Anerkennung
Bonner Mädchen darf Godesia heißen
Als Zusammensetzung der etablierten Vornamen Godwar oder Godar einerseits und Teresia andererseits gab es die amtliche Zustimmung für den weiblichen Vornamen Godesia. Die ware Motivation der Eltern, ihre Tochter Godesia zu nennen, hat aber offensichtlich einen anderen Hintergrund. Schließlich ist das Mädchen am Karnevalsfreitag in der Karnevalshochburg Bonn zur Welt gekommen. Und im Bonner Stadtteil Bad Godesberg wird die Karnevalsprinzessin Godesia genannt.
Die Bad Godesberger Neu-Eltern haben aber auch daran gedacht, dass sich ihre Tochter vielleicht etwas weniger für die lokalen Karnevalsbräuche begeistern könnte und ihr weitere Vornamen beigelegt: Das Mädchen heißt Lena Isabel Godesia.
In Schweden ist Allah als Vorname nicht erlaubt
Die Eltern eines inzwischen zwei Monate alten Jungen in Südschweden müssen erneut auf Namenssuche gehen, denn die zuständige Behörde Skatteverket hat verfügt, dass ihr Sohn nicht wie gewünscht Allah heißen darf. Der Sprecher der Behörde begründet diese Entscheidung damit, dass der Vorname Allah religiöse Gefühle verletzen könnte. Neben “Allah” seien auch “God” und “Devil” aus demselben Grund als Vorname nicht akzeptabel, heißt es im Stockholmer Nachrichtenportal The Local. Leider wird aus dem englischsprachigen Artikel nicht deutlich, ob ausdrücklich die englischen Bezeichnungen für Gott und Teufel abgelehnt werden oder ob sich die Aussage (auch) auf die entsprechenden schwedischen Wörter bezieht.
Auch in den vergangenen Jahren gab es schon bemerkenswerte Vornamenentscheidungen in Schweden. So wurden Q, Token und Michael Jackson als Vornamen abgelehnt. Die Vornamen Metallica und Google waren zwar umstritten, aber letztendlich doch zugelassen.
Quelle: Parents refused right to name son Allah – entdeckt von Nancy
Djehad als Vorname genehmigt
Mit der Wahl des Vornamens “Djehad” für ihren Sohn gefährden Eltern nicht das Wohl ihres Kindes. Das hat das Berliner Kammergericht laut einer Mitteilung der Pressestelle der Berliner Zivilgerichte entschieden.
Der Standesbeamte hatte die beantragte Beurkundung dieses Namens abgelehnt, weil das Kindeswohl bei Wahl dieses Vornamens erheblich gefährdet sei: Er bedeute “Heiliger Krieg” und habe in Deutschland seit dem 11. September 2001 eine stark negative Bedeutung erlangt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Randy darf endlich Randy heißen
In der Geburtsurkunde des dreijährigen Randy Hofmann aus Niedersachsen stand bisher “Ein Knabe mit dem Familiennamen Hofmann, der noch keinen Vornamen erhalten hat”, weil das Standesamt den Namen Randy nur in Verbindung mit einem weiteren, geschlechtseindeutigen Namen eintragen wollte. (siehe den Beitrag “Randy als Jungenname abgelehnt“)
Nachdem das Bundesverfassungsgericht kürzlich in einem anderen Fall entschieden hat, dass geschlechtsneutrale Namen das Kindeswohl keineswegs beeinträchtigen (siehe “geschlechtsneutrale Vornamen ohne Zweitnamen erlaubt“), lenkte jetzt auch das zuständige Standesamt Uelzen ein und beurkundete den Vornamen, wie die Allgemeine Zeitung Uelzen berichtet. Herzliche Glückwünsche den beharrlichen Eltern zu Ihrem Erfolg!
geschlechtsneutrale Vornamen ohne Zweitnamen erlaubt
Bei der Eintragung eines Babynamens gibt es oft Streit mit dem Standesamt, ob ein Vorname geschlechtsneutral, also sowohl für Mädchen als auch für Jungen üblich ist. Laut § 262 der Dienstanweisung für Standesbeamte muss dann nämlich ein weiterer, geschlechtseindeutiger Vorname vergeben werden. (wörtlich: “Lässt ein Vorname Zweifel über das Geschlecht des Kindes aufkommen, so ist zu verlangen, dass dem Kinde ein weiterer, den Zweifel ausschließender Vorname beigelegt wird.”)
Das Bundesverfassungsgericht hat am 5. Dezember 2008 in einer beachtenswerten Entscheidung darauf hingewiesen, dass diese Anweisung nur eine Verwaltungsvorschrift ohne Gesetzescharakter ist. Gesetzlich ist nur festgelegt, dass der gewählte Vorname und das Geschlecht des Kindes in das Geburtenregister eingetragen werden müssen. Darüber, dass das Geschlecht aus dem Namen abgeleitet werden kann, gibt es keine gesetzliche Regelung.
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