Mats ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Einen Boom des Vornamens Mats hatte ich vor zwei Jahren vorausgesagt und vermutet, dass der Name bald zu den Top 20 der beliebtesten Jungennamen gehört. Mit dieser Prognose lag ich daneben, aber immerhin für Platz 25 reichte es im Fußballweltmeister-Jahr 2014; 2015 büßte der Name Mats wieder ein paar Plätze ein. Ist Mats Hummels gar nicht so beliebt wie ich dachte?

Vielleicht habe ich auch nur den Einfluß der Fußballstars auf die Namensfindung überschätzt. Beim Vornamen Arjen bin ich aber davon überzeugt, dass dieser Name nur durch den niederländischen Profifußballer Arjen Robben bei uns so beliebt ist. Arjen Robben spielt seit August 2009 für den FC Bayern München und seit 2009 gehört Arjen zu den 500 beliebtesten Jungennamen in Deutschland.

Arjen Häufigkeitsstatistik

Häufigkeitsstatistik des Vornamens Arjen

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

58 Kommentare zu "Mats ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben"

  1. violet sagt:

    Ich hab das Gefühl, man hört ständig nur noch von kleinen Matsen (Mats‘? Matses?). Hab gedacht, der ist wesentlich häufiger inzwischen!

  2. Maria Th. sagt:

    Es gab ja dazumals auch schon den schwedischen Tennis-Star Mats Wilander, der hat auch zu keiner größeren Mats-Verbreitung geführt. Mats wirkt durch diese einzige Silbe für mich auch tatsächlich etwas „einsilbig“, will heißen kurz und abgehackt. Da ist der klassische Matthias doch gefälliger in der Sprachmelodie. Außerdem ist „Matz“ im Bairischen auch ein Schimpfwort.Ich kenne im „richtigen Leben“ keinen einzigen Mats (außer Hummels).

    • Maria Th. sagt:

      Ich hab mir gerade erst die Landkarten angesehen, also in Bavaria könnte man (mit wenigen Ausnahmen) mit Bob Marley singen: no Arjen, no Mats. Beide Namen doch deutlich nördliche bzw. nordwestliche Phänomene.

    • Jan sagt:

      deutlich nördliche bzw. nordwestliche Phänomene.

      Und wenn denn nun noch der Name Jérôme (natürlich kreuzbrav-deutsch und bildungsbeflissen mit Akzenten geschrieben) eine Renaissance in Nordwestdeutschland erfährt, bin ich mir sicher, daß das Königreich Westphalen nicht ganz vergessen ist. 😉 Und dann führen wir den Straftatbestand der Majestätsbeleidigung wieder ein. 😉

    • Maria Th. sagt:

      Durch deine Kommentare frische ich zwangsläufig verschüttetes Geschichtswissen wieder auf, das Königreich Westphalen war mir nicht mehr geläufig 😉

    • Jan sagt:

      Es ist in Norddeutschland auch (und vielleicht sogar zu Unrecht) vergessen. Es gab vor ein paar Jahren (2008?) in Kassel, also in seiner alten Hauptstadt, eine große Ausstellung dazu, die sehr gut gewesen sein soll.

      Während der Aufregung um diese Boateng-Nachbarn-Geschichte mußte ich jedenfalls oft grinsen: „Naaaa, wär hätte denn gerne Jerome Bonaparte als Nachbarn? Der sah auch schon ein bißchen negroid aus und hatte nicht mal ’ne deutsche Mutter…“ 😉 König Lustik und Kaiser Yogi.

  3. Jan sagt:

    Und da die Holländer ja das nicht ganz einfache Kunststück geschafft haben, sich nicht für die derzeitige EM zu qualifizieren, dürfte die Beliebtheit des Namens wohl sogar in der Heide wieder zurückgehen. (Obwohl da viele Piesen und Bundeswehrler hausen. 😉 )

  4. Mark sagt:

    Mats finde ich ganz sympathisch–und ich finde, es klingt besser als der beliebte Name Max. Hätte dem Namen etwas mehr Erfolg gegönnt.

