Babynamen der Woche 14/2013 aus Japan

Koharu * Akari * Miyu * Mona * Yuzuyu * Hina * Sona * Himari * Airi * Kotone * Mikuni * Miyuki * Yuki * Ena * Harua * Momoka * Miwa

Shogo * Yuto * Ryunosuke * Kotaro * Haruta * Haruto * Shunjiro * Mutsuki * Makoto * Ren * Aoto * Rikuto * Shota * Kei * Shoshiro * Anji
Japan Flagge
Die Babynamen der Woche sind ausnahmsweise mal nach Geschlechtern sortiert: erst die Mädchen, dann die Jungen. Es sind Vornamen von Babys, die dieses Jahr in Japan geboren sind. Unsere Japan-Korrespondentin Anja, die die Namen aus dem japanischen Fernsehen gesammelt hat, meint dazu:

Was die Namen an sich angeht, ist wirklich alles dabei, von den absoluten Top-Namen über ganz normale, bekannte neue und alte Namen bis hin zu komplett einzigartigen, individuellen Kreationen.

Als Bonus noch ein paar interessante Geschwisternamen, bei denen sich ein gewisses Schema erkennen ließ:

Schwestern:

  • Minami – Manami
  • Riona – Ruina
  • Rino – Riko
  • Yuzuki – Hazuki
  • Mio – Mei

Bruder – Schwester:

  • Ataru – Kokoro ; ergeben zusammen die Bedeutung „Mittelpunkt, Kern“ (der Familie)

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

7 Kommentare zu "Babynamen der Woche 14/2013 aus Japan"

  1. Marcus sagt:

    Meine japanische Schwägerin teilte mir soeben über Facebook zu diesen Namen mit:

    „Manche sind eigentlich ziemlich „Chantal / Kevin“-mäßig…“

  2. Kati sagt:

    Momoka kenne ich nur in der Momoko- Version.
    Da kenne ich auch eine nicht Japanarin, die den Namen hat.
    Aber auch die meisten Jungsnamen sind mir schon über den Weg gekommen.
    Für ich persönlich klingt Kotone ein wenig männlich, hätte mir da kein Mädchen vorstellen können.
    Umgekehrt geht es mir bei Aoto und Ren.

    Alles in einem interessante Namen, ich finde die klassischen Akira und Miko und Aiko(wenn man sie als klassiche bezeichen kann) besser.

  3. Elisabeth sagt:

    Ich kann zwar mit den japanischen Vornamen nichts anfangen (habe absolut keine Affinität zu Japan), finde es aber witzig, dass es dort auch das Phänomen „Kevin“ und „Chantal“ gibt.

  4. Eine Japanerin mit traditionellerem Namen sagt:

    Kotone schreibt sich mit den Zeichen „jap. Laute(Instrument)-Ton“ und ist somit typisch weiblich, da üblicherweise nur für Mädchen die Zeichen aus dem Bereich Blumen und Musik (und Farbe) genommen werden; es ist nicht vorgeschrieben, jedoch scheinen viele moderne Eltern noch geschlechtstrennender zu denken als vor Hunderten von Jahren. Viele typische männliche Namen von damals werden heute nur noch weiblich empfunden, „weil sie doch so weich und ergo weiblich klingen“ – dagegen sind „Aoto“ (Endung „-to“ nur männlich)und „Ren“ für Japaner nur als Männer vorstellbar, wenn beide auch heftig Chantal-mäßig sind und außerdem sinnfrei.

    Es entspringt es dem Trend aus den 90ern, weit verbreitet ab 2000, als ein neuer Begriff sogar geschaffen wurde für die Generation von Eltern, die ihren Kindern Namen von ihren Lieblings- „Anime“ und „Manga“-Figuren gaben; oft handelt es sich um solche Leute, für die die hauptsächliche literarische Quelle auf die genannten beschränkt sind. Auch wenn traditionelle japanische Namen noch immer Einzug in der Anime-Welt finden, sind viele derart künstlich konstruiert, daß sie noch genug japanisch klingen, um dem japanischen Publikum nah zu sein, aber auch fremdartig (und oft westlich) genug, um ein „Fantasy-Feeling“ zu vermitteln. Unnötig zu erwähnen, wie nun solche Namen, die für eine Fanatsy-Welt erdacht ist, als „Menschenname“ klingt, der halbwegs seriös wirken soll.

