Joshua (es ist kompliziert)

Den Vornamen Joshua kann man deutsch aussprechen (jo-schu-ah) oder englisch (djo-schwa). Für den Namen gibt es sogar eine deutsche Schreibvariante, Joschua – aber selbst in Deutschland kommt diese Schreibweise nur selten vor. Zumindest die Ausprache dürfte bei Joschua eindeutig sein, die englische Aussprache wäre hier doch sehr seltsam. Seltsam finde ich es auch, den Namen Joshua jos-su-ah auszusprechen, denn da passt die Namensform Josua viel besser. Ich fürchte aber, dass genau das demnächst in Mode kommt, nachdem es der Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich kürzlich ins Gespräch brachte. Sein Vorname wird schon von Geburt an jos-su-ah ausgesprochen, aber offenbar haben sich seine Eltern bei der Schreibweise vertan. Mal sehen, wie viele Nachahmer auftauchen.

Joshua, Joschua und Josua

Oft wird nach der „richtigen“ Aussprache eines Namens gefragt: Die gibt es nicht. Grundsätzlich kann sich jeder aussuchen, wie sein Name ausgesprochen werden soll (und so spätestens als Erwachsener die Namenswahl der Eltern ein bisschen sabotieren). Wenn Joshua ein spanisch/französisches Durcheinander mag und mit choss-ü-a angesprochen werden möchte, so darf er das. Er wird ihm allerdings sehr viel Mühe bereiten, diesen Wunsch bei seinen Mitmenschen durchzusetzen. Daraus ergibt sich mein Rat für Eltern in Deutschland, im Zweifelsfall die Aussprache des Babynamens so zu wählen, wie es die deutsche Sprache nahelegt. Das macht das Leben für alle Beteiligten einfacher.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch auf eine interessante psychologische Besonderheit hinweisen: Je einfacher ein Name auszusprechen ist, desto beliebter ist der Namensträger. Näheres im Journal of Experimental Social Psychology: The name-pronunciation effect: Why people like Mr. Smith more than Mr. Colquhoun (pdf).

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

50 Kommentare zu "Joshua (es ist kompliziert)"

  1. Lilien sagt:

    Für mich ist es eigentlich ganz einfach:
    Josua spreche ich Jo-su-ah
    Joshua englisch Djo-schwa
    Joschua deutsch Jo-schu-ah

    • Rebecca Sophie sagt:

      Für mich nicht, Josua spreche ich Josua, Joshua spreche ich aber, bei einem Deutschen, als Joschua, Dschoschua würde auch etymologusch keinen Sinn machen, da es im Hebräischen Yehoschua gesprochen wird (Josua wäre damit zwar auch inkonsequent, macht aber dafür in der deutschen Sprache Sinn, was für mich reicht). Joschua würde ich natürlich auch deutsch sprechen.

    • Dame-mit-Duden sagt:

      Genau so, wie Lilien es beschreibt.
      „Sh“ ist keine deutsche Buchstabenfolge, sondern englisch und daher sollte auch der ganze Name englisch gesprochen werden.

  2. Jan sagt:

    Ich fürchte aber, dass genau das demnächst in Mode kommt, nachdem es der Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich kürzlich ins Gespräch brachte. Sein Vorname wird schon von Geburt an jos-su-ah ausgesprochen, aber offenbar haben sich seine Eltern bei der Schreibweise vertan.

    Ah, sieh da! Ich hatte mit das so vorstellt: Die Eltern wollten /JOschua/ oder gar /DSCHOschwa/ (also „ganz englisch“) als Aussprache – Bübchen hat mitbekommen, daß das kevinistisch klingt und versucht, das mit der deutschen Aussprache zu richten, eben im Sinne der Sabotage des elterlichen Namenswunsches und im Sinne der rebellierend-widerspenstigen Abnabelung vom Elternhause.

    Ich kenne keinen einzigen deutschen Joshua. Wenn ich einen kennte und der mich bäte, ihn /DSCHOschwa/ auszuprechen, müßte ich abwägen: Stilgefühl, Manieren und Sprachpatriotismus auf der einen Seite – Freundlichkeit auf der anderen. (Manieren und Freundlichkeit sind meistens deckungsgleich, aber keineswegs immer. Beide freilich sind sehr hohe Güter… Ich denke, ich würde ihm den Willen tun.)

    • Rebecca Sophie sagt:

      Mir sind schon mehrmals welche über den Weg gelaufen, Aussprache ganz klar Joschua.

    • Jan sagt:

      Ich krieg’s einfach nicht aus dem Kopf, ist wohl eine Generationsfrage:

      Joshua Nkomo & Robert Mugabe vs. Ian Smith

      Nelson Mandela vs. P.W. Botha

      (Der Ian war bei weitem der Klügste von den fünf Vögeln, aber das ist wiederum eine politische Meinungsäußerung. 🙂 )

      Also, „JOSCHwa“ klebt halt an Nkomo.

