Wie man Promikids erkennt

Nicht Silas, nicht Jack und auch nicht Anna – nein, Sienna-Amelie heißt der Nachwuchs von Patrick Bach. Über den Achtziger-Jahre-Kinderstar und seine bezopfte Tochter (12) bin ich in der neuen RTL-Show „Comeback oder weg?“ (sonntags, 19.05 Uhr) gestolpert.

Wie Bach, Verona Pooth oder Hugo Egon Balder ihre Teenager mit Relikten aus den „crazy 70er, den fetzigen 80er und den schrillen 90er Jahren“ konfrontierten, vom quietschegrünen Eis am Stiel über den Starschnitt bis zum Gleitschuh – hm, ich fand’s ein bisschen langatmig. Zwischendurch gab es possierliche Einspieler namenloser Grundschüler (nicht so gut wie in „Dingsda“) sowie Guildo Horn und „die Lochis“ auf einem Fake-Dachboden. Aber egal, ich hab mir das Ganze sowieso nur wegen der Promikindernamen angesehen.

Und die waren crazy oder eben bewusst anders. Hugo Egon Balder (der in Wirklichkeit Egon Hugo Balder heißt!) muss man da wohl ausnehmen: Die Mutter von Canel (männlich, 15) und Saliha (weiblich, 16) ist Wuppertalerin mit türkischen Wurzeln. Verona Pooths Sohn San Diego (13) kannte ich schon, die gleichaltrige Faye Montana, Tochter von Schauspielerin Anne-Sophie Briest, war mir dagegen kein Begriff. Ihre Kollegin Janine Kunze rückte Tochter Lili Mari ins Rampenlicht.

So heißen Normalokids

So heißen Normalokids – frisch aufgenommen in einer norddeutschen Dorfschule

Merke: Promikids stecken heute fast ausnahmslos in kunstvoll auf kniefrei getrimmten Jeans, haben selbstverständlich eigene YouTube-Kanäle und verdanken ihr schönes Selbstbewusstsein möglicherweise ihren gerne zweiteiligen Namen mit oder ohne Bindestrich. Mindestens einer der Namen ist hierzulande ungebräuchlich. Bloß beim Geschwisterduo von Silvan-Pierre Leirich muss was schiefgelaufen sein: der Sohn heißt Niccolò – und seine Schwester ganz normal Sophia.

Der Vollständigkeit halber ein paar Geschwister: Patrick Bach hat noch einen Sohn namens Lucca-Emanuel, Janine Kunze zieht neben Lili Mari noch Luiz-Fritz und Lola-Lu groß (alle Bindestriche wegen unsicherer Quellen ohne Gewähr).

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Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

47 Kommentare zu "Wie man Promikids erkennt"

  1. Maria Th. sagt:

    Lola-Lu

    Spontan:
    La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu…

  2. Maria Th. sagt:

    Patrick Bach hat noch einen Sohn namens Lucca-Emanuel

    Mit Emanuel hat Patrick Bach ja noch nichts falsch gemacht. Lucca und der Bindestrich machen es aus.

    Einer der Söhne Johann Sebastian Bachs hieß Carl Philipp Emanuel Bach (der „Hamburger“ Bach). Und das ist ein sehr ehrenwerter Name.
    Wer ähnliche Namen sucht, kann bei den „Bächen“ übrigens leicht fündig werden:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bach_(Familie)

  3. Jan sagt:

    Wie ist das eigentlich mit Niccolò? Wenn ich mir die Wikipedia-Namensliste angucke, sind das fast alles Gestalten aus der Renaissance oder der Frühen Neuzeit. Der Bekannteste ist sicher Machiavelli, gefolgt von Papanini.

    Aber moderne Namensträger gibt es kaum.

    Woran liegt das? Weiß das jemand? Der heiligen Nikolaus ist doch nun wirklich ein wichtiger Heiliger, dessen Name auch in allen europäischen Sprachen präsent ist…

    Ist/war Niccolò irgendwie die toskanische Form oder so? Und ist heute im Italienischen eher Nicola die angesagte Variante?

