Menschen & Namen

Merle hat jetzt Abi

Aus der Generation der um 2000 herum Geborenen kenne ich kaum jemanden. So war ich neulich ziemlich verblüfft, als ich eine Abiturientenliste aus unserem Nachbarstädtchen Bargteheide durchgesehen habe: Von 78 Schülerinnen – die Jungs habe ich nicht gezählt – trugen ganze sechs den Namen Merle. Mir war nicht bewusst, dass der mal soo häufig war (aktuell steht Merle in Deutschland auf Platz 58).

Kein anderer Mädchenname taucht in der Liste auch nur annähernd so oft auf. 1998, im mutmaßlichen Geburtsjahrgang der Abiturienten, waren Anna und Jan die Spitzenreiter. Abi gemacht haben in dem Bargteheider Gymnasium nun aber nur eine Anna, komplett Anna-Lena, und zwei Jans, einer davon ein Jan-Ole. Was dafür spricht, dass die häufigsten Namen schon damals längst nicht mehr so häufig waren wie in meiner Generation in den frühen 70ern. Der einzige Name, der sonst noch öfter als zweimal vertreten ist, ist Jannik, 1998 auf Platz 13: einmal Jannik, dreimal Yannick geschrieben (nach Yannick Noah?). Je einen Ben und eine Emma gibt es übrigens auch.

Dr. Cato und Pfleger Denny

Eine Jekyll-und-Hyde-Geschichte ist es nicht, die man jetzt in den Zeitungen unter „Vermischtes“ lesen konnte, sondern ein klassischer Fall von Hochstapelei: Fünf Jahre lang arbeitete ein gelernter Krankenpfleger als Arzt, lebte sogar ein Jahr lang in Saus und Braus als Schiffsarzt auf der „AidaVita“. Die Schwindelei flog bloß deshalb auf, weil der selbst ernannte Medizinmann seinen Vornamen nicht leiden konnte: Denny. Und psst … in diesem Punkt kann ihn verstehen.

Mir würde ja schon Danny besser gefallen, weil ich Denny bis eben gerade – als ich den Namen nachgeschlagen habe – für eine der deutschen Aussprache angepasste Version dieses Namens gehalten habe. Tatsächlich kommt Denny aber gar nicht von Daniel, sondern von Dennis. Aber ob nun Denny oder Danny: Beides passt wirklich besser zu einem netten Pfleger als zu einem ausgewachsenen Halbgott in Weiß, oder?

Ein besonderer Fall von Namenänderung: Ordensnamen

Von Lisa Lenort

Beim Eintritt in ein Kloster beginnt ein neuer Lebensabschnitt, man geht einen neuen Teil auf dem Weg der Nachfolge Christi. Damit verbunden sind Veränderungen des bisherigen Lebens. Man wendet sich vom bisherigen weltlichen Leben ab und wird in die Glaubensfamilie des Klosters aufgenommen. Die Zeremonie, die eine Christin zur Nonne macht, nennt man Einkleidung, die Anwärterin erhält dabei ihre Gewänder und auch einen neuen Namen. Dieser neue Name gilt als Zeichen für den neuen Lebensweg und verdeutlicht die Verbundenheit zum geistlichen Leben.

Mein Modename und ich: Ben

Man kann es sich kaum mehr vorstellen, dass Ben mal ein echter Exot war: 2015 thront er schon wieder an der Spitze der beliebtesten Jungennamen Deutschlands, zum fünften Mal in Folge. Glückwunsch! Mir ist im Zuge des aktuellen Star-Wars-Booms bewusst geworden, dass auch ein Ben in der Saga vorkommt, der Jedi-Meister a.D. Ben Kenobi in Episode 4, die 1978 zuerst in deutschen Kinos zu sehen war.

Wer kennt Katella?

Die Katella Avenue kennt wohl jeder, der schon mal im Disneyland in Kalifornien war. Diese Straße bildet die südliche Grenze des Disneyland Resorts. Zahlreiche Hotels, Motels, Restaurants, Geschäfte und auch das Convention Center der Stadt Anaheim liegen an der Katella Avenue. Aber wer weiß, was hinter Katella steckt?

Katella Avenue

Walt Disney hat mit diesem Namen nichts zu tun, entsprechende Gerüchte stimmen nicht! Die Straße hieß schon lange vor der Gründung Disneylands im Jahr 1955 so. Der Namensgeber ist John Rea, der 1896 mit seiner Familie nach Anaheim zog und hier mit dem Anbau von Walnüssen seinen Lebensunterhalt verdiente. Das Anwesen brauchte einen Namen, aber die naheliegende Wahl „Rea Ranch“ klang dem Landwirt zu langweilig. Die gute Idee kam ihm, als er seine Töchter rief: „Kate, Ella!“. Die Katella Ranch war später das Namensvorbild für die erste öffentliche Schule in der Gegend, die Katella School. Die Straße, die das Anwesen mit der Nachbarschaft verband, wurde zunächst Katella Road genannt, später dann Katella Avenue.

Zwei bekannte Vornamen zusammenziehen und so einen neuen Namen bilden ist gerade groß in Mode. Wer nennt seine Tochter Katella?

(Ehemals Dieter) Moor: Meine Frau sagt nicht Max zu mir

(ots) – Der Moderator Max (ehemals Dieter) Moor wird auch zwei Jahre, nachdem er einen neuen Vornamen angenommen hat, von seiner Frau noch nicht „Max“ genannt: „Dieter sagt sie nicht mehr, aber Max so ziemlich als Einzige auch noch nicht. Es fällt Ihr echt schwer,“ sagte Moor der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und fügte zur Begründung hinzu: „Diese Überwindung zum ,Ich liebe Dich, Dieter‘ war dann ja umsonst, das tut weh. Aber Sie kann sich ja in Worte wie Schatz oder Liebling flüchten.“

Rechtschreibfehler: Wie Keira zu ihrem Vornamen gekommen ist

Kira Iwanowa war eine russische Eiskunstläuferin, die in den 1980er Jahren erfolgreich war und darum regelmäßig auch in den deutschen Medien auftauchte. Ob es ein Zufall ist, dass der Vorname Kira gleichzeitig in Deutschland populär geworden ist?

Kira

Häufigkeitsstatistik des Vornamens Kira in Deutschland

Sicher ist, dass die 1985 geborene britische Schauspielerin Keira Knightley nach dem sportlichen Namensvorbild benannt wurde – das erzählte sie der britischen Ausgabe der Zeitschrift Elle: Ihr Vater hatte den Vornamen der Eiskunstläuferin für seine Tochter ausgesucht. Ihre Mutter war im Bereich der Rechtschreibung leider nicht so souverän und schrieb Keira anstatt Kira in die Anmeldung des neugeborenen Mädchens.

Das kommt ja öfters vor, dass aus Rechtschreibfehlern neue Vornamen entstehen: Schreib wie du sprichst.

Von 22. Januar 2015 16 Kommentare Weiterlesen →

Pferdefreunde

Der Name Philipp besteht aus den beiden griechischen Wörtern philos „Freund“ und hippos „Pferd“. Dies hat einige Sprachpuristen dazu angeregt, den Namen einzudeutschen.

Philipp von Zesen, dem wir heute so geläufige Wörter wie Abstand, Augenblick, Bücherei, Kreislauf und Mundart verdanken, wählte Marhold als deutsche Form für Philipp.

Einen noch viel schöneren Namen wählte Philipp Wackernagel: Er nannte sich Roßlieb.

P.S. Sollte ich den Namen Philipp jemals germanisieren, würde ich Eowin wählen.