    • Mark sagt:

      Wie findet ihr die Namensform Mattes?

    • Jan sagt:

      Mattes klingt für mich nach Fernem Westen – also halt Köln, Kohlenpott oder so watt.

    • mgl sagt:

      sieht ganz ok aus. wie Matthias, aber ohne h was immer so nervt.
      wenn aber der Nachname ein Neutrum-Substantiv enthalten sollte wird es schwierig.
      Manche Familiennamen enden ja auf -haus, -bier, etc.
      Mattes Glanzbier wäre z.B. schlecht, da lacht man den Jungen aus.
      schlechtes Gewissen wenn ich den Namen schlecht rede. war nicht so gemeint! sollte ein neutraler Kommentar sein.
      Mit anderen Familiennamen geht es bestimmt gut. Mattis ist ja auch verbreitet.
      gb

    • Jan sagt:

      Fällt mir gerade ein: Vielleicht bin ich da durch den Film „Das Wunder von Bern“ vor gut zehn Jahren verdorben, in dem der Kinder-Held halt Mattes heißt.

      Aber nein, Hannes Wader (prägend für meine Generation) kommt aus Ost-Westfalen.

      Die Kosenamen auf -es sind einfach Tiefer Westen…

    • Violet sagt:

      Wobei Mattes im Film ja auch nur ein Spitzname für Matthias ist 🙂

    • Jan sagt:

      Ja, klar, Mattes ist ja nun einmal auch eine Kurz/Koseform von Matthias, also eben nicht nur in dem Film. 🙂

      In dem Film gibt es (aus dem Gedächtnis, es ist Jahre her, daß ich ihn zum letzten Mal gesehen habe) auch eine Vornamens-Kosenamens-relevante Szene. In einer – soweit ich weiß rein fiktiven – Wochenschaureportage wird die deutsche Mannschaft vorgestellt. „Anton Turek von Fortuna Düsseldorf – natürlich wird er von allen nur Toni genannt.“

    • Violet sagt:

      Den Film hab ich erst einmal gesehen, daran erinner ich mich grad nicht wirklich. Aber im Musical, das ja die Handlung vom Film aufnimmt, gibt es so eine Szene mit Berni Klodt. „Bernhard Klodt von Schalke 04. Natürlich wird er nur Berni gerufen“.

  5. Jan sagt:

    Eben gerade großes Jubel-Geschrei in der Nachbarschaft. Von Ferne gar Böller-Schüsse. Ich dachte mir: „Was ist denn da los?! Portugal- oder Ösi-Fans in der Nähe?“ Des Rätsels Lösung mußte ich mir schnell aus dem Netz suchen: Cristiano Ronaldo hat einen Elfmeter verschossen. 😀

    Knud, laß mal hören, wenn irgendwo ein kleiner Cristiano auftaucht. 😉

    • Maria Th. sagt:

      Und gleich dananch auch noch im Abseits! In Portugal werden die Namensstatistiken für die Namen Christiano und Ronaldo in den Keller rauschen 😀

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ne, die gehen sich alle betrinken, um das zu vergesssen und zur mentalen Unterstützung gibt es dann noch mehr Cristianos und Ronaldos.
      Die Portugiesen haben mindestens 2 Mussen und eine lebensgroße Bronzestatue für den Kerl, allein deshalb mag ich ihn nicht.

    • Maria Th. sagt:

      Mussen??

    • Rebecca Sophie sagt:

      Museen 😉

    • Maria Th. sagt:

      Oh, na klar, hätte man draufkommen können – obwohl, ein lebender Fußballer mit zwei Museen, nein da kommt man eigentlich nicht drauf! 😀

    • Jan sagt:

      Also, über die Unbeliebtheit von Cristiano Ronaldo ließen sich seitenlange Essays schreiben. 😀 Man könnte vieles anführen: Der notorische Django-Gestus bei den Freistößen, die Gelacktheit, die auch nach 90 Minuten noch perfekte Gel-Frisur, die gelegentliche Melodramik, ab und an mal ziemlich peinliche Schwalben…

      Meines Erachtens ist die Haupterklärung diese: Er sieht gut aus – und zwar genau so, wie sich (deutsche) Männer einen (südländischen) Frauenschwarm vorstellen. 😉 In abgeschwächter Form galt das schon vor zehn Jahren auch für Ballack. „Ein weibischer Schönling“. Zinédin Zidane war vermutlich in erheblich höherem Maße ein Frauenschwarm als Ronaldo – aber er war eben auch für Männer akzeptabel, weil er markig und grummelig rübergekommen ist.