    • cassis sagt:

      Ja, Nicola ist in Italien definitiv gängiger als Niccolò, jedenfalls in meiner und den älteren Generationen.

  4. Jana sagt:

    Emil-Ocean passt gut in die Riege der A-Z Promi-Kinder

    • Maria Th. sagt:

      Stimmt, aber ich hab mir den Text jetzt dreimal durchgelesen, wie kommst du auf den Namen? Oder hab ich Tomaten auf den Augen?

    • Anna sagt:

      Nichts mit der Liste,
      das ist ein wenige Wochen altes neues Z-Promi Baby

  5. mgl sagt:

    einige dieser Namen wirken wie Markennamen für Getränke oder Waren zur Körperpflege. aber ich will es den Leuten nicht ausreden, also da habe ich doch kein Recht.
    Luiz Fritz sieht geschrieben so gedoppelt aus.
    Fritz geht aber in Ordnung, als Friedrich eingetragen am besten.
    Fredrik Vahle heißt auch Friedrich eingetragen. bzw Eckart Friedrich glaube ich, aber der hatte auch noch einen Migrationshintergrund und den weiß ich nicht mehr und … ja bis demnächst, Freunde!

    • Maria Th. sagt:

      Nachdem erst diese Woche im BR2 ein Gespräch mit Fredrik Vahle gesendet wurde, bin ich zufällig gerade auf dem Laufenden 🙂
      Er heißt Friedrich-Eckart (mit Bindestrich) und hat nur, wenn man so will, einen innerdeutschen Migrationshintergrund, da er im Alter von ca. 13 oder 14 aus der DDR „rübergemacht“ hat.
      Wen’s interessiert:
      http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung-1730554.html

    • mgl sagt:

      hallo Maria Th,
      ja Fredrik Vahle mag ich auch sehr und da gibts auch ein Video von einem Interview, da erklärt er: ich heiße Fritz, die Kinder sagen Fredrik, im Pass steht Friedrich.
      echt? ich hab gedacht der kommt ursprünglich aus Polen oder Tschechien oder eines dieser geschlossenen Länder, fallen mir die Namen nicht mehr ein, das weiß Klaas vermutlich. Königsberg und Gegend. weiß die Namen nicht mehr. Schonenland? Memelland?(Klaas lacht bestimmt), Schlesien!
      alle Mann im Hopsetritt, das Trampeltier tanzt mit!

    • Maria Th. sagt:

      der kommt ursprünglich aus Polen oder Tschechien oder eines dieser geschlossenen Länder,

      Ich glaube, da hast du Fredrik Vahle mit Janosch verwechselt. Janosch ist tatsächlich im heutigen Polen geboren (Zabrze, früher Hindenburg), also Schlesien. Und er heißt mit bürgerlichem Namen Horst Eckert (!). So ein Zufall! 😀

    • Jan sagt:

      Na, Schonen liegt in Südschweden, daß kann es nicht sein. Memelland ist ein Landstreißen nördlich Ostpreußens (seinerseits bekanntlich heute halb polnisch – der Süden – und, als Exklave Kaliningrad, im Norden halb russisch). Zwischen den Kriegen war das Memelgebiet zwischen Deutschland und Litauen umstritten… Die Deutschen da haben aus Grimm über die Litauer die Stadt Kaunas immer nur mit ihrem russischen Namen Kowno genannt.

      Vahle (das mußte ich natürlich nachschlagen) kommt aus Stendal, also aus der Altmark im nördlichen Sachsen-Anhalt, wie sie brandenburgisch und nicht sächsisch sprechen…

    • Jan sagt:

      Zabrze ist Oberschlesien, also in sprachlicher und kultureller Hinsicht so eine Zwischenzone zwischen Deutschland und Polen, obwohl das im Zeitalter des Nationalismus weder den deutschen noch den polnischen Patrioten gepaßt hat. Der zwischenzeitliche Name Hindenburg war natürlich ein Ausdruck dieses Nationalismus, hier des deutschen.

