Ich tu mich schwer mit Unisex

„Du kennst dich doch mit dem Thema aus“, sagt meine Kollegin vom Schreibtisch gegenüber und nennt einen Namen, vielleicht aus dem arabischen Raum, vielleicht aber auch nicht, den ich noch nie gehört habe: „Ist das ein Mann oder eine Frau?“ Ich muss passen, und wir versuchen unser Glück bei Google. Wäre ja schon ein bisschen blöd, eine Frau mit „Sehr geehrter Herr …“ anzuschreiben – oder umgekehrt.

Ein Drama wäre ein solcher Patzer natürlich auch wieder nicht. (Im 60er-Jahre-Mädchenroman „Liebe Inge!“ von Berte Bratt führt ein derartiges deutsch-norwegisches Missverständnis gar zu einer Liebesgeschichte.) Es gibt Namen wie Andrea oder Simone: in Deutschland weiblich, in Italien männlich. Und es gibt ganz viel Unisex, was – obwohl sich das Gerücht hartnäckig hält – bereits seit einigen Jahren auch ohne geschlechtseindeutigen Zweitnamen erlaubt ist.

Trotzdem: Ich kann nicht verstehen, was Eltern an dem Verwirrspiel reizt, das mit der Vergabe mancher Unisex-Namen beginnt. Wer seinen Sohn Luca oder Mika nennt, ist noch auf der sicheren Seite: Diese Namen sind derzeit so häufig (Platz 11 bzw. 46) und so eindeutig in Jungenhand, dass es kaum zu Missverständnissen kommen dürfte. Ganz anders sieht es bei seltenen Unisex-Namen oder auch solchen aus, deren Klang oder Schriftbild eine falsche Fährte legt. Anders als lange Haare, Nagellack oder Shirts mit Feuerwehr-Motiv kann das Kind sie nicht nach seinem Belieben an- oder ablegen. Mir ist neulich Aleeke begegnet. Alles klar, dachte ich, eine kleine Friesin – upps: Aleeke ist ein afrikanischer Männername und wurde in den Fall von einem Jungen mit US-amerikanischen Wurzeln getragen.

Unisex Button © cirquedesprit - fotolia.com

Grafik © cirquedesprit – fotolia.com

Wohlgemerkt, ich finde nicht, das man Geschlechtsunterschiede übermäßig betonen muss. Wenn Jungeneltern sich in vokalig-weiche Klänge wie bei Lias (Platz 74) oder Tamino (Platz 340) verlieben, ist das zwar auch nicht mein Fall, aber wenigstens recht eindeutig. Vielleicht sind Eltern, die ihre Tochter als Jona oder Jamie ins Leben schicken, von Stars inspiriert, die weibliche Johnnies (Martin Gore) aufziehen? Vielleicht wollen sie deutlich machen, dass ihre Mädchen alles werden können, bloß bitte keine Prinzessinnen, als Gegenpol zu Rosalie und Co.? Aber geht das nicht auch anders?

Anlass für diesen Text war übrigens ein kleiner Disput in den Kommentaren zu unserem Geschwisternamen-Ratgeber: Ist es sexistisch, Eltern darauf hinzuweisen, dass es nach mehreren Mädchen klingen kann, wenn Schwester- und Brudername auf -a enden – und dass dies die Jungs nerven könnte?

Thema: Namensgebung

Autor:

Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

40 Kommentare zu "Ich tu mich schwer mit Unisex"

  1. Rebecca Sophie sagt:

    Also erstmal finde ich das nicht sexistisch, sondern halte es für einen Fakt. Jungen wollen nunmal nicht für Mädchen gehalten werden. „Mädchen“ ist auch als Beleidigung für Jungen gebräuchlich, ohne dabei sexistisch zu sein.
    Ansonsten halte ich Unisexnamen für machbar, wenn sie eben gut gefallen, würde aber eben dich einen Zweitnamen mit vergeben, und wenn es Sophie, Marie oder Alexander ist, und den dann auch mit angeben. Hier sogar unter Umständen mit Bindestrich.

    • Polly sagt:

      “ „Mädchen“ ist auch als Beleidigung für Jungen gebräuchlich, ohne dabei sexistisch zu sein.“

      Dieser Satz ist so ein bisschen als würde man sagen „“Schwuchtel“ ist eine Beleidigung für Jungs, ohne homophob zu sein“.