      Ich hab dann also gestern abend nach dem geschilderten Ereignis noch Internet-TV angemacht (hab auch keinen Fernseher) und habe mir die letzten Minuten der Partei und den Nachklapp angeguckt. Fand ich absolut gut, wie souverän Ronaldo nach einer für ihn mal wieder nicht ruhmreichen Partie mit diesem Flitzer umgegangen ist…

    • Maria Th. sagt:

      Ich weiß gar nicht, ob der in Deutschland so ein Frauenschwarm ist. Nach meiner Wahrnehmung mag den keine/keiner, mit denen man so redet, gerade wegen seiner Gelacktheit und Angeberei. Oder ich habe eine falsche Wahrnehmung, auch möglich.
      In anderen Ländern mag das anders sein.

    • Jan sagt:

      Sag ich ja. 🙂

      Der Name Ronaldo ist wirklich ein bißchen fußballerisch überbelastet. Erst in den 90ern und 00ern durch die beiden Brasilianer Ronaldo und Ronaldinho („Ronaldolein“), nun seit Jahren schon durch Cristiano Ronaldo…

      Immerhin, ein altdeutscher Name. 😉

    • Maria Th. sagt:

      Der Name musste schon einiges abkönnen, von Ronald Reagan bis Ronald McDonald 😀

    • Jan sagt:

      Jäp, und einer der Erz-Widerlinge und persönlichen Vertrauten zunächst des Kohl-Wesens und dann des Merkel-Wesens heißt auch so… :-/

    • Maria Th. sagt:

      Richtig, der Ronald Po-Faller 😀

      Ronald Schill :-b

      Ich kenne persönlich keinen Ronald, aber so beim ersten Drüberschauen fallen einem eher negative Beispiele ein; Ronald Weasley aus Harry Potter wäre das Gegenbeispiel.

    • Jan sagt:

      😀 #Po-Faller

      aber so beim ersten Drüberschauen fallen einem eher negative Beispiele ein

      Oder irgendwelchen netten Ronnies aussem Osten müssen einspringen. 😀

      Das mit der Harry-Potter-Figur habe ich mir heute morgen ergoogelt…

      Ich kannte vor ewigen Zeiten mal einen Ronald persönlich… Der kam aus den Milieus, die man heute als „bildungsferne Schichten“ schönschwätzen würde, und war ein sehr guter Kerl…

      Aber stimmt schon: Es scheint ein Mangel an wirklich positiven Ronalds zu herrschen. 😉

    • Jan sagt:

      Ich bin vorhin durch faz.net darauf aufmerksam gemacht worden, laut Wiki stimmt es:

      Cristiano Ronaldo wurde tatsächlich nach Ronald Reagan benannt. Ronaldo ist also eigentlich kein Nachname, sondern sein zweiter Vorname. War mir neu.

  6. Jan sagt:

    Ich hab mir zum Zeitvertreib vorm Spiel Deutschland-Nordirland mal den Spaß gemacht, die Vornamen des deutschen EM-Kaders in mein persönliches Ranking zu systematisieren. Ich habe dabei, soweit es mir möglich war, versucht, von den Spielern zu abstrahieren (wie ich sie sportlich, optisch oder menschlich finde, ob ich sie als Nachbarn haben möchte etc.) und ihre Namen gleichsam so zu werten, wie ich sie finden würde, wenn sie hier einfach in den „Babynamen der Woche“ als eingetragene Vornamen auftauchen würden. Auch muß ich sagen, daß die „Streuung“ in dieser rein persönlichen Liste recht gering ist: weder finde ich Manuel und Lukas umwerfend, noch finde ich Mats nun geradezu abstoßend, oder so… Will heißen, die große Mehrzahl der Namen liegt so im Lala-Mittelfeld meines Geschmacks.

