Ein Märchen für Ben: Die sieben Raben

B-e-n. DER Jungenname in Deutschland, aber auch einfach eine häufige BuchstaBEN-Kombination, was mich zu einer kleinen Märchen-Verdichtung inspiriert hat. Einem Chamäleon gleich, fügt sich B-e-n überall ein, eckt nicht an, klingt irgendwie unendlich vertraut – und vielleicht ist ihm ja auch deshalb heute so großer Erfolg beschieden.

Rabe © Jag_cz - Fotolia.comEin Mann hatte sieBEN KnaBEN, wollte aber lieBENd gern ein Töchterchen haBEN. Endlich kam nach den vielen BuBEN tatsächlich eines, das jedoch schwächlich war. Aus Furcht, es könnte nicht überleBEN, sollte es schnell getauft werden. Der Vater schickte einen seiner BENgel, BENdix mit Namen, los, um Taufwasser zu holen. Seine Brüder – BENvenuto, EBENezer, Kara BEN Nemsi, RuBEN, BENno, und der Jüngste hieß BENjamin – BENeideten BENdix und liefen deshalb mit, BENahmen sich aber so ungestüm, schoBEN und schubsten, dass der Krug in den GraBEN fiel. BENommen sahen die SieBEN ihm nach und trauten sich nicht nach Hause. Es wollte schon ABENd werden, als man den Vater, vor Zorn über die Säumigen beBENd, schnauBEN hörte: „Ich wollte, dass die KnaBEN alle zu RaBEN würden.“ Und eBEN, als er diesen Spruch getan hatte, sah er sieBEN RaBEN nach oBEN auffliegen und davonschweBEN.

Die Eltern konnte die Verwünschung nicht zurücknehmen und waren traurig, die BuBEN verloren zu haBEN. Ihre lieBENswerte Tochter BENedicta, die bald zu Kräften kam, tröstete sie jedoch einigermaßen. An einem trüBEN Tag dann erfuhr BENedicta von aus SieBENbürgen zugereisten Verwandten, dass sie Brüder gehabt hatte und wie diese aus ihrem LeBEN entschwunden waren. BENedicta grämte sich sehr und verließ schließlich eBENfalls ihre Heimat, um die SieBEN zu erlösen. Nichts nahm sie mit als zwei SteckrüBEN und ein Fläschchen TrauBENsaft gegen Hunger und Durst.

Ihr ABENteuer führte sie über Berge und EBENe bis an der Welt Ende, zu Sonne und Mond, die waren leBENdig und wollten BENedicta gern auf ihrem Speisezettel haBEN, und zu den lieBEN Sternen. Der ABENdstern gab ihr einige besondere SchrauBEN, ohne diese könne sie nicht in die KatakomBEN, wo ihre Brüder seien. BENedicta ging weiter, bis sie endlich vor die KatakomBEN kam. Das Tor war verschlossen, doch BENedicta hatte die vom ABENdstern geschenkten SchrauBEN verloren. Da hob sie einige mit Vogeldreck BENetzte Federn auf, die TauBEN dort verloren hatten, scherte sich nicht um MikroBEN, steckte die Federn ins Schloss und brachte es auch glücklich auf. Drinnen kam ihr ein Zwerg namens TorBEN entgegen, und als er hörte, dass sie SieBEN RaBEN suchte, hieß er sie in einem Zimmerchen auf die Herren RaBEN warten. Er trug die Speise der RaBEN herein auf sieBEN Tellerchen und in sieBEN Becherchen, und BENedicta mauste jedem RaBEN ein Bröckchen und ein Schlückchen; in das letzte Becherchen aber tat sie von dem TrauBENsaft, den sie mitgenommen hatte.

Dann sah sie die RaBEN einschweBEN. Und einer nach dem anderen sprach: Wer hat von meinem RaBENfutter gemaust? Wer mein Becherchen BENutzt? Und wie der SieBENte aus seinem Becher kostete, erkannte er, den feinen Geschmack loBENd, die TrauBEN seiner Eltern, und sprach: „Wenn doch BENedicta da wäre, so wären wir erlöst.“ Wie BENedicta, die alles belauschte, das hörte, so trat sie hervor, und da bekamen alle die RaBEN ihre menschliche Gestalt wieder. Und sie herzten und küssten einander und zogen fröhlich heim.

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Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

7 Kommentare zu "Ein Märchen für Ben: Die sieben Raben"

  1. Rina sagt:

    Haha, großartig! „[…] scherte sich nicht um MikroBEN […]“ 😀

    • Rina sagt:

      Wie gruselig… Warum kann man in dem neuen Layout mein Profilbild von einer ganz anderen Website sehen? o.o

    • Gruselig? Mir gefällt das Bild 🙂

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    • Rina sagt:

      Witzig… ich hab das auf einer Plattform meiner Uni hochgeladen^^

      Vielen Dank 🙂

  2. amk sagt:

    Ich kenne eine Version, wo sich „Benedicta“ den kleinen Finger abschneidet und ihn als Schlüssel benutzt…

    • Annemarie sagt:

      Richtig! Aber psst, wer wird denn sowas dem kleinen Ben vorlesen wollen … 😉

      Außerdem ist mir kein Synonym für Finger mit BEN drin eingefallen.

    • amk sagt:

      Ja,da ist was dran. Aber als Kind macht man sich da -wenn ich das mit meiner eigenen Erfahrung aus der Kindheit abgleiche- gar keine Gedanken.

      Im Kindergraten haben wir früßher immer vor dem Essen folgenden Spruch gesagt: „Piep, piep, Mäuschen, bleib in deinem Häuschen. Stiehlst du mir mein Butterbrot, kommt die Katz und beißt dich tot. Piep, piep, piep, guten Appetit!“
      Auch ziemlich makaber! : )

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