Von 27. Februar 2015 19 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen der Woche 09/2015

Benedikt Wolfram * Magdalena Leilani * Caspar Bosse * Zoe Maria Rose * Laurentin Alexander * Sue Fijara * Mads Friedrich * Linda Rosalie * Leni Jettchen Carolin * Jasper Jonne * Elisa Helene Sophie * Cosmo * Sarah Marie * Jakob Christoph * Isabella Florien * Perseas Yiorgos * Jamie-Lynn Rosalie * Samuel Vinolo * Felicia Flora * Elena Sinikka * Hannah Maritta Verena * Isidor * Maya Carmina * Josie Viala * Marlene Ottilie * Miranada

19 Kommentare zu "Babynamen der Woche 09/2015"

  1. elbowin sagt:

    Heute mal wieder etwas mehr Kommentare …

    Benedikt Wolfram * Wolfram habe ich lange nicht mehr gesehen, hat iwie Stil
    Magdalena Leilani * Beim Versuch, den ganzen Namen laut auszusprechen, besteht die Gefahr in Lallen zu kommen 😉
    Sue Fijara * Fijiara wirkt extrem selbsgebastelt, Suchmaschinen finden überhaupt nichts Relevantes dazu
    Mads Friedrich * Mads ist zwar ordentliches Dänisch, ich kann mich aber wegen des englischen Wortes „mad“ nicht mit der Schreibweise anfreunden
    Leni Jettchen Carolin * Jettchen als eingetragener Vorname: Alle Achtung.
    Isabella Florien * Für ein Mädchen ist die Schreibweise Florienne besser, da klar weiblich
    Samuel Vinolo * Vinolo ist ein spanischer Nachname, ist der wegen der spanischen doppelten Nachnamen hier als Vorname durchgerutscht?
    Josie Viala * Viala ist ebenfalls ein Nachname; siehe voriger Kommentar
    Marlene Ottilie * erinnert an Merlene Ottey, die auch der von Annemarie vorgestellte Merlin zu ihrem Namen verholfen hat
    Miranada * Ein a zuviel?

  2. Anna sagt:

    Heute sind ein paar schöne Namen dabei. Zum ersten Mal seit Wochen ist wieder eine Namenskombination vorhanden, die mir wirklich zusagt.

    Elisa Helene Sophie: Auch wenn ich den Namen Helene persönlich nicht mag, stimmt bei dieser Kombination einfach alles, meinem Empfinden nach. Geht locker von der Zunge und hat einen guten Rhythmus beim Sprechen.

    Mein Favorit männlich:
    Benedikt Wolfram * Ein solider Name, mit dem man gut leben kann. Wolfram gefällt mir besser als Wolfgang.

    Ein paar weitere Kommentare:
    Magdalena Leilani * Magdalena ist nicht mein Fall, allerdings passen die Namen irgendwie zusammen. Leilani finde ich klanglich sehr schön, allerdings ist es fast schon zu niedlich.
    Zoe Maria Rose * Hier habe ich bei der Aussprache von Rose ein Problem. Deutsch? Französisch? Englisch? Wird irgendwie nicht so richtig klar.
    Linda Rosalie * Wirft die Frage auf, warum die Eltern das Kind nicht Rosalinda genannt habe, mit Linda als Abkürzung? Die Silbe Li-/-lie doppelt sich auffällig, finde ich
    Leni Jettchen Carolin * Carolin ist ein schöner solider Vorname, die beiden ersten Namen sind auffällige Koseformen
    Cosmo * Mag ich persönlich nicht, da es mir zu sehr von dem Kosmos eingenommen ist. Durch die Kinderzeichentrickserie Cosmo und Wanda ist der Name allerdings vielleicht ein wenig bekannter geworden. Cosimo hätte mir besser gefallen
    Sarah Marie * Solide, aber nichts besonderes.
    Jakob Christoph * Jakob Christopher oder besser noch Christopher Jakob hätte mir mehr zugesagt, da so die eigentlich sehr schönen Namen etwas abgehackt klingen.
    Isidor * Gefällt mir, hätte aber einen bekannteren Zweitnamen dazu gewählt.
    Maya Carmina * Gefällt mir seltsamerweise gut
    Marlene Ottilie * Klingen schön zusammen.

  3. Kati sagt:

    bei Marlene Ottilie musst ich auch an Marlene Ottey denken, dennoch gefällt mir diese Kombination sehr gut.

