Namensgebung

Der etwas andere Geburtsvorbereitungskurs

Viele werdende Mütter und etwas weniger Väter besuchen einen Geburtsvorbereitungskurs. Der Kurs soll auf die Geburt und auch auf das Elternsein einstimmen.

Einen etwas anderen Geburtsvorbereitungskurs bietet die Gesellschaft für Deutsche Sprache an: einen Vornamenkurs. In 90 Minuten werden diese Themen angeboten:

  • Vornamengebung in Deutschland: Wie haben sich unsere Vornamen entwickelt?
  • Rechtliche Situation: Welche Namen dürfen vergeben werden, welche nicht?
  • Aktuelle Trends der Vornamengebung: Liste der beliebtesten Vornamen der GfdS
  • Datenbankabfragen: Auf welchem Rang liegt Ihr Wunschname, wie häufig ist er?
  • Impulse: Vornamenbücher aus aller Welt zum Stöbern
  • Tipps: Was macht einen guten Vornamen aus, worauf sollten Sie achten?
  • Beratung: Sprechen Sie mit uns über unsere Erfahrungen und Einschätzungen

Der Kurs findet in der Zentrale der GfdS in Wiesbaden statt und kostet 25 € pro Person.

Eine interessante Idee; ich bin gespannt, wie das ankommt! Am beliebtesten werden vermutlich die Beratungsmöglichkeit sowie die Datenbankabfragen sein, alles andere kann man auch auf beliebte-Vornamen.de lesen:

Thema: Namensgebung

Dürfen Geschwister denselben Vornamen haben?

„Stimmt’s?“ von Christoph Drösser ist mein Zweitlieblingspodcast* und darum möchte ich es nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass es in einer rezenten** Folge um Vornamen geht: Stimmt es, dass Geschwisterkinder denselben Vornamen haben dürfen? Regelmäßige Leser von beliebte-Vornamen.de kennen die Antwort schon lange. Für den Rest: Ja, sie dürfen. Aber nur, wenn sie mindestens einen weiteren, eindeutigen Vornamen haben, so dass die Geschwister anhand ihrer Namen identifiziert werden können. Das kommt tatsächlich gelegentlich vor; ich kenne zum Beispiel ein Familie, deren jüngere Tochter den zweiten Vornamen der älteren Tochter als ersten Vornamen (und Rufnamen) hat. Auch in der Vergangenheit war gab es das schon: Wenn Geschwister den gleichen Vornamen haben.

* Mein Lieblingspodcast ist Cruisetricks von Franz Neumeier und Jérôme Brunelle, aber das gehört nicht hierher.

** Seitdem dieses Adjektiv vor wenigen Tagen meinen Wortschatz bereichert hat, bereitet es mir große Freude, es zu benutzen.

 

Thema: Namensgebung

Gute Frage 8: Stört bei Theo die Bedeutung?

Ein neuer kleiner Theo(-dor) in meinem Umfeld ist schuld daran, dass sich mein heutiger Text um eben diese Namen dreht: Theo und Theodor. Zwei wieder ziemlich angesagte Vertreter (Platz 27 bzw. 95), die in den einschlägigen Online-Diskussionen immer wieder mit bestimmten Fragen verknüpft werden: Kann man einen Namen wie Theodor, der – von „theos“ für Gott und „doron“ für Geschenk – „Geschenk Gottes“ bedeutet, vergeben, wenn man mit Gott nichts am Hut hat? Ist es überzogen oder nur konsequent, wenn Atheisten diesen Namen ähnlich wie aus der Bibel Stammendes für sich ausschließen?

Nach meinem Empfinden kommt gerade die Bedeutung „Geschenk“ gut an, und das beileibe nicht nur bei Kirchgängern (was ja auch völlig in Ordnung ist). Immer mal wieder treffe ich auf Eltern, die gezielt nach dieser Bedeutung suchen. Auch Jonathan, Jesse, Dorothee, Matthias und dessen moderne Kürzel wie Mattis sowie viele andere zählen dazu.

Theo

Doch nun kommt Theo: Zum aktuellen Kurznamentrend passend, ist er deutlich beliebter als seine gesetzter wirkende Vollform. Nicht jedoch bei jenen, die es mit dem Übersetzen der Bedeutung ganz genau nehmen: „Den Namen Theo hätte ich so nie vergeben, weil er eben nicht ‚Geschenk Gottes‘ bedeutet, sondern nur ‚Gott’“, so habe ich es von einer Theodor-Mutti gehört, die ihren Sohn dessen ungeachtet meist mit der Kurzform ruft und vorstellt. Würde Sie die Bedeutungsfrage hier stören? Oder finden Sie, dass man die Bedeutung der Langform auf das Kürzel übertragen kann? Dass alle Theo-Eltern ihre Söhne als kleine Götter installieren wollen, ist wohl eher nicht anzunehmen.

