Babynamen der Woche 45/2016

Lara Lexy * Jill Lisa Tina * Manja * Percy Tyler * Freddy * Greta Gisela * Paula Romina * Savas * Sosvien * Henriette Margareta Ilse * Heinrich Leonhard * Lio Otto * Sue-Ann * Tom-Sebastian * Dea * Majara * Elina Neomi Johanna * Laurenz * Estelle Zoé Carlotta * Naira Eleonora * Liam Leon * Lasse Kasimir * Milli Madeleine * Mark Robby * Lucien Cedric * Leon Lounis * Janko * Mireya Jolene Diana * Arianna Maela * Gustav Leonid

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

31 Kommentare zu "Babynamen der Woche 45/2016"

  1. Sabrina sagt:

    Müsste ich aus dieser Liste die Namen meiner Kinder wählen, könnten sie wie folgt heißen:

    Paula Romina & Elina Johanna
    Paula Romina und Tom(-)Sebastian
    Elina Johanna & Tom(-)Sebastian
    Tom(-)Sebastian und Liam Leon (wobei ich Liam Leon sehr unglücklich kombiniert finde)

    Könnte man ein bisschen basteln, würden mir für Schwestern folgende gefallen:

    Johanna & Carlotta
    Estelle & Madeleine

    Interessant finde ich auch Majara

    • Rebecca Sophie sagt:

      Heute wäre es aber schwer
      Ein Mädchen eäre Henriette Margareta Ilse, Rufname Jette oder Margareta, dürfte ich Namen streichen eine Eleonora oder eine Johanna. Ein Junge Heinrich Leonhard (Rufname Leo(nhard), vielleicht auch Laurenz.

  2. Rebecca Sophie sagt:

    Lara Lexy * Laramag ich nicht, kann man aber machen. Aber dann muss es doch keine Lexy dazu sein. Lara Alexa wäre doch auch in Ordnung.
    Jill Lisa Tina * Klingt sehr aneinandergereiht.
    Manja * Majara * Lounis * Savas * Maela * Sosvien * Naira * Nie gehört, interessant.
    Freddy * Zumindest ein Frederik wäre doch drin gewesen.
    Greta Gisela * Interessant, eigentlich sehr alt, gefällt mir aber irgendwie und ist sehr stimmig.
    Henriette Margareta Ilse * Die Ilse hätte man sich gut sparen können, wäre dann sehr stimmig, ist aber wahrscheinlich die Oma.
    Heinrich Leonhard * Hat was
    Lio Otto * Ich mag schon Lia nicht, Lio klingt so weich, dass es fast unisex wirkt.
    Dea * Soll wohl gut riechen..
    Elina Neomi Johanna * So häufig ist Noemi doch auch nicht, und sonst hätte man auch auf Noomi oder Naemi ausweichen können.
    Estelle Zoé Carlotta * Charlotte wäre stimmiger.
    Milli Madeleine * Was wäre denn die Langform von Milli, Madeleine wäre aber eine Möglichkeit.
    Mark Robby * Auch hier, warum nicht Robert?
    Janko * Kenne ich nicht, die weibliche Janka gefällt mir ganz gut.
    Mireya Jolene Diana * Prominaby?Gustav Leonid * (Halbrusse), oder einfach so? Leonid hat was.

  3. Jan sagt:

    Gustav Leonid ist wirklich ein Hingucker… Wie mag er sich erklären? Rußlandddeutsche? Der konservative Name Gustav paßte dazu… Und dann Nachbenennung nach einem Uropa names Leonid? Allerdings ist Leonid in Rußland wirklich ein Uropa-Name (wie Arkadi oder Spiridon), der nach etwa 1930 kaum noch vergeben wurde… Und bis zu den Stalinschen Repression hatten die Wolgadeutschen doch fast immer deutsche Vornamen, wenn ich mich nicht irre. Eben weil sie noch nicht deportiert waren und an der unteren Wolga in einer geschlossen deutschen Umgebung gelebt habe. Und unsere rußlanddeutschen Landsleute geben sich eigentlich Mühe, hier nicht besonders aufzufallen.

