Lustiges Geschlechterraten

Dana aus Amerika versucht das Geschlecht „deutscher“ Vornamen zu erraten. Eike können aber sowohl Mädchen als auch Jungen heißen, da irrt die Fragestellerin!

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

21 Kommentare zu "Lustiges Geschlechterraten"

  1. Maria Th. sagt:

    Bjarne
    Tomke
    Mette
    Ilja
    Sören
    Bente
    Eike
    Gundel
    Mika
    Sönke
    Anke
    Arne
    René
    Lustig! Tatsächlich sind das zwar bekannte, aber doch recht ausgefallene Namen in Deutschland, die z.T. auch eher aus den skandinavischen Ländern kommen wie Mette, Arne, Mika, Bjarne; andere kommen aus dem Russischen wie Ilja, René ist natürlich französisch (gibt es aber in der Form Renée auch als Mädchenname!) und viele norddeutsche/friesische Namen wie Sönke, Tomke etc. Somit eigentlich keine „typisch deutschen“ Namen für mich (das wäre am ehesten Gundel). Aber amüsant allemal.

  2. Jan sagt:

    Das wesentliche hat Maria Th. schon festgestellt, und auch den Kommentatoren auf Youtube ist es aufgefallen: von 13 Namen stammen 10 aus dem Groß-Cluster Schwedenfan-Reetdach-Plattland-Namen. Dazu ein russischer, ein französischer und ein altertümlicher Trachtenjankerl-Name.

    Mehrere von den Nordi-Namen können nach Jahrzehnten des Gebrauchs vielleicht als in Deutschland eingemeindet gelten: Sören, Eike, Sönke, Anke, Arne.

    Ärgerlich kulturlos hingegen, den russischen Traditionsnamen Ilja als „deutsch“ zu vereinnamen.

    Eigentlich deutsche Namen weiß das Mäuschen mit dem beflissen nachgeäfften Ami-Akzent da nicht vorzuschlagen – vielleicht auch, weil es da nicht diesen Verwirrungs-Effekt gegenüber der US-Amerikanerin gegeben hätte.

    Daß es auch weibliche Eikes gibt, war mir allerdings auch neu. Genau wie die Maus hätte ich das für ausschließlich männlich gehalten.

    Und eine deutsche Renée wäre mir auch nie untergekommen…

    • Maria Th. sagt:

      Ach, die Youtube-Kommentare hab ich mir gar nicht angeschaut.

      Doch, eine Renée weiß ich, die Schauspielerin Rose Renée Roth, so eine winzige ältere Dame, die in vielen Filmen eine schrullige Tante oder ähnliches gespielt hat.
      Aber stimmt schon, im täglichen Leben taucht der Name eigentlich nicht auf, das haben die Renates übernommen. Renée wie auch Renata heißt ja die Wiedergeborene. Und ich könnte mir vorstellen, dass deutsche Eltern Renée vermeiden bzw. vermieden haben, weil er eben phonetisch nicht von René zu unterscheiden ist und sich vielleicht deshalb lieber Renate ausgesucht haben. Renate ist derzeit auch so schrecklich unmodern, obwohl es in den 50ern und 60ern den Namen „massenweise“ gegeben hat. Ein Revival bahnt sich jedoch an: In dieser komischen Abnehm-Drink-Werbung nennt Christian Ulmen diese häßliche Bulldogge so. Irgendwo hab ich mal hier einen Artikel gelesen, nach dem „unmögliche“ Namen zuerst bei Tieren wiederkommen und dann allmählich bei Menschen vergeben werden. Das wäre u.U. ein Beispiel – man wird sehen, wie sich das entwickelt.

