Babynamen der Woche 21/2017

Kris Maximilan * Jakoba Ellinor * Magdalena Germania * Ivar Reik * Lean Jayden * Amelie Tilda * Leonard Johannes * Pauline Aurelia * Samu * Mavie * Cedric Lennox * Auron (m) * Leah Savannah * Finja Sabina * Aurin (m) * Max Hartmut * Chiara Larissa * Lou Hazel * Lilly-Cheyenne * Emmi * Bene * Kaytie * Mäx * Paul Claus * Juliet Loreen * Dian * Luna Saphira * Phyllis Summer * Ruby Elaine * Noah Etienne * Mert Menderes * Veronika Gloria

Zwillinge:

  • Malia & Timea
  • Leonard & Benedikt
  • Tom & Mateo

71 Kommentare zu "Babynamen der Woche 21/2017"

  1. Mareike sagt:

    Wahlpflichtspiel:

    Leon(h)ard Johannes – Leonhard gefällt mir sehr gut, aber bitte mit h geschrieben, sonst fehlt etwas. Johannes ist ein toller Name, vermutlich ist es eine Nachbenennung.

    Pauline Aurelia – Pauline ist schön, mag ich gerne. Aurelia ist ein klangvoller Zweitname, scheint häufiger zu werden.

    Magdalena (Germania) – Magdalena gefällt mir auch sehr gut. Aber bitte ohne Germania, den mag ich gar nicht.

    —–

    Emmi – ist kein richtiger Name, wenn dann bitte Emilie oder Emilia. Emmi erinnert mich an Tante Emmi (~85), die mit richtigem Namen Emilie heißt.

    Kaytie, Mäx – möchte man hier die englische Aussprache sicherstellen? Vor allem Mäx wirkt belustigend auf mich.

  2. Lioba sagt:

    Jakoba Ellinor- Jakoba hört man eher selten, klingt für mich auch eher ungewohnt.

    Mavie- „Mein Leben?“

    Auron (m) * Aurin (m)- Google spuckt bei mir Städte und einen Videospielcharakter aus. Oder halt „Der Goldene“. Klang für mich selbstgebastelt, sind aber wohl halbwegs bekannte Vornamen

    Lou Hazel- nee, nicht meins.

    Bene- kenn ich bis jetzt nur als Spitznamen. Benedikt als „Vollname“ hätte ich persönlich schöner gefunden…

    Kaytie * Mäx- wie Mareike sagt: da sollte wohl die englische Aussprache erzwungen werden.

    Leonard & Benedikt- ist die einzige Zwillingskombination die mir heute so richtig zusagt. Beide Namen finden sich lustigerweise ja auch (teilweise) in den Einzelnamen wieder).

    „Wahlpflichtspiel“:
    Pauline Aurelia- ist ganz nett. Pauline mag ich sehr, Aurelia passt da gut zu.

    Benedikt- auch einer meiner Lieblingsnamen. Schön von der Bedeutung und vom Klang (nicht so ganz „weich“).

    • Annemarie sagt:

      Ich mag ja Au-Namen ganz gern 😉 Trotzdem denke ich bei Auron zuerst an die Auroren bei Harry Potter und bei Aurin ein bisschen an Urin mit A davor … Hm.

    • Maria Th. sagt:

      Ich habe spontan auf SAURON gereimt, auch nicht so toll. 😉

    • Gabriele sagt:

      Ein Freundin meiner Tochter, mittlerweile erwachsen, heißt Mavie, mein Leben, so war es von den Eltern gedacht, finde ich hübs ch, aber vielleicht auch nicht ganz leicht so zu heißen????Jakobea finde ich interessant und nicht so oft zu hören, Jakobine heißt die Schwiegertochter von Freunden…Ellinor ist einer meiner Lieblingsnamen, sehr positiv besetzt durch eine liebe Urgrosstante. Benedikt und Leonard finde ich passt gut,sehr ausgewogen!

    • elbowin sagt:

      Bei Aurin wundert es mich schon, dass keiner mehr an das Auryn (das Amulett der Macht in der Unendlichen Geschichte von Michael Ende) denkt, mir fällt es immer noch ein ….

  3. Jan sagt:

    Na, Börner der Woche sind sicher Mäx und Kaytie. Echt kränk.

    Magdalena Germania. Unabhängig davon, ob man da nun eine politische/patriotische Botschaft hineinlesen will oder nicht: Der Name ist einfach „zu breit“. Eine Allegorie für eine Nation als Personenname, des funzt net. Man denke an Fritz Overbecks Gemälde „Germania und Italia“. (Ich habe mal gelesen – bei Asserate? –, daß im italienischen Faschismus auch mal Italia als Mädchenname en vougue gewesen sein soll.) An die berühmte Germania in der Frankfurter Paulskirche. An Kleists hin- und mitreißende Ode „Germania an ihre Kinder“. Es paßt einfach nicht als Vorname.

    Paul Claus finde ich ganz gut, Max Hartmut auch. Bei den Mädchen zur Not (!) Pauline Aurelia.

    An Eisenbahnunglücke wie Lean Jayden, Cedric Lennox, Leah Savannah („Sherman marches on Savannah!“) etc. hat man sich fast schon gewöhnt.