    • Anonymous sagt:

      Lieber Klaas. Mach doch mal bitte ein Beispiel für Manieren und Freundlichkeit die einmal das Gleiche sind und einmal nicht.
      das ist tatsächlich ein Thema im Leben. da interessiert mich die Meinung.
      Freundlich heißt für mich dass man den anderen ernst nimmt und selbst so handelt wie man es vertreten kann.
      für andere bedeutet es etwas anderes. wird aber nicht ausgeführt sonst Kurt.

    • Jan sagt:

      Liebe mgl,

      Mach doch mal bitte ein Beispiel für Manieren und Freundlichkeit die einmal das Gleiche sind und einmal nicht.

      Manieren gleich Freundlichkeit: Unzählbare Alltagssituationen. (Z.B. ’ne Type namens Joshua, die Joschua oder Dschoschwa ausgesprochen werden will.)

      Manieren ungleich Freundlichkeit: Wenn es um die Ehre geht. Oder wenn sich die Mittelschicht sich gerade mal wieder besonders peinlich daneben benimmt. Typen, die einem erklären wie Irish Stew in Irland oder Chili con Carne in Mexiko gemacht werden. Piesen, die mir was von Graphikdesign erzählen wollen. Diverse Netz-Popel. Da muß man dann halt mal grob werden. 😉

      🙂

      Zu Manieren gehören halt einfach auch eine gewisse Grummeligkeit, Knorzigkeit, Schroffheit und Härte. Österreichisch: Der Grant, der bekanntlich von den spanischen Granden kommt. 😉

      Manieren sind eben nicht maximales Grinsen und Telekom-Kundendienst-Freundlichkeit. Ja, ich gebe zu: Asserate hat 2004 bei mir wie eine 40-cm-Schiffsgranate eingeschlagen. Aber eben nicnt, weil ich da was Neues gelernt hätte, sondern weil AWA mir meine (Vor?)Urteile bestätigt hat.

  3. Mareike sagt:

    Ich spreche Joshua immer „Joschua“ aus. Im Umfeld meiner Kinder taucht hier und da mal ein Joshua auf. Die schreiben sich immer Joshua und nie Joschua. Es sind Jungs aus deutschen Familien, deshalb kommt die englische Aussprache „Dschoschua“ auch nicht vor. Die deutsche Form Josua gibt es aber auch nicht.

    Ich finde es schon merkwürdig, dass sich Joshua Kimmich wie Josua ausspricht, die Schreibweise passt nicht zur Aussprache. In seinem Jahrgang war der Name ja noch selten … vielleicht haben sich die Eltern wirklich bei der Schreibweise vertan.

    Es gibt ja viele Namen mit zwei (oder mehreren) Schreibweisen, aber es ist schon ein Vorteil, wenn die Aussprache eindeutig ist.

    • Jan sagt:

      Ah!

      Übrigens, fällt mir gerade ein, für die Alt-68er unter uns. Nein, keine Angst, nicht Joschka Fischer, sondern Joscha Schmierer. (Spitzname leitet sich aber wie bei Fischer auch von Josef ab, nicht von Josua.)

  4. Jan sagt:

    Aber wie wird dieser kuriose Name denn nun eigentlich „auf englisch“ ausgesprochen?

    Einfach „DSCHOSCH-wha“? oder „DSCHOU-zua“ (also mit so einem langen O-U wie in „cold“ und weichem s)? Oder sonstwie?

    Leute, sprecht deutsch. 🙂

  5. Ina sagt:

    Vielleicht liegt es daran, dass ich immer in den falschen Gegenden lebe, aber ich habe dieselbe Erfahrung wie Mareike. Joschua würde ich, glaube ich, auch als falsch geschrieben wahrnehmen. Josua habe ich lediglich in Bibeln so geschrieben gesehen. Da ich da (in einigen Ausgaben) aber auch Rebeka gesehen habe und es diese Schreibung möglicherweise in religiösen Zirkeln gibt, aber sie eben nicht gängig ist, sondern Rebekka/Rebecca, würde ich Josua eben persönlich auch nicht als „normale“ deutsche Schreibweise ansehen können, für mich ist das Joshua.

    Der einzige amerikanische Joshua, der mir mal begegnet ist (Jahrgang 1969) sprach sich so: Englisches J – kurzes o -sh- betontes u- kurzes a. Ob der Name grundsätzlich so gesprochen wird, keine Ahnung, das kommt auch auf Dialekte etc. an und in GB etc. vielleicht nochmal anders. Aber ich glaube dieser Sänger aus den 90ern, Joshua Kadison (?) sprach sich auch so.

