Von 7. Januar 2010 1 Kommentar Weiterlesen →

Vornamentrends 2010 aus den USA

Nameberry hat die Trends der amerikanischen Babynamenszene für 2010 zusammengestellt. Einige lassen sich durchaus auf Deutschland übertragen:

Trend: Wirtschaftliche Namen

Kurzformen und Spitznamen als eigenständige Namensformen kommen mehr in Mode, beispielsweise Bob, Joe, Gus, Hal, Hank und Max. Bei den Mädchen wird sehr gerne die Silbe „-ie“ angehängt, wie bei Gracie, Ellie, Evie, Maisie und Josie.

-> Den Trend zu kurzen Namen gibt es auch in Deutschland, Mädchennamen mit „-ie“ sind sehr verbreitet.

Trend: Retro

Etablierte, bodenständige Namen, die lange Zeit nicht mehr vergeben worden sind, werden wieder aufgegriffen. Die Nameberry-Autoren rechnen in den USA mit einem Aufschwung der Mädchennamen Adele, Alice, Dorothy, Edith, Evelyn, Florence, Lenore, Louise und Marion sowie der Jungennamen Arthur, Frank, Harold, Harvey, Martin, Raymond, Victor, Vincent, Walter und Warren.

-> Diese These kann man grundsätzlich auch auf Deutschland übertragen und jedes Jahr wieder aufführen, denn so sieht der normale Modenamenkreislauf aus. Die aufgeführten Namensbeispiele gelten allerdings nicht für Deutschland. So sind die Namen Louise und Vincent bei uns schon in Mode, während die letzte Hochphase der Namen Frank, Martin und Marion noch nicht lange genug zurückliegt.

Trend: Buchstabe L

Bei Mädchennamen geht in Amerika wohl bald gar nichts mehr ohne mindestens ein L, z. B.: Lila, Lola, Layla, Leila, Lily, Lillian, Delilah, Tallulah, Lulu und Lucille

-> Oh ja, diese Namensmode kennen wir in Deutschland sogar ohne Einschränkung auf weibliche Vornamen.

Trend: Buchstabe E

Namen mit dem Anfangsbuchstaben E steigen in der Hitliste der häufigsten Babynamen der USA auf, z. B.: Ethan, Eden, Eleanor, Emmett, Eli, Eliza, Elijah, Ella, Evan, Eva, Eloise, Evangeline, Elliot und Esme.

-> Auch in unseren Landen sind Namen, die mit E beginnen, sehr populär.

Trend: Buchstabe X

Vor allem Felix, aber auch Dexter, Rex, Max, Maddox, Paxton und Jaxon gewinnen in den USA an Beliebtheit.

-> In Deutschland fällt eher auf, dass immer mehr Eltern auf das Y setzen. Oftmals wird dafür in verbreiteten Namen das I durch ein Y ersetzt, um so einen Namen mit ungewöhnlicher Rechtschreibung zu bekommen. Aber zu den altbekannten X-Namen Felix, Maximilian und Alexander ist neuerdings Lennox gestoßen!

Trend: Namen aus Twilight

Edward, Bella, Cullen und Esme sind Namen von Charakteren aus der Filmserie Twilight. Diese Namen werden als Aufsteiger gehandelt.

-> Twilight gehört auch in Deutschland zu den erfolgreichsten Filmen. So wäre es nicht verwunderlich, wenn sich auch hier einige Eltern an diesen Namensvorbilder orientieren würden. Der Name Edward hat schon 2009 die Top 500 nur knapp verfehlt.

Trend: Drei Namen statt nur zwei

In Amerika ist ein zweiter Vorname obligatorisch. Jetzt bekommen immer mehr Kinder drei Vornamen, oftmals einen „neuen“ Rufnamen neben den Vornamen beider Großmütter bzw. –väter.

-> Eine Tendenz zu mehr als zwei Vornamen ist in Deutschland nicht in Sicht.

Trend: Jüdische Nachnamen als Vornamen

Dem Nameberry-Team zufolge ist vor allem in nicht-jüdischen Familien in Mode gekommen, jüdische Nachnamen als Vornamen zu vergeben, insbesondere werden Cohen, Jacoby und Miller genannt.

-> Eine Mode, die in Deutschland schon darum nicht aufgenommen wird, weil hier strengere Bestimmungen gelten, die Nachnamen nicht ohne weiteres als Vornamen gelten lassen.

Trend: Vogelnamen

Blumennamen sind out, Vogelnamen sind in. Insbesondere Sparrow, Lark, Wren, Hawk und Dove sind angesagt.

-> Die englischen Originalbezeichnungen taugen wohl nicht für die deutsche Babynamenszene.  Ich glaube aber noch weniger, dass sich die deutschen Übersetzungen als Vornamen durchsetzen werden: Spatz, Lerche, Zaunkönig, Falke und Taube.