    • cassis sagt:

      Zu Italia: Ich weiß nicht, ob der als Frauenname im Faschismus seine Blütezeit hatte, er kommt aber ab und zu vor, nicht sehr oft. Es gibt noch die männliche Form Italo – I. Calvino hieß wohl wirklich so, bei I. Svevo war es dagegen ein Pseudonym.
      In Frankreich hört man ja ab und zu France, meistens wahrscheinlich in der Kombination Marie-France. Und François(e) ist ja ohnehin sehr häufig.
      Ob es das noch in anderen Ländern gibt? „Polska“ ist mir z. B. noch nicht untergekommen. 🙂

    • Astrid sagt:

      Kaytie und Mäx sind tatsächlich schwer zu verdauen (wurden die Eltern von den Fack Ju Göhte Filmen inspiriert?)

      zu Magdalena Germania ->
      Germaine kenne ich als Vorname in Belgien und Frankreich mit Bruderschaft als Bedeutung, aber Germania ist nur bedauerlich und ich verstehe nicht wieso es als Name erlaubt ist.

      Kris Maximilan – da fehlt was

      Jakoba Ellinor – nicht meins aber klangvoll

      Pauline Aurelia – schön obwohl ich irgendwie dazu neige Paulina Aurelia zu bevorzugen

      Chiara Larissa – hätte aber abwechslungsreicher gestaltet werden sollen
      z.B. Chiara Juliet

      Veronika Gloria – ich mag Veronika / Veronica und Gloria passt dazu, obwohl es damit für mich persönlich zu religiös wirkt

    • Maria Th. sagt:

      @Astrid
      CHIARA JULIET wäre mir sprachlich zu gemischt, italienisch-englisch wäre für mich als Kombi schwierig.

    • Jan sagt:

      In Frankreich hört man ja ab und zu France, meistens wahrscheinlich in der Kombination Marie-France. Und François(e) ist ja ohnehin sehr häufig.
      Ob es das noch in anderen Ländern gibt? „Polska“ ist mir z. B. noch nicht untergekommen.

      Das Gegenstück zu Germania wären aber meines Erachtens nicht France und (das wohl wirklich fiktive) Polska, sondern Francia und Polonia. Also jeweils der lateinische Name einer Nation, der bildungsbürgerlich als allegorische Frauengestalt zur Symbolisierung dieser Nation verwendet wurde oder gar noch wird. Vgl. „Rule Britannia!“…

      Und das paßt meines Erachtens einfach nicht als Vorname – und dabei geht es mir noch nicht einmal darum, ob das „rechts“, also nationalistisch, gemeint war (vielleicht) oder sich so deuten läßt (sicherlich). Ich halten den Namen nicht per se für „böse“, sondern für irgendwie disproportioniert.

      Und übrigens sieht Germania zusammen mit dem Namen der „Lieblingsjüngerin“ Jesu besonders kurios aus.

    • Jan sagt:

      Chiara Larissa – hätte aber abwechslungsreicher gestaltet werden sollen
      z.B. Chiara Juliet

      Chiara Larissa sieht schon etwas merkwürdig aus – eine italienische (eigentlich wohl toskanische) Form von Klara, die in den letzten Jahren in Deutschland modern geworden ist, plus die russische Larissa. Vielleicht ein rußlanddeutscher Hintergrund? Unsere rußlanddeutschen Landsleute sind bekanntlich sehr assimilationswillig und dann Larissa als Reminiszenz an die alte Heimat oder einfach als Nachbenennung nach der Oma? Kurzum, ich finde den Namen eigentlich ganz gut…

    • Astrid sagt:

      zu Chiara Larissa – Ich habe nichts gegen Chiara oder Larissa.
      Meiner Meinung nach klingt nur zuerst i a a und danach a i a zu ähnlich.
      Deswegen hatte ich Juliet aus der heutige Liste gewählt.

      Was hält ihr von:
      Chiara Luisa / Larissa Veronika / Larissa Pauline?

    • Katrin sagt:

      Paul Claus finde ich zu abgehackt. Neben der Tatsache, daß die Namen jeweils nur eine Silbe haben, wird der Eindruck noch durch die Wiederholung des Doppellauts verstärkt.

    • cassis sagt:

      @ Astrid: Larissa Veronika gefällt mir sehr gut. Für Veronika habe ich ja seit Langem eine Schwäche und auch Lara und Larissa mag ich gern. Die Kombination ist für mich stimmig.

    • Jan sagt:

      Was mir bis gestern komplett neu war: Der berühmte Fußballspieler Fritz Walter war (und zwar bis über die Goldene Hochzeit hinaus) mit einer Italienerin namens Italia verheiraten. Auch eine Form von „Germania und Italia“. 🙂

      Die Frau wurde 1921 geboren, also schon vor Mussolinis Marsch auf Rom. Geheiratet haben die beiden 1948. Die Frau ist Ende 2001 gestorben, ihr Mann ein halbes Jahr später im Juni 2002 – gestern vor 15 Jahren.

  4. Annemarie sagt:

    Wahlpflicht: Pauline Aurelia (oder doch Mavie?) und Samu.

  5. Mark sagt:

    Germania–
    Der Name ist ja noch nicht mal deutsch….

    Magdalena gehört aber zu meinen Lieblingsnamen. Lang und stattlich, aber mit netten Abkürzungsmöglichkeiten, wie Lene, Lena, Leni, Magda; nur bitte nicht Maggie….

    Außerdem ist der Name biblisch gesehen überaus positiv besetzt.

    Max Hartmut–

    Finde ich eine tolle Kombi. Max klingt knapp, hart, stark und männlich, und Hartmut geht in die gleiche Richtung. Dabei ist der Zweitname doch ein wenig ausladender, was zu dem sehr knappen Erstnamen gut passt.

    Pauline Aurelia–

    Sehr klassisch und schön. Zweimal AU wirkt hier gar nicht wie au-au, da das liebliche „line“ die beiden AUs trennt.