      Mal schauen, vielleicht fallen mir ein paar Namen ein, bei denen ein Amerikaner oder sonstiger Ausländer evtl. Zweifel bei der Zuordnung haben könnte:
      Waltraut – Falle: keine Endung auf a
      Almut – Endung auf -mut wie der bekannte Helmut
      Hedwig und Herwig – gleiche Endung, verschiedenes Geschlecht, wobei Harry Potters Eule Hedwig inzwischen international bekannt ist, daher könnte man u.U. Herwig auch weiblich einordnen
      Trude – klingt ein bißchen wie Jude (z.B. Jude Law, „Hey Jude“ von den Beatles)
      Fridolin- könnte evtl. für ein fremdländisches Ohr wie Carolin, Evelyn oder Marylin weiblich klingen
      Ursel – Ursula dürfte zwar bekannte sein (Ursula Andress, Bond Girl), aber „Örsel“ könnte sich doch auch männlich anhören?
      Birgit – keine a-Endung, zwar ähnlich zu Bridget, aber evtl. doch unklar
      Uwe – Endung auf e ist häufig weiblich
      Kai –
      Richardis – „Ritschard“ ist natürlich gängig, deswegen könnte evtl. Richardis auch als männlich gedeutet werden
      Marbod-Margot-Gernot – hier haben wir zweimal die gleiche
      Erstsilbe und zweimal die gleiche Zweitsilbe mit unterschiedlichem Geschlecht
      Dietlind-Dietmar-Dagmar – hier dasselbe

      Das sind zwar jetzt keine derzeit gängigen Babynamen, aber unter Erwachsenen (jüngeren oder älteren Datums) kommen die schon vor. Und „deutsche Namen“ sind es eher als die im Video zitierten.

    • Jan sagt:

      Amüsante Liste – das muß einem alles erst einmal einfallen! 🙂

      Bei Almut und Herwig mußte ich als junger Mann auch erstmal lernen, was das für Geschlechter sind… Einfach, weil es in meinem Kindheitsumfeld diese Namen nicht gab. (Hedwig hingegen war für uns ein „Stutenbrot“, also ein süßes Milchbrötchen. 😉 )

      Generell gilt für diese „Ausländer-Verwirr-Namen” natürlich: sie müssen relativ selten sein, und es darf keine international bekannten Träger geben.

      Sönke Wortmann scheint es also noch nicht zu Hollywood-Ruhm gebracht zu haben. Anke Engelke und Anke Fuchs offensichtlich auch nicht – und Eike Christian Hirsch gehört einer anderen Epoche an. 😉

      Margot ist ja wohl eigentlich französisch – „la reine Margot“. Zumindest bei unseren lieben südwestlichen Nachbarn wäre das also kein Verwirrer.

      Eine meiner zahllosen Cousinen heißt Renate – ist etwa so alt wie ich, also Ende der 60er geboren. Das klang schon in unserer Kindheit arg altbacken. „Volle Granade, Renade, Renade…“

      Irgendwo hab ich mal hier einen Artikel gelesen, nach dem „unmögliche“ Namen zuerst bei Tieren wiederkommen und dann allmählich bei Menschen vergeben werden.

      😀

    • mgl sagt:

      in Amerika gibts auch Jan für Frauen.
      erinnere mich da gabs doch mal so ein Buch über Freunde sein und andere ausnutzen oder so. Davon die Autorin Jan Yager. gesprochen Dschan Jäiger.
      dachte ich auch zuerst dass das ein Mann ist. dann doch nicht.

      Renate: gab mal eine Zeichentrickserie „Renaade“. Titelfigur war ein lustiges kluges Mädchen dass bei ihrem Opa auf dem Schiff im Hafen gewohnt hat und Skateboard gefahren ist. Die hat auch ihrem eigenen Hirn mehr getraut als dem was andere sagen und das machte den Namen Renate wieder ein Stück moderner bzw feiner. Die Seemanns-Figuren in der Serie haben auch so Seemann-Hamburgisch oder was immer das ist gesprochen.

