Gute Frage 8: Stört bei Theo die Bedeutung?

Ein neuer kleiner Theo(-dor) in meinem Umfeld ist schuld daran, dass sich mein heutiger Text um eben diese Namen dreht: Theo und Theodor. Zwei wieder ziemlich angesagte Vertreter (Platz 27 bzw. 95), die in den einschlägigen Online-Diskussionen immer wieder mit bestimmten Fragen verknüpft werden: Kann man einen Namen wie Theodor, der – von „theos“ für Gott und „doron“ für Geschenk – „Geschenk Gottes“ bedeutet, vergeben, wenn man mit Gott nichts am Hut hat? Ist es überzogen oder nur konsequent, wenn Atheisten diesen Namen ähnlich wie aus der Bibel Stammendes für sich ausschließen?

Nach meinem Empfinden kommt gerade die Bedeutung „Geschenk“ gut an, und das beileibe nicht nur bei Kirchgängern (was ja auch völlig in Ordnung ist). Immer mal wieder treffe ich auf Eltern, die gezielt nach dieser Bedeutung suchen. Auch Jonathan, Jesse, Dorothee, Matthias und dessen moderne Kürzel wie Mattis sowie viele andere zählen dazu.

Theo

Doch nun kommt Theo: Zum aktuellen Kurznamentrend passend, ist er deutlich beliebter als seine gesetzter wirkende Vollform. Nicht jedoch bei jenen, die es mit dem Übersetzen der Bedeutung ganz genau nehmen: „Den Namen Theo hätte ich so nie vergeben, weil er eben nicht ‚Geschenk Gottes‘ bedeutet, sondern nur ‚Gott’“, so habe ich es von einer Theodor-Mutti gehört, die ihren Sohn dessen ungeachtet meist mit der Kurzform ruft und vorstellt. Würde Sie die Bedeutungsfrage hier stören? Oder finden Sie, dass man die Bedeutung der Langform auf das Kürzel übertragen kann? Dass alle Theo-Eltern ihre Söhne als kleine Götter installieren wollen, ist wohl eher nicht anzunehmen.

Ein Hintertürchen für atheistische Liebhaber der Kurzform findet sich auch: Theo könnte auch als Kurzform von Theobald oder Theoderich verstanden werden. In diesen latinisierten Varianten der Namen Dietbald und Dietrich steht die erste Silbe für „Volk“. Theo – der legitime Nachfolger von Dieter oder Volker?!

Wie sehen Sie das? Spielt die Bedeutung für Sie überhaupt eine nennenswerte Rolle? Hier gibt es in der Welt der Babynamenssucher auch manches Extrem zu entdecken, etwa die freie Übersetzung zusammengewürfelter Namenskombinationen (Beispiel: Aurelia Jocelyn, „die einzig wahre Goldglänzende“). Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Thema: Namensgebung

Autor:

Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

34 Kommentare zu "Gute Frage 8: Stört bei Theo die Bedeutung?"

  1. Violet sagt:

    Für mich kommt kein Name mit „Gottbedeutung“ in Frage.
    Damit kann ich mich nicht identifizieren und könnte so nicht wirklich hinter dem Namen stehen.

    • Jan sagt:

      Ich verstehe nichts von Musik und kann das nicht richtig ausdrücken… Ich meinte einfach diese Mischung aus Schlager-Musik und Militär-Musik. Also die Fanfaren, das Getrommel plus das Schnulzige. So etwa auch bei „Lili Marleen“. Mich trifft das jedenfalls bis ins Mark…

    • Jan sagt:

      Tjo, das war als Antwort an Maria Th. gedacht… Verklickt. 🙁

  2. Jan sagt:

    Geurteilt als an religiösen Dingen freundlich interessierter Agnostiker, der aber persönlich immun gegen jeden religiösen Firlefanz ist und der gelegentlich wegen der Allmacht der christlichen Großkirchen in der BRD und wegen des Unheils, das gerade die monotheistisch-abrahamitischen Religionen weltweit anrichten, gar zum erzürnten Atheisten wird:

    Die Bedeutung des Namens würde mich nicht die Bohne stören. Eher schon die Tatsache, daß ein Kurzname eben kein Vollname sein sollte. Und daß ich bei Theo immer noch zuerst das alberne Kartoffel-Knödel-Gesicht von Theo Lingen vor Augen habe.