  6. Thalia sagt:

    Tja,der Name Thalia ist wohl auch so ein gutes Beispiel.
    Hier in Deutschland spricht man (zu meinem großen Bedauern) den Namen Thaaaaalia aus.
    Dann gibt es da noch die zwei griechischen Varianten Thaliiiiiia (so wäre dann meine gewünschte Aussprache) und noch die Aussprache Thaaaliia (Th wird hier wie das Th im Englischen gesprochen), letzteres hört sich auch nach der Amerikanischen Form Theliia an (Hier auch das englische Th aussprechen, was aber klar sein dürfte)

    Tja, man wird wohl mit solchen Namen wie Joshua/Joschua/Josua und Thalia/Talia nicht umhinkommen seine Aussprache erklären zu müssen.

    • Jan sagt:

      Hö, ich würde den Namen des Hamburger Theaters /taLIa/ aussprechen, den der Buchhandelskette hingegen /TAlia/ – vermutlich, weil deren Programm doch relativ musenfern ist.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Für mich war beides immer TaLIa

    • Violet sagt:

      Ich habe die Buchhandlung sls TAlia kennen gelernt. Der Name ist ganz klar TaLIa.
      Dadurch, dass ich mich an die Aussprache des Namens so gewöhnt hab, hab ich aber auch zur Buchhandlung schon ab und zu mal TaLIa gesagt 😀

    • Knud sagt:

      ich würde den Namen des Hamburger Theaters /taLIa/ aussprechen, den der Buchhandelskette hingegen /TAlia/

      Die Buchhandlung heißt so, weil sich die erste Niederlassung im Gebäude des Hamburger Thalia-Theaters befand. Ich spreche darum beides /taLIa/ aus.

    • Jan sagt:

      Ich wollte die unterschiedliche Aussprache von Theater und Kette auch keineswegs als richtig verkaufen, ich war selbst verdutzt, als mir bewußt geworden ist, daß ich das so mache.

      Daß es wirklich einen Konnex zwischen beiden Schuppen gibt (der über die offensichtliche Benennung nach der Muse hinausgeht), war mir neu, danke für den Hinweis.

  7. Nadja sagt:

    Gab es hier nicht vor ein paar Wochen bei den Namen der Woche sogar einen italienischen „Gioshua“? Ob es die Schreibweise im Italienischen tatsächlich so gibt, entzieht sich meiner Kenntnis; ausgesprochen werden dürfte er aber wie die englische Variante.

  8. Leon sagt:

    Ich kenne auch nur Joshuas – in dieser Schreibweise und mit „deutschem“ J gesprochen.
    Einer meiner Urgroßväter hieß Josua.

  9. Julia sagt:

    „sh“ im deutschen wird nie „sch“ ausgesprochen. Es gibt nun einmal einheitliche Grundlagen der Aussprache. Daran orientiert würde ich, sollte ich Joshua deutsch aussprechen, „Josua“ sagen. Oder eben „Dschoschwa“ und mich an der englischen Aussprache orientieren. Alles Andere wäre eine Vermischung verschiedener Regeln.

    • Violet sagt:

      Wo steht geschrieben, wie man sh im Deutschen ausspricht?
      Hab das immer nur als sch gekannt und es nie hinterfragt.
      Vielleicht weil das gar nicht vorkommt bei uns?

    • Mirjam sagt:

      Ios-Hua.
      Wie sieht die Regelung vom Stummen H im Deutschen aus?

    • Chiocciola sagt:

      „„sh“ im deutschen wird nie „sch“ ausgesprochen. Es gibt nun einmal einheitliche Grundlagen der Aussprache. Daran orientiert würde ich, sollte ich Joshua deutsch aussprechen, „Josua“ sagen. Oder eben „Dschoschwa“ und mich an der englischen Aussprache orientieren. Alles Andere wäre eine Vermischung verschiedener Regeln.“

      Mit der Logik müsste man z.B. den Namen Charlotte im Deutschen mit deutschem ch aussprechen oder eben französisch mit stummem e.

      Ich kenne einen Joshua, der „Joschua“ ausgesprochen wird.
      „Josua“ würde ich sprechen, wenn der Name auch Josua geschrieben wird.
      Die englische Aussprache „Dschoschua“ oder „Dschascha“ (die oben angeführte Aussprache mit betontem U habe ich noch nie gehört) empfinde ich als Zungenbrecher und würde sie im Deutschen nicht verwenden.