    Noah Etienne–

    Noe Etienne wäre konsequent französisch, würde aber klanglich nicht mehr passen. Warum nicht Noah Stephan? Das fände ich schön.

    Luna Saphira–

    Mystisch-klingend: Mondgöttin und Saphir. Klanglich und stilistisch passt es schon, hört sich auch nicht schlecht an. Wirkt aber so rein neumodisch und gewollt poetisch, dass es mir nicht passen würde.

    Lou Hazel–

    Kann mich mit Lou nicht anfreunden. Louise ist doch soviel schöner, meiner Meinung nach. Hazel ist im Englischen ein Name, den ich ganz toll finde; aber im Deutschen, wurzellos, zu amerikano- oder anglophil.

    • Jan sagt:

      Germania–
      Der Name ist ja noch nicht mal deutsch….

      :mrgreen:

      Im Ernst: Ich finde es es immer wieder schön und rührend (ohne jeden ironischen Unterton – das muß ich bei meinem üblichen Geschwalle hier wohl dazusagen), daß gerade ein Mann wie Mark, der wie kaum ein anderer zwischen dem deutschen und dem angelsächsischen Sprach- und Kulturraum steht, stets deutschen Namen das Wort redet.

  6. connywuuh sagt:

    Heute sind ein paar sehr schöne Namen dabei:
    Einzelnamen:
    Magdalena – einer meiner Lieblingsnamen, hat sowohl in meiner Familie, wie in der meines Partners Tradition

    Pauline – auch sehr schön, vielleicht aber doch etwas zu süßlich
    Aurelia – einfach goldig, sehr schön
    Veronika – auch schön, die schönere Alternative zu Viktoria, klingt etwas weicher

    Gesamtkombinationen:
    Pauline Aurelia – ganz eindeutig!

    Wunschkombination:
    Pauline Aurelia – ganz eindeutig!

    Burner der Woche:

    Kris Maximilan – seiht einfach falsch geschrieben aus
    Phyllis Summer – Chantal lässt grüßen
    Ruby Elaine – ich habe eine persönliche Abneigung gegen den Namen Ruby, kann ich einfach nicht erklären oder begründen

  7. Marthe sagt:

    Burner der Woche:
    Ohne Worte, defintiv Germania!

    Wahlpflicht:
    Benedikt (mich nervt nur das anstrengende „T“ hinten)
    Jakoba Ellinor (ohne Ellinor, Jakoba finde ich gut. Kann man sich merken, klanglich gut, aber eben gewöhnungsbedüftig. Ellinor klingt wie „wir wollten einen modischen e-l-i-Namen, aber etwas gehobener.“)
    Leonard Johannes (etwas lang, aber gut)
    Pauline Aurelia (ohne Aurelia, und Pauline als Zweitname)

    Wahrscheinlich haben die Eltern irgendwelche Verbindungen dazu:
    Ivar Reik * Finja Sabina * Paul Claus * Mert Menderes

    Schubladennamen
    Magdalena Germania * Lean Jayden * Mavie * Cedric Lennox * Auron/Aurin* Leah Savannah * Lou Hazel * Lilly-Cheyenne * Emmi * Bene * Kaytie * Mäx * Juliet Loreen * Dian * Luna Saphira * Phyllis Summer * Ruby Elaine * Noah Etienne * Malia & Timea

    Modenamen
    Amelie Tilda * Max Hartmut (Opa lässt grüßen) * Chiara Larissa (fast schubladig) * Samu * Tom & Mateo * Kris Maximilan (Da mag wohl jemand ks-Laute. Chris wäre besser, aber so gewollt abgekürzt. Dann lieber Christoph)

    Bionade-Namen (finde ich ganz ok, bisschen langweilig):
    Leonard Johannes * Pauline Aurelia * Veronika Gloria * Leonard & Benedikt

    • Jan sagt:

      Ich halte die Systematisierung Marthes grosso modo für überzeugend. Dennoch vermute ich (ohne es beweisen zu können), daß es mittlerweile eine gewisse Überschneidung zwischen den Kategorien Schubladennamen (=Kevinismen), Modenamen und Bionade-Namen gibt, und dies wohl aus mehreren Gründen:

      Meine Klassenbrüder aus der Unterschicht haben mittlerweile angefangen zu kapieren, daß Namen à la Lean Jayden oder Lennox „einsortierend“ wirken, also im Verdacht stehen, die „Startchancen“ ihrer Gören potentiell zu verringern. In Gesprächen mit klugen Klassenbrüdern und gerade Klassenschwestern habe ich zum Beispiel schon mehrfach wahrgenommen, daß mein eigener halbwegs konservativ klingender Dreifachkombi-Name so in etwa diese Reaktion auslöst: „Ach, das klingt ja fein!“ Und zwar auch dann, wenn die eigenen Kinder einen angelsächselnden Cheyenne-Namen hatten.

      Umgekehrt werden der Bionade-Bourgeoisie vielleicht mittlerweile auch ihre eigenen Vornamen langweilig?

      Gerade bei Veronika Gloria und auch bei Magdalena Germania wäre ich mir nicht ganz sicher: Ist das nun „Schublade“ oder „Bionade“?

    • Gabriele sagt:

      Also, ich mag Ellinor, Bedeutung das Licht, Mit Gloria kann ich nichts anfangen, Gloria Germania, Gloria Viktoria…alles nicht mein Ding. Veronika dagegen ist wunderschön, klangvoll, nicht zu niedlich.