      „Mädchen“ ist eine Beleidigung für Jungs, aber eben zu 100% eine sexistische. Nur durch Sexismus kann es überhaupt eine sein, sonst wäre es ja nicht schlimm, ein Mädchen zu sein. Wenn das Wort als Beleidigung genutzt wird, wird es aber ja mit „schwach, weinerlich“ oder Ähnlichem verbunden. Es steht für gewisse Eigenschaften, die man Mädchen zuordnet und die man als Junge nicht haben möchte. Interessanterweise ist „Du Mädchen“ ja auch verbreiteter als Beleidigung als „Du Junge“.

    • Nea sagt:

      Volle Zustimmung, Polly…

    • Jan sagt:

      Na, das driftet jetzt aber schon Richtung BRD-„LGBT“-Schrott ab…

      Es gibt nur Männer und Frauen und damit basta.

      Einige ganz wenige dieser Männer und Frauen sind Homosexuelle oder Lesbierinnen. Bon, damit kann der Staat leben, solange es nicht zu penetrant und öffentlich wird. (Wobei das Lesbisch-Sein bekanntlich für viele Frauen, die zu häßlich oder zu fett sind, einen Mann abzubekommen, eine Notlösung ist. Auch das ist vollkommen in Ordnung.)

      Frauen sind Frauen und Männer sind Männer. „Transgender“ gibt es vielleicht in Thailand oder in irgendwelchen US-Pornos, aber nicht in Mitteleuropa.

    • Polly sagt:

      Hm, jetzt wirst du mir auch zu penetrant und öffentlich. Da haben wir den Salat.

      Das muss echt hart für Menschen wie dich sein, wenn man mit der realen Welt einfach nicht klar kommt und sich eine eigene konstruieren muss, weil einem alles andere zu schwierig ist, warum auch immer.

      Wahrscheinlich bist du aber einfach ein Troll, dem es Spaß macht, andere zu provozieren und zu verletzen. Das macht deine Existenz aber auch nicht weniger traurig.

      Es tut mir Leid, dass du so viel Hass in dir trägst, das muss furchtbar sein. Ich wünsche dir deswegen mehr Gutes in deinem Leben und das meine ich ganz ehrlich.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ja natürlich ist die Beleidigung an sich sexistisch, die Jungen, die sie benutzen aber eben – meistens – überhaupt nicht, zumindest erlebe ich das so, in anderen Kreisen mag das anders sein.

    • Jan sagt:

      Das muss echt hart für Menschen wie dich sein, wenn man mit der realen Welt einfach nicht klar kommt und sich eine eigene konstruieren muss, weil einem alles andere zu schwierig ist, warum auch immer.

      […] Das macht deine Existenz aber auch nicht weniger traurig.

      Es tut mir Leid, dass du so viel Hass in dir trägst, das muss furchtbar sein. Ich wünsche dir deswegen mehr Gutes in deinem Leben und das meine ich ganz ehrlich.

      Na, ich finde es freilich schon bemerkenswert, wie gut Du über meine persönlichen Lebensumstände orientiert zu sein vermeinst. Soll ich mal die umgekehrte Vermutungsliste aufmachen? Nein, daß mache ich mal lieber nicht.

      Gut, ich bin mit meinem Fluch von gestern, 22:38, möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen. Ich bliebe aber bei meiner ohne Zweifel ketzerischen Meinung, daß die Menschheit – außerhalb der Rotlichtviertel und der Stille-Kämmerleins-Phantasien von gelangweilten, mittelalterlichen, reichen, grünen BRD-Hausfrauen – aus Männern und Frauen besteht. Und daß es daher ganz gut und altbewährt ist, daß es Jungen- und Mädchennamen gibt.

      Euskirchen bleibt bunt, klar. Aber die reale Welt ist oft etwas kontrastreicher, als Du Dir das vorstellst.

