Die beliebtesten finnischen Vornamen 2015

Vertraute (Sofia, Emma, Elias) und ungewöhnliche (Venla, Onni, Eino) Vornamen gehören zu den im Jahrgang 2015 beliebtesten Babynamen in Finnland:

Mädchen Jungen
  1. Venla
  2. Sofia
  3. Aada
  4. Aino
  5. Elsa
  6. Helmi
  7. Emma
  8. Eevi
  9. Ella
  10. Emilia
  11. Vilma
  12. Elli
  13. Lilja
  14. Enni
  15. Amanda
  16. Mila
  17. Isla
  18. Olivia
  19. Iida
  20. Kerttu
  1. Leo
  2. Elias
  3. Onni
  4. Eino
  5. Oliver
  6. Niilo
  7. Väinö
  8. Eetu
  9. Leevi
  10. Daniel
  11. Veeti
  12. Joel
  13. Noel
  14. Aleksi
  15. Mikael
  16. Lenni
  17. Hugo
  18. Matias
  19. Vilho
  20. Joona

Quelle: Väestörekisterikeskus

Foto © Dmitry Naumov - Fotolia.com

Foto © Dmitry Naumov – Fotolia.com

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

43 Kommentare zu "Die beliebtesten finnischen Vornamen 2015"

  1. cassis sagt:

    Bei Platz 17 bei den Mädels fehlt was, oder?

    • Rebecca Sophie sagt:

      Da habe uch auch gezögert, aber da ich noch nie in Finnland war…
      Jetzt fällt mir aber auf, dass sla und lida klein geschrieben sind, hat das einen Grund?

    • Knud sagt:

      Bei sla fehlte das I am Anfang, das habe ich jetzt korrigiert. Iida ist aber richtig, das ist ein auch ein großes I am Anfang und noch ein kleines i hinterher.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Aahh, stimmt, das ist teilweise verwirrend. Wer hat sich bitte ausgedacht, das die fasr gleich aussehen…

  2. Rebecca Sophie sagt:

    Einige Namen erkennt man ja beim Lesen wieder. Aber andere erscheinen völlig fremd. Eigentlich schön, dass die Finnen zumindest teilweise beo den traditionellen Namen bleiben. Aber auch dort sieht man viele Kurformen, was mich insofern tröstet, als dass die Deutschen nicht die Einzigen sind, die diese, meiner Meinung nach traurige, Mode verfolgen.

  3. Maria Theresia sagt:

    Oft gar nicht weit weg von unserer deutschen Hitparade, wenn auch manchmal in für uns ungewöhnlicher Schreibweise.
    Wirklich anders sind bei den Mädchen:
    Venla, Aino (hätte ich eher japanisch vermutet), Helmi (wie die dt. Kurzform für Helmut) und Kerttu
    Bei den Buben:
    Onni, Eino (vgl. Aino ?!), Väinö (nix für deutsche Kinder: Väinö nicht, wenn der Regen fällt, damdam, damdam… 🙂 ), Niilo, Eetu, Veeti, Vilho
    – also von den 40 Namen insgesamt rd. ein Viertel, die hier weitgehend unbekannt sein dürften. Was schließen wir daraus? Weniges Traditionelles, viel internationaler Einheitsbrei?! Nicht dass die Deutschen da soviel besser wären.

    • Mark sagt:

      Internationaler Einheitsbrei–gute Formulierung… Die Namenmoden der westlichen Welt haben sich wirklich international angeglichen, und das finde ich doch recht öde. Freue mich immer, wenn irgendwo noch was national spezifisches beliebt ist.

      Meine Frau ist Rumänin u. ich bin Amerikaner und Deutscher. Drei Sprachen, drei Kulturen. Da ist es leider auch so, dass es nicht einfach ist, was national spezifisches zu vergeben. Letztendlich wurden es bei unseren zwei Söhnen dann internationale biblische Namen, wie sie in jedem kulturell christlichem Land weit verbreitet sind–sehr schön, sehr bedeutungsvoll, und auch mit Familienbezug, aber eben doch auch Teil dieses globalen Einebnungstrends.

    • Martina sagt:

      Ich kenne eine Helmi, bei ihr ist es die Koseform zu Wilhelmine.