    • Jan sagt:

      Gloria Viktoria

      Ach ja, stimmt ja: „Gloria, Viktoria, widdewiddewitt bumm bumm.“ Daran hatte ich gar nicht gedacht.

      Dann muß aber (gerade wegen Magdalena Germania) auch noch das hier aus dem alten Studentenlied „Es lagen die alten Germanen“ dazu:

      Da trat in ihre Mitte
      ein Jüngling römischen Bluts:
      „Grüß Gott, ihr alten Germanen,
      ich bin der Tacitus.“

      😉

      Dieses selbstironische Studentenlied ist auch insofern bemerkenswert, als seine Melodie die gleiche ist wie die des todernsten „Wenn alle untreu werden“. Und dieses Lied wiederum hat auch so seine Geschichte…

    • Marthe sagt:

      Magdalena Germania kam zu den Schubladen, weil ich mir ein Germania-Elternpaar vorstellte. Mit Kampfhund und Jogginghose.

      Bei Veronika Gloria war es schwer, da mir das „Gloria“ entweder behimmelt à la „Gracie“ oder „Lovelyn“ sein könnte oder südlich-katholisch geprägt sein könnte. Das Veronika klingt dann dazu nicht sehr modisch L-E-A-M-N-mäßig, weswegen es nicht in die Modegruppe kam, sondern zur Bionadegruppe.

      Und es ist wohl tatsächlich so, dass nun auch Mias, Lias, Bens und Elias´ in den bildungsferneren Gruppierungen als attraktiv angesehen werden. Aber meiner Beobachtung nach, häufig noch in ersichtlicher Kombi wie „Lea Melyssa“. ABer, ja die Namen werden gerade durchgereicht. Die Karls und Theos sind ja auch schon in der Mitte angelangt.

    • Jan sagt:

      Also, daß Namen nach unten durchgereicht werden (wie sie vieles auf dem Gebiet der Manieren), ist ohne Zweifel richtig.

      Es gibt aber ja in der BRD nicht zu einerseits die schicke obere Mittelschicht einerseits (um von der eigentlichen Oberschicht, also Leuten, die wirklich Geld haben, nicht zu reden) und meine Klassenbrüder aus der Unterschicht andererseits, sondern vor allem eben die riesenbreite, amorphe Mitte.

      Irgendwo müssen die 40 % für die CDU und die 23 % für die SPD ja herkommen. Diese Schicht dürfte so etwa vom Malergesellen unten über den SUV-fahrenden Facharbeiter mit Häuschen bis zum biederen Oberstudienrat mit Aktiendepot am oberen Ende reichen.

      Und schon aus logisch-statistischen, quantitativen Gründen werden die Top-Namen, eben die „Mias, Lias, Bens und Eliasse“, insbesondere die Vornamen sein, die diese Strata ihren Kindern geben.

      Es bedürfte also neben den Kategorien „Schubladenamen“, „Modenamen“ und „Bionadenamen“ (plus „Migri-Namen“) noch der Kategorie „Normalo-Namen“.

      Halt! Mit Bedacht habe ich das im vorherigen Absatz im Konjunktiv II geschrieben – denn Knuds „Babynamen der Woche“ sind ja keine repräsentative Auswahl. 🙂

    • Marthe sagt:

      Sind Modenamen nicht Normalonamen? Ok, ich sehe ein, einige Nornalonamen sind keine typischen Weichspüler-Namen. Aber meistens schon.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Nein, es gibt ja auch noch die gabz unauffälligen, eben normalen Namen, die nicht Top10 sind. Julia zum Beispiel. Modenamen sind aber natürlich auch normal.

    • Jan sagt:

      Ich meinte mit „Normalo-Namen“ einfach:

      – die fast-ewigen Klassiker (Anna, Maria – Max[imilian] im Süden, Christian, Philipp)

      – die modernen Klassiker (Nora, Jan)

      – die übrigen Top-X-Namen.

      Die tauchen aber in den BdW hier aber relativ selten in Reinform auf; da hat es eher Kuriositäten, eben Schubladen- oder Bionade-Namen.

  8. Marthe sagt:

    Ist es eigentlich wirklich „Maximilan“, also Maxi und Milan?

  9. Mareike sagt:

    Magdalena Germania – Läßt Germania eine politische Gesinnung vermuten? Die biblische (Maria) Magdalena spricht eher dagegen. Magdalena stammt doch meistens aus einer christlichen Familie, geht noch in die Kirche. Da Germania so viele Fragen aufwirft, würde ich diesen Namen nicht vergeben.

    Luna Saphira – Luna ist ein häufiger Tiername, vor allem bei Hunden. Die Bedeutung Luna=Mond finde ich schön. Auf mich wirkt Luna als habe man einen häufigen L-Namen (Lena oder Lina) genommen und einen Vokal ausgetauscht. Lena oder Lina haben aber ihren Ursprung in klassischen, traditionellen Namen und gefallen mir deshalb wesentlich besser als Luna. Dieses Mädchen wird mit Luna gut leben können, weil der Name einfach und „normal“ ist.

    Veronika Gloria – Veronika ist ein christlicher Klassiker. Aber ich mag die Koseform Vroni überhaupt nicht. Vroni ist zwar bayerisch, aber auch in Westfalen muß eine Veronika damit rechnen, Vroni genannt zu werden. Gloria ist mir dazu etwas „too much“. Ich glaube nicht, dass Gloria eine Nachbenennung ist. Zu Veronika hätte ich einen Namen aus der Familie genommen.