    Die Linken an der Uni Hannover haben übrigens jahrzehntelang dafür gekämpft, daß die Uni hier in Theodor-Lessing-Universität umbenannt wird. Der Vorname ist einfach nicht mehr religiös konnotiert. Heute heißt sie (eine Idee der braven Bubis von der Jungen Union) lächerlicherweise „Gottfried Wilhelm Leibniz Universität“ – ganz offiziell mit Deppenleerzeichen geschrieben.

    • Maria Th. sagt:

      „Der Theodor, der Theodor, der steht bei uns im Fußballtor – wie der Ball auch kommt, wie der Schuß auch fällt, der Theodooor, der hält, der hält!“
      Theo Lingen-Schlager aus den 50er Jahren 😀

    • Jan sagt:

      @ M.Th.

      😀

      Das kenne ich nicht, aber das hier:

      „Theoooo – wir fahrn nach Lodz!
      Ich habe diese Landluft satt, will endlich wieder in der Stadt.
      Theoooo – wir fahrn nach Lodz!“

      Fällt mir erst jetzt ein… Weiß auch die Sängerin nicht mehr, kannte aber in meiner Kindheit irgendwie jeder…

    • Anonymous sagt:

      Der Theodor im Fußballtor: Schienbein 04 gegen Meniskus Kickers 😀
      https://www.youtube.com/watch?v=4SGCB-zp4wE
      wohl ganz frühe 50er Jahre.
      Ja, und natürlich, Theo, wir fahr’n nach Lodz, ein 70er-Jahre-Schlager von Vicky Leandros, der aber eigentlich viel älter ist, ca. Beginn des 20. Jh., vielleicht sogar aus dem 1. Weltkrieg.
      Für die Jüngeren unter uns: 😀
      https://www.youtube.com/watch?v=2Eo-8ZDaTb0

    • Maria Th. sagt:

      Guten Morgen, die beiden Links gerade eben waren von mir, war wohl noch nicht ganz ausgeschlafen und hab meinen Namen vergessen.

    • Jan sagt:

      Jäp, guten Morgen, Anonymaya-Maria-Th.! 🙂

      Ich hatte das mit dem Vicky-Leandros-Schlager echt nur im Kopf – und hatte es dann aber auch vor Deinem Hinweis noch nachgeschlagen. Ich habe das Lied vorhin wohl zum ersten Mal seit 40 Jahren ganz und mit Sicherheit zum ersten Mal bewußt gehört. Mein Urteil: es ist sowohl vom Text her als auch musikalisch erstklassig. Kein Wunder, daß sich mir das als Kind in den Kopf gebrannt hat. (Es erinnert mich stilistisch ein bißchen an Freddy Quinns „100 Mann und ein Befehl“.)

    • Jan sagt:

      Und das Bemerkenswerte ist ja, und das ist jetzt wirklich unabhängig von meinen inkompetenten stilistischen Urteilen, daß das anfang der 70er wirklich ein richtiger Hit in der BRD geworden ist- Obwohl damals hier niemand mehr gewußt hat, wo dieses komische Lodz eigentlich liegt. Und von einer Interpretin vorgetragen, die eigentlich auf Mittelmeer-Schnulzen festgelegt war.

      Meines Erachtens ein populär-kultureller Geniestreich.

    • Maria Th. sagt:

      Ja, da gab es viel schlimmere 70er-Jahre-Schlager als den Theo, den fand ich auch immer ganz ok. Vielleicht liegt ja die Ursache für die Qualität auch daran, dass es ein altes Lied ist und kein schnell hingeschriebenes Konsum-Schlager-Produkt?!