    • cassis sagt:

      Ach Jan,
      Ich lese deine Beiträge hier immer sehr gern und habe schon viel aus ihnen gelernt, aber den von gestern Abend finde ich echt daneben. Ich gehöre selbst zur LGBT-Community.
      Dennoch: Ich würde einem Jungen einen Jungennamen und einem Mädchen einen Mädchennamen geben, sodass es eindeutig erkennbar ist. Sollte sich das Kind später nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren, kann man sich immer noch was überlegen, oft wählen die betreffenden Personen dann ja selbst einen anderen Namen.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Danke cassis, das ist ganz genau meine Meinung.
      Jan, nucht einmal biologisch gesehen gubt es nur Männer und Frauen. Siehe hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t
      Das mag ein – ziemlich seltener – Fehler sein. Ändert aber nichts daran dass er existiert und dass wir uns deshalb damit auseinandersetzen müssen. Und die betroffenen Menschen sind keineswegs schlechter als alle anderen, nur weil sie anders sind.
      Unser Gehirn funktioniert nochmal viel komplizierter, und, siehe z.B. Hawking, funktioniert unabhängig vom Körper. Natürlich kann da was „schiefgehen“ bei der Korrelation zwischen Kopf und Körper und dann erhält man eben „unkonventionelle“ Personen, in welcher Ausführung auch immer.
      Ich hoffe mein Text klingt nicht so, als würde ich LGBTs als „Kranke“ bezeichnen, es war absolut nicht meine Absicht hier schlecht über jemanden zu reden und/oder ihn gar zu beleidigen.

    • Jan sagt:

      Ach cassis,

      ich habe Deine Beiträge hier auch immer mit Interesse und meistens mit Gewinn gelesen. Aber das hier:

      LGBT-Community

      …ist nun offensichtlicher Quatsch. Jeder, der mal ein bißchen in der Welt (und nicht nur im Internet) unterwegs war, weiß, daß sich Schwule und Lesben in aller Regel nicht ausstehen können. Es gibt da keine „Community“.

      Die Leute, die diese „Community“ herbeifaseln, wollen sich wichtig machen – weil ihnen schwul sein allein heute nicht mehr schick genug ist, weil sie Aufmerksamkeit erregen wollen, weil sie eigentlich nicht schwul sind, es aber schick finden, ein bißchen auf „metrosexuell“ zu machen. Und oft vor allem, weil sie als Funktionäre an die üppig gefüllten staatlichen Fleischtöpfe heranwollen, mit denen die BRD diesen Scheiß unterstützt. In der DDR hat es so etwas nicht gegeben.

      Klar, die Funktionäre à la V. Beck, die bilden aus wohlverstandenem, materiellen Eigeninteresse eine „Community“. Da gibt es eben die Posten, und für die gibt es sehr viel Geld.

      Je nun, „Transgendere“. Ein genetischer Defekt bleibt eben ein genetischer Defekt. Ob man das als Krankheit definieren kann, weiß ich nicht. Man sollte den Eltern die Möglichkeit geben, derlei vor der Geburt feststellen lassen zu können und sich dann eben zu entscheiden, ob sie es austragen wollen.

    • cassis sagt:

      *seufz*

    • Jan sagt:

      Ja, ich

      *seufz*

      e auch. 🙄

      Es ist dies ja nicht der einzige Kernwiderspruch des BRD-Linkliberalismus:

      Einerseits möchte man die Geschlechtergrenzen aufheben und jubelt die mit üppigen staatlichen Zuschüssen alimentierten LB-Dingeskirchen-Klüngel hoch. Andererseits pinkifiziert man die Kinderzimmer der Mädchen.

      Einerseits ist/ißt man „vegan“. Andererseits legt man sich Turbo-Wummer-Gas-Grills zu, auf die man an liebsten ein halbes, nichtausgeblutetes Angus-Rind legen würde.

      Einerseits ist man der „Bischöfin“ Käsemann treu ergeben, andererseits hängt man dem Erzreaktionär „Dalai Lama“ an den Lippen.

      Und so weiter. Jeweils im exakt gleichen BRD-Juste-Milieu.

      *seufz*

      Und in der DDR hat es das alles nicht gegeben. 🙂

    • Rebecca Sophie sagt:

      Jan, das klingt gefährlich nach gewissen „Programmen“ von vor 80 Jahren. Das ist nicht lustig.

    • Jan sagt:

      Jan, das klingt gefährlich nach gewissen „Programmen“ von vor 80 Jahren. Das ist nicht lustig.

      Nein, Becky, ich finde das auch nicht lustig.

      Die ersten Opfer dieser „Programme vor achtzig Jahren“, auf die Du hier anspielst, und die Hauptopfer, gleichzeitig die einzig nennenswerten Träger des Widerstandes innerhalb Deutschlands – das waren meine Genossen.