    • Jan sagt:

      Magdalena Germania – Läßt Germania eine politische Gesinnung vermuten? Die biblische (Maria) Magdalena spricht eher dagegen. Magdalena stammt doch meistens aus einer christlichen Familie, geht noch in die Kirche. Da Germania so viele Fragen aufwirft, würde ich diesen Namen nicht vergeben.

      Na. Es gibt ein gewisses Übergangsmilieu von grüner und brauner Szene. Wenn Du Dich auf dem Anwesen des heutigen Wortführers der deutschen Neuen Rechten bewegst, hast Du den Eindruck, auf einem Öko-Bauernhof zu sein – aus dem einfachen Grund, weil Du es auch bist. (Nur fehlt betrüblicherweise das Land, das nun einmal zu einem Hof dazugehört, und das wurde in den DDR vergesellschaftet.)

      Aber diese Leute wären niemals so plump, Germania als Vornamen zu wählen! Ich hielte das verdachtsweise einfach für einen Mißgriff irgendwelcher schlechtgelaunter Bionade-Prollos.

    • Astrid sagt:

      Ronja ist die russische Kurzform der Namen Veronika.
      Also Veronika nennen und Ronja rufen könnte Vroni vielleicht vorbeugen.
      Vero ist auch eine schöne Kurzform.

    • elbowin sagt:

      Läßt Germania eine politische Gesinnung vermuten? Die biblische (Maria) Magdalena spricht eher dagegen. Magdalena stammt doch meistens aus einer christlichen Familie, geht noch in die Kirche. Da Germania so viele Fragen aufwirft, würde ich diesen Namen nicht vergeben.

      Ich fürchte, ja. Und eine rechte Gesinnung lässt sich auch mit einem wie-auch-immer verstandenen Christentum verquirlen. Es geht dann gegen andere Religionen, Atheisten, Freimaurer und Homosexuelle, da treffen sich die Frommen und Rechtsextremen. Auch die Identitären aus Sachsen-Anhalt haben ihre „germanischen“ Kinder zur Kommunion geschickt.

      Die Option „Fussballverein“ ist leider zu schön um wahr zu sein.

    • Jan sagt:

      Auch die Identitären aus Sachsen-Anhalt haben ihre „germanischen“ Kinder zur Kommunion geschickt.

      Oh ja, die sympathisieren zumindest mit dem rechten Flügel der Katholischen Kirchen (natürlich nicht offen mit den Pius-Brüdern und solchen Spinnern, aber doch so mit den Mosebach-Typen) – falls wir die gleichen Leute meinen, was ich mal schwer vermute. Deren Nesthäkchen hat übrigens einen völlig unauffälligen Bionade-Namen aus den aktuellen Top 25.

    • Marthe sagt:

      Man nennt die Öko-Braunen (auf die Heimat achten und alles hegen und pflegen) auch wegen ihres anpassungsfähigen Aussehens „Nipster“ (Nazi-Hipster).

    • Gabriele sagt:

      Ja wie Astrid sagt, Vero als Kurzform anbieten oder Ronja, auch schön! Das mit den „Ruf“- Namen, die von Freunden erfunden werden, ist Mensch nicht immer sicher, eine Freundin hat den ersehnten Sohn nach zwei Töchtern Emanuel genannt,heute wird er als Handballspieler angefeuert mit “ Emma, Emma!“Er nimmt es mit Humor, die Mama mittlerweile auch.

    • elbowin sagt:

      Den Namen des Nesthäkchens kenne ich nicht. Vielleicht hat die heftige Reaktion auf die germanischen Namen nach den weit verbreiteten Homestories (fast jedes Presseorgan sprang auf die Namensgebung an) doch einen Effekt gehabt.

      Ein weiteres Fundstück (sueddeutsche.de http://www.sueddeutsche.de/leben/ungewoehnliche-vornamen-kann-ja-nicht-jeder-kevin-heissen-1.179040 ) für „germanisch“ motivierte Namen:

      Mechthild, Hildrun, Sonnhild, Volker, Hedda, Wolf, Alwine, Ute, Arne, Horst.

      (kinder von Horst und Barbara Rosenkrantz (ehemalige FPÖ Präsidentschaftskanditin in Österreich)

    • Jan sagt:

      Den Namen des Nesthäkchens kenne ich nicht.

      Ich weiß nicht, ob der Name in der Presse gestanden hat, er ist mir privat erzählt worden. (Nämlich von den Eltern.)

      Übrigens finde ich zum Beispiel Undine gar nicht so furchtbar deutschtümelnd. Es gibt da einen Bezug zu Stauffenberg, ferner ein Gemälde von Waterhouse. Und Stauffenberg einerseits und die Präraffaeliten andererseits stehen in Teilen des neurechten Spektrums in hoher Schätzung.

    • elbowin sagt:

      Auch der Name der Ältesten fällt aus dem germanischen Rahmen (ein slawischer Name, leider mit Y statt J geschrieben).

      Zu Undine fallen mir noch zahlreiche Schwimmvereine ein, die den Namen gerne aufgegriffen haben. Etymologisch ist er Romanisch (lat. unda, die Welle …).

  10. Christina sagt:

    Apropos Germania: mir würde nur noch die Möglichkeit einfallen, dass der Vater Fussball Fan eines Clubs mit Germania ist.

