Artikel von: Annemarie Lüning

Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

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Über kurz oder lang – wer hat Angst vor niedlichen Namen?

Wo mehrere Menschen sich über ihre favorisierten Namen austauschen, kommt es schnell zur Bildung sich voneinander abgrenzender Lager – zum Beispiel, wie in der letzten Woche Thema, „Klassisch oder individuell“. Heute nun: „Kurz oder lang“. Da gibt es einerseits diejenigen, die bewusst Kurzform-Namen (Lenny, Leni) vergeben. Weil’s niedlich klingt zum niedlichen Baby (oder „cool“) und „der Name sonst ja sowieso nur abgekürzt wird“. „Mit uns nicht!“, rufen prompt die anderen. Und nennen ihre Kinder weit förmlicher Leonhard oder Magdalena, auch mit Hinblick auf eine spätere berufliche Laufbahn. Obwohl Vertreter der ersten Gruppierung darauf pochen, dass wir uns in den nächsten Jahrzehnten an vieles gewöhnen würden, an Chefärzte oder Staatsanwälte namens Lenny sowieso.

Thema: Namensgebung

Edna vs. Anna: Alles nur Selbstverwirklichung?

Allzu gestylte Kinder seien gar nicht seine Welt, so äußerte sich der Berliner Schauspieler Lars Eidinger kürzlich im Elternmagazin Nido. Der Nachwuchs in Szene-Stadtteilen lasse ihn ihm das Gefühl aufkommen, „da verwirklichen sich Eltern in den Kindern“. Das Kind als Accessoire. Befragt nach dem Namen seiner eigenen Tochter, musste Eidinger dann allerdings zugeben, dass auch er nicht frei von solchen Bestrebungen ist: Die 5-Jährige heißt Edna und ist nach einer Comicserie aus den 80ern benannt. „Vielleicht hätten wir sie lieber einfach Anna nennen sollen.“

Thema: Namensgebung

Verbotene Vornamen

Es ist ein stimmiger Auftakt: Im Vorspann des aktuellen Kinofilms „Der Vorname“ werden nur die Vornamen der Mitwirkenden gezeigt. Dennoch dreht sich die für Lachtränen sorgende französische Komödie mit Patrick Bruel beileibe nicht nur um die Namenswahl. Ohne zu viel zu verraten, kann man aber sagen, dass der Film sehr interessante Fragen zum Thema aufwirft.

Von Lieblingsbuchstaben und der Liebe

Neulich, beim Zeitungslesen, sprangen sie mich an: drei nette Rentnerpaare aus Stapelfeld bei Hamburg, die jetzt gemeinsam ihre dreifache Goldene Hochzeit feiern. Oder besser: die Vornamen sprangen mich an. Karin und Dieter. Karla und Kurt. Helene und Horst. Gleich zwei von drei Paarkombinationen also mit einer prägnanten Alliteration, die man schöner kaum erfinden könnte.

Einige Zeitungsseiten weiter begegneten mir dann in den Familienanzeigen die „grünen“ Hochzeitspaare Melanie und Marcel, Melanie und Mike sowie Wiebke und Wolf. Gleiche Initialen, wohin das Auge blickt. Frei nach Pat und Patachon, Fix und Foxi, Donald und Daisy, Bernhard und Bianca. Oder man denke an Helmut und Hannelore (Kohl und Schmidt), Heino und Hannelore, Marianne und Michael, Charles und Camilla. Alles bloß selektive Wahrnehmung? Sollte man meinen. Doch – Überraschung – die Wissenschaft sagt nein.

Thema: Wissenschaft

Olympia – eine Inspiration

Mein Mann liebt sportliche Großereignisse. Nach der Fußball-EM jetzt Olympia – kann es Schöneres geben?! Ich finde: Ja! Zum Beispiel: das – völlig zweckfreie – Sinnieren über Vornamen. Und so treffen wir uns dann doch auch in den nächsten zwölf Tagen auf dem heimischen Sofa vor dem Fernseher. Er fiebert und leidet mit den Athleten mit, und ich … nun ja.

„Paul Biedermann – klingt ja wie der Partner von Erika Mustermann.“ Von derart unorthodoxen Einwürfen meinerseits lässt sich mein Mann nicht aus der Ruhe bringen. Er flachst auch schon mal mit. Und ich freue mich gerne auch im Stillen an den Namen aus aller Welt. Vor allem an solchen, die ich für deutschlandtauglich halte und gern mal an Neugeborenen hören würde. Nathan, Gideon, Darian (Schwimmer, USA und Südafrika) zum Beispiel. Obwohl es sich dabei um breitschultrig-ausgewachsene Twens handelt, wirken ihre Namen für mein Ohr weit frischer als so mancher Elternliebling aus den aktuellen Top Ten. Und natürlich allemal weniger staubig als die Namen der meisten deutschen Olympioniken (Britta, Michael).

Thema: Namensgebung