    • Maria Theresia sagt:

      Aber das ist ja auch in Ordnung, bei drei Sprachen bzw. Kulturen einen biblischen „Kompromiss“ (wenn man so will) als Namen zu wählen. Namen, die im christlichen Kulturkreis angesiedelt sind, sind nun einmal Namen, die es international, in vielen (christlich geprägten) Ländern gibt. Irgendwie müssen die Kinder ja auch heißen.
      Mit Einheitsbrei meinte ich auch vor allem das ewig gleiche Pia, Mia, Mila, Lilly, Lea, Lara, Sara, Mara, Chiara / Elias, Leon, Leo, Noel, Joel, Milo etc. etc.etc., wo sich die Namensvarianten oft sogar schon reimen oder sich nur in einem Buchstaben unterscheiden.

    • Jan sagt:

      Asserate sagt:

      Die Manieren sind im übrigen von paradoxen Phänomenen in einem Ausmaß erfüllt, daß man sie im ganzen als das Feld des Paradoxen bezeichnen könnte.

      (Manieren. S. 119)

      Wenn man denn die Vergabe von Vornamen als Teil der Manieren auffassen will, ist sie eine weiteres Beispiel eines solchen Paradons. Einerseits rümpft man die Nase über den „internationalen Einheitsbrei“, andererseits lobt man klassische, traditionelle Vornamen, zu denen natürlich auch und gerade Apostelnamen oder Namen wichtiger christlicher Heiliger gehören – also sozusagen auch ein okzidentaler Einheitsbrei, freilich nationalsprachlich getönt. Und das Paradoxe scheint mir eben, das beides, das Rümpfen und das Loben, seine volle Berechtigung hat.

      „Emmas aller Länder vereinigt Euch! Ihr habt nichts zu verlieren als Eure Identität, aber jede Menge Sitze im Europaparlament zu gewinnen.“ 😉

    • Jan sagt:

      Kurzer Nachklapp: Das hat sich eben mit dem von Maria Theresia überkreuzt, der ich mich hiermit noch anschließen möchte.

    • Maria Theresia sagt:

      Ein gewisses Paradoxon sehe ich da durchaus auch, aber die christlichen/biblischen Namen sind international und gleichzeitig traditionell, das war nicht vorrangig mit Einheitsbrei gemeint, sondern die augenblicklich modischen internationalen Namen (s.o.)

    • Maria Theresia sagt:

      @ Jan: Ich sehe, wir sind uns einig! 🙂

    • Maria Theresia sagt:

      Die „Manieren“ von Asserate habe ich mir inzwischen übrigens auch besorgt, sehr interessant! Bin aber noch am Anfang.

    • Jan sagt:

      Na, ich bin ein ausgesprochener Asserate-Fan, wie man vielleicht schon gemerkt hat. Das Manieren-Buch hat bei mir vor zehn Jahren eingeschlagen wie ’ne 8,8-Granate. Sicher auch, weil es mir meine eigenen Ansichten bestätigt hat (wer hätte das nicht gerne?), vor allem aber, weil es – so paradox ist. Es ist ein Ratgeber, aber eben überhaupt keine Ratgeber-Literatur. (Mittlerweile machen die deutschen Verlage einen Gutteil ihres Geschäfts mit diesen notorischen Ratgebern.) Die Schwarte ist erzkonservativ, aber eben auch für Linke lesbar. Sie preist die Vorschriften und Regeln, formuliert aber kaum je welche. Sie ist erz-arrogant, aber vollkommen duldsam. Und so weiter.

      Ein Freund von mir meinte mal: „Woran erkennt man wirklich todsicher einen Ex-Rechtsintellektuellen? Egal, ob er jetzt auf Berliner Hipster, Unterschichtler oder auf linksradikal macht? Richtig, am fortdauernden Faible für Asserate.“

      Na, hier schreibt ein Fan, um Pardon für den Sermon. Merkwürdige Figur, dieser Schwarzafrikaner in Deutschland, der sozusagen den Deutschen gönnerhaft auf die Schulter klopft. 😉

    • Maria Theresia sagt:

      Man kann sogar YouTube-Beiträge von/über Asserate finden, wie ich gerade herausgefunden habe. Beeindruckend, wie gut und nahezu akzentfrei der Prinz der deutschen Sprache mächtig ist!

    • Rebecca Sophie sagt:

      @Mark: Das finde ich durchaus in Ordnung, gerade bei deinem Hintergrund. Wenn ihr für jedes Land einen Namen vergeben wollen würdet müssten die Kinder ja immer anders gerufen werden. Abgesehen davon, dass solche Namen ja inzwischen in jedem entsprechenden Lanf Tradition haben. Und Einheitsbrei ist für mich, wenn Namen kaum noch zu unterscheiden sind. Insofernnist mir Emma wesentlich lieber als Lia.
      Schade finde ich es aber, wenn Kinder komplett den Bezug zu ihrem Heimatland verlieren. Eine angeheiratete Verwante von mir ist Japanerin, die Kinder können aber kein oder kaum Japanisch und haben auch sonst keinen Bezug zu dem Land. Und sie haben auch nur deutsche Namen, obwohl die Älteste sogar in Japan geboren ist und Japanische Namen eignetlich gut für Deutsche aussprechbar sind.

