Menschen & Namen

Ein besonderer Fall von Namenänderung: Ordensnamen

Von Lisa Lenort

Beim Eintritt in ein Kloster beginnt ein neuer Lebensabschnitt, man geht einen neuen Teil auf dem Weg der Nachfolge Christi. Damit verbunden sind Veränderungen des bisherigen Lebens. Man wendet sich vom bisherigen weltlichen Leben ab und wird in die Glaubensfamilie des Klosters aufgenommen. Die Zeremonie, die eine Christin zur Nonne macht, nennt man Einkleidung, die Anwärterin erhält dabei ihre Gewänder und auch einen neuen Namen. Dieser neue Name gilt als Zeichen für den neuen Lebensweg und verdeutlicht die Verbundenheit zum geistlichen Leben.

Mein Modename und ich: Ben

Man kann es sich kaum mehr vorstellen, dass Ben mal ein echter Exot war: 2015 thront er schon wieder an der Spitze der beliebtesten Jungennamen Deutschlands, zum fünften Mal in Folge. Glückwunsch! Mir ist im Zuge des aktuellen Star-Wars-Booms bewusst geworden, dass auch ein Ben in der Saga vorkommt, der Jedi-Meister a.D. Ben Kenobi in Episode 4, die 1978 zuerst in deutschen Kinos zu sehen war.

Wer kennt Katella?

Die Katella Avenue kennt wohl jeder, der schon mal im Disneyland in Kalifornien war. Diese Straße bildet die südliche Grenze des Disneyland Resorts. Zahlreiche Hotels, Motels, Restaurants, Geschäfte und auch das Convention Center der Stadt Anaheim liegen an der Katella Avenue. Aber wer weiß, was hinter Katella steckt?

Katella Avenue

Walt Disney hat mit diesem Namen nichts zu tun, entsprechende Gerüchte stimmen nicht! Die Straße hieß schon lange vor der Gründung Disneylands im Jahr 1955 so. Der Namensgeber ist John Rea, der 1896 mit seiner Familie nach Anaheim zog und hier mit dem Anbau von Walnüssen seinen Lebensunterhalt verdiente. Das Anwesen brauchte einen Namen, aber die naheliegende Wahl „Rea Ranch“ klang dem Landwirt zu langweilig. Die gute Idee kam ihm, als er seine Töchter rief: „Kate, Ella!“. Die Katella Ranch war später das Namensvorbild für die erste öffentliche Schule in der Gegend, die Katella School. Die Straße, die das Anwesen mit der Nachbarschaft verband, wurde zunächst Katella Road genannt, später dann Katella Avenue.

Zwei bekannte Vornamen zusammenziehen und so einen neuen Namen bilden ist gerade groß in Mode. Wer nennt seine Tochter Katella?

(Ehemals Dieter) Moor: Meine Frau sagt nicht Max zu mir

(ots) – Der Moderator Max (ehemals Dieter) Moor wird auch zwei Jahre, nachdem er einen neuen Vornamen angenommen hat, von seiner Frau noch nicht „Max“ genannt: „Dieter sagt sie nicht mehr, aber Max so ziemlich als Einzige auch noch nicht. Es fällt Ihr echt schwer,“ sagte Moor der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und fügte zur Begründung hinzu: „Diese Überwindung zum ,Ich liebe Dich, Dieter‘ war dann ja umsonst, das tut weh. Aber Sie kann sich ja in Worte wie Schatz oder Liebling flüchten.“

Rechtschreibfehler: Wie Keira zu ihrem Vornamen gekommen ist

Kira Iwanowa war eine russische Eiskunstläuferin, die in den 1980er Jahren erfolgreich war und darum regelmäßig auch in den deutschen Medien auftauchte. Ob es ein Zufall ist, dass der Vorname Kira gleichzeitig in Deutschland populär geworden ist?

Kira

Häufigkeitsstatistik des Vornamens Kira in Deutschland

Sicher ist, dass die 1985 geborene britische Schauspielerin Keira Knightley nach dem sportlichen Namensvorbild benannt wurde – das erzählte sie der britischen Ausgabe der Zeitschrift Elle: Ihr Vater hatte den Vornamen der Eiskunstläuferin für seine Tochter ausgesucht. Ihre Mutter war im Bereich der Rechtschreibung leider nicht so souverän und schrieb Keira anstatt Kira in die Anmeldung des neugeborenen Mädchens.

Das kommt ja öfters vor, dass aus Rechtschreibfehlern neue Vornamen entstehen: Schreib wie du sprichst.

Von 22. Januar 2015 18 Kommentare Weiterlesen →

Pferdefreunde

Der Name Philipp besteht aus den beiden griechischen Wörtern philos „Freund“ und hippos „Pferd“. Dies hat einige Sprachpuristen dazu angeregt, den Namen einzudeutschen.

Philipp von Zesen, dem wir heute so geläufige Wörter wie Abstand, Augenblick, Bücherei, Kreislauf und Mundart verdanken, wählte Marhold als deutsche Form für Philipp.

Einen noch viel schöneren Namen wählte Philipp Wackernagel: Er nannte sich Roßlieb.

P.S. Sollte ich den Namen Philipp jemals germanisieren, würde ich Eowin wählen.

Mika oder: Wie mein Name mich gefunden hat

Die wenigsten Menschen suchen sich aus, wie sie heißen. Mika aber gehört dazu. Doch es war ein langer Weg bis dahin. Hört man ihm zu, wie er seine Geschichte erzählt, stockt einem öfter mal der Atem. Als er 1963 geboren wird, ist es für seine Familie ein Schock: Das Neugeborene ist weder eindeutig Mädchen noch Junge. „Ich bin ein XXY-Mensch“, weiß Mika heute. Das heißt, er hat ein zusätzliches X-Chromosom. Er wird auf den Namen Astrid getauft und als Mädchen aufgezogen. Doch das funktioniert nicht.

Er kann gerade mal schreiben, als er selbst einen Namen für sich wählt: Michael. In seinem Geburtsjahr der zweithäufigste Jungenname, der aus der Bibel stammt und „Wer ist wie Gott?“ bedeutet. Wie er darauf gekommen ist, weiß er nicht. „Es war wohl die Weisheit eines Kindes.“ Welchen Jungennamen seine Eltern vor der Geburt für ihn ausgesucht haben? Das erfährt er nie, mittlerweile sind beide Eltern verstorben. Seine Wahl müssen sie zwangsläufig akzeptieren: „Auf Astrid habe ich nicht gehört.“ In der Schule ist er Außenseiter, „der Komische, der Schwule“ – trotz des Mädchennamens, der im Klassenbuch steht. Erst als er mit 14 einen Erzieher mit langen Haaren hat, lässt er sich die Haare wachsen.

Mein ungeliebter Vorname: Annegret

Manche Namen enthalten quasi ein eingebautes Hintertürchen für den Fall, dass sie ihren Trägern nicht gefallen: Heidrun lässt sich von aller Welt Heidi rufen. Und Lisa ist froh, dass niemand weiß, dass sie eigentlich Elisabeth heißt. Ob Eltern wohl schon früher bei der Namenswahl über solche Fluchtwege nachgedacht haben? In den letzten Jahren jedenfalls habe ich häufiger gehört, dass aus diesem Grund ein Zweitname vergeben wurde („So kann Lukas Arne einmal selbst entscheiden, ob er Lukas oder Arne sein möchte“).