      – die Parallele zu Freddy Quinn wäre mir jetzt nicht aufgefallen, aber ja, ist teilweise nachvollziehbar. Die „100 Mann“ sind aber auch nur eine deutsche Coverversion von „Ballad of the Green Berets“ aus den 60ern, kann mich noch dunkel erinnern…

    • Jan sagt:

      Die „100 Mann“ sind aber auch nur eine deutsche Coverversion von „Ballad of the Green Berets“ aus den 60ern, kann mich noch dunkel erinnern…

      Ja, scheint zu stimmen, war mir neu, danke für die Info!

      (Wobei die Green Berets (also der US-Truppenteil) ja ihrerseits eine Coverversion der Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion sind. 😉 )

  3. Maria Th. sagt:

    Theodor/Rufname Theo hatte ich mir vor Jahren für meinen Sohn auch mal überlegt, mich aber dann trotzdem nicht „getraut“, das wäre damals zu ausgefallen gewesen. Mittlerweile find ich den Namen gut vergebbar. Der Kurzname Theo ist griffig, nicht niedlich und kann ein ganzes Leben lang problemlos beibehalten werden, im Gegensatz zu vielen Maximilian/Maxis, Benedikt/Bennis und wie sie alle heißen.
    Der Bedeutung würde ich bei der Namenswahl nicht die erste Priorität zukommen lassen, wichtiger wäre, ob den Eltern der Name gefällt, er gut zum Nachnamen passt (Geschwisternamen find ich jetzt nicht so wichtig), problemlos auszusprechen und zu schreiben ist und auch nicht zu ausgefallen/altmodisch/kevinistisch etc. wirkt. Wenn dann noch eine schöne Bedeutung dazukommt, umso besser, aber das wäre für mich eher nachrangig, wenn sonst alles passt.

  4. Rebecca Sophie sagt:

    An sich sehe ich das so ähnlich, wie Maria Th. Mir persönlich ist die Bedeutung sehe wichtig, ich sehe das aber nicht als zwingend verbindliches Kriterium.
    Einen Namem wie Theodor oder auch Johann und Elisabeth sehe ich nicht primär als christlich sondern eher als klassisch, mMn können die also auch ohne christlichen Hintergrund vergeben werden. Etwas anders sieht es dann bei Gabriel und co. aus, da ist der biblische Bezug stärker, aber auch das fände ich kein Nogo.
    Mich persönlich würde es tatsächlich stören, dass Theo eben nur eine Abkürzung ist, aber auch der „Gott“ als Bedeutung, daher käme nur Theo für mich, obwohl, oder herade weil ich Christin bin, nicht in Frage.

    • Maria Th. sagt:

      Ob man da nicht zuviel Bedeutsamkeit hinein-interpretiert? Theodor ist, wie ja schon erwähnt, ein ganz ehrwürdiger, klassischer Name, es gab Päpste und Herrscher mit diesem Namen ebenso wie Schriftsteller (Fontane, Storm), Nobelpreisträger (Hänsch) und Politiker (Heuss, Waigel). Die Abkürzung Theo ist nicht erst vor kurzem entstanden, sondern hat ebenfalls Tradition, auch in christlichen Kreisen. Ich (katholisch)kann mir nicht vorstellen, dass man einen Theodor als Christ nicht Theo abkürzen kann/sollte, weil das dann die „Gott“ bedeutet.
      Da verweise ich auf Heinrich Bölls „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ – o du göttliches Wesen, das wir verehren!
      Immer wieder lesenswert, ebenso wie die Verfilmung mit dem ganz jungen Dieter Hildebrandt (auf youtube zu finden). 😀

    • Rebecca Sophie sagt:

      Als Abkürzung finde ich Theo auch vollkommen in Ordnung, da ist mir die Bedeutung egal, aber eben nicht als Vollform, vielleicht ist das inkonsequent, aber so ist es nun mal.