      Während es unter den Exekutoren von LGB-Dinges-XYZ-Personen nur so gewimmelt hat, an der Spitze bekanntlich ein „NonGender“-Wesen, „der’s nichtmal mit Frauen kann“.

    • Annika sagt:

      Kann jemand bitte hier diese schrecklichen homophoben Kommentare von Jan löschen? Das gehört absolut nicht in dieses Forum, in dem ich eigentlich immer gerne mitlese.

    • mgl sagt:

      1. tu nicht Rebecca abkürzen.

      2. Lucca ist doch auch ein weich klingender Männername. Warum soll man den für weibliche Kinder vergeben damit es „härter klingt“? Wie soll denn das gehen?
      Da nenn doch lieber die Tochter Gret. das ist deutlich weiblich aber klingt härter als Luka Lila.
      oder Ortrun. weiblich, aber stark.

      3. Lias finde ich besonders nervig. Wie oft er als Schreibfehler für Lisa gehalten wird. eieieieiei.

    • Martina sagt:

      @Annika
      Dito

    • Jan sagt:

      Kann jemand bitte hier diese schrecklichen homophoben Kommentare von Jan löschen? Das gehört absolut nicht in dieses Forum, in dem ich eigentlich immer gerne mitlese.

      Gerade zufällig auf Facebook gesehen:

      Homophobophobie: die Abneigung gegen / Angst vor Homophobie bzw. homophobe(n) Personen.

      Wer Angst hätte, von Homophobophobikern abgelehnt zu werden, wäre dann homophobophobophob.

      😉

      Mir sind diese rührseligen Klischees, mit denen sich die BRD-Kaschperln die Welt schön und einfach und – natürlich – bunt reden, mittlerweile sowas von scheißegal.

    • Mark sagt:

      Wenn jemand eine nicht politisch korrekte Meinung äußert, wird immer gleich Zensur verlangt. Als ob das dann Inklusion und Toleranz wäre.

      Es ist wie in einem schlechten Roman: Wer heute sagt, die Menschheit besteht aus Männern und Frauen (was könnte offensichtlicher sein?), gilt als „radikal“ und anstößig. Unsere Vorfahren würden sich über uns kaputt lachen. Aber die waren ja sowieso alle Nazis oder auf irgendeine andere Weise benebelt und umnachtet, auf jeden Fall nicht so einsichtig wie wir Mitglieder dieser haushoch überlegenen spätgeborenen Generation…

      Was Unisex-Namen angeht: in den USA haben sich solche Namen vor allem aus ehemaligen Nachnamen entwickelt (z.B. Lee, Taylor), oder aus Spitznamen (z.B. Terry als Abkürzung für sowohl Terence als auch Theresa). Ursprünglich waren auch im englischsprachigen Raum die Namen strikt nach Geschlecht getrennt. Dies scheint mir der natürliche Zustand zu sein, dass Frauen und Männer unterschiedliche Namen haben. Durch Importe aus anderen Sprachräumen kann dann Verwirrung entstehen, da die gleichen Namen in verschiedenen Sprachen eine unterschiedliche Geschlechtszuordnung haben können. Bei Namen wie Luca und Mika gibt es da in Deutschland kein Problem. Trotzdem bin ich für soviel Tradition und Ordnung wie möglich in dieser global verquickten Welt; ich selber würde nur die in der eignen Kultur herkömmlichen, und so zumeist auch in dieser Kultur geschlechtseindeutigen Namen vergeben.

    • elbowin sagt:

      @mark:

      Einen natürlichen Zustand bezüglich der Namensgebung gibt es nicht. Auch wenn es uns nahe liegt (zum Beispiel, weil unsere Sprache ein grammatisches Geschlecht kennt und geschlechtsspezifische Pronomina (er/sie) verlangt), geschlechtsspezifische Namen „natürlich“ zu finden, ist dies keineswegs überall so. Chinesischen und Mongolischen Namen sieht man das Geschlecht der Namensträger auch bei guter Sprachkenntnis nicht an.

      P.S. Wenn ich länger nachdenke: Der Zwang, das Geschlecht im Personalpronomen markieren zu müssen erzeugt wahrscheinlich einen guten Teil des Unbehagens mit Unisex-Namen. Man möchte sich bei unbekanntem Geschlecht nicht mit einem Fehler blamieren und wird zu umständlicher Ausdrucksweise gezwungen.