    Für jemanden meiner Generation hat man da immer noch sofort das, nun ja, markante Gesicht von Leonid Breshnew vor Augen. Vielleicht gar Eltern, die sich noch an die „goldenen Jahre der Stagnation“ unter Breshnew erinnern oder von ihren Eltern daran erinnert wurden?! Die Schrecken der Stalinzeit und des Krieges waren vorbei, die Eskapaden Chruschtschows auch, die Zerstörer Gorbatschow und Jelzin, die Millionen Russen ins Unglück gestürzt haben, waren noch nicht am Ruder. Man konnte in bescheidenem Wohlstand und ohne Angst leben, auch recht stolz auf die SU sein (Sport, Raumfahrt). Es ist natürlich reine Spekulation, daß Breshnew da Namenspate war. Aber es ist eben der einzig halbwegs Bekannte dieses Namens.

  4. Stefanie E. sagt:

    Lara Lexy, Milli Madeleine – Lara und Madeleine gehen schon, aber die Kombis sind mir insgesamt zu süßlich. Und triggern meine Alliterationen-Allergie.
    Jill Lisa Tina – Klingt nach Schluckauf.
    Percy Tyler – Erster Impuls: Kevinismus! Da die Schreibweise jedoch einigermaßen zivil ist, hofft mein zweiter Impuls für das Kind auf einen entsprechenden Hintergrund und Nachnamen.
    Greta Gisela – Schon wieder eine Alliteration. Gisela ist mir zudem durch zwei äußerst unsägliche Trägerinnen dieses Namens vergällt.
    Paula Romina – Beide Einzelnamen sind nicht meins, aber die Kombi finde ich durchaus ansprechend.
    Henriette Margareta Ilse – Schöne Kombination. Ich würde die Ilse allerdings voranstellen, dem für meine Ohren schöneren Rhythmus zuliebe.
    Heinrich Leonhard – Schön kombiniert. Stattlich. Für ein Baby fast ein bisschen überdimensioniert, aber da kann es ja reinwachsen.
    Lio Otto – Für die Kürze des gesamten Namens ist mir die O-Dichte zu hoch.
    Sue-Ann, Tom-Sebastian – Hatte ich meine Bindestrich-Allergie schon erwähnt?
    Dea – Warum nicht Thea? Gibt es die Tankstellen diesen Namens eigentlich noch?
    Majara – Maja und Mara sind unsere Favoriten, einigen wir uns auf Majara?
    Elina Neomi Johanna – Elina ist nicht meins, Naomi Johanna fände ich sehr schön.
    Naira Eleonora – Zweimal die Endung -ra stört mich ein wenig, wird aber durch die unterschiedliche Silbenzahl entschärft. Bin nur unsicher bezüglich der Aussprache von Naira: Nai-ra oder Na, Ira?
    Liam Leon, Leon Lounis – Noch mehr Alliterationen. Nee, nee.
    Lasse Kasimir – Klanglich schöne Kombination. Kasimir ist bei mir jedoch, Lars Klinting sei Dank, für Biber reserviert.
    Mark Robby – Bleibt noch Gary Howard fürs Geschwisterkind, dann ist die Ur-Besetzung von Take That komplett.
    Mireya Jolene Diana – Selbstgebastelt, Country, Prinzessin. Passt so gar nicht zusammen.
    Gustav Leonid – Würde ich nicht vergeben, hat aber was.

    Aus der heutigen Liste würde meine Wahl für die Namen meiner Kinder auf Henrietta Margareta (am liebsten noch ganz ohne Ilse) und Heinrich Leonhard fallen.

  5. Jan sagt:

    Lio Otto, Liam Leon, Leon Lounis. Ich schlüge wirklich ein Moratorium vor: Für zehn Jahre werden wirklich alle nicht-traditionellen Jungs-Namen mit L- verboten. Also sicher nicht Ludwig, Luitpold, Leonhard, Leonid (s.o.) – aber eben derlei Kreationen. Es klingt einfach, um Pardon, so bescheuert schwuli und verweichlicht.

    • Miez sagt:

      *Seufz* Wie kann ein Name bitte „schwuli“ sein? Das ist einfach nur unnötig provozierend und salopp gesagt blöd. Das „verweichlicht“ hätte es auch getan

  6. Miez sagt:

    Hi,

    heute haben wir aber viele Alliterationen!

    Lara Lexy,und hier ist die erste. Lara und Lexy sind an sich schöne Namen, aber Zusammen klingt es zu gewollt.