      Die sprechen einen polnischen Dialekt mit zahlreichen Germanismen, teils noch heute. (Büglosko = Bügeleisen 😀 ) Von den Deutschen wurden die abschätzig „Wasserpolacken“ genannt, von den Polen aber auch für verdächtig gehalten. Heute soll es da wieder ein ausgeprägtes Regionalbewußtsein geben (ich war da nie), man soll zum Beispiel sehr stolz auf den gebürtigen Oberschlesier Miroslaw Klose gewesen sein. 🙂

    • Maria Th. sagt:

      Und Lukas Podolski kommt doch auch aus der Gegend (Gleiwitz, Gliwice), wenn ich mich nicht irre… scheint fruchtbarer Fußballboden zu sein. 🙂

    • Jan sagt:

      Ja, genau, Podolski hatte ich vergessen – eben eben auch aus der Ecke. Wobei Podolski im Polen eher noch beliebter gewesen ist, weil er immer mal wieder fröhlich auf polnisch gelabert und Interviews gegen hat. Podolski ist im Alter von zwei Jahren nach D gekommen – hat also Polnisch von den Eltern und Deutsch auf der Straße gelernt. Klose war bei der Übersiedelung acht Jahre alt und konnte kein Wort Deutsch – natürlich eine schauderhafte, traumatische Erfahrung, die das Ihre dazu beigetragen haben mag, daß Klose dann der Ernsthaftere von beiden geworden ist, daß er jedenfalls nicht mehr so gerne Polnisch gesprochen hat.

      Ich habe mal gelesen, daß man zu den großen Zeiten des deutschen „Polensturms“ in OS der Meinung gewesen sei, die deutsche Mannschaft wäre ganz und gar unbesiegbar, wenn sie nur noch ein oder zwei Oberschlesier mehr hätte. 😀

      Und während der Sommermärchen-WM 2006 hat mir eine polnisch-deutsche Bekannte mit einigem Stolz das hier erzählt: es sei ja bekannt, daß sich Klose und Podolski auf dem Platz auf Polnisch verständigten. Nur bei dem Spiel gegen Polen (das war übrigens in Hannover) hätte sie auf Deutsch umgeschaltet, um den Polen keine Hinweise zu geben. 🙂

  6. mgl sagt:

    danke M Th für den Link!

    • Jan sagt:

      Jäp, danke!

      BR2 ist übrigens eine der besten Info-Kultura-Sender Deutschlands. Normalerweise höre ich als „Begleitsender“ mdr Kultur: wegen des einzigartig vielfältigen Musikprogramms – Dudelfunk für die höheren Stände. 😀 Wenn mir die gerade mal wieder auf die Nerven gehen, schalte ich zu den Bayern rüber. Es sei denn, ich bin auf UKW angewießen, da kriegt man hier mit einfachen Radios nur NDR sauber rein.

    • Maria Th. sagt:

      Ja, Deckweiß,
      Farbstifte (!),
      Tintenkiller (anfangs hieß das noch TINTENTOD! gruselgrusel, das war aber optisch kein Filzstift, sondern eher wie ein kleiner Lippenstift geformt, den man mit Spucke anfeuchten musste – bäh! – ich hatte einen gelben; die filzstiftartigen Tintenkiller kamen erst ein wenig später)
      Füller
      Filzstifte
      Wachsmalkreiden 😉

    • Maria Th. sagt:

      Oh, falscher Ast! Das gehört woanders hin.

  7. cassis sagt:

    Geschwister namens Sienna und Lucca? Zwei toskanische Städte mit einem Konsonanten zu viel oder wat?
    Sienna habe ich als Mädchennamen aber schon mal gehört, gibt es da nicht einen Star aus den USA?

    • Maria Th. sagt:

      Sienna Miller, geb. 1981, brit.-amerikanische Schauspielerin

    • cassis sagt:

      Jenau die war det.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Aber Lucca (also die Stadt) hat doch zwei c. Der Name freilich nicht.