    1. Benedikt
    2. Manuel
    3. Lukas
    4. Thomas
    5. Shkodran
    6. Bernd
    7. Bastian
    8. André
    9. Emre
    10. Marc-André
    11. Sami
    12. Jonas
    13. Julian (2x)
    14. Toni
    15. Mario (2x)
    16. Jonathan
    17. Joshua
    18. Mesut
    19. Jérôme
    20. Mats
    21. Leroy

  7. Jan sagt:

    Ich finde es amüsant (und erfreulich), daß der Name von Joshua Kimmich, der heute seinen großen und schönen Auftritt hatte, konsequent (auch bei der ARD) deutsch ausgesprochen wird – also eben /YOzuah/ und nicht /YOshwa/ wie damals bei Nkomo. 🙂

    • mgl sagt:

      nja der Original-Name(falsches Wort, weiß kein besseres) ist doch Jehoschuah
      (however transkribiert). davon gibt es doch sehr viele Abwandlungen.
      wie man den einzelnen dann spricht da gibts 3 Möglichkeiten:
      1. wie er selbst angesprochen werden will
      2. wo er wohnt(Amerika mit dsch vorne)
      3. wie er geschrieben wird. Josua gibts auch in der Bibel, den spreche ich Josua, Jesus selbst wenn er als Yeshua bezeichnet wird, spreche ich auch Yeshua.
      hätte ich einen Joshua in der Bekanntschaft, so spräche ich ihn Jeschua, also auf u betont und das o zum e abgeschwächt(im Deutschen würde ich das aber nicht Schwah nennen.)
      neulich gelesen: Joscha. gedacht: was soll das für ein halber Name sein.

    • Jan sagt:

      @ mgl

      Was ich einfach gut finde: Er hat von seinen Eltern einen angelsächsich-alttestamentlichen Prollo-Namen mit Konnex zu Schwarzafrikanern angehängt bekommen und versucht ihn zu retten, indem er ihn germanisiert bzw. lutherisiert. Und das ist für einen jungen Fußballer schon eine ganz reife Transferleistung… Jedenfalls würde ich das so interpretieren.

      http://www.sueddeutsche.de/sport/kimmich-zum-fc-bayern-musterschueler-aus-der-ersten-riege-1.2290381

      Und ja, ich halte Josua für die so ziemlich abstoßendste Figur der Bibel, und da fällt die Auswahl schon einigermaßen schwer.

    • Jan sagt:

      @mgl

      Nochmals, um Pardon:

      Jesus selbst wenn er als Yeshua bezeichnet wird, spreche ich auch Yeshua.

      Na. Jeschuach, Jochanaan, Maschiach. Das hörst man nie von deutschen Junden, sondern eigentlich nur von kerngermanischen, philosemitischen Herzensprotestanten, die ein bißchen Jude spielen wollen, und/oder Möchtegern-Konvertiten zum Judentum.

      Ich finde das ahistorisch. Die Quellensprache des Neuen Testaments ist nun einmal Griechisch, im Abendland implementiert wurde es vor allem in lateinischer Übersetzung. Jesus selbst hat Aramäische gesprochen. Warum also die Hebraismen?

      Schwa ist meines Wissens der gängige sprachwissenschaftliche Ausdruck für diesen „Halbvokal“… Insofern es ihn eben in fast allen gesprochenen Sprachen gibt, aufgrund der Besonderheiten des hebräischen Schriftsystems aber nur (?) dort eine Bezeichnung dafür.

