Von 24. August 2010 Weiterlesen →

Namensbezogenen Vorurteile der Lehrer

Unter der Schlagzeile “Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose” ging letztes Jahr eine Studie durch die Medien, die auch für Empörung sorgte. Jetzt hat Prof. Dr. Astrid Kaiser von der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg die Ergebnisse einer weiteren Forschungsarbeit veröffentlicht, die das Thema namensbezogener Vorurteile der Lehrer vertieft.

Foto: Sparbaby.deIn der neuen Studie haben Grundschullehrer Aufgabenlösungen von Schülern bewertet, die mit wechselnden Vornamen unterzeichnet waren. Dabei kam heraus, dass identische Lösungen tendenziell schlechter bewertet wurden, wenn ein negativer Jungenname darunter stand. Mit einem negativen Mädchennamen wurde die Antwort dagegen sogar besser bewertet als mit einem positiven Mädchennamen. Diese Studie zeigt nebenbei erschreckend deutlich, wie subjektiv die Benotung durch die Lehrer ist.

Als positive Namen wurden in der Untersuchung übrigens die Vornamen Alexander, Maximilian, Simon, Lukas, Jakob, Katarina, Hannah, Emma, Marie und Sophie verwendet. Neben dem inzwischen schon sprichwörtlichen Kevin zählte das Forscherteam Marvin, Maurice, Cedric, Jaqueline, Angelina, Vanessa, Chantal, Mandy und Celina zu den mit negativen Vorurteilen belasteten Vornamen. Nick und Leon gelten als neutral.

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenhobbyist und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

14 Kommentare zu "Namensbezogenen Vorurteile der Lehrer"

  1. Skeptik sagt:

    Hm. Es scheint da ja auch eine seltsame Korrelation zu geben, daß meistens die Kinder mit den “verrücktesten” (sprich: ungebräuchlichsten/ausgedachten) Namen aus “ungebildeten” Elternhäusern kommen. Das ist auch oft daran zu erkennen, daß die armen Kinderchen fremdländische Namen bekommen, die ihre eigenen Eltern und Anverwandten nicht korrekt aussprechen können (z.B.: “Schak-ke-lie-ne” für Jacqueline).

    Das soll natürlich nicht die LehrerInnen in Schutz nehmen, nur vielleicht darauf hindeuten, daß da nicht nur Vorurteile sondern auch mitunter Erfahrungswerte einfließen.

    Und daß das dt. Schul- bzw. Benotungssystem hoch subjektiv ist, das sollte doch mittlerweile wohl allen klar sein.

  2. Kevin H. sagt:

    Also ich hab das in der Grundschule auch oft erlebt das mir auch sätze wie “Kevin allein Zuhaus” u.a Dinge an den kopf geworfen wurden ^^

    • Svetlana sagt:

      Ja , ich kenne dieses Problem, hoffe es ändert sich nach Jahren, mein Sohn Kevin ist jetzt 7 Jahre alt.

  3. Elli sagt:

    Danke für das gelungene Beispiel, Kevin! ;-) Ach ja, Kommata und die Tatsache, dass es ein “das” mit einem s und ein “dass” mit zwei s gibt, machen durchaus Sinn…

    • anni sagt:

      oh mein gott, wie kann man nur so sein…

    • Sanni sagt:

      Wer so was nötig hat, ist keinen Deut besser.
      Wolltest du uns allen mal beweisen wie gebildet du doch bist?
      Falls es jemand noch nicht bemerkt hat: ELLI IST EINE GANZ SCHLAUE!! die kennt Kommas und das ss!!!!!!!!!!!

  4. Jessi sagt:

    Super, dann sollte ich meine nächste Tochter auf jeden Fall “EllI” nennen, dann hat sie nicht mehr so viel zu lernen…;)
    Was ist eigentlich mit “Angela”? Die hat´s zur Bundeskanzlerin geschafft, wobei ein Dr.Prof von und zu xy bestimmt nicht diesen Namen auf seiner Hitliste ganz oben stehen hat…

  5. Marie sagt:

    Ihr könnt auf die Aussage Ellis reagieren, wie ihr wollt. Sie hat trotzdem recht! Ist doch wirklich seltsam, daß gerade der Beitrag von einem Kevin wieder so vor Fehlern strotzt. Ich habe nichts gegen ihn persönlich. Aber sein Beitrag gibt der Studie wirklich recht. So und nun hackt auch auf mir rum. Als ob ihr dazu ein Recht hättet! Ihr nehmt euch dieses Recht auch einfach so heraus. Genau wie Elli bei Kevin.

    Interessant ist noch zu erwähnen, daß beide Antworten auf Ellis Beitrag von einer Anni und einer Sanni kommen. Alles klar! Und die Dritte im Bunde heißt Jessi. Hat hier jemand vielleicht auch noch mal einen vernünfigten Namen? Vielleicht ist es genau das, was die Lehrer so aufregt!!!!

  6. Marie sagt:

    Ach und noch was:

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Sätze wie: “Da und da fehlt ein i” sind kleinlich und lächerlich und kommen nur von Annis und Sannis und Jessis. Auch solche Kleinigkeiten regen Lehrer auf!!

  7. Linda sagt:

    Marie hat vollkommen Recht (:

  8. Rica sagt:

    Meine Vorgängerin in der Schule hatte denselben Namen, wie ich und ist negativ aufgefallen. Mein Lehrer hat in mehreren Arbeiten Fehler entdeckt, die garkeine waren.
    Das hat mich ziemlich aufgeregt. ;)

    • Svetlana sagt:

      Leider kommt sowas öfters vor, mein Sohn wird seit Jahren überprüft und bis jetzt nicht auffäliges gefunden, ich meine alle Kinder sind einbisschen hibbeligund vordern aufmerksamkeit durch ihren Verhalten, oder???

  9. Anna sagt:

    also es ist halt echt leider so, dass viele nach ihren namen berwertet werden…das ist für die kinder sicher manchmal richtig unfair und scheiße aber ich finde da sind echt die eltern schuld! und ganz ehrlich: ich würde mien kind niiiiiiie kevin oder dustin oder jennifer oder so nennen, das macht ihm doch dan echt alles kaputt:(

    • Svetlana sagt:

      Vor 7 Jahren wusste ich nicht das mein Kind nach seinem Namen bewertet wird, sonst hätte ich ihm anderen Namen gegeben.