    • cassis sagt:

      Meine Güte, ich bin wirklich urlaubsreif. Klar wird Lucca mit zwei c geschrieben, aber Siena nur mit einem n.
      Ich bleibe jedoch dabei, dass ich die Namen für zwei Geschwister komisch finde.

    • Jan sagt:

      Und nicht zuletzt wird Lucca als Vorname ja nicht etwa dadurch besser, daß er wirklich wie die Stadt geschrieben wird. Und Sienna, das es gar nicht als Vornamen gibt, eben nichtmal wie die Stadt. 😀

    • mgl sagt:

      heißt nicht diese eine braune Farbe im Malkasten immer gebrannte Sienna?
      was ist ein Sienna? das scheint es wohl zu geben. eine Sorte Ton? eine Erde?

    • Jan sagt:

      Meines Wissens heißt der Farbton nach der Stadt, also „Sieneser Braun“… Aber keine Ahnung, wonach genau

    • Maria Th. sagt:

      Ich erinnere mich gerade, dass ich als kleines Kind „GEBR. SIENA“ im Malkasten gelesen und als „Gebrüder Siena“ (Sina gesprochen) interpretiert habe (analog zu Gebrüder Grimm), das Ganze mir aber trotzdem rätselhaft war.
      Erst mit zunehmender Weisheit kam ich dann mal drauf, dass das „gebrannte Siena“ heißt. 😀
      Es ist ein Pigment, das aus dem Ton gewonnen wird, den es um Siena herum gibt, je nachdem, ob gebrannt oder nicht, ist es mehr rostbraun oder ockerfarben.

    • Jan sagt:

      Ich hab mir das als Erst- oder Zweitkläßler, glaube ich, so erklärt:

      „Gebräuntes Siena“.

      Was gab es da noch?

      Preußischblau. Klääschen: „Was ist denn preußisch?“

      Kobaltblau. „Was ist denn Kobalt?“ Als dann in den späten 70ern oft von Kobaltbomben die Rede war (diese Atombomben, die keine Immobilien kaputtmachen, sondern nur die Menschen darin töten können sollten), mußte ich immer an meinen Tuschkasten denken.

      Erklärt wurde uns die Bedeutung der Farbnamen nach meiner Erinnerung in der Grundschule nie.

    • Maria Th. sagt:

      Und „Kaminrot“ – warum ist der Kamin rot und nicht schwarz? 😉

    • Jan sagt:

      Ah, übersehen:

      analog zu Gebrüder Grimm

      Ich habe es auch erst jenseits der Lebensmitte gelernt, aber es heißt „die Brüder Grimm“, nicht die „Gebrüder Grimm“. „Gebrüder XY“ ist immer ein Firmenname. „Gebrüder Dassler. Sportschuhe“, aber „die Brüder Grimm“, „die Brüder Wright“.

    • Jan sagt:

      Und „Kaminrot“ – warum ist der Kamin rot und nicht schwarz?

      Daran kann ich mich nicht erinnern… Aber müßte das nicht Karminrot gewesen sein? Gut, wir waren damals klein und wußten nicht so sicher, wie Kamin geschrieben wird… Ich erinnere mich einfach nicht mehr an diese Farbe im Kasten…

      Bemerkenswert, was man damals Kindern alles zu verstehen zugetraut hat. Na, ich meine ganz grundsätzlich, daß Überforderung weniger schlimm ist als Unterforderung. Überforderung kann zumindest die Phantasie und die Wißbegierde anregen – man fühlt sich immerhin für vollgenommen und nicht für einen Idioten gehalten.

    • Maria Th. sagt:

      Sagt man in Norddeutschland Tuschkasten? Bei uns heißt es Malkasten. Manche sagen auch Farbkasten. Das war mir bisher auch noch nicht aufgefallen. Das wäre mal wieder was für die Umfrage „Atlas Alltagssprache“!

    • Maria Th. sagt:

      Doch, das „Kaminrot“ (bei dem ich natürlich das r überlesen hatte, weil ich mir unter Kamin zwar was vorstellen konnte, nicht aber unter Karmin) war das dunklere der beiden Rottöne im Malkasten.