    Jill Lisa Tina, die drei Namen passen überhaupt nicht zusammen. Es klingt, als wären das hier drei kleine Mädchen: „Jill, Lisa, Tina, kommt ihr bitte!“

    Manja, ganz schlimm

    Percy Tyler, sind beide furchtbar, hoffen wir mal, dass er einen englischen Nachnamen hat

    Freddy, *seufz* letzte Woche Eddy, heute Freddy, dann bitte Frederic

    Greta Gisela, und die zweite Alliteration. Greta ist mir zu süßlich, irgendwann wird die kleine Greta nämlich groß. Meine Großtante heißt Gisela (was damals schon ein wenig aus der Mode war), aber heute würde ich ihn nicht vergeben.

    Paula Romina, nicht ganz mein Fall, aber die beiden Namen passen zusammen
    Savas und Sosvien, noch nie gehört. Sind das beides Jungennamen?

    Henriette Margareta Ilse, da muss die kleine aber später mal viel schreiben. Ilse ist mir hier zu viel. Margareta Henriette hätte ich schöner gefunden.

    Heinrich Leonhard, wenn wir schon bei Namen aus der Verwandschaft sind. Mein Opa heißt Heinrich, das passt auch zu ihm, aber heutzutage finde ich das zu altmodisch

    Lio Otto, ich stimme zu, zu viel o. Lio ist schön. Bei Otto muss ich immer an den rothaarigen Jungen aus Benjamin Blümchen denken.

    Sue-Ann, bei entsprechendem Hintergrund ist es ganz nett.

    Tom-Sebastian, zwei sehr schöne Namen, aber bitte, bitte ohne Bindestrich

    Dea, das passt zu Annemaries „Gute Frage Nummer 8“. „dea“ heißt auf Lateinisch „Göttin“. Stellt sich jetzt die Frage, ob dass wirklich sein muss. Klanglich finde ich den Namen dennoch sehr schön, durch das „D“ klingt es weicher als Thea.

    Majara, auch noch nie gehört, klingt aber nicht schlecht

    Elina Neomi Johanna, „Neomi“ ist das ein Tippfehler „Noemi“ oder heißt sie wirklich so? Elina mag ich nicht. Neomi ist na ja und Johanna ist okay

    Laurenz, okay

    Estelle Zoé Carlotta, ich bin kein Fan von drei Namen und auch nicht von Carlotta. Estelle und Zoè sind sehr schön

    Naira Eleonora, gefällt mir

    Liam Leon, Nummer drei! Liam mag ich, Leon finde ich ausgeluscht

    Lasse Kasimir, passt irgendwie zusammen, Lasse mag ich nicht, Kasimir finde ich süß

    Milli Madeleine, NUmmer vier. Milli ist mir zu süßlich, Madeleine finde ich süß.

    Mark Robby, äh, nein

    Lucien Cedric, mein Gott, nein. Bei Cedric muss ich immer an Harry Potter und Robert Pattinson denken.

    Leon Lounis, und die fünfte Alliteration. Lounis sieht selbstgebastelt aus.

    Janko, nee

    Mireya Jolene Diana, braucht ein Kind wirklich drei Namen? Sie passen auch nicht wirklich zusammen. Mireya finde ich sehr interessant. Jolene und Diana mag ich nicht

    Arianna Maela, Arianna ist okay, Maela (ich habe zuerst Malea gelesen, was ich sehr schön finde) irritiert mich ein bisschen

    Gustav Leonid, nein. Gustav (Gans) ist wirklich furchtbar, Leonid macht es nicht besser.

    Also heute fällt es mir ein bisschen schwerer als sonst. Die Namen meine Kinder wären:

    Tom Sebastian (ohne Bindestich) und Liam, bei einer hypothetischen Tochter fällt es mir heute wirklich schwer.
    Estelle Zoè oder Naira Eleonora

    Liebe Grüße
    Miez

  7. Jan sagt:

    Tom-Sebastian. Fällt mir erst jetzt auf: Das erinnert schon unheilvoll an den notorischen BBC-Krawall-Talk-Journalisten Tim Sebastian. Ist seit Jahren notorisch und m.E. ein Symptom des bedauerlichen Niederganges der BBC in den letzten ca. 30 Jahren.

