Fenrir – zuviel Harry Potter gelesen?

Es gibt in Deutschland Eltern, die ihr Kind Fenrir genannt haben und das ist kein Einzelfall. Falls jemand den Namen nicht kennen sollte: Fenrir stammt aus der nordischen Mythologie und ist dort ein unheilbringender Wolf – einer der sogenannten Weltfeinde. Ein ungewöhnliches Namensvorbild, oder? Der Name Fenrir kommt aber auch in den Harry Potter-Romanen vor, dort ist Fenrir ein Werwolf. Das ist ja gar nicht so weit vom mythologischen Namensvorbild entfernt, zur Kindernameninspiration taugt aber auch dieser Fenrir nur bedingt.

The Wizarding World of Harry Potter © jeafish - Fotolia

The Wizarding World of Harry Potter © jeafish – Fotolia

Ich habe eine Liste der häufigsten Vornamen erstellt, die in den Harry Potter-Romanen vorkommen und da ist manche Überraschung dabei:

Harry und Hermine sind zwar die beliebtesten Protagonisten der Reihe, aber längst nicht die beliebtesten Vornamen.

Täuscht mein Eindruck, oder mag Joanne K. Rowling wirklich gern Pflanzennamen? Auffallend viele ihrer Romanfiguren heißen wie eine Pflanze, zum Beispiel Lavender, Petunia, PansyLily und Poppy.

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

13 Kommentare zu "Fenrir – zuviel Harry Potter gelesen?"

  1. Annemarie sagt:

    Ich bin mal auf Fenris als Namen gestoßen, der gefiele mir ganz gut – Richtung Joris, Boris. Ist aber natürlich auch der düstere Wolf dahinter.

    Einen Namen wie Tom würde ich nicht als Harry-Potter-Namen einordnen, war ja schon vorher häufig und hat diverse Quellen (Tom und Jerry :-)).

  2. Annemarie sagt:

    Ein Potter-Name fällt mir noch ein, den ich nicht auf Deiner Liste finde: Elphias nach dem Zauberer Elphias Doge.

    Auf der Liste stehen einige interessante Namen, ich mag zum Beispiel Mafalda, Minerva, Albus, Remus und Severus. Nymphadora klingt leider nymphoman.

    • Annemarie sagt:

      Die gefallen mir auch noch: Irma, Rufus, Amos, Phineas, Wilhelmina, Rowena, Bertha.

      Mit Harry Potter assoziiere ich von meinen Favoriten aber nur die etwas spezielleren Namen wichtiger Figuren: Minerva, Albus, Remus, Severus und vielleicht noch Rowena.

  3. elbowin sagt:

    Die Liste ist ja der echte Wahnsinn: Da wurden tatsächlich die Namen Gellert und Godric vergeben (wenn auch noch seltener als Fenrir)!

    • elbowin sagt:

      Nachtrag zu Gellert: Es gibt den ungarischen Vornamen Gellért (gedeutet als ungarische Form zu Gerhard und Name eines Heiligen). Wegen der schlampigen Handhabung der Akzente kann da schnell ein Gellert draus werden.

      Für echte H.-P.-Experten: Hat der Name von Gellert Grindelwald etwas mit Christian Fürchtegott Gellert zu tun?

  4. Anja sagt:

    Nun ja… ich denke nicht, daß Eltern, die ihr Kind Fenrir oder
    Fenris nennen, sich an Harry Potter orientiert haben. Dort ist
    der Name ja auch nur aus der nordischen Mythologie „geklaut“.
    Jemand, der sein Kind so nennt, wird das aufgrund seines
    eigentlichen Ursprungs tun.