    • Jan sagt:

      Ja, Maria Th.,

      es hieß bei uns immer Tuschkasten. 🙂 Daß Tuschezeichnungen eben nicht mit dem Tuschkasten gemacht werden, mußte ich dann in meinen späten Kindes- und frühen Jünglingsjahren auch erst einmal lernen. 😉

      Ferner:

      Deckweiß
      Buntstifte
      Füller
      Filzstifte
      Tintenkiller
      Wachstifte (wenn ich mich recht erinnere, ich bin mir nicht ganz sicher, hat man nicht Wachskreiden gesagt)

    • Maria Th. sagt:

      So, hier:
      Ja, Deckweiß,
      Farbstifte (!),
      Tintenkiller (anfangs hieß das noch TINTENTOD! gruselgrusel, das war aber optisch kein Filzstift, sondern eher wie ein kleiner Lippenstift geformt, den man mit Spucke anfeuchten musste – bäh! – ich hatte einen gelben; die filzstiftartigen Tintenkiller kamen erst ein wenig später)
      Füller
      Filzstifte
      Wachsmalkreiden

    • Maria Th. sagt:

      Bemerkenswert, was man damals Kindern alles zu verstehen zugetraut hat. Na, ich meine ganz grundsätzlich, daß Überforderung weniger schlimm ist als Unterforderung. Überforderung kann zumindest die Phantasie und die Wißbegierde anregen – man fühlt sich immerhin für vollgenommen und nicht für einen Idioten gehalten.

      Sehe ich auch so, wobei ich hier nicht über Überforderung reden würde, eher Anregung. Man sieht ja, dass sich Kinder ihre Gedanken über rätselhafte Begriffe machen, und auch wenn nicht immer die richtigen Rückschlüsse gezogen werden, ist es doch eine Anregung zum eigenständigen Denken.

    • Jan sagt:

      In meiner Kindheit waren das schon diese filzstiftartigen Dinger. Als revolutionäre Neuerung so etwa ab der Dritten Klasse dann am anderen Ende des Stiftes so ein gegen Tintenkiller-Wirkstoff immunes Filzstiftteil zum Überschreiben des Korrigierten. (Was man natürlich sofort sah.) Und der charakteristische Tintenkiller-Geruch! 🙂 )

      Daß die Tinte, in der von der Spätantike bis in die 1920er Jahre geschrieben wurde (nämlich Eisen-Gallus-Tinte, die Substanz aus der das Gedächtnis des Abendlandes besteht) etwas ziemlich anderes war als die Tinte in den pädagogisch wertvollen Füllern meiner Kindheit oder dem teuren Schickimicki-Scheiß mit den gravierten Federn später, habe ich auch erst im Studium gelernt…

      Das Wort Farbstifte (für Buntstifte) hätte ich sogar bis eben gerade nicht sicher zu deuten vermocht… 😉

    • Jan sagt:

      Sehe ich auch so, wobei ich hier nicht über Überforderung reden würde, eher Anregung. Man sieht ja, dass sich Kinder ihre Gedanken über rätselhafte Begriffe machen, und auch wenn nicht immer die richtigen Rückschlüsse gezogen werden, ist es doch eine Anregung zum eigenständigen Denken.

      Exakt. Und mit lobenswerter Überforderung meinte ich natürlich nicht irgendso ein bestialisches Gegeneinander-Aufhetzen und bewußtes Herbeiführen von Konkurrenzsituationen im Sinne irgendwelcher „Tigermütter“ und Möchtegern-Elite-*rschkekse, sondern eben vor allem das Anregen der Phantasie und der Wißbegierde und Neugierde.