    • Maria Th. sagt:

      Peinlich, ist mir jetzt beim Durchlesen erst aufgefallen: ich habe falsch zitiert, es muss heißen:
      O du höheres Wesen, das wir verehren! (Bur-Malottke will ja eben das Wort „Gott“ in seinem Text vermeiden bzw. ersetzen)

    • Jan sagt:

      Da verweise ich auf Heinrich Bölls „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ – o du göttliches Wesen, das wir verehren! Immer wieder lesenswert, ebenso wie die Verfilmung mit dem ganz jungen Dieter Hildebrandt (auf youtube zu finden)

      Jäp! Das Buch habe ich nicht gelesen, wohl aber den Film vor vielen Jahren/Jahrzehnten mit Amüsement gesehen. Da gibt es doch einen Gag „Atemholen von Adorno – fünf Minuten lang“. Oder so ähnlich. Und Adorno war auch ein Theodor! 🙂

      Komisch, wie schon neulich bei Edmund: Die bayerischen Ministerpräsidenten fallen mir nie ein! 😉

    • Maria Th. sagt:

      Die niedersächsischen Ministerpräsidenten hätte ich jetzt auch nicht parat, aber falls du auf Theo Waigel anspielst : der war nie Ministerpräsident, sondern MdB und Bundesfinanzminister im Kabinett Kohl und ist „Vater des Euro“. Und außerdem Augenbrauen-Weltmeister 😀

  5. Lilien sagt:

    Ich würde meinen Sohn nicht Theo nennen eben weil ich Gott als Bedeutung nicht angemessen finde. Theodor finde ich aber auch als nicht gläubige ok. Er stammt aus dem griechischen, dort bezieht sich Theos nicht nur auf den christlichen Gott (man denke an die grichischen Götter), somdern auf das göttliche.

  6. Maria Th. sagt:

    „Den Namen Theo hätte ich so nie vergeben, weil er eben nicht ‚Geschenk Gottes‘ bedeutet, sondern nur ‚Gott’“, so habe ich es von einer Theodor-Mutti gehört, die ihren Sohn dessen ungeachtet meist mit der Kurzform ruft und vorstellt.

    Das ist ja nun auch mehr als seltsam: Mutti hätte den Namen Theo nicht vergeben, und ruft und stellt ihren Sohn mit genau diesem Namen vor. Heilige Consequentia, bitte für uns!

  7. Mirjam sagt:

    Ich find die Bedeutung eines Namens schon wichtig, aber nur insofern, dass es keine „negative“ Bedeutung hat. Und Gott / Gottes Geschenk ist ja mal nicht so schlimm, wenn mir der Name ansonsten gut gefällt und zum Nachnamen passt ist das voll ok.
    Außerdem kann ich – wie schon gesagt wurde – meine Kinder ja auch nach Poeten wie Fontane benennen und die ursprüngliche Bedeutung in den Hintergrund rücken lassen.

  8. Kathrin sagt:

    Da will ich mal nun wirklich kleinlich sein. Das Argument Theo hieße ja „nur“ Gott zählt einfach nicht für mich. Genau genommen heißt es gar nichts, denn “ Gott“ heißt nun mal “ theos“. Man müsste sich also darüber aufregen, dass der Name überhaupt keine Bedeutung hat. Ich verstehe, wenn jemand Theodor als Vollform bevorzugt, weil es nun mal traditioneller ist oder für denjenigen schöner ist. Ich teile diese Ansicht nicht, da ich auch Abkürzungen und Kurzformen mag. Ich mag Theo ebenso gern. Auch geht für mich nicht die Bedeutung des Namens verloren. Sie bleibt bei mir wie bei Jan, Franz, Johann Kathrin 😉 usw. erhalten. Besonders wenn ein Kind ohnehin nur Theo gerufen wird, ist das Argument des Bedeutungsverlusts etwas merkwürdig. Wenn es mich derart stören würde, würde ich mein Kind auch nicht mit der Abkürzung rufen.

    • Jan sagt:

      Dazu vielleicht zweierlei:

      Es ist sicher schwer, sauber zwischen nationalen oder regionalen Namensformen (hui) und Kosenamen als Vollnamen (pfui) zu unterscheiden. Theo, Jan und Kathrin liegen da vielleicht in der Tat auf der Grenze, während ich z.B. Franz und Johann einwandfrei für eine nationale Voll-Namensform hielte. Stilfragen lassen sich eben nicht immer mit Logik entscheiden – es ist vielmehr der Rechthaberei und Besserwisserei per se Tür und Tor geöffnet. 😉

      Auch wenn denn bei Theo denn in Gottes Namen ein -s fehlt, so ist der Bezug zu „Gott“ doch für jedermann ziemlich deutlich hörbar – viel deutlicher als für Deutsche etwa im slawischen Bogdan, was das gleiche wie Theodor bedeutet. Wie angedeutet: Ich koppele bei Theo auch eher zu Theo Lingen als zu Gott, aber präsent ist der Bezug schon und man kann daher m.E. kaum sagen „Theo bedeutet gar nichts“.