    • Jan sagt:

      Also, diesen Hamburger Dialekt aus Hochdeutsch und Platt kenne ich als „Missingsch“ – kommt wohl von „Mischung“. Und das kann auch in norddeutsch-plattdeutschen Ohren schon mal ziemlich kraß und penetrant klingen. 😀 Für einen wie mich, der aus der Bremer Gegend kommt, klingt der Hamburger Tonfall halt ziemlich grob und lautstark… 😉 Es ist verzweifelt schwer zu erklären (ist es die Aussprache oder ist es der Tonfall?), aber man hört das sofort… Es ist eigentlich der gleiche Slang, aber Hamburger reden halt laut, Bremer leise…

      Tja, Jan wird auf platt eben wie Jeanne ausgesprochen. 😉

    • Maria Th. sagt:

      Irgendwo hab ich mal hier einen Artikel gelesen, nach dem „unmögliche“ Namen zuerst bei Tieren wiederkommen und dann allmählich bei Menschen vergeben werden.

      Ah, hier, wiedergefunden:

      Ich denke sogar, dass es so angefangen haben könnte mit der Rückkehr der alten Namen: Zuerst hießen Hunde Lilly und Kater Karl-Otto („Witzig – genau wie Oma/Opa!“), dann die Kinder. Tiernamen als Vorreiter – weil es weniger Mut braucht, seinem Tier einen „verrückten“ Namen zu geben?

      http://blog.beliebte-vornamen.de/2013/10/gib-mir-tiernamen/

    • Maria Th. sagt:

      Margot ist ja wohl eigentlich französisch – „la reine Margot“. Zumindest bei unseren lieben südwestlichen Nachbarn wäre das also kein Verwirrer.

      Ich hatte ja mehr auf die Amerikaner abgezielt, aber stimmt schon.

      Aber Margot – MargOO gesprochen – könnte sogar dort als Frauenname bekannt sein, denn eine Enkelin von Ernest Hemingway hieß Margaux und wurde nach dem französischen Weinbaugebiet benannt (hab ich jedenfalls vor Urzeiten mal gelesen). Tragischerweise wurde sie selbst alkoholkrank… Nomen est Omen.

    • Maria Th. sagt:

      Ergänzung:
      Renate wird hier in Altbayern eher wie Renatte ausgesprochen, mit einem kurzen a. In Franken aber auch wieder Renade. So oder so, das macht den Namen nicht besser, der hat’s noch nicht wieder geschafft nach oben. 😀

  3. Anonymous sagt:

    Es kommt ganz darauf an, woher in Deutschland man kommt! Für mich sind Bjarne, Sören, Bente, Eike, Sönke, Anke, Arne und René alltägliche und total gewöhnliche Namen, die in meinem Abi-Jahrgang teilweise sogar mehrfach vertreten waren. Vielleicht ist die Fragestellerin ja aus Norddeutschland?

    Lediglich Eike hat mich verwundert: Ich kenne sechs Eikes – und alle sind weiblich! Aber vielleicht ist auch das eine regionale Frage.

    • Knud sagt:

      Ja, die Fragestellerin kommt aus Hamburg (wird kurz im Video erwähnt) und das merkt man den ausgewählten Namen auch an.

      Die Frage kommt immer wieder hoch: „Was sind deutsche Namen?“. Namen, die in Deutschland häufig vorkommen? Namen, die schon seit Jahrzehnten in Deutschland gebräuchlich sind? Namen, die schon seit Jahrhunderten in Deutschland gebräuchlich sind? Namen, deren sprachlicher Ursprung im Deutschen liegt?

    • Jan sagt:

      Na… Zumindest Bjarne, Tomke und Bente dürften auch heute in Norddeutschland (Gott sei Dank…) noch nicht „total gewöhnlich“ sein. Und Mette ist sicher erst vor ein paar Jahren durch diese kuriose Schwedenvolks-Prinzessin (Mette Maren, oder so…) en vogue gekommen.

      Die Frage kommt immer wieder hoch: „Was sind deutsche Namen?“

      Ja, natürlich. Aber genau diese Frage wird in dem Video ja gar nicht gestellt. Die Fragestellerin präsentiert einfach neo-norddeutsche Modenamen als „deutsche Namen“. (Also, jetzt mal abgesehen von der Frage, ob das nun wirklich von der Maus kommt oder irgendwie von einem Drehbuch-Schreiber.)