      Joscha. Muß ich sofort an Joscha Schmierer denken…

    • mgl sagt:

      irgendwie ist es schwer mit dir zu reden.
      zum Thema Abendland. gerade in Amerika ist doch dieses Messianic Praise and Woship so verbreitet. Da sprechen sie Jesus immer Yeshua. so.
      und was ich meinte: wenn ich in einem Text beispielsweise den Namen Yeshua geschrieben vorfinde, dann lese ich „Yeshua“ vor, nicht „Jesus“, ne? allesklar?
      mir hat es in Israel gut gefallen und dadurch hat man einen anderen Bezug zur Religion. weil man fast live dabei ist, nur halt zweitausend Jahre später. bedeutet ja nicht dass ich mich jetzt extrem heuchlerisch gläubig zeige, eher ist es so dass man ein Stück Geschichte erlebt. so wie wenn man beliebig in der Zeitmaschine fahren kann und alles live sieht.

      da wird einiges als Schwah bezeichnet, es ist aber meiner ranzigen billigen Meinung nach nicht immer der gleiche Laut. deswegen bin ich lieber leise.
      mfg

    • Jan sagt:

      @mfg

      Deine Reiseerinnerungen, Dein Spaß und Deine religös-historische Erbauung seien Dir vollkommen unbenommen und von Herzen gegönnt – und ich meinerseits möchte mich als Agnostiker und Laizist vor allem auch nicht in die kuriose Position hineinmanövrieren, christliche Dogmen zu verteidigen.

      Und es ist auch bekannt, daß es nicht nur christlich-deutsch grundierte „Judaisierer“ gibt, sondern umgekehrt auch das sogenannte „messianische Judentum“, also gebürtige Juden, die Jesus als Messias anerkennen, sich aber weiterhin als Juden verstehen. Und zwar gibt es davon in Israel mehr, als man so denkt. (Was andere Juden davon halten, ist dann wieder eine andere Frage. Nämlich gar nichts.)

      Nur bliebe ich dabei, daß es meinem Sprach- und Traditionsgefühl deutlich widerspricht, Jesus in deutscher Sprache als Jeschua zu bezeichnen oder gar auf diese Bezeichnung (oder eben auch auf das alberne „Maschiach“ statt Messias) zu insistieren. Insistieren ist eben immer ein Zeichen von religiösem Spinnertum. Wenn Oscar Wilde in „Salome“ Iokanaan/Jochanaan für Johannes den Täufer schreibt, hat das natürlich eine andere Qualität; es ist Kunst, nicht Religion.

      Und Joshua (/YOschua/) als Vorname ist und bleibt für mich einfach ein dummer Anglizismus. Niemand kann mir erzählen, daß Eltern, die ihre Söhne so nennen, sich dabei an das hebräische Jehoschua angelehnt haben.

    • mgl sagt:

      ja klar. im Alltag benutze ich nicht solche Spezialisten-Wörter, das klingt nur nach „hey ich weiß was und ihr nicht lalaala“.
      Wenn man aber in einem Zusammenhang ist wo einfach die Spezialisten-Wörter Standard sind, wissenschaftlich etwa oder in einer Gruppe, die das so möchte, dann fällt man schon etwas auf wenn man sich auf historische Korrektheit beruft. manchmal angebracht, vertretbar, manchmal nicht.
      Falschvorlesen von Texten oder Falschsingen von Liedern ist dann fast Comedy Schau.(alle singen Yeshua ha maschiach, der historische Mann singt: Jesus der Messias)
      und in Amerika ist sowieso alles anders.
      vielleicht bin ich etwas naiv. als ich hörte dass eine Bekannte ihren Sohn Joshua genannt hat, dachte ich als erstes sie hat sich auf die Religion berufen. Jetzt erst kommen mir Zweifel daran.
      ach ist doch egal, wir meinen doch sowieso das Gleiche, können uns das Reden einsparen. fünfundneunzig geld achtzig.

    • Jan sagt:

      ach ist doch egal, wir meinen doch sowieso das Gleiche, können uns das Reden einsparen.

      Ja, natürlich. Und Deine Argumentation von 15:54 trifft auch ohnehin Satz für Satz zu. Wenn man sich in so einer Gruppe bewegt, schließt man sich natürlich ihren Sprachgebräuchen an.