Ein Hintertürchen für atheistische Liebhaber der Kurzform findet sich auch: Theo könnte auch als Kurzform von Theobald oder Theoderich verstanden werden. In diesen latinisierten Varianten der Namen Dietbald und Dietrich steht die erste Silbe für „Volk“. Theo – der legitime Nachfolger von Dieter oder Volker?!

Wie sehen Sie das? Spielt die Bedeutung für Sie überhaupt eine nennenswerte Rolle? Hier gibt es in der Welt der Babynamenssucher auch manches Extrem zu entdecken, etwa die freie Übersetzung zusammengewürfelter Namenskombinationen (Beispiel: Aurelia Jocelyn, „die einzig wahre Goldglänzende“). Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Thema: Namensgebung

Das geheime Buch der Schwesternschaft

Wie ich schon früher feststellen konnte, ist man als Namensbloggerin immer im Dienst, sogar – oder gerade?! – auf einer Mutter-Kind-Kur. Es fing gleich im Aufnahmegespräch an: Ich erzählte von meinem Hobby, Frau Doktor parierte mit dem besonderen Namen ihres neuesten Enkelkinds und kam von da auf ein spezielles Buch im Schwesternzimmer der Klinik: „Darin sammeln unsere Krankenschwestern die ungewöhnlichsten Namen der Kurkinder.“

Geheimes Buch © Photocreo Bednarek - fotolia.de

Foto © Photocreo Bednarek – fotolia.de

Klar, dass ich sofort von brennender Neugierde erfüllt war. Aber, das muss ich leider gleich nachschieben, ich habe diese Sammlung während der gesamten Kur nicht zu Gesicht bekommen. Als ich einmal am nächsten dran war, konnte man das Schriftstück angeblich nicht finden. War mein Interesse zu heikel?! Immerhin erfuhr ich von Schwester 1, dass es sich um eine Kladde im DinA4-Format handele, in der im Lauf des letzten halben Jahrs gut vierzig Vornamen gelandet seien, „nur so, ohne besonderen Zweck“. Ob es mehr Mädchen- oder mehr Jungennamen seien? „Jungen“, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. „Manchmal hört man einen Namen und ist gleich total gespannt, wie wohl die Geschwister dazu heißen“, plauderte Schwester 2. „Wir hatten mal eine Familie hier, da hießen die Söhne wie Figuren aus einem Western.“ Jesse, James und Jack? Wayne und Wyatt? Lucky Luke, Joe und Rantanplan? „So genau weiß ich das nicht mehr.“

Schade, aber ich habe mich schnell getröstet: mit dem Studium der allgemein zugänglichen Gruppenbilder und Danke-für-die-Kur-Collagen in den Fluren der Klinik. Dabei fand ich zum Beispiel …

  • ungewöhnliche Zweitnamen zu gewöhnlichen Erstnamen: Laura Eowyn, Fynn Ambrosius, Anna Morgaine
  • nicht ganz unproblematische Bindestrichnamen: Aymée-Chantal, Rosa-Soleya, Lilli-Fabienne
  • Geschwisternamen aus einem Guss: Levke & Tjorven, Ricardo & Aaliyah, Kevin & Dennis, Daniela & Tanja, Marvin, Marius & Marten
  • für meinen Geschmack allzu ähnliche Geschwisternamen: Linus & Luis, Annika & Jannik, Lynn & Finn
  • auch Spezielleres: Anais (Bruder: Odin), Ayrton, Finan, Jorrit, Mimi, Nitze, Sharanna, Yvetta
Thema: Namensgebung

Lustiges Geschlechterraten

Dana aus Amerika versucht das Geschlecht „deutscher“ Vornamen zu erraten. Eike können aber sowohl Mädchen als auch Jungen heißen, da irrt die Fragestellerin!

Thema: Namensgebung

Sie wollen ihr Baby tätowieren lassen

Individualität ist Trumpf. Und womit kann man seine Individualität und Einzigartigkeit besser zum Ausdruck zu bringen als mit einer besonderen Tätowierung? Darum steht der Entschluss: Der erste Weg mit ihrem neugeborenen Baby führt aus der Geburtsklinik direkt zum Tattoo-Studio! Ein Portrait der Mutter auf die linke Wade, eines des Vaters auf die rechte Wade, das Geburtsdatum auf die Brust – hat vielleicht jemand eine bessere Idee?