  4. Jan sagt:

    Was schließen wir daraus? Weniges Traditionelles, viel internationaler Einheitsbrei?! Nicht dass die Deutschen da soviel besser wären.

    Empfinde ich auch so… 🙂

    Mir fällt noch auf, daß wirklich jeder Mädchenname in der Liste auf einen Vokal endet: meist auf -a, einige auf -i, einmal -o, einmal -u. (Kein -e) Wenn die Jungsnamen, die auch meist auf einen Vokal enden, mal auf einen Konsonanten enden, ist es meist ein -l, zweimal -s und einmal -r (bei dem offensichtlichen Importnamen Oliver).

    Mir wären das viel zu viele Vokale, hat aber sicher mit der Struktur und dem Charakter der finnischen Sprache zu tun… (Oder, was den Unmut angeht, vielleicht auch mit dem berüchtigten Konsonantenreichtum des Deutschen…)

  5. Jan sagt:

    Kennte sich übrigens jemand so gut mit dem Finnischen aus, daß er wüßte, ob die Endung auf -i da auch diesen Diminutiv-Klang hat, die sie im Deutschen oder im Englischen hat? Eher nicht, oder? Suomi, Eesti, das endet ja auch auf -i, daher die Vermutung… Meine Unkenntnis der finnischen Sprache(n) ist eine Vollständige.

    • Maria Theresia sagt:

      Meine Unkenntnis ist der deinigen gleich, ich habe jedoch nochmal diese Finnland-Seite bemüht und gefunden, dass z.B. Spitznamen (die ja oft mit dem Diminutiv einhergehen) auf finnisch oft auf -u oder -a enden, so dass evtl. wohl der finnische Diminutiv so gebildet wird?! (nur ein messerscharfer Schluss meinerseits, Kenner dürfen mich gern eines Besseren belehren)

      http://www.finn-land.net/finnland-s/spitznamen.htm
      http://www.finn-land.net/finnland-v/vornamen.htm

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich kann auch kein Finnisch, weiß jedoch von Skandinavienineressierten Bekannten, dass es dort sehr viele Wörter gubt, die auf -i enden. (Helsinki, Lumi fällt mir noch ein.) Seltsamerweise gibt es da aber auch im Deutschen Ausnahmen. So empfinde ich Noomi (Naomi, Noemi, Naemi) nicht als kindlich.

    • CV sagt:

      Um eine ehemalige Dozentin zu zitieren: „Wenn man nicht weiß, wie das finnische Wort heißt, kann man das deutsche nehmen und ein i anhängen. Oft genug liegt man damit richtig.“ Die Endung ist tatsächlich weit verbreitet: posti, pankki, kahvi, appelsiini… alles vollständige Wörter. Und auch viele „reguläre“ Männernamen enden auf -i, wie man in der Liste ganz gut sehen kann.

    • Maria Theresia sagt:

      Also, was Fremdwörter betrifft, mag diese m.E. gewagte These ja im Einzelfall stimmen, aber die eigentlich finnischen Wörter sind meines Wissens nicht mit dem Deutschen bzw. indogermanischen Sprachen verwandt. Etliche Lehnwörter gibt es sicher. Aber vielleicht war es ja ein kleines Scherzchen der Dozentin, kommt manchmal vor 😉

      Wiki meint:
      Das Finnische unterscheidet sich als finno-ugrische Sprache erheblich von den indogermanischen Sprachen, zu denen der Großteil der in Europa gesprochenen Sprachen gehört. Der jahrhundertelange Sprachkontakt hat aber etwa im Gebiet der Syntax und des Wortschatzes zu einer gewissen Annäherung des Finnischen an die umliegenden indogermanischen Sprachen geführt. Zu den Besonderheiten der finnischen Sprache gehören der agglutinierende Sprachbau, die große Anzahl (15) an Kasus, eine komplexe Morphophonologie (Vokalharmonie, Stufenwechsel), das Fehlen des grammatikalischen Geschlechts und ein konsonantenarmer Lautbestand.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Finnische_Sprache

    • Jan sagt:

      Nur kurz, was den Dozentinnenwitz angeht: Man kann den kulturellen Einfluß Deutschlands und des Deutschen in Skandinavien vor so etwa hundert Jahren kaum überschätzen. Und zwar einfach, weil Skandinavien lutherisch ist und das Zentrum lutherischen Geisteslebens eben Deutschland war. Man sieht das zum Beispiel auch daran, daß in Skandinavien teilweise die deutsche Frakturschrift verwendet wurde… Man kann für die Zeit um 1900 sagen, daß jeder halbwegs gebildete Skandinavier deutsch konnte.