  8. Mark sagt:

    Endlich mal ein Mark, hier, mit K, wie es sich gehört–und dann ist es ein Mark Robby….

    Will nicht beleidigend sein: die Eltern haben sicher ihre Beweggründe für die Wahl von Robby als Zweitnamen, vielleicht sogar Beweggründe, die sehr viel Sinn ergeben.

    Aber besonders schön kombiniert finde ich es nicht. In Deutschland ist ja Mark kein besonders klassischer Name, daher vielleicht auch der un-klassische Zweitname. In den USA ist Mark ein ganz traditioneller biblischer Name, der zwar in den 1950er-70er Jahren eine große Modeblüte erlebte, aber trotzdem schon lange vorher regelmäßig vergeben wurde und ja auch so in der englischsprachigen Bibel steht. In den USA lernte ich sehr viele Marks kennen, die meisten davon in meinem Alter (geb. in den 70ern) oder älter. Ihre Zweitnamen waren sehr oft Anthony, William und Edward, fiel mir auf (die Zweitnamen lernte ich vor allem durch Namenslisten am College, etc., kennen–man stellt sich ja nie mit Zweitnamen vor; manchmal tauschten wir uns als Namensvettern allerdings auch über unsere Zweitnamen aus). Der andere Zweitname, der auch recht häufig bei Mark vorkam war meiner: Peter. Mark Peter ist eine in den USA total klassische biblische Namenskombi, und ich lernte mehrere Mark Peters kennen.

    Wenn ich da dann Mark Robby heranziehe, passt das nicht ins Bild. Diese Kombi wäre in den USA sehr unwahrscheinlich. Da kommt eben zum Ausdruck, dass in Deutschland der Name Mark wenig klassisches an sich hat….

    • mgl sagt:

      ich habe neulich irgendwo das Wort Markanz gelesen. Das soll das Substantiv zu markant sein. gleich Mark assoziiert, aber vermutlich kein Zusammenhang.
      hab das noch nicht ganz ergründen können.
      warum heißen manche Mark und manche Markus, noch andere Martin, wenn das doch alles angeblich vom römischen Kriegsgott Mars abstammt?
      vermutlich tatsächlich durch die Bibel.
      Da finde ich es angebracht dass die Namen übersetzt werden(was wir neulich bei Flaubert nicht gut fanden) irgendwie ist der Bezug zur Religion dadurch lebendiger und wirkt nicht so aufgesetzt. also nicht so scheinreligiös.
      irgendwie wünschte ich mir manchmal ich wäre in einem englischsprachigen Land aufgewachsen. Scheint mir so dass da prinzipiell alle intelligenter sind bzw im Gehirn reifer und besser organisiert.

    • Jan sagt:

      Mark,

      mir fällt gerade auf, daß Mark eigentlich außerhalb der Anglophonie und Italiens (natürlich wegen Venedigs San Marco) nie sooo recht gebräuchlich war, oder? In D ist Markus ein Modename der 60er/70er. Marc in F ist auch nicht sooo häufig. Und in Rußland? Ich wüßte nicht…

      Und Markus ist immerhin ein Evangelist, keine obskurer Heiliger. Vielleicht, weil das Markus-Evanglium als kürzestes nie so ganz ernstgenommen wurde, bis im 19. Jahrhundert klar wurde, daß es das älteste und quellenkritische Wertvollste wert ist. (Das ist jetzt natürlich nicht als Christ, sondern als Wissenschaftler geurteilt. Wir werden uns nicht einig werden.)

      Aber warum dann in der englischsprachigen Welt?

    • Jan sagt:

      mgl,

      irgendwie wünschte ich mir manchmal ich wäre in einem englischsprachigen Land aufgewachsen

      Na, aber dann kannst Du Dich über Myriaden von Nicht-Muttersprachlern aufregen, die versuchen, besonders muttersprachlich zu klingen. Am allerschlimmsten sind da die deutschen Lehrertypen. 😉 „I do not schink, that thisch isch perfectly correct, though. Aid recommend Thomson/Martinet, a goog read.“

      Ek es ’n Duitse, en ek es baie troots darop. 😉

    • Mark sagt:

      Jan,

      Ja, in der englischsprachigen Welt und in Italien ist Mark/Marco tatsächlich am etabliertesten als klassisch-traditioneller Name, denke ich. Allerdings würde ich noch Frankreich hinzuziehen, wo zumindest die Kombi Jean-Marc sehr traditionelle ist (der biblische Markus hieß ja eigentlich Johannes Markus, weshalb auch in den USA die Kombi John Mark recht häufig ist). In Russland ist Mark (mit K!) auch relativ traditionell, so viel ich weiß (ohne auch nur annähernd so verbreitet gewesen zu sein wie Nikolai, Dimitri u. co.).