    • Kathrin sagt:

      An Theo Lingen denke ich allerdings überhaupt nicht. Ich habe ihn mal als „Hauptmann von Köpenick“ gesehen und war begeistert (wesentlich besser als die allgegenwärtige Rühmann-Variante). Vielleicht stimmt dich das ja auch gnädig und lässt dich das Kartoffel-Knödel-Gesicht etwas vergessen.

      Das ändert natürlich nichts an der Diskussion ansich und die oben gestellte Frage. Für mich ist Theo nun mal eine schöne absolut verwendbare Kurzform von Theodor und verliert nichts an der schönen Bedeutung. Auch als nicht-religiöser Mensch empfinde ich Kinder als Geschenk und kann mich mit der Bedeutung identifizieren. Wenn aber nun ein streng gläubiger oder atheistischer Mensch sich daran stört, soll er ihn halt nicht vergeben. Ich finde es nur nicht wirklich angebracht, sich über den jeweils anderen aufzuregen.

    • Jan sagt:

      Meine Güte, was soll das denn nun mit „gnädig stimmen“ oder „ungnädig gestimmt sein“ zu tun haben? Ich habe lediglich gesagt:

      a) Ich bin beim Namen Theo assoziativ sofort bei dem Schauspieler Theo Lingen, der nun einmal quasi-ikonographisch für die 50er-Jahre-BRD steht. Wie Heintje für die 60er. Diesen Schauspieler freilich werden viele aus den jüngeren Generationen gar nicht mehr kennen.

      b) Man kann dennoch nicht gänzlich darüber hinwegsehen, daß der Bezug „zu Gott“, zur Religion, d.h. zum Christentum, beim Namen Theo klar zutage liegt – dieser Nexus ist viel deutlicher als bei zahllosen anderen traditionellen Namen, die auch christlich grundiert sind. (Also etwa bei Johann/Jan, Franz, Maria oder Kathrin.)

      Wenn Du erklärtermaßen kleinlich schreiben willst, mußt Du auch schon damit rechnen, daß Dir kleinteilig geantwortet wird. Es gibt Leute, die sind fast so klug wie Du.

      Wenn aber nun ein streng gläubiger oder atheistischer Mensch sich daran stört, soll er ihn halt nicht vergeben.

      So ist es.

      Ob man Kinder für ein Geschenk halten soll, für eine Plage, für eine Gottgegebenheit oder für sonstwas, weiß ich nicht.

      (Beim Hauptmann von Köpenick bin ich übrigens sofort beim ollen Harald Juhnke, dessen Theater-Paraderolle das war. Aber das nur nebenbei.)

    • Jan sagt:

      Ich muß noch einen peinlichen Fehler zugegeben: Ich habe Theo Lingen mit Heinz Erhardt verwechselt. So erklärte sich die Bemerkung über das Gesicht (die Theo Lingen in der Tat Unrecht tut) und auch die Bemerkung über den quasi-ikonographischen Status.

  9. McMaren sagt:

    Ich fände es komisch. Genauso, wie wenn man den erstgeborenen Sohn „Benjamin“ nennt, obwohl man weiß, dass man noch weitere Kinder möchte. Vielleicht bin ich da aber auch einfach speziell. 😉

    • Rebecca Sophie sagt:

      Was wäre das Problem bei Benjamin?
      Allerdings würde ich Maximilian und Ruben auch (vornehmlich) an die Erstgeborenen vergeben.