      Wird sind uns mithin vollkommen einig, auch darüber, daß wir einfach andere Assoziationen haben oder gehabt haben, wenn wir hören, daß ein Deutscher Joshua heißt. Und dieser Unterschied lohnt nun wirklich keine Kloppereien. 🙂

  8. mgl sagt:

    nochwas: Für alle Musikbegabten ist es ein Unterschied.
    Yeshua hat mehr Silben als Jesus und das Auf und Ab der Sprache ist anders.
    er kann zB singen: JeschuHahahahaha, JeSCHUah. (fast zehn Silben)
    Jesus, Jesus. (vier Silben, oder 3 wenn man die zwei halben zusammenzählt)
    (ich schäme mich schon fast)

    ach und noch: ich spreche dieses Zeichen, vom Telefon bekannt und überall nun zu sehen, „Raute“. kommt nicht so gut an. egal.

    • Jan sagt:

      Da mir Deine offensichtliche Motivation zum Singen religiöser Lieder ganz und gar fehlt, kann ich das nur mehr mit freundlichem, aber unbeteiligten Interesse zur Kenntnis nehmen. (Aber keine Angst, ich singe auch nicht „Commandante Che Guevahahahara“. Und auch nicht „Und der Teufel lacht nur dazu, hahahahahaha!“) 😉

      Die Bezeichnung Raute hat mich auch immer gewundert, insofern es eben keine Raute ist und Gatter oder Gitter schon treffender ist… Doppelkreuz ist bissi lang… Na, das „Innere“ des # ist schon eine Raute, aber eben nicht das ganze Zeichen… Und ja, gehört hier nicht so recht hin. 😀

    • Anonymous sagt:

      Für mich war das anfangs immer ein Kreuzchen, wie in der Musik, aber inzwischen habe ich gelernt, dass man es raute nennt. Warum auch immer… :kratz: (gibt’s den hier?)

    • Jan sagt:

      @Anonymous

      Der Kopfkratz-Smilie ist noch aus Foren-Zeit – dat gift hüt nich mehr.

      Ich mußte mich schon vor fünfzehn Jahren dran gewöhnen, daß die ITler den Bindestrich in Domain-Namen als „Minus“ ausprechen… Also frohe-botschaft.de als „frohe minus botschaft de eh“. Da kann man die notorische „Raute“ auch noch überleben…

    • mgl sagt:

      als Kind kannte ich für das Zeichen keinen Namen.
      jedenfalls wird man heutzutage ziemlich blöd angeschaut wenn man das als Raute bezeichnet. alle anderen nennen das „selbstverständlich“ mit so einem Wort das „sowas wie Namensschildchen“ bedeutet. würg.

    • Jan sagt:

      @mgl

      Was meinst Du denn nun, wie man das heute statt Raute nennen soll? „Tag“, oder was? Das war mal das Preis- oder Namensschildchen, hat aber heute in der Informatik ein immens breites Bedeutungsfeld… #kimmich oder #CR7 wären z.B. auf Twitter die gefürchteten und nervtötenden Hashtags. Aber das # selbst heißt doch nicht „Tag“… Oder watt?

    • mgl sagt:

      ja. durch diese komische Privatleben-im-Internet-ausstellen-Kultur ist dieses hässliche Wort, das du auch genannt hast, in den Hirnen verankert.

      ich sage also:…heute ein Plakat gesehen, da war sowieso, das und jenes drauf und dahinter/daneben so ein Rautezeichen…

      modische Jugendwahnwelt: ach, wie dumm bist du denn, das heißt doch,…..

      wieder sieht man die Auffassung: oberflächlich ist gut und modern.
      ich weiß wohl was ein tag ist. sowohl ein kleines Schildchen als auch im Internet so ein Schlagwort unter dem man etwas findet.
      aber die „Leute mit Riesentelefon“ sind da leicht anderer Meinung.

    • mgl sagt:

      also es ist eine verbreitete Ansicht, dieses Zeichen allein würde schon so genannt. habe das auch schon in minderwertigen Internet-Artikeln so gelesen.
      stimmt natürlich nicht, aber die modische welt denkts halt.
      ich nenn das weiterhin Raute und bin damit aut.