    Bei Viala könnte es auch um eine Französische Gemeinde handeln, nach der das Kind benannt wurde. Ich meine in meinem Supermarkt den einen oder andern Wein aus dem Ort gesehen zu haben.

    Leni Jettchen Carolin ist der kindlichste Name der Woche, da wollen die Eltern wohl nicht, das es je erwachsen wird…

    Meine Favoriten dieses Mal :

    Benedikt Wolfram
    Marlene Ottilie
    Elisa Helene Sophie
    Laurentin Alexander
    Mads Friedrich
    Sarah Marie
    Elena Sinikka
    Hannah Maritta Verena
    Isidor und Cosmo

    Flop der Woche: Leni Jettchen Carolin, Sue Fijara und Jamie-Lynn Rosalie

  4. Mark sagt:

    Sehr interessante Auswahl. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich dem einen oder anderen Namen nachgehen.

    Benedikt Wolfram–über diese Kombi freue ich mich sehr. Erstens ist Benedikt ein toller, traditioneller Heiligenname, und zweitens wünsche ich mir immer eine Wiederkehr der alten germanischen Namen, von welchen ich Wolfram auch besonders schön finde. Die Endsilbe „ram“ bedeutet ja „Rabe“; Raben waren mythische Schicksalstiere bei den alten Germanen. Die Kombi klingt auch sehr rund, und die Zusammenstellung von katholischem und germanischem Namen ist auch irgendwie faszinierend und spiegelt die deutsche Kulturgeschichte wider.

    Magdalena Leilani–Magdalena finde ich immer wieder schön, stattlich, erhaben. Freue mich, dass dieser traditionelle biblische Name heutzutage wieder ein bisschen modisch ist. Leilani paßt klanglich einigermaßen, obwohl, wie Elbowin bemerkt, die Ls sich doch etwas zu sehr häufen. Allerdings ist so ein exotischer Neuimport wie Leilani, irgendwie nicht passend zu einem traditionell-abendländischen Klassiker wie Magdalena. Auf der anderen Seite ist es schön, dass das Mädchen nicht nur einen exotischen sondern eben auch einen traditionellen Namen bekommen hat.

    Elena Sinikka–

    Wenn es sich um ein Mädchen mit finnischem Hintergrund handelt, dann finde ich den Namen relativ gut, bis auf die Zusammenstellung von Heiligennamen und Elfennamen, was mir geistlich-kulturgeschichtlich nicht recht passen will. Wenn es sich nicht um ein Mädchen mit finnischem Hintergrund handelt, dann fände ich traditionell deutsch Helena besser und Sinikka nicht so passend. Französische Namen passen wegen des jahrhundertelangen starken kulturellen Einflusses unseres Nachbarlandes zum Beispiel besser nach Deutschland als finnische Namen, finde ich.

    Dabei ist Sinikka allerdings schon ein sehr hübscher Name mit faszinierendem mytholigischem Hintergrund. Rein klanglich ist Elena Sinikka sehr ansprechend.

    Cosmo–erinnert mich an Cosmo Kramer aus „Seinfeld.“

    Marlene Ottilie–Wunderschöne klassische Kombi!

    Laurentin Alexander–
    Ich mag Laurenz, Lorenz, und Laurentius. Laurentin klingt mir doch etwas zu weiblich, obwohl das E bei Laurentine natürlich einen großen Unterschied darstellt (wie auch bei Justin und Justine, etc.). Alexander ist dazu allerdings sehr gut kombiniert–zwei klassische Namen aus der gräko-romanischen Antike, die beide sehr stattlich klingen.

    Leni Jettchen Carolin–
    Leni kann ich noch nachvollziehen, aber Jettchen? Würde gerne den Gedankengang der Eltern erfahren…

  5. Sabina sagt:

    Mir gefallen diese Woche:

    Zoe Maria Rose * Elisa Helene Sophie * Sarah Marie

  6. Jan Wilhelms sagt:

    So, ich muß zugeben, dieses Blog noch nicht lange genug zu können, um beurteilen zu können, wozu diese Rubrik „Babynamen der Wochen“ dient. Ich sollte daher vielleicht einfach die Klappe halten, aber das mag ich auch nicht, so am Sonnabend vormittag. Um Pardon vorab, mithin…

    Die aufgelisteten Namen sind mit wenigen Ausnahmen ein Panoptikum von Unmöglichkeiten, Scheußlichkeiten und Peinlichkeiten. Entweder sind sie prollig oder – noch viel schlimmer – gequält-mittelschichtig und halbgebildet. Das juste milieu googelt, liest bei Wiki nach und bastelt sich dann irgendwas zusammmen.