    • Gabriele sagt:

      Ja, die Sache mit dem Fußballverein wäre schlüssig

    • Jan sagt:

      Komisch, als ich das von Christina heute mittag gelesen habe, dachte ich mir: „Gna, das könnte es sein! 🙂 Hättste auch selbst drauf kommen können! :-/ “ Vorhin habe ich meine Mutter (Anfang siebzig) besucht. Ich habe ihr von dem Vornamen erzähl, und ihre erste Reaktion war: „Doch sicher nach einem Fußballverein.“

    • Christina sagt:

      Na dann habe ich ausnahmsweise ja auch mal was Sinnvolles hier beigetragen :D.

    • Jan sagt:

      Noch eine Bemerkung zu Germania. Wenn ein Schiff den Namen seines Flaggen-Landes trägt, dann muß es traditionell ein besonders prächtiges, eben repräsentatives Schiff sein. Früher die stolzesten Ozean-Liner auf der Nordatlantik-Route: France, United States. Heute immerhin noch Kreuzfahrtschiffe: Deutschland. Ein Fischtrawler oder ein Containerschiff kann nicht France heißen!

      Und auch und vor allem daher finde ich den Namen eines Landes als den Namen eines einzelnen Menschen so unangemessen – man probiert sich sozusagen viel zu große Stiefel an. Das ist also sozusagen kein moralischer Grund („gegen rechts“), sondern ein ästhetischer („gegen Unproportioniertheit“). Gerade superpatriotische Rechte dürfte das ähnlich empfinden sein.

      Daher scheint mir die Hypothese „Eltern sind verrückte Fußballfans“ mittlerweile die wahrscheinlichte…

    • Barbara sagt:

      Ich habe es mehrfach erlebt, dass bei der Transkription aus dem Russischen Hermann zu German wird und umgekehrt. Vielleicht hat Erbonkel Hermann/German Pate gestanden?

    • Jan sagt:

      Ich habe es mehrfach erlebt, dass bei der Transkription aus dem Russischen Hermann zu German wird und umgekehrt. Vielleicht hat Erbonkel Hermann/German Pate gestanden?

      Das wäre jetzt die nächste interessante Hypothese zu Germania!

      Also: Es gibt im Russischen kein h, weder als Laut noch als Buchstaben.*) In deutschen/westlichen Eigennamen werden h’s in der Regel mit g’s umschrieben: „Genrich Gejne“. „Adolf Gitler“. „Gollandia“, „Golschteijn“. Und der deutscher Hermann wird eben ein German.

      Gleichzeitig ist Germania das russische Wort für Deutschland. (Das Adjektiv freilich ist „nemetskij“.) German als Vorname klingt also im Russischen ausgesprochen deutsch. Der Kosmonaut German Titow war vermutlich nur deshalb nicht der erste Mensch im Weltraum (und an seiner statt der Hallodri Gagarin), weil sein Name zu deutsch klang.

      Also sind vielleicht mal wieder die Rußlanddeutschen schuld? Könnte hinkommen: oft wenig stilsicher, aber meist sehr deutsch-patriotisch und sehr herzlich. Der sehr christliche Erstvorname Magdalena paßte auch dazu.

      Eine Nachkommin von Rußlanddeutschen, vielleicht mit einem Opa namens Hermann/German – das scheint mir zumindest nicht unplausibel.

      *) Es gibt einen Buchstaben, der als Versal und als Minuskel aussieht wie das deutsche H, aber das ist eben das kyrillische N.

  11. Chiocciola sagt:

    Wahlpflichtspiel:

    Ich finde diesmal nichts, was mir wirklich gefällt.

    Am ehesten:
    Leonard Johannes und Pauline Aurelia

    Zwillingskombis:

    Malia und Timea
    passt zusammen, mir gefallen die Namen aber nicht besoneres, Timea besser als Malia (das klingt für mich immer wie eine von einem Kleinkind ausgesprochene Maria)

    Leonard und Benedikt
    Benedikt mag ich sehr gern, Leonard weniger.
    Passt von der Länge und vom Klang her zusammen, von der Bedeutung nicht.

    Tom und Mateo
    passt nicht so gut zusammen: kurz und lang, englisch und italienisch (und das meines Wissens falsch geschrieben)
    Thomas und Matthias würde mir besser gefallen

  12. Barbara sagt:

    Machbar:
    Jakoba Ellinor – wenn schon, dann Jakobäa

    Leonard Johannes – Leonhard passte besser

    Max Hartmut – etwas zu kernig, aber stimmig

    Luna Saphira – funkelt ein bisschen

    Pauline Aurelia – ein bisschen zuviel aua, aber wahrscheinlich wird ja nur der erste Name genutzt

    Passabel:
    Madgalena (hätte gereicht) Germania

    Amelie Tilda – obwohl ich Amelie nicht wirklich mag und Mathilda schöner gewesen wäre

    Finja Sabina – warum mit Finja eine Sabina/e verhunzen?

    Chiara Larissa – immer noch besser als Kiara

    Veronika Gloria – beides nicht meine erste Wahl, aber immerhin richtige Namen

    Aber:
    Kris Maximilan – Tippfehler oder selbstgebastelt?

    Ivar Reik – denselben Konsonanten oder Vokal in aufeinandertreffenden Namen? Klingt übel.

    Lean Jayden – Le-An oder Lien? Und was ist, wenn es ein Moppel wird?

    Lilly-Cheyenne – hat ein Übel nicht gereicht?

    Phyllis Summer – naja… und s.a. Ivar Reik

    Aurin – warum nicht gleich Auric Goldfinger?

    Paul Claus – auauau…

    Emmi – dagegen versprüht ja noch der Tante-Emma-Laden jugendlichen Charme

    Bene – und die Schwester heisst dann Male?

    Dian – er? sie?

    Samu – hat Samuel zuviel gekostet?