    • wbf sagt:

      mette marit ist in norwegen drin.!

      Marit kenne ich schon lange, Mette denke ich an Wurst und Kirche.
      deutsch ist das sicher nicht.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Trotzdem, ich kannte einige Namen nicht mal wirklich, das reicht für mich nicht aus, bekanntere deutsche Namen wären, wenn man sich nur auf Schriftbild oder Aussprache beschränkt, auch nicht unbedingt erkannt worden.

  4. Mirjam sagt:

    Für mich sind alle diese Namen seltsame Nordnamen, außer Renè, und der ist auch in meinem Freundeskreis häufig vertreten. Anke kenn ich eine in Person und natürlich die unvergleichliche Anke Engelke. Hat – finde ich – einen Namen, der sich einprägt!

    Ahja, und Gundel. Gundel ist mittelalterlich *lach* der einzige Name, den ich auch als „deutsch“ bezeichnen würde… aber ich bin ja auch seeehr weit im Süden.

  5. Ina sagt:

    Ich habe mal wo gearbeitet wo es viele amerikanische Schüler und viele deutsche Lehrkräfte gab. Größte Probleme für Eltern und Kinder, ob sie nun Herr oder Frau XY treffen, wenn sie diese Vornamen sahen:
    Kerstin
    Christian (heißen in den USA wohl auch Frauen)
    Jens
    Florian (wie Christian)
    Annegret
    Clemens
    Friederike (wurde mehrmals für die deutsche männliche Schreibweise von Frederick gehalten)
    Nils
    Theres (wurde oft mit “Terence” verwechselt)

    • Maria Th. sagt:

      Körstin, Christschn und Tschens, da kann ich mir gut vorstellen, dass das problematisch zu erkennen ist. Bei Florian (ähnlich zu Dorian) hätt ich es nicht vermutet. Annegret, ja, auch „unklar“. Clemens und Nils wundert mich hingegen, dass das problematisch zuzuordnen ist. (Ich zweifle das aber keineswegs an!)
      Auf alle Fälle interessant!

    • Moni sagt:

      Die Namen sind für mich auf jeden Fall viel eher „typisch deutsch“ als die in dem Filmchen genannten.

    • Ina sagt:

      Clemens ist assoziativ vielleicht mit dem Frauennamen Florence verbunden gewesen, denke ich mal (so wie Theres/Terence). Nils kam eventuell daher, dass es im Slang manchmal so ist,vorwiegend bei Briten, dass ein Name auf eine Silbe runtergekürzt wird und ein s drangehangen, zum Beispiel „Ems“ statt „Em“ als Kurzform für Emma. Vermutlich wurde der Nils als Schreibweise von einer britischen „Nells“ gewertet, wir hatten vereinzelnd auch britische Kollegen.

      Mich hatte damals vor allem die Annegret verwundert. Anne ist eindeutig und „-gret“ gibt es in den USA im Namen „Gretchen“. Spricht man so ähnlich wie „Gretschn“, eine der amerikanischen Mütter hieß so.

    • Jan sagt:

      Man muß bedenken, daß bei den Angelsachsen die ganzen Clemens-Päpste „Clement“ heißen. Vielleicht ist dann der Übersprung wirklich eher von Florence, oder so.

      Anläßlich der Entklapsmühlisierung des Reagan-Attentäters von 1981 lese ich gerade, daß Jodie Foster in Wirklichkeit „Alicia Christian“ mit Vornamen heißt.

      Christian ist wirklich ein komischer Name. In meiner Generation absolut Standard und ohne jeden pfäffischen Beigeschmack, eher schon leicht skandinavisch. Definitiv männlich. In den USA mag das ganz anders klingen…

  6. connywuuh sagt:

    ich kannte mal eine Gundel, war eine Vorgesetzte von mir. Für mich klingt Gundel eher süddeutsch, im Gegensatz zu den meist norddeutschen bzw skandinavischen Namen, die im Spot vorkamen. Mette ist ein in Deutschland ungebräuchlicher Name. Erinnert mich an Mettwurst.

Kommentieren