Trend: Spanische und italienische Vornamen

Seraphina, Matteo, Valentina, Valentino, Cruz, Romeo, Lucia, Luciana und Paloma werden als aufstrebende Namen mit spanischer oder italienischer Herkunft aufgeführt.

-> Internationale Namen werden auch in Deutschland immer populärer. So würde es mich nicht wundern, wenn die nordischen und angloamerikanischen Namen mal von einer italienischen oder spanischen Welle abgelöst würden.

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und Betreiber der Website beliebte-Vornamen.de .

1 Kommentar zu "Vornamentrends 2010 aus den USA"

  1. Natalie sagt:

    Meine persönliche Meinung zu diesen Trends:

    Wirtschaftliche Namen:
    Die aufgeführten Namen klingen für amerikanische Verhältnisse zwar nicht übel, treffen aber nicht unbedingt meinen persönlichen Geschmack. Aber gut, gibt weitaus schlimmeres.

    Trend: Retro:
    Finde ich sowohl für die USA, als auch für Deutschland super, so lange es wirklich keine Namen sind, die zuuuu sehr nach Opa klingen und das Kind total blossstellen.
    Auch wenn ich das bei amerikanischen Namen schlecht einschätzen kann, was denn jetzt nun wirklich sehr altmodisch ist und was nicht, wären meine persönlichen Favoriten der aufgezählen Namen:
    Alice, Evelyn und Florence bei den Mädchen und Harvey, Victor und Vincent bei den Jungs.
    In Deutschland finde ich Vincent übrigens nicht so toll, aber gut, ist Geschmackssache.

    Trend: Buchstabe L:
    Gefällt mir nicht wirklich, weder in Deutschland, noch in Amerika. Mädchennamen, die mit L beginnen, erinnern mich immer zu sehr an…nun ja, kleine Mädchennamen eben.
    Laura, Lena, Leni oder wie hier in der Liste meinetwegen Lola, Lulu, Lila werden für mich stehts nur zu Kindern passen, aber nicht zu erwachsenen Frauen.
    Was ich aus der Liste ganz annehmbar finde, sind Lily und Delilah.

    Trend: Buchstabe E:
    Gefällt mir durchaus, auch wenn ich das meiste davon nicht in Deutschland vergeben würde (Außnahmen: Ella und Eva).
    Für amerikanische Kinder schön finde ich: Ethan, Elijah und Evan.

    Trend: Buchstabe X:
    Für mich als Nicht-Amerikanerin klingen die Namen etwas seltsam, im amerikanischen Alltag passen sie aber bestimmt gut. Und der aufgezählte Lennox gefällt mir leider gar nicht, tut mir leid. :\
    Und zu diesem deutschen Trend, überall ein Y, anstatt ein I einzusetzen, da kommt es für mich sehr stark auf den jeweiligen Namen an. Bei Lily zum Beispiel passt es für mich, an meinem eigenen Namen zum Beispiel fände ich die Variante Nataly etwas seltsam.

    Trend: Namen aus Twilight:
    Einfach nur furchtbar in meinen Augen. Ich bin leider absolut dagegen, seine Kinder ZU offensichtlich nach irgendwelchen Promis / Roman- / Filmfiguren zu benennen und da die Romanreihe ja ziemlich populär ist, wird man wohl einen kleinen Edward sofort damit assozieren und nicht mit irgendjemand anderem…ob das dem Kind später einmal gefallen wird, sich vielleicht noch dumme Sprüche anhören zu müssen…? (À la „Ey Edward, warum glitzerst dun nicht?!“)

    Trend: Drei Namen statt nur zwei:
    Wems gefällt und wenn es schöne Namen sind, why not? Mir persönlich wären 3 Namen etwas viel für mein eigenes Kind…

    Trend: Jüdische Nachnamen als Vornamen:
    Ich bin ein ziemlich großer Fan von jüdischen VORnamen, aber die aufgezählten Nachnamen finde auch ich etwas seltsam…O_o Würde ich wohl nicht machen, selbst wenn ich in den USA leben würde…

    Trend: Vogelnamen:
    Nein, dass geht für mich gar nicht, weder im Englischen, noch im Deutschen. Es gibt doch schließlich auch „normale“ Namen, deren Übersetzung diverse Vögel sind, oder? (z.B. Larissa heißt doch meines Wissens nach „Die Möwe“, Merle „Die Amsel“ und Jonas „Die Taube“) Das würde mir um einiges besser gefallen!

    Trend: Spanische und italienische Vornamen:
    Warum nicht, für ein Kind mit entsprechendem Hintergrund würde es doch gut passen. =)
    Von den aufgeführten Namen gefallen mir:
    Seraphina, Valentina und Lucia, allerdings würde ich sehr darauf achten, dass diese auch korrekt ausgesprochen werden, sonst klingt es sehr schnell komisch!

    Großes Fazit: So verrückt die Amerikaner auch sein können, ihre Vornamentrends sind weitestgehend recht annehmbar. =)

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