Namensgebung

Die Vornamengebung des Mansfelder Landes – Tradition ist Trend (2)

Die altmodischen Kindernamen, die sich seit einiger Zeit höchster Beliebtheit bei werdenden Eltern erfreuen und auf eine Übernahme der traditionellen Nachbenennung höherer Schichten zurückzuführen ist, können in 3 Gruppen unterteilt werden. Von denen werden vor allem die internationalen Varianten der ursprünglich altdeutsch/germanischen Namen kaum mehr als einheimisch erkannt.

Bei der anteilsmäßig größten Gruppe der Trendnamen, den biblisch stämmigen/Heiligen-Namen, verhält es sich als Trugschluss genau umgekehrt. Die meisten Deutschen sind mit ihnen so vertraut, dass sie sie für typisch deutsche Namen halten und den Grund ihrer Bekanntheit oftmals vergessen haben. Wobei man bei dieser Einschätzung territoriale Unterscheidungen treffen muss, weil durch die anhaltende Bedeutung des Christentums im Süden der Republik dieses kulturelle Wissen noch icht ganz an Bedeutung verloren hat und zum Allgemeingut verschlissen ist. Bei ihnen weisen Paul und Franz wahrscheinlich noch auf den Apostel Paulus und den heiligen Franz von Assisi hin, der auch einen Namenstag im christlichen Kalender besetzt, welcher in religiösen Familien per Geburtsdatum die Namenvergabe regeln kann.

Neue Serie: Personen, Geschichten und Legenden

Alle Vornamen-Fans, denen die Beschreibungen im Vornamenlexikon zu knapp sind, haben jetzt einen Grund zur Freude: Ich habe auf beliebte-Vornamen.de eine neue Rubrik „berühmte Namensträger“ eröffnet, in der es bald richtig viel zu lesen gibt!

Die Autoren Renate und Ernö Zeltner aus Tirol haben zusammengetragen, welche Personen, Geschichten und Legenden an den Vornamen hängen. Dazu gehören Anekdoten und historische Hintergründe zu berühmten Trägern der Vornamen. Die Beiträge dieser Serie werden nach und nach veröffentlicht – auf der beliebte-Vornamen-Facebook-Seite werde ich immer sofort einen Hinweis geben, wenn ein neuer Beitrag erschienen ist.

Zwei Kapitel sind schon online: Den Anfang machen Adam und Eva.

Thema: Namensgebung

Die Vornamengebung des Mansfelder Landes – Tradition ist Trend (1)

Die Zeitungsrubrik -Das Baby des Tages- im Mansfelder Land bietet eine gute Grundlage, die Namenmoden der vergangenen Zeit zu beobachten. In der erstellten Hitliste der Jahre 2006-2010, die den bundesweiten sehr ähnlich sieht, dominieren zwar Namen, deren Siegeszug sich bereits seit den 90er Jahren vollzieht wie Lea und Felix, doch die hinteren Ränge weisen mit Anna, Hannah und Paul darauf hin, dass sich eine Vorliebe für ältere oder älter klingende Namen verbreitet hat.

Der Trend zur Tradition war eigentlich immer durch Adelshäuser und vermögendere Schichten geläufig, in denen vorrangig Söhne nach Vätern oder Vorfahren benannt wurden und sich Namen letztlich sogar im Allgemeinwissen mit bestimmten Familien verknüpfen ließen. Im Falle von Königs- oder Herrschernamen zeigte das Volk seine Zugehörigkeit gern damit, seine Kinder nach den jeweiligen Landesoberhäuptern zu benennen, womit in deutschen Gebieten nicht zufällig Karl, Friedrich, Heinrich und Wilhelm zusammen ganze Jahrhunderte regierten.

Die Vornamengebung des Mansfelder Landes

Das Mansfelder Land und sein Umkreis ist eine ruhige noch heute vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Gegend im Süden Sachsen-Anhalts, die bis auf die Halden der ehemaligen Kupferschiefer-Bergwerke und Martin Luthers Geburtsort Eisleben nicht allzu viele Attraktionen vorzuweisen hat. Doch eigentlich ist es die Mitte der Nation, ein Spiegel deutscher Verhaltensmuster, von dem man nie etwas ahnte. Denn das Mansfelder Land hat ihn: den bundesdeutschen Durchschnitt in der Namenvergabe.