    Die Ausnahme ist eindeutig Jakob Christoph – der ist vollkommen in Ordnung – und zur Not (aber auch nur zur Not) noch Benedikt Wolfram, Elisa Helene Sophie, und Marlene Ottilie. (Aber auch Marlene ist durch M. Dietrich und andere Schlager-Kontexte diskreditiert.) Bei Sarah Marie bin ich mir nicht sicher – es klingt eigentlich hübsch, hat aber auch einen Stich ins Piefig-Mittelschichtige.

    Und der Rest ist unterirdisch.

    Das Allerallerschimmste ist m.E. „Laurentin Alexander“. Da möchte also die 36-jährige SUV-fahrende Mittelschicht-Mutti mit reichem Männe irgendwas mit Alexander, weil das bei den Grundschul-Lehrerinnen bestimmt gut ankommt, auch wenn Baby bissi weich in der Birne ist. Philipp Alexander geht nicht mehr, weil das nun schon seit zehn Jahren in den Kabaretts und sogar im Spiegel verarscht wird. Also bastelt sie sich mit Hilfe von Google und Wiki einen Pseudo-Diminutiv „Laurentin(us)“ aus Laurentius zusammen und bebbert den Alexander hintendran.

    Uah! (Nein, es geht mir jetzt nicht besser. :mrgreen: )

    • Patrick sagt:

      Wer Marlene Dietrich unter Schlager einsortiert, diskreditiert höchstens sich selbst – insbesondere wenn solche Vorbehalte gegen Helene anscheinend nicht bestehen.

      Die piefige Mittelschichtigkeit mag ja durchaus aus so manchem Namen sprechen, allerdings frage ich mich, ob man die (eigene?) pietistische Pseudofrömmelei nicht mehr mitbekommt, wenn man ausgerechnet das biblische Allerweltsrepertoire als gelungenes Gegenbeispiel identifiziert.

      Wolfram finde ich allerdings ebenfalls interessant – nicht weil ich ihn für besonders wohlklingend halte, sondern weil er einen Wechsel von den Namen meiner Großelterngeneration zu denen meiner Elterngeneration darstellt. Das kommt in letzter Zeit häufiger vor.

    • Knud sagt:

      Ich habe dieses Blog und die „Babynamen der Woche“ erfunden, aber ich weiß trotzdem nicht, wozu diese Rubrik dient. Weil sie aber sehr häufig aufgerufen wird, machen wir immer weiter damit 😉

    • Anonymous sagt:

      Zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden und die Zeiten, in denen vorgeben wer seine Kinder wie zu nennen hat, auch vorbei. Ein Hoch auf die Namensvielfalt und Entscheidungsfreiheit!

  7. Maiklin Mändy sagt:

    @Pätrick

    Helene Fischer ist meines Wissens bis jetzt auch noch nicht in amerikanischer Uniform in Deutschland aufgeschlagen und sich hat noch nicht vor laufenden Kameras geweigert, deutsch zu sprechen. Marlene Dietrich schon. Und das ist in Berlin unvergessen.

    Und deshalb hat sie in Berlin als Straßennamen auch nur nen Hundeklo zugewiesen bekommen, und deswegen war der Vorschlag der CDU ein Jahrzehnt später, ausgerechnet nach so einer den famosen geplanten Flughafen zu benennen, absurd.

    • Patrick sagt:

      Ich nähme es Frau Dietrich wohl auch übel, dass sie kein Nazi war, wenn mir irgendwelche Gründe einfielen, warum das schlimm ist. Bin vielleicht nicht genug patriotischer Europäer dafür.

  8. Schtroumpfette sagt:

    Mal wieder ein paar Eindrücke:

    Magdalena Leilani – Magdalena wirkt bodenständig, seriös und Leilani lieblich, unbeschwert. Ich finde, die Namen ergänzen sich der Wirkung nach gut. Dass drei Silben mit l beginnen, fällt auf und schafft klanglich neben weiteren gemeinsamen Elementen der Namen eine schöne Verbindung, finde ich.

