Von 14. September 2009 5 Kommentare Weiterlesen →

Anspruch und Wirklichkeit bei der Namenswahl

In seinem Artikel „Von der Kunst der Vornamenssuche“ erklärt ein 36jähriger Vater aus Willich (Niederrhein), nach welchen Kriterien er den Vornamen seines Sohnes ausgewählt habe:

1. Kurz sollte der Vorname sein, da der Familienname eh schon lang genug ist. […]

2. Namen, die derzeit „IN“ sind, kamen auch nicht in Frage. […] Wir tendierten da doch eher zu einem klassischen, zeitlosen Namen.

3. Ausländische oder ausgefallene Vornamen sind nicht unser Ding. […]

4. Es sollte möglichst kein Name sein, der sich verniedlichen oder verstümmeln lässt. […]

5. Eindeutig sollte der Vorname sein. Weniger was den Hinweis auf das Geschlecht angeht […], sondern vielmehr bezogen auf die Schreibweise. […]

Klingt ganz vernünftig. Ich frage mich nur, warum sich die Eltern angesichts dieses Kriterienkatalogs ausgerechnet für den Namen Philipp entschieden haben, denn:

1. Der Name hat immerhin zwei Silben, es gibt kürzere Namen.

2. Philipp ist der dritthäufigste Jungenname der 1990er Jahre, also ein Modename und alles andere als zeitlos. Die Häufigkeitsstatistik des Namens Philipp:
Philipp

3. Der Name stammt aus dem Griechischen.

4. Philipp lässt sich prima als Phil abkürzen.

5. Von Janick / Yanik usw. abgesehen gibt es nicht viele Namen mit derart vielen etablierten Schreibweisen. Neben Philipp kommen z. B. Philip, Phillipp, Phillip und Filip regelmäßig vor.

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und Betreiber der Website beliebte-Vornamen.de .

5 Kommentare zu "Anspruch und Wirklichkeit bei der Namenswahl"

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  1. Bielefeld - Blog - 14 Sep 2009 | 18. September 2009
  1. Marco Vogt sagt:

    Gut, wenn es ein Junge ist, dann passt mein Vorschlag nicht ganz, aber wir haben unsere Tochter nach den gleichen Kriterien benannt:

    Iris!

    => Ist nicht „in“ und war auch nie in, aber jeder kennt mindestens eine Iris.

    => Gut, ist ausländisch, aber häufig in Deutschland verwendet und Iris ist auch ein Begriff in der Medizin und Technik.

    => Gibt es eine Verstümmmelung für Iris? Kenn ich nicht.

    => Sowohl das Geschlecht als auch die Schreibweise ist mehr als eindeutig 😉

  2. Anna sagt:

    was soll das??

    da wird ja fast jede kriterie übergangen…
    ich hätte Emil (ok) ausgewählt oder Noah (schön), Dirk (bäh, Paul (schön), Leo/Leon (schön), ……… aber philipp??

    zu Mark: Iris ist sehr schön!

  3. Natalie sagt:

    *seufz*
    Ich kenne das „Problem“, meine Eltern hatten kurz vor der Geburt meiner Schwester und mir in etwa die selben Vorstellungen, was unsere Namensauswahl betreffen sollte – und jetzt heißen wir Jeannette und Natalie.

    Die Namen sind zwar schön, in meinen Augen jedoch absolute Modenamen. Und eigentlich hatten sie mir immer vorgepredigt, dass sie unbedingt nicht ZU moderne Namen wollten. O_o Versteh einer die Logik…

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