    • Chiocciola sagt:

      Der biblische Benjamin ist der jüngste von 12 Brüdern. Als „Benjamin“ wird auch sprichwörtlich der Jüngste in einer Gruppe bezeichnet.
      In meiner Verwandtschaft gibt es einen Benjamin. Das wurde zum Teil auch so aufgefasst, FAS damit gesetzt ist, dass es das jüngste Kind der Familie bleiben wird bzw. gab entsprechende Kommentare, als dann doch noch ein weiteres kam.
      Anderes Beispiel für eine (der Bedeutung nach )“falsche“ Geschwister-Folge: Der große Sohn heißt Paul, der kleine Max …
      Viele Grüße

    • mgl sagt:

      beim Einkaufen habe ich einen Käse namens Benjamin gesehen.
      war total irritiert. dachte immer Käsesorten heißen nach der Region in der sie erfunden wurden.
      mach doch mal schlechte Frage. immer abwechselnd dann.
      schlechte Frage 1: Wertet es einen Vornamen ab, wenn Produkte/Gegenstände/Sachverhalte damit benannt werden? Mercedes. Benjamin(auch das Bäumchen Ficus da). Mark. Netto-Slipeinlagen heißen noch immer Sophie(ograus). Flora.
      also genauer denke ich mir: wenn jemand schon so heißt und dann ein neues Produkt mit dem gleichen Namen herauskommt(bspw. Käsesorte) ob man dann sich lieber umbenennen will bzw der Name einem nicht mehr gefällt deswegen.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Das mit Benjamin wusste ich zwar, sehe ich aber nicht als „Problem“, da es eben nicht die richtige Bedeutung ist. Genausowenig wie ich erwarten würde, dass alle Eltern eines Cesars einen Feldherrn wollen (der Name ist in Portugal, auch als César, nicht ungewöhnlich). Bei der richtigen Bedeutung ist das zwar auch gegeben, da sehe ich es aber irgendwie enger, vielleicht, weil ich immer irgendwie denke, dass Maximilian eben „der Große“. Außerdem weiß man ja nie wer jetzt wirklich der kleinste ist und, ob Max später groß wird. Aber zumindest der älteste ist ja hinreichend bekannt.

    • Jan sagt:

      Ich finde, man kommt einfach nicht davon los, einen Benjamin für einen Grünschnabel, für einen Jüngstgeborenen, für „den Kleinsten“ zu halten… Und irgendwie nehmen die realen Benjamins das auch an. Ich hatte vor vielen Jahren einen Arbeitskollegen dieses Namens. Der ist auch nie von diesem Jungs-Image losgekommen, obwohl er z.B. ein viel verantwortungsvollerer und treusorgenderer Familienvater war als etwa ich. Er wirkte auch viel jünger, als er eigentlich war. Wir waren damals beide Mitte dreißig, aber er wirkte wie anfang zwanzig und wurde von keinem ernstgenommen, obwohl er es verdient gehabt hätte. Es war halt der ewige kleine, brav-beflissene Spezialist.

      Manchmal färbt der Name vielleicht wirklich auf seinen Träger ab.

      Ein Benjamin kann niemals ein Chef sein. 😉

      @ mgl

      Uäh, ernsthaft ein Käse namens Benjamin?! :mrgreen: Das kann nur sowas wie „deutscher Butterkäse“ sein! Also jung, ungeprägt, schmeckt nach gar nichts.

    • Jan sagt:

      Ein Benjamin kann niemals ein Chef sein.

      Es ist mir klar, daß das in jedem Fall unfair, wohl auch hoffnungslos subjektiv und möglicherweise veraltet ist… Aber ein Benjamin bleibt für mich ein „jünger aussehender“, blonder und eifriger Mittdreißiger, der mit Sandalen an den Füßen unter irgendwelchen Bürotischen rumkriecht und irgendwelche Rechner zusammenstöpselt.

      Ein Benjamin kümmert sich um seine Kinder, hat eine ein paar Jahre ältere Frau und „ist sich seiner Verantwortung bewußt“. Er raucht nicht, säuft nicht und guckt anderen Frauen nicht auf den Arsch. Mit anderen Worten: der Ewige Jüngste und ein kompletter Langweiler. Heute wäre wäre das der perfekte Tragetuch-Träger. 😀

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