Warum Informatikertöchter Ada heißen

Für werdende Mütter und Väter aus Informatikerkreisen ist der Name Ada eine schöne Option für einen Mädchennamen, und das hat seinen Grund:

Die Namen von Computer-Programmierspachen sind oft Akronyme, sie setzen sich also aus Abkürzungen zusammen. So bedeutet COBOL „Common Business Oriented Language“, BASIC „Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code“ und PEARL „Process and Experiment Automation Realtime Language“. ABAP steht für „Advanced Business Application Programming“ und FORTRAN für „Formula Translation“.

Die Vermutung liegt nahe, dass auch die ursprünglich für militärische Zwecke entwickelte Programmiersprache ADA auf diese Weise zu ihrem Namen gekommen ist.

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Von 23. April 2010 2 Kommentare Weiterlesen →

Wie Vulkane zu ihren Namen kommen

Hochschwangere gehören ja zu den Frauen, die es vermeiden sollten eine Flugreise zu unternehmen. Darum gibt es wahrscheinlich nicht so viele Babys, die wegen des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull ungeplanterweise an einem fernen Ort auf die Welt gekommen sind. Auch wenn der Name des Vulkans derzeit die Schlagzeilen beherrscht, schätze ich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baby Eyjafjallajökull genannt wird, als noch geringer ein. Aber wenigstens ist jetzt enthüllt worden, warum der Vulkan so und nicht anders heißt:

Böse Zungen behaupten, dass der eine oder andere Vorname auch so ausgewählt worden ist …

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Von 6. April 2010 7 Kommentare Weiterlesen →

Schoko-Werbung mit seltsamen Kindernamen

Dieses Werbeplakat hängt riesengroß im Hamburger Hauptbahnhof:

Die Werbebotschaft lautet „Elvis, Taswell und Calle, Ritter Sortfreundchen und Mini-Fans“.

Ich frage mich jetzt, hat man für diese Werbung extra drei Jungs mit möglichst seltsamen Vornamen gesucht oder haben die Jungs den Modeljob bekommen, obwohl sie so seltsame Namen haben oder heißen die Jungs in Wirklichkeit vielleicht ganz anders?

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Von 3. Februar 2010 7 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen schon vor der Geburt verraten

Viele werdende Eltern entscheiden sich schon lange vor der Geburt für einen Namen für das Baby. Die meisten machen aber ein Geheimnis daraus und verraten ihn erst, wenn das Kind auf der Welt ist. So habe wir es bei unserem Sohn auch gehalten.

Laura Wattenberg (Baby Name Wizard) hat gute Argumente gesammelt, um das jeweilige Für und Wider abzuwägen:

Wer den Babynamen für sich behält aus Angst, dass Freunde und Familie den Namen hassen könnten, sollte sich fragen, ob das nicht seinen Grund haben könnte. Und ganz dumm gelaufen wäre es, wenn man ausgerechnet den Namen von Großvaters verhasster erste Ehefrau ausgesucht hat. So verhasst, dass der Name dieser Frau im Familienkreis nie erwähnt wurde …

Wenn aber 1000 Facebook-Freunde schon vor der Geburt erfahren haben, ob es ein Junge oder Mädchen ist, wann mit der Geburt gerechnet wird und wie das Baby heißen soll, dann ist die eigentliche Geburtsmeldung keine große Nachricht mehr. Sollte es zu einer Fehlgeburt kommen, könnte die ohnehin schon schlimme Situation noch schwieriger werden, wenn der ganze Bekanntenkreis sogar schon den vorgesehenen Namen kennt.

Für alle, die jetzt unsicher sind, ob sie den Babynamen lieber geheim halten sollen oder die Welt daran teilhaben lassen wollen, hat Laura Wattenberg zwei Vorschläge. So sollten eher zur Verschwiegenheit neigende Eltern zwei Menschen ins Vertrauen ziehen. Eine Person, die sich in der aktuellen Kindernamenszene auskennt und ein Mitglied der Familie, das die Tabu-Namen der Familie kennt. Wer seine Namenswahl möglichst früh öffentlich machen möchte, könnte zunächst alle Namen, die in der engeren Auswahl standen, weitererzählen und so die Spannung aufrechterhalten – den wahren Namen erfahren die Freunde und Verwandten dann erst, wenn der Nachwuchs auf der Welt ist.

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