    Der Name „Momoka“ hat, mit den Zeichen, die dafür verwendet werden, eine jugendfreie Assoziation, da der Ausdruck „momo-“ in einem bestimmten Genre verwendet wurde. Zusammen mit dem oben beschriebenen Phänomen handelt es sich hier ebenfalls um die Gruppe von Eltern, die sogar, einerseits aufgrund mangelnder Vorwissen der japanischen Sprache sowie Geschichte, andererseits ausschließlich nach „weiblich-klingenden, süßen Lauten“ strebend und den Sinn dabei vernachlässigend, ihren Kindern Namen geben, die völlig unangebracht sind.

    Als Beispiel sei die berühmte „Yuna“ erwähnt, wie „Sona“ (aus dem Koreanischen Fernsehdrama, ist keine japanische Lautkombination) klingend, aber traditionell die „Berufsbezeichnung“ für Frauen, die in öffentlichen Bädern den männlichen Kunden professionelle Dienste geleistet haben.
    Ohne Wissen ist der Name sehr beliebt, wie so oft sind dabei die weiblichen „Idols“ (Sänger, Schauspieler) in den Medien die Vorreiter und Vorbilder, die deswegen solche Namen tragen, weil es hauptsache „individuelle“ neue Namen sein sollen und die Frauen oftmals nicht japanischer Herkunft sind. Zu erwähnen ist noch, daß solche Namen sehr beliebt sind für „weibliche Akteure“ in der Porno-Branche:
    Miyu * Mona * Yuzuyu * Hina * Sona * Himari * Airi * Ena * Harua * Momoka * Miwa
    Diese sind „unjapanische“, für japanisches Ohr sehr fremd Namen und werden mit willkürlichen Zeichen von Eltern zusammengesetzt.

  5. Eine Japanerin mit traditionellerem Namen sagt:

    Nachtrag:
    Ich entschuldige mich für die peinlichen Fehler im Text. Zwei Dinge als Nachtrag, nachdem ich mich mit anderen Japanern darüber unterhalten habe:

    „Ena“ – mir fehlt der deutsche Begriff dafür, aber er bezeichnet den Rest, der aus dem Mutterleib ausgeschieden wird, nachdem das Neugeborene entbunden wurde
    „Mutsuki“ – traditioneller Ausdruck für Windeln

    Man sieht hier wieder, wohin man aus Unwissenheit und Experimentierfreude geraten kann.

    • Autsch. sagt:

      re: ‚ena‘ …
      Die deutschen Worte sind „Plazenta“ (lateinisch/wissenschaftlich) oder „Mutterkuchen“ / „Nachgeburt“.

      Ich glaube nicht, dass irgendwer auf die Idee kommen würde, ein Mädchen „Mutterkuchen“ oder „Nachgeburt“ zu taufen.
      Aber „Plazenta“ (oder schicker mit „c“ in der Mitte?!) könnte bei ungebildeten Leuten theoretisch auch vorkommen, würde aber beim Rest der Nation schallendes Gelächter hervorrufen. Armes Wicht, kann man da nur sagen. Hoffen wir auf die Bildung des Standesbeamten.

  6. Ayame sagt:

    Sehr interessant, vielen Dank! Meine japanischen Kollegen und Freunde wundern sich auch über die derzeit dort vergebenen „otaku“-Namen. Für westliche Ohren hören sich einige Namen ganz schön an, haben aber für viele Japaner eine „Asi-touch“ (vor allem, wenn mit ungewöhnlichen Kanji geschrieben.) Die Namen, die für uns gewöhnungsbedürftig klingen haben oft eine schöne Bedeutung.

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