Blöd ist nur, dass das Tätowieren weh tut; das möchten die Eltern ihrem Kind dann doch nicht antun. Plan B: Sie machen irgendwas Besonderes mit dem Vornamen, denn auch der Vorname begleitet das Kind durch das ganze Leben, genau wie ein Tattoo. Am besten ein diakritisches Zeichen. Natürlich keine Pünktchen über dem a, o oder u, ein Umlaut wäre ja überhaupt nicht ungewöhnlich. Auch Noël und Zoï mit Pünktchen über dem e und i gibt es schon in jedem Kindergarten, ein Trema kommt also nicht in Frage. Der beste Freund heißt André mit einem schrägen Strich auf dem e, vielleicht könnte man den Strich einfach andersrum zeichnen und so einen einzigartigen Vornamen schaffen? Die Ausspracheregeln von Akut und Gravis kann doch sowieso kein Mensch unterscheiden …

Tattoo Artist © Todor Rusinov - fotolia.com

Foto © Todor Rusinov – fotolia.com

Weil es selbst das schon gab und die werdenden Eltern unter dem Drang nach Individualität weiteres kreatives Potenzial freisetzen, wird ein Sonderzeichenbeschluss gefasst: Es wird ein Zirkumflex. Das Dach über dem Buchstaben ist der König der Diakritika und verleiht jedem gewöhnlichen Namen eine unverwechselbare Note. Bis eines Tages Miâ und Bên die Vornamenhitlisten anführen.

Leitsatz: Diakritische Zeichen sind die Tätowierungen unter den Babynamen.

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Gute Frage 7: Ist Kate ein Name?

Ja, wer, wie, wo, was soll das denn für eine Frage sein: „Ist Kate ein Name“?! Die Liste der Kates ist doch endlos: Kate Winslet, Kate Moss, Kate Bush, Kate von William & Kate, Kate Beckett aus „Castle“, Kate Tanner aus „Alf“ (um nur zwei Serien-Kates zu nennen) … Alles richtig. Natürlich heißt das Gros dieser Damen eigentlich Katherine oder Catherine (Kate Winslet nicht). Doch darauf will ich gar nicht hinaus.

Kate steht in Deutschland derzeit auf Platz 187. Uiuiui! 2014 schaffte es der Name, der sechs Jahre zuvor noch nicht in den deutschen Top 500 stattfand, sogar auf Rang 167. Wir erinnern uns: Nach längerem Vorgeplänkel fand anno 2011 die Traumhochzeit von Prinz William und Catherine „Kate“ Middleton statt – und der Name Kate hatte ergänzend zu allen bisherigen Assoziationen aus Film und Fernsehen noch eine Art modernes Cinderella-Image weg (auch wenn Miss Middleton aus betuchtem Hause und wahrlich nicht aus der Asche kam).

Bei der alten Kate

Wen oder was werden wir am Ende dieser Straße wohl vorfinden?

Trotzdem reagiere ich jedes Mal irritiert, wenn von werdenden Eltern hierzulande der Name Kate ins Spiel gebracht wird. Denn ich denke bei Kate (in geschriebener Form natürlich) zunächst mal immer an ein altes Haus. Mit Fachwerk vielleicht, Typ Hexenhäuschen. Ähnliche Schwierigkeiten habe ich mit dem Jungennamen Luke (zuletzt auf Platz 67). Ich weiß schon, Star Wars und so, finde ich ja auch spitze. Aber die (Dach-, Keller-, was weiß ich)Luke … nein. Und jetzt kommen Sie: Ist Kate ein Name?

Generation Denglish

Cäthe musiziert

Schon von Kate und Willie gehört?

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Mats ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Einen Boom des Vornamens Mats hatte ich vor zwei Jahren vorausgesagt und vermutet, dass der Name bald zu den Top 20 der beliebtesten Jungennamen gehört. Mit dieser Prognose lag ich daneben, aber immerhin für Platz 25 reichte es im Fußballweltmeister-Jahr 2014; 2015 büßte der Name Mats wieder ein paar Plätze ein. Ist Mats Hummels gar nicht so beliebt wie ich dachte?

Vielleicht habe ich auch nur den Einfluß der Fußballstars auf die Namensfindung überschätzt. Beim Vornamen Arjen bin ich aber davon überzeugt, dass dieser Name nur durch den niederländischen Profifußballer Arjen Robben bei uns so beliebt ist. Arjen Robben spielt seit August 2009 für den FC Bayern München und seit 2009 gehört Arjen zu den 500 beliebtesten Jungennamen in Deutschland.

Arjen Häufigkeitsstatistik

Häufigkeitsstatistik des Vornamens Arjen

Thema: Namensgebung