      (Ich hab das nicht in der Kindererziehung, sehr wohl aber in der Erwachsenenbildung mit Klassenbrüdern erlebt. Die merken sofort, ob sie da mal wieder jemand für demente Geistesschwache hält oder ob da ein versponnener, aber gutartiger Lehrertyp ankommt. Puh, zu weites Thema jetzt…)

  8. Annemarie sagt:

    Als Nachtrag hier noch die Namen aus dem Dorfschulfenster (nicht alle sind auf dem Foto sichtbar):

    Celina
    Elisabeth
    Finja
    Johanna (2x)
    Josefine
    Josie
    Larissa
    Lia
    Lilly
    Lina
    Liwia
    Luana
    Madalina
    Merle
    Paulina
    Xenia

    Bennet
    Carl
    Damian
    David
    Erik
    Finlay
    Frode
    Fryderyk
    Islam
    Joshu(a?)
    Julian
    Lasse
    Leon
    Maximilian
    Nick
    Thore
    Tom

    Luca
    Rimas

    • Maria Th. sagt:

      Namensmäßig ist auf dem Dorf auch nicht mehr die heile (Namens-)Welt von früher, man glaubt es kaum, Fryderyk, da wird der Mund nelkenförmig 😀
      Rimas hab ich noch nie gehört. Islam, ja nun. Frode?? Finlay, schön modisch-kevinistisch.

    • Maria Th. sagt:

      Aber zumindest sind hier auf Anhieb keine Promi-Kids zu erkennen, dafür sind die Namen dann doch zu normal 😀

    • Mareike sagt:

      So oder so ähnlich könnte eine Schulklasse bei uns auch aussehen (kleine Stadt, Ostwestfalen).

      Erwähnenswert sind aus der Klasse meiner Tochter die Namen Liel und Jocelyn.
      Liel spricht sich „Li-el“ aus, der Name ist mir noch kein zweites Mal begegnet. Aber Liel ist ein nettes Mädchen, sie war schon häufiger bei uns.
      Jocelyn wird meistens „Jocy“ genannt, das klingt wie „Dschosi“. Jocy soll immer die Schönste sein, hat fast immer ein Kleid an, die Haare immer besonders kunstvoll geflochten. Das Mädchen ist aber auch in Ordnung.
      Ein Name kann noch so merkwürdig sein, wenn sich der Namensträger als sympatisch erweißt, dann ist der Name nicht mehr so wichtig.

    • Jan sagt:

      Ein Name kann noch so merkwürdig sein, wenn sich der Namensträger als sympatisch erweißt, dann ist der Name nicht mehr so wichtig.

      Klar!

      Aber eben auch umgekehrt: Wenn man mit einen Namen unangenehme Erfahrung hat, wird er immer widerlicher.

      In den Mittleren Nuller-Jahren sagt ein Student (gebürtig aus Zentral-Niedersachsen) zu seiner Knechter-Jobs-Kollegin, gebürtig in Süd-Niedersachsen: „Ich finde Wiebke als Namen echt toll! :-)“ Die darauf: „Nee, ich hatte in der Klasse eine Wiebke… Und die hat immer nur geheult! >:-(“

      Da die Streuung der Namen immer weiter wird, dürfte die Personalisierung der Wahrnehmung immer mehr zunehmen.

      Mit einem Michael oder einer Sabine hätten die beiden braven Hannoveraner Studenten keine so eindeutige Assoziation gehabt.

  9. elbowin sagt:

    Frode ist ein Norwegen-Import, hierzulande aber selten. Fryderyk mit zwei Üpsilönnern ist tatsachlich richtiges Polnisch, sieht im Deutschen aber schlimm aus. Rimas ist ein kleiner Litauer, kein Araber.

    Was mich wirklich stört ist Finlay: Eine künstliche Verlängerung von Finn und ein kevinistischer Anglizismus dazu. Und Islam muss auch nicht als Name sein, vielleicht will der Junge später mal aus der Religion austreten?

  10. Annemarie sagt:

    Und noch ein Nachtrag: Silvan-Pierre Leirich ist mit einer Italienerin verheiratet. Das lässt Niccolo doch gleich viel weniger gesucht erscheinen, die binationalen Leirichs reihen sich ein bei Familie Balder 🙂

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