    • Jan Wilhelms sagt:

      Aber wenn jemand einen Faible für die altnordische Mythologie hat und egal, ob er nun „nach rechts dreht“ *hust* oder nicht: wird er dann wirklich seinen Sohn ausgerechnet nach dem Unglücks-Wolf Fenrir benennen? Ich bin mit der Genzmerschen Übersetzung der Lieder-Edda aufgewachsen – und dann kommt man einfach nicht auf den Gedanken, daß nun gerade Fenrir ein so toller Name sein könnte… (Das wäre sozusagen grufti auf der Basis von Snorris Edda…)

      Also: wenn denn der Namen (A) heute in Deutschland vergeben wird und wenn er (B) in diesen im Volke heute sehr beliebten Potter-Romanen auftaucht: dann kommt es wohl doch mit einiger Sicherheit daher.

    • Ich bin auch nicht davon überzeugt, dass die Fenrir-Eltern den Namen unbedingt wegen der mythologischen Herkunft ausgewählt (und kennengelernt) haben. Wir werden es wohl nie erfahren, es sei denn, die betroffenen melden sich hier.
      Aber egal ob Fenriswolf oder Potter-Werwolf: ein schönes Namensvorbild ist keiner der beiden, oder?
      Aber gut für Fenrir ist doch, dass er eines Tages behaupten kann, seine Eltern hätten ihn wegen Harry Potter so genannt, selbst wenn „rechtsgedrehte“ Eltern die Ursache sind.

  5. lenchen sagt:

    ich finde den Namen interessant, allerdings auch etwas holprig. Warum Eltern diesen oder jenen Namen geben, muss nicht zwangsläufig aus einem Buch stammen. Ich zum Beispiel habe Harry Potter nie gelesen (*den faulen Tomaten ausweichen*). Heißt das, ich sollte mein Kind jetzt nicht Minerva nennen? Wenn es nach dem ginge, dann bleiben nur sehr wenige Namen mehr übrig, wenn ich mir so ansehe, in welchen Büchern schon welche Namen aufgetaucht sind. Natürlich, Beststeller sind da schon eine andere Kategorie als die Drei-Groschen-Romane. Allerdings denkt doch auch bei dem Namen Mina nicht mehr so viele Leute an die „Minna von Barnhelm“ oder?

  6. Titus-Draco Valentin sagt:

    Mein Name (Draco) ist in der List nicht dabei, was aber keine große Überraschung ist. Trotz der Tatsache, dass ich Heute 22 Jahre alt bin und meine Mutter mir meine drei lateinischen Namen schon weit vor Harry Potter gegeben hat, denken viele immer sofort an Draco von Harry Potter.
    Meine naturblonden Haare setzen nochmal eins drauf. Nervt schon übel… Und das, obwohl ich großer Harry Potter und auch Draco Fan bin.

  7. Sara sagt:

    Dass so viele weibliche Charaktere Pflanzennamen haben, ist nicht verwunderlich und liegt auch nicht an J.K. Rowling. Das ist in Großbritannien einfach nach wie vor üblich. Die Töchter von Jamie Oliver z.B. heißen Poppy, Daisy und Petal (okay, die weiteren Vornamen sind grenzwertig, aber gut. Geschmackssache.).

    • Rebecca Sophie sagt:

      Im Englischen Sprachraum sind Wortnamen doch allgemein sehr verbreitet (Grace, Chastity), deshalb wirken Heaven, Sky(e), Summer und co. dort auch wesentlich weniger skurril als Wolke bei uns. Und wenn ich dort leben würde und einen Partner mit entsprechendet Herkunft hätte, könnte ich mir auch durchaus vorstellen solche Namen zu vergeben, auch wenn ich die bei uns völlig deplaziert und unmöglich fände.

  8. Celia sagt:

    Zuerst mal: Man kann nie genug und schon gar nicht zufiel Harry Potter lesen!
    😀

    Außerdem glaube ich, dass jemand der Harry Potter gelesen hat, sein Kind auf keinen Fall Fenrir nennen würde! Er ist so ein widerlicher Typ. Wer will schon immer wenn man sein Kind ruft einen Satz wie: „Oh, welch zartes, süßes Fleisch!“ im Kopf haben?

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