    Laurentin Alexander – eine schöne Kombi! Laurentin wirkt auf mich zwar auch etwas feminin, aber mir gefällt der Name – sowie die Kombi.

    Leni Jettchen Carolin – eine Kombi bestehend aus drei Verniedlichungsformen anderer Namen fällt natürlich schon ins Auge. Mir ist die Kombi auch zu süßlich, aber ich finde, die Namen harmonieren vom Klang her schon ganz gut miteinander. Also klanglich und stilistisch schon eine stimmige Kombi….

    Elisa Helene Sophie – durch die überwiegend langen hellen Vokale und weichen Konsonanten klanglich stimmig. Ich finde die Kombi schön, obgleich auch sehr „weich“: mir wirkt sie dadurch etwas zu brav….

    Felicia Flora – die Kombi hat ’was. Beide Namen sind lateinischen Ursprungs und haben eine schöne Bedeutung. Leider wirkt Flora etwas wie ein Anhängsel oder die Namen sind durch einige gleiche Elemente (Anfangs- und Endbuchstabe und das l) klanglich zu doppelt gemoppelt. Felicia Florentine z.B. hätte ich klanglich etwas eleganter gefunden.

    Isidor – mag ich sehr, hätte dem Jungen aber einen geläufigeren Zweitnamen gegeben.

    Maya Carmina – etwas a-lastig, aber das i sorgt doch noch für genug „Farbe“ in der Kombi und der k-Laut sorgt neben der braven Note für etwas Peps. Nicht nur klanglich überzeugt mich die Kombi, sondern auch von der Wirkung her, kann aber nicht genau sagen, warum.

    Marlene Ottilie – Marlene find’ ich immer wieder schön und Ottilie passt erstaunlich gut dazu.

  9. Jan Wilhelms sagt:

    Zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden und die Zeiten, in denen vorgeben wer seine Kinder wie zu nennen hat, auch vorbei. Ein Hoch auf die Namensvielfalt und Entscheidungsfreiheit!

    Gut, möglicherweise waren meine Bemerkungen zu erzürnt, möglicherweise könnten auch hier etwas mehr Duldsamkeit, Lässigkeit und Langmut nicht schaden. (Auch wenn’s angesichts der obenstehenden Kreationen schwerfällt.)

    Daß es aber irgendwann wirklich „vorgeben [gewesen wäre,] wer seine Kinder wie zu nennen hat“ – das wäre mir neu. Kein noch so autoritärer Staat hat jemals zu Eltern gesagt: „Das Kind hat jetzt so und so zu heißen!“ Das hat es meines Wissens weder im Feudalismus, noch im Faschismus, noch im Stalinismus noch sonstwo gegeben. Namensgebung ist immer und überall Prärogative der Eltern gewesen.

    Was freilich stimmt, ist, daß umgekehrt der Staat die standesamtlich Eintragung von Vornamen verweigern konnte und auch verweigert hat – das kann er in der heutigen BRD bekanntlich auch noch, obwohl er es anscheinend (siehe bitte wiederum oben) kaum noch tut. Oder man denke an die DDR, in der die dort so beliebten englische Vornamen nur eingetragen wurden, wenn sie germanisiert geschrieben wurden – eben die dann nach 1989 so oft verspotteten Maiks, Mendys, Sindys etc. Und in Frankreich wurden (zumindest war das vor zwanzig Jahren noch so, ich weiß nicht, wie das heute gehandhabt wird) auch nur „normale“ Namen eingetragen und keine Phantasiekreationen. (Selige Zustände, möchte man sagen.)

    Ferner haben früher sicher Zwänge der Tradition, auch die der Religion eine größere Rolle gespielt als heute. So war es in vielen Gegenden Europas (so in Griechenland) Brauch, den ältesten Sohn nach dem Vater des Vaters zu benennen. Und die zweiten und dritten Vornamen waren auch in Deutschland den Vornamen der Patenonkel und -tanten vorbehalten – das ist noch bei mir (Jg. 67) so, obwohl ich gar nicht getauft bin. Und daß zum Beispiel der jeweilige Chef des Welfenhauses seit fast zwei Jahrhunderten „Ernst August“ heißt, liegt auch nicht daran, daß der Name so toll „klingt“. Das waren bzw. sind Traditionen – aber eben keine Vorschriften. Viel mehr Unheil als durch die „Phantasie“, das Klangempfinden und die „Entscheidungsfreiheit“ von Ingenieurs-Gattinnen, Lehrerinnen und spätgebärenden Karrierefrauen ist dadurch meines Erachtens keineswegs entstanden.

