Namensbücher
Wovor William warnt – neuer „Namensabratgeber“ bei Rowohlt
Nach dem königlichen Willem und dem traditionsbewussten Wilhelm jetzt noch ein William, der die Namensszene aufmischt: Kann das Zufall sein?! Keine Ahnung. Jedenfalls hat William Wahl, Sänger und Songwriter des Kölner A-cappella-Ensembles Basta, soeben bei Rowohlt einen „Namensabratgeber“ veröffentlicht. „Ernst beiseite!“ versammelt „500 Namen, die Sie Ihrem Kind besser nicht geben sollten“.
Und Wahl setzt noch einen drauf: mit www.chantalisator.de, einer App zum „Chantalisieren“ von Namen – für mehr „Exotik und Originalität“. Musste ich natürlich gleich mal probieren: Aus Annemarie wird Ann-Zoë. (Und aus Knud, nur so als Beispiel, überraschenderweise Kingsten-Dylan.) „So wie Männer früher eine Kneipe aufmachen wollten, denken sie sich heute Apps aus. Ich bin da keine Ausnahme“, kommentiert der 39-Jährige seine Kreation im Interview.
Brockhaus – Das große Vornamenlexikon
Knud fehlt! „Konkurrenzlos umfangreich“ sei Das große Vornamenlexikon von Brockhaus, behauptet der Verlag und präsentiere „fundierte und ausführliche Informationen zu 11.000 Namen“. Das könnte hinkommen, das Buch ist wirklich sehr umfangreich und enthält eine Unmenge von Vornamen. Ausgerechnet der Name Knud kommt nicht vor. Zwar Knut:
Nordischer Name. Bedeutung vermutlich: der Waghalsige, Freimütige, auch: Nachkomme. Namensträger: Knut Hamsun, norwegischer Schriftsteller.
Aber das ist nicht dasselbe
Vornamen 2012 als E-Book
Ich möchte es nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass das „Beliebte Vornamen Jahrbuch 2012“ ab sofort auch als E-Book erhältlich ist – in verschiedenen Formaten, z. B. epub, Amazon Kindle oder Apple iBook.
Beliebte Vornamen Jahrbuch 2012
Die Bücherleser dieser Welt blicken gerade nach Frankfurt. Und machen einen großen Fehler, denn die wichtigste Neuerscheinung auf dem deutschen Buchmarkt wird gar nicht auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert: Das „Beliebte Vornamen Jahrbuch 2012“.
Den größten Teil dieses Jahrbuchs nimmt ein Beitrag über die Herkunft und Bedeutung der Vornamen ein. Die Abhandlung „Über deutsche Vornamen und Geschlechtsnamen“ hat Tileman Dothias Wiarda – Historiker, Landsyndikus und Hofrat zu Aurich – bereits 1799 geschrieben. Dessen ersten Abschnitt „Von den Vornamen oder Taufnamen der Deutschen“ habe ich für diese Veröffentlichung behutsam überarbeitet. Ich habe versucht, den ursprünglich manchmal anstrengenden Text so aufzubereiten, dass er interessierten Laien (zu denen ich auch mich zähle) gefällt. Konkret habe ich Fußnoten und Einschübe entfernt, heutzutage nicht mehr vertraute Begriffe ersetzt oder erklärt, die Rechtschreibung und Grammatik verändert sowie einige scheinbar endlos verschachtelte Bandwurmsätze verständlich formuliert.
Was im Vornamen-Jahrbuch steht
Bei Sparbaby.de wurde das „Beliebte Vornamen“-Jahrbuch 2011 vorgestellt. Bei der Gelegenheit möchte ich mal ins Detail gehen, was in dem Buch eigentlich drin steht:
Vornamenbuch von Dorling Kindersley
Sachbuchautorin so: „Der Verlag Dorling Kindersley plant, ein Vornamenlexikon zu veröffentlichen.“
Ich so: „Da hatten die ja eine ganz originelle Idee. Dass da nicht schon vorher jemand drauf gekommen ist …“
Sachbuchautorin so: „Ich hätte da mal ein paar Fragen zu Ihrer Vornamenstatistik.“
Und da wurde mir bewußt, dass es sich vielleicht doch um ein interessantes Buchprojekt handeln könnte. Denn, traurig aber wahr, es ist vorher noch nicht vorgekommen, dass ein Vornamenbuchautor bei mir Hintergrundinfos zun den Hitlisten der beliebtesten Vornamen recherchiert hat. Die meisten schreiben die einfach so ab, einige sogar, ohne mein Einverständnis abzufragen. Einige sogar, ohne die Quelle anzugeben – dann aber mit unangenehmen Folgen.
Beliebte Vornamen Jahrbuch 2011
Lange Schlangen vor den Buchhandlungen, überlastete Server der Online-Shops? Könnte daran liegen, dass das „Beliebte Vornamen“-Jahrbuch 2011 gerade veröffentlicht worden ist!
Einige der bekanntesten Vornamenexperten haben Beiträge zu diesem Buch beigesteuert, unter anderen Dr. Damaris Nübling, Professorin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Dr. Lutz Kunzsch, Leiter der Sprachberatung der Gesellschaft für deutsche Sprache.
Auch die aktuellen Babynamenstatistiken aus Deutschland habe ich im „Beliebte Vornamen“-Jahrbuch 2011 veröffentlicht. Besonders freuen wird das Wissenschaftler und Journalisten, die ja lieber aus gedruckten Publikationen als aus dem veränderlichen Internet zitieren (bisher gab es meine Statistiken nur auf beliebte-Vornamen.de). Aber auch den Eltern, die 2010 Nachwuchs bekommen haben und Ihrem Kind eines Tages die Umstände erklären müssen, unter denen der (je nach Vorliebe) modische oder ungewöhnliche Name ausgewählt wurde, kann dieses Buch als Argumentationshilfe dienen.
- „Beliebte Vornamen“-Jahrbuch 2011
Herausgegeben von Knud Bielefeld bei BoD Norderstedt
ISBN 978-3839182628
Preis: 7,90 EUR
Rezension “Der perfekte Vorname für mein Baby”
Das 2007 im Südwest-Verlag erschienene Vornamensbuch incl. einer CD-ROM ist ein übersichtliches und ansprechendes Werk. Es verspricht zu „helfen, einen sympathischen, angenehm klingenden oder bedeutungsvollen Namen zu finden, damit Ihr Kind stolz darauf ist, ihn gerne trägt und nennt.“ (S. 9) Meiner Einschätzung nach kann es diesen Anspruch erfüllen.
Zunächst gibt das Buch eine Reihe an Ratschlägen, welche Aspekte man bei der Vornamenswahl berücksichtigen sollte. Daraufhin folgen Statistiken der Gesellschaft für deutsche Sprache, die die beliebtesten 10 bzw. 30 Vornamen der Jahre 2001-2006 zeigen. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass die GfdS in ihrer Statistik nicht zwischen Erst- und Zweitnamen unterscheidet, was aber nicht erwähnt wird.
Nun folgt eine Erläuterung, wie die CD-ROM zu benutzen ist, rechtliche Informationen zur Namensvergabe und noch ein paar weitere Hinweise.
Diese Ausführungen sind alle knapp, übersichtlich und dennoch informativ gehalten.
Auf den nächsten 298 Seiten folgt nun eine bunte, ansprechende Auswahl von Vornamen in alphabetischer Reihenfolge. Unterteilt sind diese in „Die schönsten Mädchen- bzw. Jungennamen von A-Z“ (S. 22ff.).