      „Wo steht geschrieben, wie man sh im Deutschen ausspricht?
      Hab das immer nur als sch gekannt und es nie hinterfragt.
      Vielleicht weil das gar nicht vorkommt bei uns?“

      Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, aber mir scheint es, dass es die Buchstabenkombination „sh“ im Deutschen nur bei Fremdwörtern gibt – hauptsächlich aus dem Englischen und die dann nach den Regeln der Herkunftssprache gesprochen werden (z.B.: Cash, Marshmallows …)
      Dann fallen mir noch zusammengesetzte Wörter ein, bei denen sich die Kombination sh ergibt, in dem Fall werden beide Laute gesprochen:
      z.B.: Bushäuschen, heraushören.

      Entsprechend würde ich auch Namen zuordnen:

      Klausheinrich = 2. Kategorie –> s-h

      Joshua = 1. Kategorie –> sch

  10. Chiocciola sagt:

    An Namen mit unterschiedlichen Aussprachen fallen mir noch einige ein, wie sprecht ihr die aus bzw. wie sprechen ihn euch bekannte Personen, die diese Namen tragen, aus?

    Henri
    Louis
    Justin
    Jason
    David
    Linus

    Angela
    Caroline
    Deborah
    Beatrix
    Doreen
    Elena
    Jenni
    Jacqueline
    Anne-Sophie

    Übrigens habe ich festgestellt, dass man selbst einen scheinbar so einfachen und eindeutigen Namen wie Monika auf mindestens 6 verschiedene Weisen aussprechen kann…

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich gebe jetzt die Aussprachen an, mit denen ich bei einer deutschen Person dieses Namens rechnen würde, unabhängig von meiner eigenen Meinung dazu. Hinterher in dem lautschriftsähnlichen was sich mit lateinischen Buchstaben darstellen lässt, deutsch-englisch-französich finde ich uneindeutig.

      Henri – HEN-ri, ganz deutsch
      Louis – LU-is, das i irgendwo zwischen lang und kurz, das u lang, das s irgendwo zwischen s und ß.
      Justin – DSCHAß-tinn, ganz kurzes i (yust-IN, wäre schöner)
      Jason – DSCHÄIß-n (obwohl ich YA-sonn toll finde und in Versuchung kommen könnte)
      David – DA-witt, ganz deutsch
      Linus – LIE-nuss, ebenfalls

      Angela – AN-ge-la, allgemein mit deutschem g, manchmal auch dsch oder französisches j.
      Caroline – CA-ro-lin, ca-ro-LI-ne ist aber auch nicht ausgeschlossen, da sind mir zu wenige begegnet.
      Deborah – DE-bo-ra
      Beatrix – BE-a-trix
      Doreen – do-REHN, aber das ist schwierig, ist mir auch noch keine begegnet.
      Elena – EL-le-na, kurzes e am Anfang, unter Umständen aber auch e-LEH-na (finde ich schöner)
      Jenni – DSCHEN-ni
      Jacqueline – jak-LIN (frnz. J), könnte sich aber auch zu dschak-LIN, verschleißen
      Anne-Sophie – AN-ne-so-FI, Annsophie sähe für mich so aus.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Und wie kann man Monika (il Deutschen) denn aussprechen? Mir fällt nur eine Aussprache ein.

    • Jan sagt:

      Und wie kann man Monika (il Deutschen) denn aussprechen? Mir fällt nur eine Aussprache ein.

      Auf Polnisch (in dem gnadenlos alles auf der vorletzten Silbe betont wird) sprich man Monika /moNIka/ aus. Ich kannte tatsächlich mal eine Polin dieses Namens.

      Aber gleich sechs Aussprachen? Da muß man wirklich alle Lang-Kurz-Varianten der Vokale und Betonungsmöglichkeiten miteinander kreuzen, und das ist dann schon ein bißchen beflissen.

      Angela. Ist heute wegen des Vornamens des Merkel-Wesen fast ausschließlich als /ANgela/ bekannt, wurde aber in meiner Jugend und Heimat, wo er nicht ganz selten war, immer als /anGEHla/ ausgeprochen.

      Und dann gab es da aber noch Angela Davis, die besonders in der DDR in hohen Ehren gehalten wurde. Es sang der Oktoberklub:

      Es wird kommen ein Tag mit viel Arbeit
      Auf dem Feld, in der Schule, im Schacht,
      Denn in allen Ländern der Erde
      hat die Arbeiterklasse die Macht

      […]

      In Nordirland gehn Iren zur Kirche,
      In Rom wird der Papst dann getraut.
      In Pretoria regiert dann ein Schwarzer [sic!],
      In Vietnam wird nur Reis angebaut.

      An dem Tag werden Kerker sich öffnen
      Und die Stunde der Freiheit ist da,
      Dann umarmen wir unsere Genossen,
      Dieser Tag kommt bestimmt, Äindschela.

