Interview mit der Vornamenberaterin Frauke Rüdebusch

Frauke Rüdebusch hat einen ungewöhnlichen Beruf. Einen Beruf, um den sie vermutlich viele „Beliebte Vornamen“-Stammleser beneiden: Sie ist Vornamenberaterin.
Als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden beurteilt sie die Eintragungsfähigkeit von ungewöhnlichen Vornamens, falls die Beurkundung im örtlichen Standesamt abgelehnt wird. Wie die Sprachwissenschaftlerin zu diesem Job gekommen ist und was sie dabei so erlebt berichtet SPIEGEL ONLINE: Frau Rüdebusch, darf mein Kind Zecke heißen?

Wie steht die Vornamenexpertin denn wohl zu ihrem eigenen Namen? Ich habe mich erkundigt:

Wie lautet Ihr vollständiger Vorname?

Frauke, einen zweiten Namen habe ich nicht.

Wie werden Sie genannt?

Frauke. Der Name eignet sich nicht so sehr für Abkürzungen oder Ableitungen …

Mögen Sie Ihren Vornamen? Wie würden Sie lieber heißen?

Ja, mittlerweile mag ich meinen Vornamen. Ich war zwar nie so richtig
unglücklich damit, aber es gab schon hin und wieder Namen, die mir
besser gefallen haben. Trotzdem war darunter eigentlich keiner, den ich
für mich selbst lieber gehabt hätte. Ich glaube, man wächst mit der Zeit
mit seinem Namen zusammen.

Wissen Sie, warum Ihre Eltern Sie so genannt haben?

Meine Mutter ist Lehrerin und hatte eine Schülerin namens Frauke, die
sie sehr mochte. Also bin ich nach ihr benannt worden.

Thema: Interview

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

2 Kommentare zu "Interview mit der Vornamenberaterin Frauke Rüdebusch"

  1. Kati sagt:

    Was ich interessant fand, das Huckleberry nicht genehmigt wurde.

    Zitat : Sicherlich ist Mark Twains literarische Gestalt des Huckleberry Finn altbekannt, doch Huckleberry ist weder im Englischen noch im Deutschen als Vorname anzusehen. Huckleberry Finn (oft Huck, selten auch Hucky genannt), Sohn des Ortstrunkenbolds, ist in den Jugendromanen Mark Twains gewissermaßen ein Kuriosum und gilt vielen als Außenseiter. Bezeichnenderweise findet bzw. fand sich das Wort im amerikanischen Slang und beschreibt z. B. „einen Menschen, der gerade für einen bestimmten Zweck benötigt wird“. Englisch-deutsche Wörterbücher weisen Huckleberry als „Amerikanische Heidelbeere“ aus – wir haben es also zunächst mit einem Pflanzennamen zu tun. Huckleberry gibt es darüber hinaus als Familiennamen, auch hin und wieder in Deutschland. Aus all dem ergibt sich, von einer Eintragung abzuraten.

    Aber es gibt durchaus, gerade in den USA , einige Hucks, die mit vollem Namen Huckleberry heissen. Der wohl „berühmteste“ ist der Profipokerspieler Huckleberry „Huck“ Seed. Auch der Sohn eines unserer US-Chefs heisst Huckleberry James mit Vornamen, er wird also durchaus vergeben und das nicht zu selten!

  2. n!na sagt:

    Also ich würde eher einen Namen wie Nemo oder Legolas verbieten (obwohl ich die eigentlich auch schön finde) als Huckleberry. Mir persönlich gefällt Caruso am besten.

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