Von 5. Januar 2010 7 Kommentare Weiterlesen →

In Schweden ist Allah als Vorname nicht erlaubt

Die Eltern eines inzwischen zwei Monate alten Jungen in Südschweden müssen erneut auf Namenssuche gehen, denn die zuständige Behörde Skatteverket hat verfügt, dass ihr Sohn nicht wie gewünscht Allah heißen darf. Der Sprecher der Behörde begründet diese Entscheidung damit, dass der Vorname Allah religiöse Gefühle verletzen könnte. Neben „Allah“ seien auch „God“ und „Devil“ aus demselben Grund als Vorname nicht akzeptabel, heißt es im Stockholmer Nachrichtenportal The Local. Leider wird aus dem englischsprachigen Artikel nicht deutlich, ob ausdrücklich die englischen Bezeichnungen für Gott und Teufel abgelehnt werden oder ob sich die Aussage (auch) auf die entsprechenden schwedischen Wörter bezieht.

Auch in den vergangenen Jahren gab es schon bemerkenswerte Vornamenentscheidungen in Schweden. So wurden Q, Token und Michael Jackson als Vornamen abgelehnt. Die Vornamen Metallica und Google waren zwar umstritten, aber letztendlich doch zugelassen.

Quelle: Parents refused right to name son Allah – entdeckt von Nancy

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und Betreiber der Website beliebte-Vornamen.de .

7 Kommentare zu "In Schweden ist Allah als Vorname nicht erlaubt"

  1. Natalie sagt:

    Da muss ich dem entsprechenden Standesamt aber sowas von zustimmen – wer als Gott/Teufel/ähnliches durchs Leben geht, kann doch überhaupt kein glückliches, normales Leben mehr führen, da sind Hänseleien und entsetzte Blicke doch vorprogrammiert!
    Manchmal fragt man sich echt, wie Eltern überhaupt auf solche Ideen kommen, ich kann es absolut nicht nachvollziehen…

    Und zu den anderen „grenzwertigen“ Namen:
    Okay, bei „Q“ kann ich es vollkommen nachvollziehen, wie soll denn bitte ein einzelner Buchstabe als Vornamen fungieren?! Bei „Token“ hätte ich persönlich vielleicht nochmal ein Auge zugedrückt, klingt in meinen Ohren als nordischer Vorname eigentlich gar nicht mal so unakzeptabel. Und bei „Micheal Jackson“…in meinen Augen ist es zwar einfach nur blöd, Kinder zu offensichtlich nach Promis zu benennen, aber nur „Micheal“ darf man doch sicherlich auch in Schweden vergeben, oder? (Oder meinetwegen „Mika“, dass ist ja schließlich eine nordische Variante des Namens)

    Von der kleinen „Metallica“ habe ich schon vorher gehört – selbst ich als Fan entsprechender Musikrichtung finds einfach nur grausam! Bietet doch auch nur wieder eine super Angriffsfläche für Mobber, oder?!
    Auch „Google“ find ich genauso furchtbar, dass soll ja angeblich auch noch der Sohn eines Programmierers sein…

    Allgemein frage ich mich bei sowas immer, wie solche Namen denn in normalen Alltagssituationen klingen:
    „Devil, jetzt komm endlich her zur Mama!“
    „Mama, Papa, dass ist meine neue Freundin Metallica…“
    „Michael Jackson, jetzt hör auf und nimm die Finger da weg!“
    …nicht grade sehr lustig, oder…?

  2. Nabiki sagt:

    Na wenigstens in einigen Ländern ist man konsequent was sowas angeht. Hier in Berlin hört das 14. Balg einer Großfamilie auf den Namen DJIHAD. Das ist natürlich vollkommen krank, wie ich finde, aber hier in Deutschland geht das natürlich vollkommen problemlos!

  3. melanie sagt:

    naja,der name djihad bedeutet ja lediglich „anstrenung“. die behörden werden sich mit der linguistischen bedeutung dieses namens schon hinreichend auseinandergesetzt haben. würde dieser name „heiliger krieg“ oder ähnliches bedueten, hätte man diesen namen sicher nicht zugelassen.
    lediglich für das kind nehme ich an, wird dieser name später aufgrund der bedeutung die die menschen im allgemeinem diesem namen zuordnen,sicherlich seine schwierigkeiten haben.ich glaube nicht,dass es in der schule oder später bei der arbeitssuche auf begeisterung treffen wird.leicht wird das sicher nicht werden..

  4. Chiocciola sagt:

    Gilt das auch für den Mädchennamen Alla (ich kenne eine in Deutschland lebende Frau, die so heißt)?

    • Jan sagt:

      Alla als relativ häufigen weiblichen Vornamen kenne ich aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien im Nordkaukasus, in der einige Monate zu verleben ich Ende der 90er die Ehre hatte. In dieser Schreibweise, aber natürlich mit kyrillischen Buchstaben.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Kommt wahrscheinlich auf den Standesbeamten an. Ich schätze aber spätestens vor Gericht kriegt man das durch

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