      Ein davar, tov lamut bead arzeneinu! 😉

      Jason – DSCHÄIß-n (obwohl ich YA-sonn toll finde und in Versuchung kommen könnte)

      Hähä, ja. Da begegnen sich wirklich Welten. Hie Jason, die Argonauten, das Goldene Vlies, der davon abgeleitete burgundische Hausorden („toison d’or“), der dann unter den Habsburgern als Erben der Burgunder weiterlebt. Und da der SUV-Ochlos und die Aussprache als „scheißen“.

      Doreen. Immer als /doREHN/. Ist halt ein witzblattmäßiger Ossiname, der auf verschlungenen Pfaden seinen Weg von Irland in die Mark Brandenburg, den Thüringer Wald und ins schöne Sachsen gefunden hat. Ich mag den Namen ausgesprochen gerne, weiß selbst nicht, warum.

      So ganz generell würde ich mir nicht zuviel Kopping um Aussprachen machen. Im Zweifelsfall immer deutsch. Manchmal französisch (so bei Jacqueline). Englisch nur, wenn man dem Träger hämisch-freundlich entgegenkommen und ihn gleichzeitig ins offene Messer laufen lassen will.

    • Jan sagt:

      Ach so, noch kurz zu Elena. Das ist halt die russische Helena, gesprochen /JEllena/. Das russische e hat das Jott-Element gleich „mit drin“. So z.B. auch bei Jelzin (Ельцин), falls sich an die Type 25 Jahre nach dem von ihm mitverschuldeten Untergang der Sowjetunion noch jemand erinnern mag. (Das, was aussieht wie ein kleines b in lateinischer Schrift ist ein „weiches Zeichen“, das halt das l weich macht, also vom normalen russischen London-l zu so einem /lj/ runterfährt.)

      Also: Bei Elena würde ich auch eher „Jelena“ sagen. Ist übrigens der Geburtsname vom Helene Fischer. 😀

    • Ina sagt:

      Mir sind bei den Männernamen bis jetzt nur Davids in Erinnerung geblieben und bis auf einen (geboren Ende der Siebzieger im Ruhrgebiet), der unbedingt englisch gesprochen werden wollte wollten die alle gesprochen wie auf deutsch gelesen werden.

      Bei den von dir genannten Frauennamen:

      Angela und Caroline würde ich auf jeden Fall erfragen wie die betreffende gesprochen werden möchte. Doreens sprechen sich meiner Erfahrung nach mit Doppel-e, wenn es im Einzelfall anders sein sollte, müsste man mir das sagen. Jenni leitet sich meist von Jennifer her, würde ich also auch so sprechen und Elena mit kurzem zweiten e. Rest gesprochen wie geschrieben, es sei denn natürlich, die Trägerin will es anders.

    • Martina sagt:

      Ich spreche Elena so aus E-le-na also wie geschrieben, aber sehr viele sagen Ellena oder Ällena finde ich persönlich nicht so schön außer es ist erwünscht.

  11. Ina sagt:

    Könnte es sein, dass die Form Joshua (gesprochen Joschua) sich schriftlich so etabliert hat wie auch andere Namen aus dem alten Testamment, die dort ohne h, aber in der „Praxis“ (meistens, von Ausnahmen abgesehen) mit h geschrieben werden. z.B. Ruth (statt wie in Bibelausgaben Rut), Judith (statt Judit), Esther (statt Ester).

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich weiß nicht, das h könnte auch griechischer Herkunft sein, sh ist mir da aber noch nicht begegnet.
      Im übrigen steht in meiner Bibel auch Elisabet.

    • Rebecca Sophie sagt:

      (Was uns natürlich überhaupt nicht weiterbringt, ich aber doch überraschend fand)

  12. Chiocciola sagt:

    Ich schreibe mal, wie ich die Namen spontan aussprechen würde, wenn ich sie (in deutschem Kontext) geschrieben sehe:

    Henri – französisch: bei englischer Aussprache würde ich Henry schreiben

    Louis – ebenfalls französisch mit stummem s, wenn Luis gesprochen werden soll, würde ich auch Luis schreiben

    Justin – da der Name aus dem Lateinischen kommt, würde ich ihn deutsch aussprechen. Die meisten in Deutschland benannten Justins werden aber mittlerweile vermutlich „Dschastin“ gesprochen

    Jason – ist für mich der Jason aus der griechischen Mythologie und ich würde den Namen deutsch aussprechen. Die meisten in Deutschland benannten Jasons werden aber wohl englisch (und dann hoffentlich korrekt und nicht wie Scheißen…) ausgesprochen.