      Gut, das war auch eine Zeit, in der auch allgemein das Sprüchlein galt: „Jeder Gelehrte hat zwei Muttersprachen – seine eigene und deutsch.“ Tempi passati.

    • Maria Theresia sagt:

      Eben – tempi passati. Und m.E. muss es ein Witzchen sein, denn so einfach ist es sicher nicht, auch wenn durchaus etliche Lehnwörter (die vielleicht vor 100, eher 150 Jahren so aufkamen, wie Post, Bank, Apfelsine) an das Deutsche (oder auch ans Schwedische) als damalige Vorbildsprache angelehnt wurden. Das sagt ja auch der Wiki-Eintrag aus. In der russischen Sprache gibt es ja auch viele deutsche „Anleihen“.

    • Jan sagt:

      In der russischen Sprache gibt es ja auch viele deutsche „Anleihen“.

      Jäp, so isses. Schtraf, Schlagbaum und Butterbrody werden immer gerne als Beispiele angeführt. 😉 Und nicht zu vergessen der Name der alten Hauptstadt, eben Petersburg.

      Besonders hübsch: Parikmacher (also Perückenmacher) für Friseur. Mein Lehrer meinte mal: „Diese zivilisierte Einrichtung benennt jedes europäische Volk in der Sprache westlich von ihm.“

      Übrigens hat Finnland ja im 19. Jahrhundert auch zum Russischen Reich gehört…

    • Maria Theresia sagt:

      Richtig, hatte ich gar nicht drangedacht.
      Aber ich bleib dabei, die Aussage der geschätzten Dozentin vereinfacht die Sache allzusehr und war vermutlich als Witz gemeint. (heute bin ich dickschädelig 😉 )

    • Emma sagt:

      Vermutlich war es schon irgendwie als Witz gemeint aber bei sehr vielen,aus anderen Sprachen übernommen Wörtern stimmt es:banaani, violetti, oranssi usw…

  6. Aivlis sagt:

    Unser 6-jähriger Enkel heisst Iivo Hendrik. Ich rufe ihn hie und da darling Ivoriki…
    Seine in Deutschland lebende Oma Eeva nennt er Mummo. Mummo ist etwas traurig, dass Iivo und seine Schwester Ella Matilda von Mutter Mirja kein Finnisch mehr beigebracht wird, seit sie mit uns in einem Englisch sprechenden Land wohnen. Sie (Ella) hatte uns jeweils kurze Lieder in Finnisch vorgesungen, jetzt ist alles vergessen und English ist No 1 Sprache – daheim im Familienverbund wird Deutsch gesprochen. So wachsen sie immerhin zweisprachig auf.

    In Iivos Schulklasse gibt es eine Isla (ausgesprochen Eila….)

  7. ConnyWuuh sagt:

    Der Mädchenname Kerttu erinnert ich irgendwie an Gertrud. Geht es Euch auch so?

  8. Emma sagt:

    Mich würde interessieren wie man die dreisilbigen internationalen Namen (amanda,Emilia)ausspricht,da im finnischen die Betonung bei fast allen Wörtern auf der ersten Silbe ist. Werden die dann eingefinnischt (wie zb Euro, der finnisch mit getrenntem e und u gesprochen wird)oder weitrehin auf der zweiten Silbe betont?

  9. Riku sagt:

    meine finn. Frau (Sprachlehrerin) sagt: konsequent 1. Silbe, auch wenn es nur 1 Vokal ist. Strittig bei fremden, nicht finnlandisierten Vornamen wie
    Francoise o.ä.

  10. Tuuli sagt:

    Im Finnischen hat eine -i -Endung keinesfalls etwas mit einem Diminutiv zu tun! Ich weiß, dass das für deutsche Ohren erstmal sehr befremdlich klingt.
    Helmi beispielsweise ist aber kein Spitzname von Helma, Eevi keine niedliche Eeva, sondern schlichtweg die finnische Entsprechung dieses Namens.

    Diminutive enden übrigens auf -u. Eine Liisi wird so z.B. Liisu gekost.

    • Maria Th. sagt:

      Dann ist das mit den Diminutiven auf -u, wie ich es mir schon gedacht hatte (s.o., 16.März).
      Aber jetzt WEISS ich es! 🙂 Vielen Dank, Tuuli!

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