    Mavie – „Mein Leben“- wessen Leben? Das des Kindes? Sowohl englische als auch deutsche Aussprache klingen scheusslich – vielleicht doch lieber ma vie est belle?

    Kaytie – und dann wahrscheinlich ein Nachname wie Dresbeimdieke oder Hallhuber?

    Mäx – was soll einem dazu noch einfallen?

    • Maria Th. sagt:

      Insgesamt Zustimmung, nur bei Jakobäa hätte ich ein Problem. Das, finde ich, klingt einerseits umständlich, andererseits aber auch „bä“. Die Alternative Jakoba gefällt mir nur wenig besser, Jakobine aber auch nicht. Mein Fazit: nur Jakob ist „möglich“, ein Mädchen kann keine Variante davon tragen.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Jakoba finde ich persönlich sehr schön,Jakob gefällt mir weniger. Jakobäa klingt mir zu kompliziert und nach Jakobäern (dabei gut es die glaube ich gar nicht). Jakobine/a finde ich prinzipiell nicht schlecht klingt mir aber zu sehr nach Robespierre.

    • Jan sagt:

      Mein Fazit: nur Jakob ist „möglich“, ein Mädchen kann keine Variante davon tragen.

      Doch, Jacqueline geht. 😉 Oder Jackie.

      (Gestern war ja der 100. Geburtstag von JFK.)

    • Martina sagt:

      Mir gefällt Jakoba sehr gut. Habe mal eine kennengelernt die ist jetzt fast 17 Jahre alt. Man hört den Namen nur nicht so oft, aber ich finde das er gut vergebbar ist. Die Namen Paul -Paula, Luis-Luisa, Leon-Leonie, Karl-Karla sind ja auch alle gut vergebbar warum nich Jakob-Jakoba. Natürlich nicht als Geschwisternamen dafür wären sie mir zu ähnlich.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Na ja, Jakoba ist schon ausgefallener und klingt daher vielleicht irgendqie künstlich verlängert. Aber ich mag den Namen ja auch.

    • Jan sagt:

      Jakobine/a finde ich prinzipiell nicht schlecht klingt mir aber zu sehr nach Robespierre.

      Ja, das ist wirklich kraß! Schwesterchen heißt dann Guillotine/a. Jakobine und Guillotine, das hat was! :mrgreen: Käme auch dem Bionade-Trend zu Mädchennamen auf -e entgegen.

      Um wieder mal Heines Wintermärchen zu zitieren (das lyrische Ich, also Heine selbst, erklärt dem ihm erschienenen Kaiser Friedrich Barbarossa, was eine Guillotine sei):

      »Das Guillotinieren« – erklärte ich ihm
      »Ist eine neue Methode,
      Womit man die Leute jeglichen Stands
      Vom Leben bringt zu Tode.

      Bei dieser Methode bedient man sich
      Auch einer neuen Maschine,
      Die hat erfunden Herr Guillotin,
      Drum nennt man sie Guillotine.

      Du wirst hier an ein Brett geschnallt; –
      Das senkt sich; – du wirst geschoben
      Geschwinde zwischen zwei Pfosten; – es hängt
      Ein dreieckig Beil ganz oben; –

      Man zieht eine Schnur, dann schießt herab
      Das Beil, ganz lustig und munter; –
      Bei dieser Gelegenheit fällt dein Kopf
      In einen Sack hinunter.«

    • Annemarie sagt:

      Spricht man Jakoba wie Jakob + a oder eher Jakohba? So oder so, ich werde mit dem Namen nicht warm.

    • Maria Th. sagt:

      Ich würde es JaKOHba aussprechen, aber mir geht es wie Annemarie. Die anderen Varianten:
      JakoBIne
      JakoBÄa

    • Jan sagt:

      So, und nun im Ernst:

      Jakob als Jungsname ist eigentlich schon bescheuert genug. Trotz J. Grimm: ein Kirchentagsname.

      Mutter ist leicht über 40. Glückseliges Lächeln, immer freundlich und immer hinterhältig. Eine Christin. Fromm im landeskirchlichen Bibelkreis in geschlechtergerechter Sprache – und immer sehr schlau auf den eigenen Vorteil bedacht. Ergrauender Pagenkopf, aber 100 % bio. Für die Kosmetikindustrie verloren. Materiell bestens abgesichert, sie weiß ja, was sie tut.

      Schon Jakob ist eine plumpe Anbiederung ans Judentum. Muß man daraus auch noch unbedingt einen Mädchennamen zu machen sich genötigt sehen?

    • Mark sagt:

      @Jan:

      Der Name Jakob ist in meiner Ahnenreihe durch die Jahrhunderte hinweg ziemlich gut vertreten. Ist schon seltener als die eher griechisch-neuttestamentarischen Namen, die im Deutschen schon seit vielen Jahrhunderten häufig vorkommen, wie Peter, Johannes/Hans und Paul. Trotzdem würde ich Jakob nicht als ganz betont jüdisch empfinden, da der Name sich eben doch schon seit langer Zeit eingebürgert hat.

      Ob er zu christlich/kirchlich für manche klingt, sei dahingestellt; es ist eben ein biblischer Name und ein Heiligenname, wie so viele im deutschen Namensgut.

      Was die Verweiblichung angeht: weiß auch nicht recht, ob mir das gefällt. Generell finde ich Verweiblichungen hebräischer männlicher Namen nicht so passend. So geht es mir auch bei Michaela und Daniela. Finde Jakoba zwar ungewöhnlicher und auffälliger als diese zwei anderen Namen, aber deshalb nicht unschöner, wobei alle drei mir nicht so liegen.