    David – „Dawid“, kenne aber auch die Aussprache „Dafid“ sowie 2 deutsche Davids, die englisch ausgesprochen werden

    Linus – deutsch, mir ist aber auch schon mal ein Linus begegnet, der auf der Aussprache „Laines“ bestand

    Angela – Betonung auf der 1. Silbe und kurzes, offenes e. Ich kenne aber auch eine Angela, die auf der 2. Silbe betont und mit langem geschlossenen e („Angeela“) gesprochen wird, sowie (auch deutsche) Angelas mit italienischer Aussprache („Andschela“, 1. Silbe betont)

    Caroline – „Karoline“ (oder auch französisch mit stummem e, dann aber mit langem i und auf der 3. Silbe betont „Carolien“

    Deborah – Betonung auf der 1. Silbe, geschlossenes e, mir ist aber schon des öfteren die Aussprache „Debohra“ (Betonung auf 2. Silbe, langes o) begegnet. Gefällt mir persönlich nicht, weil es wie „der Bohrer“ klingt… Welche Aussprache im Deutschen korrekt ist, bin ich mir nicht sicher.

    Beatrix – 1. Silbe betont; ich kenne aber auch eine Beatrix, die ihren Namen auf der 2. Silbe betont ausspricht

    Doreen – betrachte ich als englischen Namen und würde „Dorien“ (ee als langes i und auf der 2. Silbe betont) sprechen.
    Ich kenne eine Doreen, die so gesprochen wird und eine, die „Dorehn“ (ee als langes e) gesprochen wird.

    Elena – ich glaube, kennengelernt habe ich den Namen auf der 1. Silbe betont und spreche ihn spontan eher so aus , also „Ellena“ oder auch „E-lena“ mit geschlossenem e. Ich kenne aber auch Elenas, die auf der 2. Silbe betont werden.
    Eine russisch gesprochene „Jelena“ würde ich auch „Jelena“ schreiben, kenne auch diese Schreibweise.
    Elena ist unter anderem auch die italienische, spanische, rumänische und bulgarische Form von Helena.
    Soweit ich weiß, wird die italienische und spanische Elena auf der ersten, die rumänische und bulgarische Elena auf der 2. Silbe betont.

    Jenni – die erste Jenni, die ich kennengelernt habe (geboren 1970), wird deutsch ausgesprochen (sie heißt wirklich so und nicht Jennifer), deshalb würde ich den Namen auch spontan so lesen. Bei Aussprache mit englischem J würde ich „Jenny“ schreiben.
    Mir ist aber auch schon eine Jenni, die „Dschenni“ gesprochen wird, begegnet.

    Jacqueline – „Schaklien“ mit weichem Sch (nicht dsch oder tsch) und langem i, Betonung auf der zweiten Silbe.
    Mir ist aber bei deutschen Jacquelines auch schon die Aussprache „Dschaklien“ (Betonung auf der 2. Silbe) oder auch „Tschacklin“ (Betonung auf der 1. Silbe, kurzes i) begegnet. Als „richtig“ empfinde ich hier nur die erste Version („Schaklien“), was meines Wissens die korrekte französische Aussprache ist.

    Anne-Sophie – Da die erste Anne-Sophie, die mir begegnet ist, Französin war, lese ich den Namen spontan „Ann-Sophie“, empfinde im Deutschen aber auch Anne-Sophie als richtig.

    • Jan sagt:

      Würde ich in fast allen Fällen ganz genauso machen und auch den jeweiligen Begründungen zustimmen.

      Nur Henri würde ich wohl doch deutsch aussprechen. Also das h mitsprechen, das e betont und deutsches Zäpfchen-r. Bei Henry ganz genauso.

      Und sicher: Auf deutsch ist es besser, Jelena zu schreiben (wie in der Duden-Transkription des Russischen) und nicht Elena, wie es aber die wissenschaftliche Transliteration vorschreibt. Diese wissenschaftliche Transliteration stammt ursprünglich aus dem Bibliothekswesen und ist zum Beispiel in slawistischen Fachtexten oder Fachliteratur zur osteuropäischen Geschichte gebräuchlich.

    • Chiocciola sagt:

      „… Elena, wie es aber die wissenschaftliche Transliteration vorschreibt. Diese wissenschaftliche Transliteration stammt ursprünglich aus dem Bibliothekswesen und ist zum Beispiel in slawistischen Fachtexten oder Fachliteratur zur osteuropäischen Geschichte gebräuchlich.“

      Ah, das wusste ich nicht. Gelten diese Vorschriften aber nicht z.B. auch bei Meldeämtern, wenn sich Menschen ausländischer Herkunft aus Ländern mit anderer Schrift in Deutschland amtlich registrieren lassen?