      P.P.S. Für folgende Namen sind mir sowohl männliche als auch weibliche Namensträger persönlich bekannt: Anne, Camille, Helge, Heike, Kim.

    • Jan sagt:

      Der Zwang, das Geschlecht im Personalpronomen markieren zu müssen erzeugt wahrscheinlich einen guten Teil des Unbehagens mit Unisex-Namen. Man möchte sich bei unbekanntem Geschlecht nicht mit einem Fehler blamieren und wird zu umständlicher Ausdrucksweise gezwungen.

      Na, das geschlechtliche Zuordnen mußt Du im Hebräischen aber noch etwas krasser durchziehen als in den indogermanischen Sprachen. (Im US-Neo-Englischen gibt es da ja diese gerade im Netz beliebte arschverkniffene Notlösung mit „their“. „Each person here is invited not to talk about their gender.“)

      Im Hebräischen muß man schon im simpelsten Satz klarmachen, welches Geschlecht man hat oder welches Geschlecht der Angesprochene hat:

      „Ani kotev.“ – „Ich lese.“ (Ein Mann spricht.)
      „Ani kotevet.“ – „Ich lese.“ (Eine Frau spricht.)

      Das gilt auch für die Zweite Person:

      „Ata kotev.“ – „Du liest.“ (Ein Mann wird angesprochen.)
      „At kotevet.“ – „Du liest.“ (Eine Frau wird angesprochen.)

      „Ani ohev otach.“ – „Ich liebe Dich.“ (Ein Mann spricht zu einer Frau.)
      „Ani ohevet otcha.“ – „Ich liebe Dich.“ (Eine Frau spricht zu einem Mann.)
      (Oder eben kreuzweise, das kann sich wohl jeder selbst zusammenreimen.)

      Verben flektieren also sehr stark und hauptsächlich nach dem Genus. Es gibt da keine Ausnahmen, kein „unisex“ und kein fucking-USA-BRD „transgender“. Frauen sind Frauen und Männer sind Männer, und die Menschheit besteht aus Frauen und Männern.

    • Jan sagt:

      So, und das war jetzt wirklich Gottes Strafe für die Eitelkeit und den Hochmut: Ich hab lesen und schreiben verwechselt. 🙂

      Also, nächster Versuch: At korah, ata koreh, ani koreh.

      Immerhin: Ich habe noch einen verbündeten Unterteufel, der mir den Hinweis auf den Lapsus hat zukommen lassen, bevor er von irgendwelchen Pollys, Neas und Annikas aufgegabelt wird.

    • Muriel sagt:

      Mir wird schlecht bei deinem Gesülze, Jan! Du warst mir vorher schon unsympathisch, aber die Kommentare hier setzen dem die Krone auf. Schade, dass es hier keine Funktion zum blockieren gibt. Bei dir würde ich sie nur zu gern nutzen.

    • Jan sagt:

      Mir wird schlecht bei deinem Gesülze, Jan! Du warst mir vorher schon unsympathisch

      Na, hoffentlich. Alles andere wäre mir auch irgendwie ekelig und widerlich gewesen…

      Ich bliebe bei meinen Kernthesen:

      – Die Menschheit besteht aus Männern und Frauen.

      – Genetische Defekte hin zu Zwitterwesen mag es geben, das blieben dann aber eben seltene Defekte.

      – Es ist unappetitlich und widerwärtig, sein Geschlecht zu verleugnen. Derlei gehört in Rotlichtviertel und in Charlys-Tanten-Filmchen, und de facto gibt es das auch nur da.

      – Nicht jeder Mensch mit extravagten sexuellen Präferenzen gehört wegen dieser automatisch einer „Community“ an – auch wenn die hochbezahlten BRD-Funktionäre dieser „Communities“ das noch so gerne hätten.

      – In der DDR und in der Sowjetunion hat es so einen Scheiß gar nicht gegeben:

      „Wir hatten diese Probleme in der Geschichte nicht und wir wollen sie in der Zukunft nicht haben. Bei uns leben Männer mit Frauen, Frauen mit Männern.“

      Das kommt von Jelena Issibajewa, Tochter eines dagestanischen Klempners und einer russischen Arbeiterin, mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin, dutzendfache Weltrekord-Aufstellerin im Stabhochsprung.

