus meiner Sicht viel besser Sport machen kann, besonders Fußballspielen, und die Namensauswahl erheblich leichter fällt. So saßen wir also etwas angespannt bei ihrem Frauenarzt im Wartezimmer. Ich natürlich noch nervöser als Nicole, denn wann besucht man als Mann schon die Praxis eines Frauenarztes?

Ein Retter der Mütter namens Ignaz

In Norddeutschland kommt der Vorname Ignaz so gut wie gar nicht vor, wenn doch, so handelt es sich so gut wie sicher um jemanden mit bayrischem Migrationshintergrund. Aber selbst in Bayern wird dieser Vorname heutzutage nur äußerst selten vergeben, nicht einmal als zweiter Vorname.

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Die Vornamengebung des Mansfelder Landes – Tradition ist Trend (2)

Die altmodischen Kindernamen, die sich seit einiger Zeit höchster Beliebtheit bei werdenden Eltern erfreuen und auf eine Übernahme der traditionellen Nachbenennung höherer Schichten zurückzuführen ist, können in 3 Gruppen unterteilt werden. Von denen werden vor allem die internationalen Varianten der ursprünglich altdeutsch/germanischen Namen kaum mehr als einheimisch erkannt.

Bei der anteilsmäßig größten Gruppe der Trendnamen, den biblisch stämmigen/Heiligen-Namen, verhält es sich als Trugschluss genau umgekehrt. Die meisten Deutschen sind mit ihnen so vertraut, dass sie sie für typisch deutsche Namen halten und den Grund ihrer Bekanntheit oftmals vergessen haben. Wobei man bei dieser Einschätzung territoriale Unterscheidungen treffen muss, weil durch die anhaltende Bedeutung des Christentums im Süden der Republik dieses kulturelle Wissen noch icht ganz an Bedeutung verloren hat und zum Allgemeingut verschlissen ist. Bei ihnen weisen Paul und Franz wahrscheinlich noch auf den Apostel Paulus und den heiligen Franz von Assisi hin, der auch einen Namenstag im christlichen Kalender besetzt, welcher in religiösen Familien per Geburtsdatum die Namenvergabe regeln kann.