      Ich kenne Leute, die sich in Deutschland plötzlich mit abenteuerlichen Schreibweisen wiedergefunden haben oder Leute, deren Namen auf unterschiedlichen Dokumenten unterschiedlich geschrieben werden…
      Wenn es wissenschaftlich begründete Transskriptionsregeln für Namen gibt, warum werden die in solchen Fällen nicht angewendet? Würde doch einiges vereinfachen … Weiß das jemand?

    • Jan sagt:

      Was das deutsche Meldewesen für Ausländer oder Leute ausländischer Herkunft und nichtlateinischen Alphabeten angeht, bin ich mir nicht sicher… Nur werden Russen oder Rußlandeutsche fast immer nach der Dudentranskription (die im Gegensatz zur wissenschaftlichen Transliteration keine Sonderzeichen wie č oder š kennt und die ihrerseits natürlich auch wissenschaftlich begründbar ist) umschrieben. Die Dudentranskription wird vernünftigerweise auch in der deutschen Wikipedia verwendet.

      In der späten Sowjetzeit hat sich auch noch die französische Transkrition (mit v statt w und mit -off und -eff bei Namen) gelegentlich bis in die BRD merklich gemacht, weil sie in sowjetischen Auslandspapieren (Visa und Pässe) verwendet wurde. Das habe ich aber schon lange nicht mehr gesehen.

      Ärgerlich (in meinen Augen) oft sieht man heute auch Übernahme des angelsächsischen Transkriptionssystems (von dem es verschiedene Varianten gibt) – also etwa Yelena statt Jelena, Yuri statt Juri oder Jurij oder Yakovlev statt Jakowlew.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Viele Russlanddeutsche verwenden aber glaube ich auch die deutsche Form, also Katharina statt Jekatherina, Waldemar statt Wladimir, Leo statt Lew…

    • Jan sagt:

      @ R.S.

      Jäp, genau. Gerade heute, wo sie’s eben wieder ohne Probleme können. Deutsche Namen waren in der SU natürlich nicht verboten, aber eben sozial stigmatisiert. Und unsere rußlanddeutschen Landsleute neigen bekanntlich gelegentlich zu einem, nun ja, gewissen Konservativismus.

      Waldemar ist übrigens eigentlich keine deutsche Form von Wladimir, kann aber sein, daß es mal als Ersatz verwendet wird. Das Wlad- in Wladimir heißt „herrschen“.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Tatsächlich, wieder was gelernt. Allgemein wird es aber trotzdem als deutsche Form angesehen, auch wenn ich fast vermute, dass es hin und wieder einfach keine gibt.

    • Chiocciola sagt:

      „Viele Russlanddeutsche verwenden aber glaube ich auch die deutsche Form, also Katharina statt Jekatherina, Waldemar statt Wladimir, Leo statt Lew…“

      Diese Russlanddeutschen heißen meines Wissens aber auch von Haus aus Katharina, Wladimir, Leo etc.

      „In der späten Sowjetzeit hat sich auch noch die französische Transkrition (mit v statt w und mit -off und -eff bei Namen) gelegentlich bis in die BRD merklich gemacht, weil sie in sowjetischen Auslandspapieren (Visa und Pässe) verwendet wurde. Das habe ich aber schon lange nicht mehr gesehen.“

      Ja stimmt, eine aus der ehemaligen UdSSR stammende Freundin von mir (keine Russlanddeutsche) – ich glaube, sie kam Ende der 80er Jahre nach Deutschland – hat einen Familiennamen, der bei der „Eindeutschung“ mit v geschrieben wurde. Sie wollte aber ihren Namen gerne mit w geschrieben im Ausweis stehen haben, was sie als die richtige Schreibweise empfand. Sie hat das auch durchgesetzt, das war dann aber eine kostenpflichtige Namensänderung.

    • Jan sagt:

      @ Chiocciola, nur kurz:

      Diese Russlanddeutschen heißen meines Wissens aber auch von Haus aus Katharina, Wladimir [Du meintest hier sicher Waldemar], Leo etc.

      Ja, auch das. Also, z.B. ist Arnold ja fast ein Witz-Name von Rußlanddeutschen. Einerseits waren (und sind) die Leute halt im wesentlich kulturkonservative Leute. Oft fromme Christen aus eher „unterschichtigen“, bäuerlich–protestantischen Denominationen. Andererseits wurden sie halt durch die Deportationen von 1944 aus ihrem geschlossenem Siedlungsgebiet an der unteren Wolga über fast die ganze alte SU verstreut. Schwerpunkt Kasachstan und westliches Sibirien, aber eben auch anderswo. Und wurden dort halt sprachlich-kulturell russifiziert. Da konnte dann vielleicht in Omsk oder Alma-Ata nochmal die Oma ein bißchen deutsch und das auch nur mit krassem Dialekt. (Baltendeutsche waren/sind etwas *vollkommen* anderes.)