      Ob die Jakobmode in Deutschland wohl durch die Jacobmode in den USA beeinflusst worden ist? In den letzten zwanzig Jahren war Jacob ja in den US-Namenscharts sogar oft die Nummer 1. Der Name wirkte in den USA frisch, weil er eigentlich im englischsprachigen Raum traditionell eher selten vorkommt (die Variante James dafür umso häufiger).

    • Jan sagt:

      Mark,

      meine Äußerung vom 31.5., 11:007, war war wohl zu apodiktisch, zu phantasiebegabt und zu schroff, in jedem Fall aber zu emotional. Dafür bitte ich – wieder einmal – um Nachsicht und um Entschuldigung. Manchmal kann ich einfach nicht mehr im neudeutschen Lalala-alles-geht-Tonfall reden oder einfach das Maul halten, obwohl es vielleicht angezeigt wäre. Das ist nun mal mein feuriges, niedersächsisches Temperament. Was will man schon erwarten von einem aus der Heimat des Prügelprinzen?

      Daß alttestamentarische Namen im angelsächsischen Sprachraum eine andere (nämlich wichtigere) Stellung haben als im deutschen, wissen wir beide. Und natürlich ging es mir nicht um den christlichen Bezug des Namens, sondern um die Herkunft aus dem Alten Testament.

      Daß Jacob in den USA ein Modename war oder ist, war mir vollkommen neu, danke für die Information. Ich hatte immer gedacht: „Jakob auf englisch ist James und fertig.“

      Jakob nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als er sowohl alttestamentarisch (Patriarch) als auch neutestamentarisch (gleich zwei Apostel) ist. Michael als Schutzpatron Deutschlands ist auch ein Sonderfall.

      Daniela und Michaela hingegen sind in meiner Generation so häufig, daß ich sie nicht mehr als verweiblichte hebräische Männernamen höre.

      Ich bliebe aber dabei, diese in Post-68er-BRD aufgekommene Masche der Adaption alttestamentarisch-jüdischer Vornamen (David, Daniel, Sarah, Jonas, Jakob) für einigermaßen ahistorisch, anbiedernd und suspekt zu halten.

      Asserate dazu:

      In Mussolinis Italien gab es plötzlich viele Mädchen, die Italia hießen, im Deutschland Hitlers hatten Horst, Volker und Kirsten Konjunktur, und nach dem Zweiten Weltkrieg nannten Gudrun und Ingmar, die auf der Napola erzogen worden waren, ihre Kinder David und Sarah.

      Manieren, S. 330.

      Das verkürzt die Zeitläufte und Namensmoden vielleicht ein bißchen, bringt es aber gut auf den Punkt. Ich finde, daß man es sich mit dieser speziellen Namensmode gleichsam zu leicht gemacht hat und macht – das ist vielleicht seinerseits Kulturprotestantismus.

    • Marthe sagt:

      Jacobe klingt gut und fließender.

    • elbowin sagt:

      […] im Deutschland Hitlers hatten Horst, Volker und Kirsten Konjunktur, und nach dem Zweiten Weltkrieg nannten Gudrun und Ingmar, die auf der Napola erzogen worden waren, ihre Kinder David und Sarah.

      O wie falsch Asserate da liegt. Die Kinder der Generation, die im 3. Reich aufgewachsen ist, heißen Michael, Andreas, Thomas, Andrea, Sabine und Christine. Erst die Enkel heißen vielleicht (denn die Namen sind zwar typisch, aber viel seltener als die vorher genannten) David, Samuel, Hanna und Sara.

    • Jan sagt:

      O wie falsch Asserate da liegt. Die Kinder der Generation, die im 3. Reich aufgewachsen ist, heißen Michael, Andreas, Thomas, Andrea, Sabine und Christine. Erst die Enkel heißen vielleicht (denn die Namen sind zwar typisch, aber viel seltener als die vorher genannten) David, Samuel, Hanna und Sara.

      Gna, schau mal, Elbowin, das hatte ich doch doch schon angedeutet:

      So unterscheiden sich halt Herren einerseits und Oberstudienräte andererseits.

      Natürlich läßt Asserate da eine Generation aus. Es ist nicht die Generation der Napola-Schüler, die ihre Kinder David und Sarah nennt, sondern die Kind-Generation der Napola-Schüler, die legendenumwobenen „68er“ und ihre Nachfolger in den 70ern/80ern. Natürlich hat das auch mit Generationenkampf, mit Abrechnung mit den Eltern, zu tun.

      Asserate verkürzt da – aber jeder weiß, was gemeint ist, abgesehen vielleicht von den Studienräten, die dann mit „Ahh! Ääh!“ und Fingerschnippsen den Zeigefinger heben.

  13. elbowin sagt:

    @Mark:

    Auch ich empfinde Jakob als sehr christlich geprägten Namen. Der prominenteste Jakob ist natürlich der in Santiago de Compostela verehrte Jakob. Im letzten Jahrzehnt ist das Jakobspilgern wieder richtig in Mode gekommen, befeuert durch Hape „Ich bin den mal weg“ Kerkeling (CDU-Wahlmann in der Bundesversammlung), allerorten werden „Jakobswege“ mit Jakobsmuscheln ausgezeichnet.

    Dennoch: der Name Jakob ist Deutschland weit weniger fett als in den romanischen Ländern mit Giaccomo, Jacques und Jaime oder England (James).

    Das liegt vielleicht and der Vogelassoziation, Jakob klingt nach Rabe oder Papagei.

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