    • Jan sagt:

      Schau, mgl,

      ich habe beim ersten Twitter-Rausch 2009 auch begeistert mitgemacht. Das schien mir die eine begeisternde, sich selbst sozusagen durch Schwarmintelligenz organisierende Gemeinschaft zu sein, die sich von der in Myriaden „Communities“ zersplitterten Forenwelt und auch von den egomamischen „Bloggern“ abhob.

      Ein Jahr später ist mir dann klargeworden, daß Twitter vor allem das gegenseitige Kuschen voreinander und das gegenseitige Schulterklopfen fördert. Kriecherei und Schleimerei.

      Heute ist es m.E. völlig öde und hat jeden Charme verloren: Ein Netzwerk, in dem sich „Bundestagsabgeordnete“ und Berliner Journalisten-Schmierer mitteilen, um dann in den Tagesthemen zitiert zu werden bzw. sich selbst zu zitieren. Es ist einfach „uncool“ geworden.

    • mgl sagt:

      ich weiß doch. du bist auch sicher nicht damit gemeint.

  9. Emma sagt:

    Gerade im ZDF kommentar: kurze Reportage über kimmich: josua,niemals joschua saß mag er gar nicht

    • Jan sagt:

      Hab ich auch gerade vor einer Minute im ZDF gehört… 🙂 Siehe oben den Link zur Süddeutschen. Ich frage mich weiterhin, wie er auf diesen zivilisierten Einfall kommt… Er wirkt ja nun nicht gerade wie ein intellektueller Sprachästhet oder Theologe. 😉 Muß er auch nicht als Fußballer… 🙂 Vielleicht hat er früher einfach mal „Joshua“ in die Google-Bildersuche eingeben, also bevor er da selbst zu finden war. 😉

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich muss sagen, dass ich es irgendwie störend finde Joshua als Josua auszusprechen, auch wenn mir letzteres auch wesentlich besser gefällt, aber wenn man es schon mit sh schreibt, dass soll man es auch so sprechen, oder eben gleich die deutsche Form nehmen.

    • Jan sagt:

      @ Rebecca Sophie

      Tja, vor allem hat halt ein Nicht-Promi keine Chance, seinen Vornamen und damit möglicherweise die Torheit seiner Eltern durch Presse-Erklärungen und daraus resultierende Wikipedia-Artikel ex post zu korrigieren. Vielleicht wäre es also wirklich besser, wenn sich die Presse-Fritzen nicht darauf einlassen würden. („Das hört er gar nicht gerne…“)

      Also so ungefähr: Ich finde den Wunsch dieses Kimmichs absolut okay, aber es müßte nicht jeder Presse-Hansel mitziehen…

  10. Maria Th. sagt:

    Ragnar Sigurdsson!
    Kolbeinn Sigthorsson!
    Hannes Halldorsson! etc.
    Da sind doch mal erfolgreiche Fußballnamen! 😀

    • mgl sagt:

      Kolbein? Warum Bein? Beinfried. ieh.
      erinnert mich an so einen komischen Krimiroman der auf Island spielt, da hieß eine Frau Kolbrun und ich dachte mehrere Kapitel lang, das sei der Nachname, war dann doch der Vorname.
      aber immerhin wenn der Name mit Sohn endet ist das doch eine Qualitätsbezeichnung.
      (ich habe glaube ich nicht ganz verstanden was MTh gemeint hat. entschuldigung)

    • Rebecca Sophie sagt:

      aber immerhin wenn der Name mit Sohn endet ist das doch eine Qualitätsbezeichnung.

      ???

      In Island enden eigentlich alle Nachnamen auf -son, außer man ist eine Frau, dann enden sie auf -dottir.

    • Jan sagt:

      Über den Nachnamen (in Island eben: Vatersnamen) Sigthorsson hat auch der ARD-Kommentator während des Spiels mehrmals gekalauert…

  11. Jan sagt:

    Für die Sprachinteressierten, die seit gestern nacht mal wieder Dutzende Male den Begriff „Grande Nation“ als Synonym für Frankreich erdulden müssen:

    http://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-napoleon-praegt-den-begriff-der-grande-nation-am–100.html

    Dort als Audio, 15 Minuten Länge… Von 2012.

Kommentieren