      (Das Wunder der Eingliederung der Rußlanddeutschen in der BRD seit den späten 90ern ist hier gar nicht so richtig zur Kenntnis genommen worden. Aber das war auch schon wieder eine politische Meinungsäußerung. 😉 )

    • Chiocciola sagt:

      Ich meinte natürlich Waldemar, ja.
      Typische russlanddeutsche Namen sind nach meiner Kenntnis auch
      Arthur, Eugen, Eduard, bei den Frauennamen fallen mir grade keine ganz typischen ein, aber auch eher bei uns als „altmodisch“ empfundene Namen.

      „Was das deutsche Meldewesen für Ausländer oder Leute ausländischer Herkunft und nichtlateinischen Alphabeten angeht, bin ich mir nicht sicher… Nur werden Russen oder Rußlandeutsche fast immer nach der Dudentranskription (die im Gegensatz zur wissenschaftlichen Transliteration keine Sonderzeichen wie č oder š kennt und die ihrerseits natürlich auch wissenschaftlich begründbar ist) umschrieben. Die Dudentranskription wird vernünftigerweise auch in der deutschen Wikipedia verwendet.“

      Danke für die Info. Mir war der Unterschied nicht klar, aber mit deiner Erklärung verstehe ich das.

    • Jan sagt:

      Arthur, Eugen, Eduard, bei den Frauennamen fallen mir grade keine ganz typischen ein, aber auch eher bei uns als „altmodisch“ empfundene Namen.

      Genau.

      Und zu Arnold noch eine Anekdote, von der ich hoffe, sie hier nicht schonmal (oder zumindest nicht allzu oft) erzählt zu haben. Der Name (und wohl auch die anderen rußlanddeutschen Namen) habe sogar auf nichtrussische Minderheiten ausgestrahlt. Ich kannte um den Dreh 2000 herum mal eine Burjatin. (Burjaten, früher auch Burjäten genannt, sind Mongolen und sehen auch so aus. Leben in der Gegend um den Baikal in Süd-Mittelsibirien, sind lamaistische Buddhisten.) In irgendwelchen Dörfern müssen da protestantische Missionare aktiv gewesen sein. Besagte Bekannte hat mir nämlich folgendes erzählt. Als Arnold Schwarzenegger zuerst in der US-Politik aufgetaucht ist (1990er), habe ihre Oma begeistert gerufen: „Huch, der hat ja einen typisch burjatischen Vornamen!“ 😉 Ja, Rußland ist groß. Gott sei Dank.

  13. Chiocciola sagt:

    „Und wie kann man Monika (il Deutschen) denn aussprechen? Mir fällt nur eine Aussprache ein.“

    1. Betonung auf erster Silbe, langes geschlossenes o, kurzes i, langes a („Moonika“) – Das ist die im Deutschen gängige und von mir als richtig empfundene Aussprache

    2. kurzes offenes o „Monnika“ (kenne ich vor allem von schwäbischen Sprechern)

    3. langes offenes o, kurzes i, kurzes a (italienischsprachige Sprecher)

    4. sehr offenes o, das fast wie a klingt (englischsprachige Sprecher)

    5. Betonung auf der 2. Silbe (Sprecher glaube ich v.a. aus dem slawischen Sprachraum bzw. Balkan)

    6. Betonung auf der 1. Silbe, „verschlucktes“, kaum hörbares i („Mon-ka“) (Sprecher portugiesischsprachiger Herkunft).

  14. Chiocciola sagt:

    Weitere „Fälle“ mit unterschiedlicher bzw. strittiger Aussprache:

    Valentin
    Denis
    Nicolas

    Sophie
    Sofie
    Jasmin
    Alice
    Julie
    Cecilia
    Celina
    Deniz
    Sidonie
    Veronika
    Verena
    Ciara
    Lucia

  15. Roxi sagt:

    Josua – rein Deutsch (auch schön)
    Joschua – eingedeutscht (sogar das Programm Word erkennt den Namen als Schreibfehler)
    Joshua – Englische Variante und somit international(-er). Auch wenn man ihn Jo-schu-ah ausspricht, hört sich trotzdem gut an.

    Da wir in einer immer mehr globalisierende Gesellschaft leben, würde ich auf jeden Fall Joshua nehmen. Man weiß nie, wo das heut geborenes Kind in 20 Jahren studieren wird oder in welchen in Deutschland immer mehr präsenter internationalen Umfeld er tätig sein wird.

    Wir haben einen Freund, der sich von Anfang an als Josh (Dschosch) vorgestellt hat und alle die ich kenne, nennen ihn auch Dschosch. Er musste nicht um die Aussprache beten, es war selbstverständlich.

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