      Ich denke, in Italien hast Du den Grund für die Häufigkeit identifiziert: der Schutzheilige Venedigs erfreute sich riesiger Popularität, dort. Die Gebeine des heiligen Markus ruhen nun einmal in Italien (oder zumindest seine angeblichen Gebeine).

      In den meisten Ländern setze sich vor allem der Name des Evangelisten Johannes durch, weil dieser traditionell als wichtigster Evangelist angesehen wird, vor allem wegen seiner wichtigen theologischen Formulierungen (im Anfang war das Wort, und das Wort war Gott….). Auch wegen Johannes dem Täufer und weil der Apostel Johannes der Lieblingsjünger Jesu war. Matthäus und Lukas hatten allerdings jetzt auch mehr Glück als Markus. Das ist schon ein wenig seltsam–kann ich nicht wirklich erklären. Vielleicht ist es so, wie Du vorschlägst–dass das Markusevangelium als das am wenigsten wichtige angesehen wurde.

      In der angelsächsischen Welt sind seit der Reformation biblische Namen aller Art unheimlich beliebt, als Kontrapunkt zu Heiligennamen. Deshalb sind dort auch schon seit sehr langer Zeit Namen wie Timothy, Samuel und David total etabliert, Namen, die in anderen christlichen Kulturen weniger im Vordergrund standen. Auch Mark wurde im Zuge der Reformation beliebt. Eben alles Biblische. In anderen europäischen Ländern blieb man noch stärker den mittelalterlichen Gepflogenheiten verpflichtet oder wandte sich humanistischen (Alexander) oder nationalistischen Traditionen (Siegfried) zu, so dass ein Boom an biblischen Namen aller Art ausblieb.

      Momentan sind in Deutschland ja alttestamentarische Namen sehr beliebt–sicher, weil sie in Deutschland frisch sind und nie zuvor einen großen Raum in unserer Namenskultur einnahmen: Elias, Samuel, Noah, Jonathan, David und co. Auch Markus profitierte in den 60ern und 70ern davon, „frisch“ zu sein–war nie vorher gebräuchlich gewesen.

    • Maria Th. sagt:

      Zu Mark fällt mir gerade noch eine Begebenheit ein:
      Wir besuchten Mitte/Ende der 80er Jahre mal die Bäuerin, bei der mein Mann früher in den Ferien bei der Hopfenernte geholfen hatte (von der hatte ich schon mal erzählt: dass man sie respektvoll „Bäuerin“ wie als Titel ansprach, nicht mit Frau XY). Sie erzählte uns von den inzwischen erwachsenen und verheirateten Kindern. Eine Tochter hatte vor kurzem ein Baby bekommen, einen kleinen Mark. Sie meinte dazu nur, leicht grollend: „Des is doch koa Nam‘ net, so hoaßt doch bloß as Geld!“ 😀 😀
      Die relativ seltene Verwendung von Mark in Deutschland (statt dem häufigen Markus oder auch damals zumindest in unserer Gegend modischen Marco) könnte tatsächlich auch mit dem Gleichlaut von Währung und Name zusammenhängen, was meint ihr?

    • Rebecca Sophie sagt:

      Vielleicht, allerdings hatte(n) die deutsche(n) Währung(en) ja auch nicht immer und überall dieselben Namen. Von Markus hättw ich da jetzt nicht direkt dran gedacht und die Mark-Hochzeit war ja gerade zu D-Mark-zeiten.
      Allerdings hatte Mark ja irgendwo mal erwähnt, dass sein Großvater derartige Bedenken geäußerte hatte, vielleicht wäre der Name sonst also beliebter gewesen.
      Im englischsprachigen Raum gibt es ja auch nicht ganz unbedenkliche Spitznamen wie „Dick“ (für Richard) und „Penny“ (für Penelope), die trotzdem verwendet werden.

