Diana oder die Jana?

Frauen mit den Vornamen Jana und Diana sind leidgeprüft, denn norddeutsch „Diana“ und süddeutsch „die Jana“ klingen fast gleich. Dass es in Süddeutschland üblich ist, vor Vornamen den bestimmten Artikel zu setzen und dass das in Norddeutschland unüblich ist, hatten wir hier schon vor einigen Jahren diskutiert: Gehört vor einen Vornamen ein Artikel oder nicht?

„Der genaue Verlauf dieser Sprachgrenze ist nicht genau bekannt“ musste ich damals noch feststellen. Heute wissen wir mehr – dank des Projekts „Atlas zur deutschen Alltagssprache”:

Artikel und Vorname © Atlas  zur  deutschen  Alltagssprache

Artikel + Vorname © Atlas zur deutschen Alltagssprache

Das Übergangsgebiet in der Mitte Deutschlands zieht sich also von Westfalen, den Norden von Sachsen/Thüringen nach Brandenburg. Die Verantwortlichen der Untersuchung, Prof. Dr. Stephan Elspaß von der Universität Salzburg und Prof. Dr. Robert Möller von der Université de Liège, haben auch beobachtet, „dass sich die Verwendung von Vornamen mit dem bestimmten Artikel in der Alltagssprache weiter ausbreitet“.

So eindeutig wie bei der Frage, ob man „Anna“ oder „die Anna“ sagt, sind die regionalen Unterschiede in der deutschen Sprache längst nicht immer. Bei Karotten, Brötchen und Brathähnchen zum Beispiel sind die Karten viel bunter, wie die neuesten Ergebnisse des „Atlas zur deutschen Alltagssprache” zeigen.

Übrigens: Die Fragen zur zehnten Erhebungsrunde habe ich auch schon beantwortet – wer macht noch mit?

Thema: Wissenschaft

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

10 Kommentare zu "Diana oder die Jana?"

  1. Rina sagt:

    Hihi, ich komme mitten aus der Sprachgrenze. ^^

    Ich finde Artikel vor Vornamen fürchterlich, ertappe mich aber selbst auch gelegentlich dabei *schäm*

    Die neue Umfrage hab ich natürlich auch bereits beantwortet.

  2. Maya sagt:

    Bei uns ist es so normal Artikel vor dem Namen zu nutzen, dass es ohne eher schon unnatuerlich klingt.

    Ich hatte sowohl eine Jana als auch eine Diana in der Klasse, aber verwechselt oder falsch verstanden wurden die nie. Man sagt ja „die Jana“ und „die Diana“ 😉

    • Das Problem tritt erst auf, wenn „die Jana“ mal Kontakt zu Norddeutschen aufnimmt und sich als „die Jana“ vorstellt. Dann ist sie nämlich ganz schnell als „Diana“ bekannt.

  3. amk sagt:

    Bei uns ist der Gebrauch des Artikels vor dem Namen auch normal und ohne klingt für uns immer irgendwie komisch.

    Eine Bekannte, die aus der Nähe von Hamburg stammt, findet diesen „Brauch“ hingegen ganz schrcklich ; )

  4. Wenke sagt:

    Ich komme aus Mecklenburg, wohne derzeit in Berlin und finde den Artikel vor Vornamen auch „schrecklich“.
    Als ich in Österreich wohnte, war der Dialekt manchmal nur schwer auszuhalten für mich. Bei: „Ich bin die Kreuzhuber-Carolin“ hat es mich echt geschüttelt. Das klang dann wirklich wie ein Wort: Kreuzhubercarolin, Betonung auf Kreuz.

    Meine Beobachtung ist auch, dass sich der Artikel vor Vornamen auch im Norden ausbreitet, in Kindergärten ist das sicherlich üblich.
    Mein Freund ist Schwabe und gewöhnt es sich gerade mühsam ab ;o)

    Wenke

    • Rina sagt:

      Wenke, Dich gibt’s ja doch noch!
      Wie schön 🙂 Ich hab Dich vermisst.

      Die von Dir erwähnte bayrisch/österreichische Variante kann ich auch überaupt nicht ausstehen ^^
      Zum Glück ist mein Freund, zumindest sprachlich gesehen, Niedersachse und tut sowas nicht. Ich würde regelmäßig ausrasten, glaub ich.

    • Wenke sagt:

      Oh ja, mit einem Schwaben als Freund hat der Norddeutsche es nicht leicht ;o) Wo die Liebe hinfällt …. ich mag den Südwesten so gern, aber der Dialekt hält mich tatsächlich davon ab, dorthin zu ziehen (wie auch Sachsen und alle anderen Dialekt-Gegenden) – in Trier soll es auch schlimm sein.
      Neulich wurde meinem Freund gesagt, es klänge schon wie eine „Sprachbehinderung“. Und erst gestern verstand ich „Westwind“ anstatt „festbinden“ (die Schwaben zischeln und nuscheln ja auch gern ;o)) feschwind …

      Ich bin hier nicht mehr sooo oft, ist mühsam, die langen Bewertungslisten zu lesen und mir von vielen Kommentatoren auch zu plump und frech (bei oftmals großer Ahnungslosigkeit).

      Ich freue mich aber seeeeehr, dass mich jemand vermisst hat ;o)

      Weißßt du, Rina, was mit mamipapi.de passiert ist ?

      Wenke

    • Rina sagt:

      mamipapi.de? Wieso? Was ist denn damit?

      Über Deinen „Westwind“ musste ich gerade so furchtbar lachen, dass mir mein Cappuccino zur Nase herauskam ^^

      Ich hab auch nicht mehr viel Zeit, hier wirklich zu schreiben, aber ich schau jeden Tag, ob es was Neues gibt. Die unqualifizierten Kommentare ignoriere ich für gewöhnlich einfach, aber es gibt ja auch noch ein paar Stammkommentatoren, deren Beiträge wirklich sinnvoll sind und Spaß machen.

  5. Jana sagt:

    Ist schon älter, ich weiss, aber trotzdem: Als eine Jana aus Südbaden (von Norddeutschen auch gerne mit Schwaben verwechselt) muss ich mich doch grad mal doch noch melden. Ich kenne das Problem nämlich zu genüge, vor allem am Telefon. „Hallo, hier ist die Jana“ „Diana?“ „Nein. Die (sekunde Pause) Jana“

    Ich kann mich nämlich nicht einfach mit „Ich bin Jana“ vorstellen, weil sich das für mich total falsch und seltsam anhört. Deshalb hab ich mich mit diesem „Problem“ schon abgefunden…

    Würde ich meinen regionalen Dialekt aber konsequent sprechen hätte ich weniger Verstädnigungsprobleme: Dann wär’s nämlich nicht die Jana sondern d’Jaana.

    • Hannah Luisa sagt:

      Oh, ich kann dich gut verstehen. Ich bin auch aus Südbaden und wir benutzen auch immer einen Artikel. Und ich stelle mich auch immer mit „Ich bin die Hannah“ vor, „Ich bin Hannah“ klingt wirklich ungewohnt.
      Meine Freundin allerdings heißt Diana, sie stellt sich aber immer mit „Ich bin Diana“ vor, und hier wird das dann als Jana gedeutet 😉

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