    • Leon sagt:

      „Wenn jemand eine nicht politisch korrekte Meinung äußert, wird immer gleich Zensur verlangt. Als ob das dann Inklusion und Toleranz wäre.“

      Freie Meinungsäußerung hört da auf, wo anderen Menschen ihr bloßes Existenzrecht abgesprochen wird.

      Soviel zum Thema „vor der Geburt feststellen lassen“ – abgesehen davon, dass das technisch schlicht gar nicht machbar und außerdem hochgradig menschenverachtend ist, jemand, der nicht damit umgehen kann, wenn sein Kind bisexuell ist oder sich nicht mit seinem biologischen Geschlecht identifizieren kann, sollte am besten keine Kinder in die Welt setzen, die „Gefahr“ besteht nun mal – auch bei erzkonservativer und streng religiöser Erziehung.
      „Einige ganz wenige“ ist auch nicht korrekt, wir sprechen hier von grob geschätzt 10% der Weltbevölkerung, also allein in Deutschland mehr als acht Millionen Menschen, in jeder herkömmlichen Schulklasse zwei bis drei Schüler.
      Bisher zwei Trangender-Herren getroffen, beide, man höre und staune, ausgesprochen real. Und: beide gehen zu 100% als Männer durch, solange sie die Klamotten anbehalten. Ergo ist es ein bisschen schwierig, solche Menschen auszugrenzen, da man sie so im Vorbeigehen oft gar nicht als transgender identifizieren kann… Davon kann man halten, was man will, aber man bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man sie einfach wie ganz normale Menschen behandelt und seiner Abneigung am Stammtisch Luft macht, und nicht in einem öffentlichen Internetforum, schon gar nicht in einem, in dem das Thema eigentlich ein völlig anderes ist.

      Die Kommentare, die hier vom Stapel gehen, sind wirklich nicht lustig – schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass nach wie vor Menschen aufgrund ebendieser Thematik buchstäblich totgeprügelt werden oder Suizid begehen.

    • Jan sagt:

      Bisher zwei Trangender-Herren getroffen, beide, man höre und staune, ausgesprochen real. Und: beide gehen zu 100% als Männer durch, solange sie die Klamotten anbehalten.

      Aha. So, dann laß mich mal raten: reiche grüne Graue-Anzug-Träger á la Schwesterwelle oder Tsem Ötsdemir. Reiche Typen, denen es nicht mehr schick und cool genug ist, einfach schwul zu sein. Nein, es muß gleich „transgender“ oder LG-Dingeskirchen sein. Langweiler mit Krawatte, Das gibt ja auch noch Geld vom Staat.

      wenn man sie einfach wie ganz normale Menschen behandelt

      Ach, wie rührend.

      Diese LGBTXZ-Typen behandeln uns auch nicht „einfach wie ganz normale Menschen“. Sie wollen vor allem Geld vom Staat, von der EU und von der UNO. Und das bekommen sie auch. Reichlich.

    • Leon sagt:

      Teenager in Jeans

    • Mark sagt:

      Niemand spricht hier jemandem das bloße Existenzrecht ab. Es geht um Definitionen menschlicher sexueller Identität. Wenn da keine traditionellen Meinungen geäußert werden dürfen ist das eine Untergrabung der echten, demokratischen Meinungsfreiheit.

    • Mark sagt:

      @Elbowin:

      Was ich bezüglich der Natürlichkeit einer Geschlechtsunterscheidung bei Namen meinte war einfach, dass es der natürlichen menschlichen Lebenserfahrung entspricht, Geschlechtsunterschiede sprachlich und kulturell zu markieren. Diese Markierung geschieht natürlich in verschiedenen Kulturen auf verschiedene Weise, und nicht mit der gleichen Intensität. Da kann es auch Kulturen geben, in denen Namen grundsätzlich nicht geschlechtseindeutig sind. Allgemein gesprochen scheint es aber doch recht menschlich-natürlich, den zwei Geschlechtern unterschiedliche Namen zuzuordnen, im Sinner der universellen sprachlich-kulturellen Markierung von Geschlechtsunterschieden.