    • Jan sagt:

      Ha! Und von mir auch noch schnell eine Anekdote zu einem Mark. (Zu Marks Ausführungen später mehr.)

      Ich hatte um 1988 herum einen sehr guten Zivi-Kollegen, der hieß Mark mit Vornamen und hatte einen in norddeutschen Ohren merkwürdig bairisch klingenden Nachnamen. Wir waren auf das Thema zu sprechen gekommen. Er, markig und etwas grummelig: „Ja, die mußten damals aus Salzburg weg, weil sie Protestanten waren.“ Nach mehr als 250 Jahren und von einem historisch, religiös oder politisch nun nicht so sehr interessierten jungen Mann. In der Fahrerkabine eines Rettungswagens der Johanniter, beide mit dem achtspitzigen Kreuz auf dem Oberarm. Ich fand das großartig. 🙂

    • Maria Th. sagt:

      – eben markig 😀

    • Jan sagt:

      @ Maria Th. & R.S.

      Genau – markig. Ich weiß natürlich, daß die Begriffe etymologisch nichts miteinander zu tun haben. Aber komischerweise ist eben das Markus-Evangelium auch besonders markig und markant. Lakonische, wirklich prächtige Literatur.

      D-Mark

      markant

      Mark und Bein.

      Knochenmark/Markknochen (Für die Suppen-Köche unter uns.)

      Das hat nichts miteinander zu tun, es ergänzt sich aber in unserer deutschen Sprache sehr schön. 🙂

    • Chiocciola sagt:

      Marc mit c war aber eine Zeitlang schon relativ häufig. Aus meiner Schulzeit fallen mir einige Marcs ein – geb. Sechziger und Siebzigerjahren, und auch in den Achtzigern kam er nach meinem Wissen undcEmpfinden nicht ganz selten vor.
      Viele Grüße

    • Maria Th. sagt:

      😀 Das würde ja dann zu meiner „These“ passen, denn Marc und die Mark-Währung schreiben sich ja unterschiedlich…
      In Bayern gab es aber nach meinem Dafürhalten eher weniger Marcs; wie gesagt, Marco war mal recht „in“, so vor geschätzt 25 Jahren etwa. Da ist wohl der italienische Einschlag stärker als der französische.

    • Jan sagt:

      Man sollte aber auch an den französischen Trester-Schnaps „Marc“ denken! 😉 Der ist allerdings fast so ungenießbar wie dieser ekelige italienische „Grappa“. 🙁

    • Maria Th. sagt:

      Marc de Champagne hört sich halt einfach nur mega edel an – ist aber eben nur ein „Abfallprodukt“. Bin auch kein Fan.

    • Jan sagt:

      So Mark, nun aber…,

      Ohne Zweifel recht hast Du mit Deinen allgemeinen Beobachtungen: Der Protestantismus greift von und statt Heiligennamen auf biblische Namen zurück. Der letztlich an Calvin und Knox orientierte angelsächsische Protestantismus und dann erst recht seine US-amerikanischen Ableger deutlich stärker als das deutschsprachige Luthertum. Und heute werden alttestamentliche Namen (Josua, David, Sarah, Samuel, Noah etc. pp.) in bestimmten deutschen gesellschaftlichen Schichten als modern empfunden – sei es, weil sie als neu und unverbraucht und unverbraucht gehört werden, sei es weil sie aus Amerika reimportiert wurden und daher für schick gehalten werden, sei es aus anderen Gründen.

      Auch hat Dein kluger Hinweis („Matthäus und Lukas hatten allerdings jetzt auch mehr Glück als Markus.“) meinen Horizont erweitert: Vornamenstechnisch (also im Sinne dieses Blogs) ist nicht Markus der Ausreißer nach unten, sondern viel eher Johannes der Ausreißer nach oben. Du hast recht, das hatte ich nicht bedacht. Johannes gibt es immer und überall – Markus, Matthäus und Lukas sind kaum je ganz ungewöhnliche Vornamen, aber doch auch nirgendwo ganz häufig. (Natürlich jeweils inklusive ihrer Derivate, das brauche ich hier kaum zu sagen.)