    • Knud Bielefeld sagt:

      Interessant, dass die Phantasie von Spätgebärenden unheilsbringend sein soll. Mein Eindruck ist, dass es eher die sehr jungen Eltern sind, die „besondere“ Vornamen vergeben. Alte Eltern tendieren zu „langweiligen“ Vornamen.

    • Patrick sagt:

      In Island gibt es eine offizielle Namensliste, aus der Eltern wählen können. Andere Namen verweigert der Staat – etwa Namen, die mit C beginnen, da es den Buchstaben nicht gibt. Die Kinder werden dann zwangsbenannt „Junge“ bzw. „Mädchen“ (auf Isländisch), bis die Eltern sich etwas Neues einfallen lassen.

      Ob das so seelig machend ist, weiß ich nicht. Elvis ist zum Beispiel auf der Liste.

    • Jan Wilhelms sagt:

      Interessant, dass die Phantasie von Spätgebärenden unheilsbringend sein soll. Mein Eindruck ist, dass es eher die sehr jungen Eltern sind, die “besondere” Vornamen vergeben. Alte Eltern tendieren zu “langweiligen” Vornamen.

      Na, interessant ist wohl nicht, in welche Richtung gerade mal ein Flame von mir losgegangen ist, sondern wie es um den Sachverhalt bestellt ist. Interessante Information, danke! Das rettet ja auch ein bißchen die Ehre meiner eigenen Generation! :mrgreen:

      In Island gibt es eine offizielle Namensliste, aus der Eltern wählen können. Andere Namen verweigert der Staat – etwa Namen, die mit C beginnen, da es den Buchstaben nicht gibt. Die Kinder werden dann zwangsbenannt “Junge” bzw. “Mädchen” (auf Isländisch), bis die Eltern sich etwas Neues einfallen lassen.

      Ob das so seelig machend ist, weiß ich nicht. Elvis ist zum Beispiel auf der Liste.

      Falls das denn stimmt (ich weiß es nicht):

      Wenn sich ein Mickervolk von 300.000 Leuten vorgenommen hat, eine der ältesten und schwierigsten (freilich auch ruhmbedecktesten*) Sprachen Europas lebendig zu erhalten – und zwar nicht in einem Kral oder in einem Freilicht-Museum, sondern in einer modernen, vernetzten Informationsgesellschaft -, dann geht es eben nicht ohne ein erhebliches Maß an obrigkeitlicher Steuerung und an gesellschaftlicher Akzeptanz dieser Steuerung. Ähnlich also wie in Frankreich oder in Israel (nur unter noch schwierigeren Bedingungen): Es gibt ziemlich kluge Institutionen, die festlegen, wo es mit der Sprache langgeht, und die Leute machen mit.

      Und das isländische Namenssystem mit seinen Patronymen ist nun einmal Teil der isländischen Sprache – und da darf man die Namensgebung wohl nicht der „Phantasie“ oder der „Kreativität“ von Früh-, Mittel- oder Spätgebärerinnen überlassen. Wenn diese sprachlich kreativ sein wollen, können sie ja Gedichte oder Romane schreiben. Beides hat auf Island bekanntlich eine stolze, tausendjährige Tradition.

      Und was den „Elvis“ angeht: Vielleicht liegt das daran, daß Island politisch jahrzehntelang nichts anderes gewesen ist als ein landschaftlich hübscher US-amerikanischer Flugzeugträger. 😉

      *) „Das Latein des Nordens,
      Das in Byzanz widerhallte
      Und an Amerikas jungfräulichen Rändern.“

      J.L. Borges

    • Anonymous sagt:

      Worauf stützt du die Behauptung, in der DDR hätte es Regelungen zur Schreibweise gegeben? Ich kenne in der DDR geborene Mikes, Cindys und Mandys (Mendy habe ich dagegen noch nie gesehen). Das widerlegt deine Aussage ja schon.

  10. Susanne sagt:

    Leni Jettchen Carolin ist an Schrecklickhkeit kaum zu überbieten. Der erste Name ist alt,der zweite läcjherlich und der dritte,passt nicht zu den ersten beiden.

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