    • Jan sagt:

      Ergo ist es ein bisschen schwierig, solche Menschen auszugrenzen, da man sie so im Vorbeigehen oft gar nicht als transgender identifizieren kann… Davon kann man halten, was man will, aber man bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man sie einfach wie ganz normale Menschen behandelt und seiner Abneigung am Stammtisch Luft macht,

      Und das ist doch in jedem Fall absurd: Warum sollte ich meiner Abneigung gegen eine bestimmte Gruppe, deren Mitglieder ich in der Öffentlichkeit gar nicht als solche erkennen kann, „am Stammtisch Luft machen“?

      Sie nerven mich ja gar nicht – eben weil es sie nicht gibt. Was es gibt, sind gutbezahlte Funktionäre und brave Schülerlein, die sie herbeiphantasieren wollen.

      Stammtische gibt es übrigens auch nicht mehr, eine weitere Kopfgeburt von BRD-Staatsliebchen, die einen auf weltläufig machen wollen.

  2. Jan sagt:

    Na, bei einem alten Möchtegern-DDR-Knötterpott wird es kaum überraschen, daß ich Unisex-Namen über die Maßen schauderhaft finde. Wir Stalinisten sind kulturkonservativ. Unsere kleinen Mädchen hatten ein Schleifchen im Haar und haben Klavier gelernt, auch wenn sie dann später auf dem Bau gearbeitet oder auf dem Mähdrescher gesessen haben.

    Mark hatte hier doch vor längerer Zeit hier doch mal verlinkt, wie das in den USA läuft:

    Jungsnamen werden an Mädchen vergeben (natürlich von dekadenten Linksliberalen von den Küsten, die wollen, daß ihre Töchter taffe Hillarys werden, jedenfalls keine pinken Rosalies). -> Diese ursprünglichen Jungsnamen werden „unisex“. -> Die Namen werden nicht mehr an Jungs vergeben. = Ein Jungenname wird Mädchenname.

    Nie umgekehrt, also daß etwa ein Mädchenname unisex würde…

    Ich finde Unisex-Namen widerlich.

  3. Polly sagt:

    Ich habe eine kleine Schwäche für Unisex-Namen. Ich kann auch gar nicht genau sagen, warum. Komischerweise sehe ich Mädchen mit eher „männlichen“ Namen auch gar nicht unweiblich vor mir. Irgendwie mag ich gerade den Kontrast.

    Noa(h) mag ich zum Beispiel gern bei beiden Geschlechtern. Luka finde ich für Jungs sehr verbraucht, bei Mädchen hat er aber etwas erfrischendes.

    Aus praktischen Gründen würde ich aber einen Namen nicht an Geschlecht A vergeben, wenn er sehr verbreitet für Geschlecht B ist. Wenn er aber eh eher selten ist, finde ich das gut machbar. Ich bin aber ein Befürworter von einem geschlechtseindeutigen Zweitnamen.

    • Annemarie sagt:

      Den Reiz, der in so einem Kontrast liegt, kann ich schon nachvollziehen. Statt Unisexnamen fallen mir dazu aber eher klanglich etwas „kantige“ Mädchennamen ein oder Ableitungen von Männernamen wie Alberta oder Edwina. Außerdem gibt es zu manchem Mädchennamen Spitznamen, die nach Junge oder unisex klingen – Micha(ela), Alex(andra), Fred(erike) … gefällt mir auch ganz gut.

      Das Gegenteil, also Jungennamen, in denen als Basis ein Mädchenname zu stecken scheint oder die weich und verspielt sind, gibt es auch in immer größerer (?) Zahl, Emilian z.B. (Emilia), Leonas (Leona) oder Valentin, hm, aber die Jungs-Mädchen von oben klingen für mich cooler. Liegt wohl an der geläufigen Definition von cool und hat ähnliche Quellen wie das erwähnte „Du Mädchen“ als Schimpfwort …

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ja das finde ich, obwohl uch weder Sexistin noch Feministin bin, auch. Nucht nur bei Namen, wo es auch daran liegen könnte, dass mir kantige Namen gefallen und es da nunmal mehr männliche als weibliche gibt, als auch bei Persönlichkeiten. Ein irgendwie „jungenhaftes“ Mädchen finde ich cool, ohne es selbst zu sein, umgekehrt eher weniger.

    • Barbara sagt:

      Ich fänd‘ es schrecklich für ein Kind, ständig erklären zu müssen, ob man Männlein oder Weiblein ist. Und aus meiner Erfahrung reagieren die meisten Kinder verärgert, wenn man sie falsch einordnet, Jungs noch zickiger als Mädchen. (Liegt sicher daran, dass sie Mädchen abwertend beurteilen. Ist leider immer noch so.)