      Nicht zustimmen kann ich Dir allerdings bei Deiner Argumentation mit der theologischen Bedeutung des Johannes-Evangeliums. Trotz der Wichtigkeit von Johannes 1 für den Protestantismus: Das Johannes-Evangeliums ist zu allen Zeiten das Evangelium der Mystiker und Spinner, Abweichler und Asketen, Erleuchteten, Eremiten und Proto-Ketzer. Die Synoptiker sind einfach wichtiger. Und unter den Synoptikern war Markus eben der unwichtigste, bis im 19. Jahrhundert klargeworden ist, daß für Lukas und für Matthäus gilt: „Markus + Q + jeweiliges Sondergut“.

      Ein naheliegender Erklärungsansatz für das namenstechnische Ausreißen von Johannes nach oben wäre wohl die Tatsache, daß es nicht nur der Name eines Evangelisten ist, sondern auch der Name eines wichtigen Großheiligen – natürlich der des Täufers, den die Christen als Vorläufer Jesu ansehen. Und vielleicht auch, daß der Apostel Johannes der liebste Jünger Jesu war. Beides hattest Du, Mark, ja zu Recht auch erwähnt. (Daß dieser Johannes in wissenschaftlicher Sicht nicht der Verfasser des Johannes-Evangeliums und der Apokalypse war, spielt hier keine Rolle; es geht um Traditionen.)

      Hm, Peter und Paul gibt es auch überall, obwohl es keine Evangelisten sind – aber es waren eben eminent wichtige Gestalten des NT…

      Die Erklärung für die relative Beliebtheit von Marco im Veneto und dann wohl in ganz Italien liegt klar zutage. Eine Erklärung für die relative Beliebtheit von Mark in der angelsächsischen Welt haben wir damit aber noch nicht. Ich weiß auch keine. Vielleicht unterbewußte Verbundenheit der maritimen Mächte? 😉 Also: Ich weiß letztlich auch nicht, woran das liegt. Vielleicht kann man es wirklich unter „historische Zufälligkeiten“ oder „statistische Standardabweichung“ verbuchen.

      Schönen Sonntag rundrum! 🙂

      Und natürlich: Viva San Marco!

    • Jan sagt:

      Das ist jetze vollkommener Quatsch, aber ich kann mir das einfach nicht verbeißen:

      Morgen, am Tag der Deutschen Eigenheiten 2016, jährt sich der Todestag von Markus Wolf (geb. 1923 im schwäbischen Hechingen) zum 10. Male.

      Und der 175. Geburtstag des großen englischen Königs Eduards VII. ist auch noch.

  9. Aileen sagt:

    Ich liebe Laurenz

  10. Mark sagt:

    Greta Gisela finde ich unter den weiblichen Namen heute übrigens sehr überraschend und sehr schön.

  11. Laura sagt:

    Ich hätte noch einen Namen dieser Woche: ein kleiner Amaniel. Mich würde interessieren, wie Ihr den findet.

    • neuhier sagt:

      Erster Gedanke: der Sohn von Amanda und Daniel.

      Dann kam Google: und tatsächlich, es ist wohl eine Mischung aus Amandus und Daniel.

      Der Name wirkt fremd auf mich, irgendwie selbstgebastelt. Für ein Kind mit einem anderssprachigen Hintergrund kann das passend sein, ansonsten ist er mir zu gewollt exotisch. Auch finde ich hn für einen Männernamen etwas zu weich, aber damit liegt er ja voll im Trend…

  12. Chiocciola sagt:

    Ich kenne Amaniel als eritreische Form von Emanuel.
    In dem Kontext finde ich es einen schönen Namen.
    Für ein Kind ohne entsprechenden Bezug würde ich den Namen nicht wählen.

    Viele Grüße

  13. cassis sagt:

    Mein Senf der Woche:
    Manja hieß ein Nachbarsmädchen in meiner Kindheit, dürfte heute etwa 40 sein. Laut der von ihrer Tochter verfassten Biographie wurde Madame Curie, geboren als Marya Sklodowska, als Kind Mania gerufen, das fand ich beim Lesen irgendwie niedlich. Ich empfinde Manja eher als Koseform, finde den Namen aber nicht schlecht und halte ihn in Deutschland für selten.
    Bei Mireya denke ich sofort an das okzitanischsprachige Werk „Mirèio“ von Frédéric Mistral, für das er den Nobelpreis erhielt. Entspricht dem französischen Namen Mireille.

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