      Noa(h) hat mir noch nie gefallen, weder für Mädchen noch für Jungen, und bei Luka finde die Schreibweise mit k gruselig. Luca ist für mich ein italienischer Jungenname wie Simone, Andrea und Gabriele, und alle klingen hierzulande nur deplaziert, ähnlich wie die gottlob mittlerweile aus der Mode gekommenen Andre, Andrè, Andreé und was man sonst noch an Fehlern gesehen hat.
      Wenn ich die Orthographie eines Namens nicht beherrsche, sollte ich einen einfacheren wählen.
      Und „schreiben wie man spricht“ geht gar nicht, weder bei Namen noch wie momentan in Grundschulen, um die Kinder zu verblöden. Wenn die „Luka“s und „Jaqueline“s keine drei Worte mehr richtig schreiben können, wird mich das aber nicht mehr wundern.

  4. Mareike sagt:

    Luca, Jonah, Mika, Merlin sind bei mir als männliche Namen „abgespeichert“. Mir ist noch kein Mädchen mit diesen Namen begegnet. Wobei sich das bei Mika gerade ändert, wegen dem Buch & Film Ostwind, in dem ein Mädchen Mika heißt.

    Kirsten und Marlin würde ich als weiblich einsortieren.

    Es gibt diese auf dem Papier eindeutig männlichen Namen, die aus einem Mädchen-Namen hervorgegangen sind. (Natürlich haben diese Namen auch einen alten/antiken Ursprung.)
    Beispiel: Ende der 80er Jahre wurde in meiner Nachbarschaft ein Junge namens Julian geboren. Zu einer Zeit, in der es ziemlich viele Julias gab. Ich fand den Namen klanglich viel zu nah an Julia. Heute wird gelegentlich Emilian vergeben, was wohl auf die beliebte Emilia zurückzuführen ist.

    Dafür werden einige Mädchennamen klanglich wieder härter, z. B. Carla und Franka.

  5. Lilien sagt:

    früher fand ich unisex Namen auch immer unpracktisch, inzwischen kann ich ihnen aber viel abgewinnen.

    Ich mag es nicht wie stark schon kleine Kinder in Rollen Klisches gedrängt werden, schon der Kimderwagen rosa oder blau ist und die erste Frage nach der Geburt (meist schon davor) die nach dem Geschlecht ist). Ganz ehrlich, mir ist das Geschlecht total egal, die ersten Jahre sind es einfach nur Kinder und sollten meiner Meinung nach vollkommen unvoreingenommen ihre persöhnlichkeit entfalten können. Und eben nicht wegen ihres Geschlechts eingeschränkt werden.

    Der einzige Harken ist für mich, dass es eigentlich keine oder zumindest sehr wenig Namen gibt, die nicht vorrangig eher einem Gedchlecht zugeordnet werden. Dans macht das Geschlecht bei unisex Namen noch viel präsenter, weil ja noch mehr darüber geredet wird. (wird ja nicht eh schon viel zu viel)

    • Barbara sagt:

      Ich glaube nicht, dass der Name ins Cliché grängt, sondern der rosa oder blaue Kinderwagen, und vor allem Kinderzimmer in Rosa oder Camouflage. Kinderkleidung – ich fürchte immer, ich kriege Augenkrebs davon, und wenn man was Vernünftiges (ohne blöde denglische Sprüche) und Neutrales haben möchte, muss man tiefer in die Tasche greifen.
      Unisexnamen klingen für mich so, als würde man einem Kind sein Geschlecht streitig machen, und das kann’s doch wohl nicht sein!

  6. Annemarie sagt:

    Ob es wohl Eltern gibt, die bewusst einen Unisexnamen wählen – vorzugsweise einen, der bei Männlein und Weiblein 50:50 verteilt oder sehr selten/unbekannt ist -, weil ihr Kind transgender/mit seinem Geschlecht unglücklich sein könnte? Und falls ja: Tun sie ihm damit einen Gefallen?

    • Rebecca Sophie sagt:

      Zumindest letzteres halte ich für unwahrscheinlich, Transgender wollen doch klar ihrem (gefühlten) Geschlecht zugeordnet werden. Ich kann mir aber vorstellen, dass das ein Hintergedanke sein könnte.

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